Der Zauchesche Kreis, auch Zauchischer Kreis oder Zauchscher Kreis war eine Verwaltungseinheit im Kurfürstentum Brandenburg, die sich im 17. Jahrhundert aus dem Beritt Beelitz bzw. der historischen Landschaft der Zauche herausbildete. Er gehörte zum Landesteil Kurmark der Mark Brandenburg und existierte bis 1816, als er mit dem bis 1815 kursächsischen Amt Belzig zum Kreis Zauch-Belzig oder Zauch-Belzigschen Kreis zusammengelegt wurde. 1773 wurde der westliche Teil des Zaucheschen Kreises als Ziesarscher Kreis abgetrennt und zum Herzogtum Magdeburg gelegt.

Geschichte Der Zauchesche Kreis entstand im Wesentlichen aus der historischen Landschaft der Zauche. Angegliedert waren ihm das Gebiet um Ziesar, das Ländchen Bärwalde und einige Exklaven im kursächsischen Gebiet sowie dem ab 1680 kurbrandenburgischen Herzogtum Magdeburg. Umgekehrt gab es im Zaucheschen Kreis eine sächsische Enklave (Busendorf, Kanin und Klaistow) und eingezwängt zwischen Zaucheschem Kreis und Luckenwaldeschem Kreis (bis 1773 Herzogtum Magdeburg, danach Kurmark) die sächsische Exklave Blankensee (mit Blankensee und Stangenhagen).

Erste Ansätze für eine Kreisverfassung in der Mark Brandenburg entstanden schon im 15. Jahrhundert. Sie orientierten sich im Wesentlichen an den alten historischen Landschaften. Im 16. Jahrhundert waren die Kreise auch identisch mit dem Amtsbereich eines Landreiters. Die Kreise wurden deshalb auch Beritte genannt. Der Dreißigjährige Krieg ist im Grunde der Beginn der Kreise, wie sie zum Beginn des 19. Jahrhunderts noch bestanden. Damit die durchziehenden Truppen der verschiedenen Kriegsparteien einquartiert, verpflegt und entlohnt werden konnten, wurden vom Kurfürsten für die Kreise/Beritte sog. Land- oder Kriegskommissare eingesetzt oder von den Ständen der jeweiligen Kreise gewählt. Gerade in den Zeiten des Dreißigjährigen Krieges waren dies sehr unbeliebte Ämter. Im weiteren Verlauf der Geschichte wurden den Kriegs- oder Landkommissaren weitere Aufgaben und Befugnisse übertragen, so in der Steuer- und Finanzverwaltung und der Polizeigewalt. Die Stände des Kreises erhielten das Präsentationsrecht für den Land- oder Kriegskommissar, der ab 1702 Landrat genannt wurde. Das Amt war häufig in Personalunion mit dem Posten des Kreisdirektors verbunden, dem von den Vertretern der Stände eines Kreises gewählten Vorsitzenden der Ständeversammlung eines Kreises.

Orte, die 1773 vom Zaucheschen Kreis abgetrennt wurden 1773 wurden die im Wesentlichen um Ziesar gelegenen Gebiete bzw. überhaupt der westliche Teile des Zaucheschen Kreises als Ziesarscher Kreis abgetrennt und in das Herzogtum Magdeburg eingegliedert. Dafür kam der herzoglich-magdeburgische Luckenwaldesche Kreis zur Kurmark. Nach Büsching wurden 1773 folgende Orte und Einzelhäuser vom Zaucheschen Kreis abgetrennt und damit der Ziesarsche Kreis gebildet:Siehe Literatur: Büsching, Magazin, 7, S. 480 ff.

