Der Leuchtturm Eckernförde ist ein Leit- und Warnfeuer in der Eckernförder Bucht. Der weiße Leitsektor bezeichnet die Ansteuerung von Eckernförde, die anderen Sektoren warnen vor den Untiefen Mittelgrund und Stollergrund und dem militärischen Übungsgebiet. Ein Nebenfeuer bezeichnet, zusammen mit dem Hafenleuchtturm, die Einfahrt in den Eckernförder Stadthafen.
Vorgeschichte Bevor der erste Leuchtturm errichtet wurde, existierten in Eckernförde und seiner (damals) näheren Umgebung zwei Leitfeuer und drei Baken sowie seit 1901 eine Bakentonne in der See. Die beiden Baken südlich der Stadt („Ost“ und „West“, etwa 1147 und 1425 Meter von der St. Nicolai-Kirche entfernt) standen unmittelbar bei den beiden Leitfeuern, die dritte Bake stand im Bereich des heutigen Kranzfelder Hafens.
Alter Leuchtturm mini|links|Altes Leuchtfeuer Der erste Leuchtturm wurde 1907 auf dem in Sandkrug in Dienst genommen. Architekt war Arnold Bruhn. Nach Probebetrieben ab Juni 1907 wurde der Leuchtturm am 15. Februar 1908 endgültig in Betrieb genommen und gleichzeitig erst die alten Leitfeuer gelöscht.
Das Bauwerk besteht aus einem rechteckigen Wärterhaus mit einem großen Leuchtenraum im 3. Stockwerk, 30,23 Meter über Mittelwasser, so die damalige Angabe. Das zuerst mit einer Petroleumlampe betriebene Leuchtfeuer wurde 1926 elektrifiziert. Die Kennung wurde mit einer Otterblende erzeugt.
Sechs Jahre nach seiner Inbetriebnahme baute die Kaiserliche Marine unmittelbar unter dem Leuchtturm die Torpedoversuchsanstalt Eckernförde. Der Leitsektor führte nun direkt durch die Torpedoschießbahn. Da sich der Leuchtturm nicht so einfach versetzen ließ, wurde vorübergehend ein entsprechender Warnsektor eingerichtet. Diese Übergangslösung änderte sich erst 1986, als mehr als siebzig Jahre später ein neuer Leuchtturm gebaut wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde ab März 1940 „das Feuer bis auf weiteres gelöscht und nur auf Anforderung gezeigt“.
Der letzte Leuchtfeuerwärter verließ das Gebäude am 30. September 1986. Die Räume wurden danach zu Ferienwohnungen für die Mitarbeiter der Wasser- und Schifffahrtsämter umgebaut.
Leuchtfeuerwärter des alten Leuchtturms am Klintbarg waren: 1907–1923: Gustav Pfaff und Julius Wetzel 1923–1933: Gustav Pfaff 1934–1947: Julius Wetzel 1947–1960: Max Pinn 1961–1972: Karl Kalkbrenner 1972–1979: Otto Radzewski 1979–1986: Ferdinand Denzien
Ferdinand Denzien war der letzte Leuchtturmwärter Westdeutschlands.
Das Gebäude steht unter Denkmalschutz (Objekt-Nr.: 23081).
Neuer Leuchtturm Etwa 575 Meter nordwestlich des alten Leuchtfeuers wurde 1986 der neue Leuchtturm errichtet. Im Sockel des hohen Betonbauwerks befinden sich die Technikräume, das Leuchtfeuer ist in der oberen Plattform untergebracht. Die Lichtquelle besteht aus einer 230 V/2 kW starken Xenon-Gasentladungslampe und einer Fresnel-Linse. Bei einer Lichtstärke von 212.000 Candela beträgt die Tragweite des Feuers bis zu 21,6 Seemeilen (ca. 40 Kilometer). Die unterschiedlichen Kennungen des Leit- und Warnfeuers werden durch getrennte Otterblenden erzeugt. Das Nebenfeuer zeigt im nordöstlichen Sektor ein schwächeres Festfeuer.
Der vollautomatische Leuchtturm wird vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ostsee unterhalten und von der Verkehrszentrale in Travemünde überwacht.
Siehe auch
Weblinks
Baken-Net: Leitfeuer Eckernförde
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