Städte Leitzkau (Leitzkow) Ziesar Schäferey vor ZiesarSiehe Literatur: Büsching, Magazin, 7, S. 480 ff., lag in Ziesar im Bereich Schopsdorfer Chaussee 1 Papiermühle bei ZiesarSiehe Literatur: Büsching, Magazin, 7, S. 480 ff., nicht erwähnt bei Heineccius, nicht identifiziert

Plattes Land Alt Leitzkau (Althaus Leitzkau, Leitzkau alter Seite), adliges Vorwerk, Windmühle Bardelebenshof/Bardeleber Hof vor ZiesarSiehe Literatur: Büsching, Magazin, 7, S. 480 ff., adliges Vorwerk, lag dicht bei Ziesar auf Stadtgebiet, bisher nicht identifiziert Birkenreismühle/Berkenries MühleSiehe Literatur: Büsching, Magazin, 7, S. 480 ff., Mahlmühle, heute Wohnplatz in der Gemeinde Buckautal Blockhauß/Blockhäuser, existiert nicht mehr, lag westlich von Verlorenwasser () Böcke, Dorf, Ortsteil der Gemeinde Wenzlow Borgens Hof vor Ziesar, adliges Vorwerk, existiert nicht mehr, lag in Ziesar, Fiener Weg, gegenüber den Gebäuden Fiener Weg 9–10. Bramsdorf, DorfSiehe Literatur: Büsching, Magazin, 7, S. 480 ff., im Ortsteil Buckau der Gemeinde Buckautal aufgegangen (Bramsdorfer Straße östlich der Buckau) Buckau/Buckow nebst MühleSiehe Literatur: Büsching, Magazin, 7, S. 480 ff., Dorf und Wassermühle mit zwei Gängen, mit einem Schneide- und einem Ölgang, heute Ortsteil der Gemeinde Buckautal Bücknitz (Bückenitz), Dorf Wassermühle mit einem Mahlgang, 1740 in Erbpacht gegeben, heute Ortsteil der Stadt Ziesar, Bückenitzsche Mühle (s. o.) Köpernitz (Coepernitz/Cöpernitz), Dorf, zwei Amtsteiche, eine Ölmühle, heute Ortsteil der Stadt Ziesar Krüssau, adeliges Vorwerk, (Crüssow/Crüßau), Mühlenteich und Wassermühle mit einem Mahl- und einem Ölgang, heute Ortsteil der Stadt Möckern DahlenSiehe Literatur: Büsching, Magazin, 7, S. 480 ff., adliges Vorwerk, heute Gemeindeteil der Gemeinde Gräben Dretzen, Kolonie, ehemaliges AmtsvorwerkSiehe Literatur: Büsching, Magazin, 7, S. 480 ff., 1763 Kolonie gegründet, Unterförsterei, heute Ortsteil der Gemeinde Buckautal Egelinde, adliges VorwerkSiehe Literatur: Büsching, Magazin, 7, S. 480 ff., Gemeindeteil der Stadt Bad Belzig Ehlingsmühle/EgelingsmühleSiehe Literatur: Büsching, Magazin, 7, S. 480 ff., 1842: Friedrichs Schneidemühle, Wasserschneidemühle, existiert nicht mehr, lag westlich von Verlorenwasser Erlenmühle/Eulenmühle,Wassermühle mit zwei Mahlgängen und einem Ölgang, zum Amt Ziesar, heute Wohnplatz der Stadt Ziesar Friesdorfer PapiermühleSiehe Literatur: Büsching, Magazin, 7, S. 480 ff., Amt Ziesar, Wohnplatz Friesdorf der Gemeinde Wollin Glienecke, (Glinicke), Dorf, zum Amt Ziesar, 6 Untertanen des von Bardeleben auf Bardelebenshof, Ortsteil der Stadt Ziesar Gottesfahrter Papiermühle/Gottesforther Papiermühle, Papiermühle mit zwei Gängen, ein holländischer Gang, Amt Ziesar, existiert nicht mehr, heute Stadt Genthin, Ortsteil Schopsdorf, Gottesforth 1–5 Grabow, adliges Dorf mit einem von Plothoschen Vorwerk, Wassermahl- und Ölmühle, heute Ortsteil der Stadt Möckern Grabowsches Forsthaus, nicht erwähnt bei Heineccius Gräben/Gräbensche MühleSiehe Literatur: Büsching, Magazin, 7, S. 480 ff., adliges Dorf mit zwei Rittergütern, Ziegelscheune, Wassermahlmühle, Schneidemühle, Gemeinde Grebs, Kolonie/Vorwerk Grebs, Amt Ziesar, Gemeindeteil der Stadt Ziesar Groß Lubars/Groß Lübars, adliges Dorf mit Rittergut, Wassermühle, heute Ortsteil Lübars der Stadt Möckern Grüningen/GroeningenSiehe Literatur: Büsching, Magazin, 7, S. 480 ff., Dorf, Amt Ziesar, Gemeindeteil der Gemeinde Wenzlow Gürgens Mühle/Jürgens Mühle, zu Pietzpuhl gehörig, Wassermühle an der Ihle mit einem Mahl- und einem Walkgang, ? Hansens Mühle/Hausens MühleSiehe Literatur: Büsching, Magazin, 7, S. 480 ff., adlige Wassermühle an der Ihle, mit einem Mahl- und einem Walkgang, ? Helleholz oder Sandforth/HelleholzSiehe Literatur: Büsching, Magazin, 7, S. 480 ff., Unterförsterei, Amt Ziesar, existiert nicht mehr (lag am Geuenbach zwischen Schopsdorf und Köpernitz, ) Herrenmühle/Herrnmühle, Wassermühle mit vier Mahlgängen, Nebenzoll, Amt Ziesar, Gemeindeteil von Ziesar Hobeck/Hohbeck, adliges Dorf mit Rittergut und Schäferei, Ortsteil der Stadt Möckern Hohensprings Mühle/Hohenspringer Papiermühle, adlige Papiermühle mit zwei Gängen, heute Hohenspringe, Gemeindeteil der Stadt Bad Belzig Kähnert/Köhnert, adliges Rittergut mit Schäferei, Ortsteil der Stadt Möckern Klappermühle, adlige Wassermühle mit einem Mahl- und einem Walkgang an der Ihle, auf der Kähnertschen Feldmark, heute Friedensau, Ortsteil der Stadt Möckern Klappermühle oder Lochausche Mühle/HappermühleSiehe Literatur: Büsching, Magazin, 7, S. 480 ff., adlige Wassermühle an der Ziprahne mit einem Mahlgang bei Lochow, heute ? Klein Lübars/Klein LubarsSiehe Literatur: Büsching, Magazin, 7, S. 480 ff., adliges Dorf mit einem Rittergut, Wassermahlmühle, Ortsteil der Stadt Möckern Klitsche oder Klitzke/Klitzke, adliges Vorwerk mit Schäferei, existiert nicht mehr, heute Truppenübungsplatz Altengrabow Küsel/KieselSiehe Literatur: Büsching, Magazin, 7, S. 480 ff., adliges Dorf mit einem Rittergut, wüste Wassermühle, Ortsteil der Stadt Möckern Ladeburg, adliges Dorf mit einer Windmühle, Ortsteil der Gemeinde Gommern Lochow/LochauSiehe Literatur: Büsching, Magazin, 7, S. 480 ff., adliges Vorwerk, Obstbaumpflanzungen, Ortsteil der Stadt Möckern Madel, adliges Vorwerk mit Schäferei, Ortsteil der Stadt Burg (bei Magdeburg) Magdeburgisch Fort, Dorf, Wassermühle mit einem Mahl- und einem Schneidegang, Königliche Landjägerei, Amt Ziesar, Ortsteil Magdeburgerforth der Gemeinde Möckern Neu Leitzkau, Neuhaus Leitzkau oder Leitzkau Neuer Seite, adliges Vorwerk, bei Leitzkau Neue PapiermühleSiehe Literatur: Büsching, Magazin, 7, S. 480 ff., im Königlichen Ziesarschen Forst, am Bache von Gloina, Papiermühle mit zwei Gängen des Amtes Ziesar, nördlich Magdeburgerforth, K1212 (Rohpappe) Neue SchneidemühleSiehe Literatur: Büsching, Magazin, 7, S. 480 ff., nicht erwähnt in Heineccius, ? Nonnenheide/NonnenheydeSiehe Literatur: Büsching, Magazin, 7, S. 480 ff., Unterförsterei des Amtes Ziesar, Wohnplatz der Gemeinde Görzke Papiermühle in der HeideSiehe Literatur: Büsching, Magazin, 7, S. 480 ff., nicht erwähnt bei Heineccius Pietzpuhl/PießpuhlSiehe Literatur: Büsching, Magazin, 7, S. 480 ff., adliges Rittergut, heute eine Ortschaft der Einheitsgemeinde Möser Polzuhn/PottziehnSiehe Literatur: Büsching, Magazin, 7, S. 480 ff., adliges Vorwerk mit Schäferei, existiert nicht mehr, lag nördlich der Gemeinde Grabow, heute Ortsteil der Stadt Möckern Polzunsche MühleSiehe Literatur: Büsching, Magazin, 7, S. 480 ff., Wassermühle mit einem Gang, heute ? Puhs Schneide- und Mahlmühle/Pufsmühle, (1842: Puff oder Lehmann Mühle), Wassermühle mit einem Mahl- und einem Schneidegang, Amt Ziesar, Wohnplatz Puffs Mühle in der Gemeinde Wollin Puhlmannsmühle (1842: Puhlmanns Schneidemühle), Wassermühle mit einem Mahl- und einem Schneidegang, Amt Ziesar, Wohnplatz Mühle Schöntal der Gemeinde Görzke Räckendorf/Reckendorf (Alt und Neu-), zwei Rittersitze, Schäferei zu Neu Reckendorf gehörig, Ortsteil der Stadt Möckern Raehsdorf/Rähsdorf, Ziegelscheune, Pottaschenbrennerei (Amt Ziesar), drei Mühlen in der Nähe (unbenannte Walkmühle mit zwei Lederwalken, Pottmühle mit zwei Lederwalken, Mahlmühle mit einem Gang, das alte Geschirr genannt), Teilbesitz des Amtes Ziesar, Ortsteil Reesdorf der Gemeinde Möckern Rosenkrug, Papiermühle mit einem Gang und Teerbrennerei, Amt Ziesar, existiert nicht mehr, lag südlich von Schopsdorf etwa hier () Rothe Hauß, Forsthaus, existiert nicht mehr, lag nahe bei Wohnplatz Grünehaus in der Gemeinde Gräben () Rottstock, Dorf, Karpfenteich (gehört nach Görzke), Nebenzoll, Unterförsterei, Amt Ziesar, Ortsteil der Gemeinde Gräben Schopsdorf/SchöbsdorfSiehe Literatur: Büsching, Magazin, 7, S. 480 ff., Amt Ziesar, Papiermühle mit zwei Gängen, Ziegelscheune, Ortsteil der Stadt Genthin Spulkrug/Spühlkrug, bei Räckendorf gelegen Stegelitz, adliges Dorf, Ortsteil der Stadt Möckern Steinberg, Kolonistendorf, 1763 aus Amtsvorwerk entstanden, Ortsteil der Gemeinde Buckautal Stresow, adliges Dorf mit einem Rittergut, Branntweinbrennerei, Ortsteil der Stadt Möckern Struwenberg und Krug/Struwenberg, adliges Vorwerk (kein Krug genannt), Struvenberg, Wohnplatz in der Gemeinde Gräben Topfmühle/Pottmühle, bei Räckendorf Verlorenwasser, Wassermühle mit einem Mahl- und einem Schneidegang, Gemeindeteil in der Stadt Bad Belzig Wenzlow, Dorf, Amt Ziesar, Wassermühle mit zwei Mahlgängen, Gemeinde Werbig, adliges Dorf, Ortsteil der Stadt Bad Belzig Wogenhütten/WagenhütteSiehe Literatur: Büsching, Magazin, 7, S. 480 ff., östlich von Verlorenwasser gelegen Wolfshagen Mühle, nahe Burg (bei Magdeburg), nicht erwähnt bei Heineccius Wollin, Amt Ziesar, Gemeinde Ziegelsdorf, adliges Rittergut mit Schäferei und Ziegelscheune, Ortsteil der Stadt Möckern Zitz/ZietzSiehe Literatur: Büsching, Magazin, 7, S. 480 ff., Dorf, Amt Ziesar, einige Bewohner gehören adligen Besitzern, Ortsteil der Gemeinde Rosenau