Theater Performance Kunst RAMPIG ist ein freischaffendes Theater- und Performance-Kollektiv. Im Jahr 2005 von Beata Anna Schmutz in Heidelberg gegründet, ist die Gruppe seit 2012 in einem gemeinnützigen Verein mit Sitz in Mannheim organisiert. Die in verschiedenen Städten lebenden Mitglieder mit unterschiedlichen künstlerischen Schwerpunkten bilden für die Zeitdauer einer Inszenierung eine interdisziplinäre Arbeitsgemeinschaft, die um Gastkünstlerinnen und -künstler verschiedener Genres erweitert wird.

Arbeitsweise Die Inszenierungen der Gruppe haben meist Werke der klassischen Literatur zur Vorlage, die mit Mitteln der neuen Dramatik Motive und Zitate aus Pop- und Hochkultur kombinieren und so die Aufhebung herkömmlicher narrativer Erzählverfahren zum Ziel haben. Die Arbeitsweise des Kollektivs verbindet dabei Performance mit zeitgenössischen Formen des Schauspiels im Kontext von Rauminstallationen. Die Projekte sind durch spezifische Raumlösungen und das Hinzuziehen der bildenden und visuellen Künste gekennzeichnet. Ein thematischer Schwerpunkt des Kollektivs ist die Erforschung theatralischer Grenzen und der Grenzen der Kunstgattungen. In den bisherigen Arbeiten wurde zudem die traditionelle Grenze zwischen Publikum und dem Theatergeschehen thematisiert. Konzeptionell will die Gruppe dabei das Verhältnis zwischen Kunst und realem Leben erforschen. Dabei soll ein grenzüberschreitendes Kunsterleben möglich werden, in dem das Publikum autonom über die Rolle des aktiven Teilnehmers, des Kunstwerkrezipienten oder des stillen Beobachters entscheidet.Ralf-Carl Langhals: Die Nachwuchsbesorgerin. In: Theater der Zeit. Nr. 2 2014, S. 42. In den letzten Produktionen wurden dafür zunehmend immersive Strategien verfolgt. Die starke Verbindung zwischen der Bildenden und Darstellenden Kunst bedingt dabei eine Arbeitsweise, die als Kuratieren im Spiel bezeichnet werden kann.Anna Wille: Die Jury zur Auswahl. In: 34. Theatertreffen der Jugend 2013 Dokumentation. 2013, S. 70.

Werke Inszenierungen 2008: „antigone“: Haus der Jugend Heidelberg und zwinger1, Theater und Orchester Heidelberg 2009: „metamorphosis“: Haus der Jugend Heidelberg und zwinger1, Theater und Orchester Heidelberg 2010: „FAUST Vol. 1“: Haus der Jugend Heidelberg und zwinger1, Theater und Orchester Heidelberg 2011: „pest“: Haus der Jugend Heidelberg 2012: „HAMLET“: Haus der Jugend Heidelberg und Theatertreffen der Jugend, Haus der Berliner Festspiele 2013: „Das Schloss - Winterquartier“: Haus in der Gneisenaustraße und Deleta 1 Festival Heidelberg 2013: „Das Schloss - Spuren im Schnee“: Haus in der Gneisenaustraße Heidelberg 2014: „Das Schloss - Permafrost“: zeitraumexit Mannheim 2015: „Schuld (und Sühne)“: ehemalige Commissary, Benjamin Franklin Village Mannheim 2018: „Die Strafkolonie“: Haus am Friedhof 13 Mannheim 2022: „Schwesterstaat“: Kleist Forum Frankfurt (Oder) und Theaterfestival Schwindelfrei, St. Hedwig-Klinik Mannheim 2023: „Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“: Leuchtmitteldepot auf der Friesenheimer Insel Mannheim

Performance 2010 „saft“: Festival 97 Meter über dem Meer, zeitraumexit Mannheim und Festival 48 Stunden Neukölln, Berlin 2010 „Faust HNO“: Universitätsklinikum Heidelberg 2011 „danse macabre“: Festival 97 Meter über dem Meer, zeitraumexit Mannheim 2011 „Schlachthof 1“: Festival 97 Meter über dem Meer, zeitraumexit Mannheim und Queer Festival Heidelberg 2011 „farbfilm“: Theatertage Karlstorbahnhof, Heidelberg 2012 „Schlachthof 2“: Festival 48 Stunden Neukölln, Berlin 2013 „Das Schloss Preview“: Festival 97 Meter über dem Meer, zeitraumexit Mannheim 2013 „Eiskalt“: Festival 48 Stunden Neukölln, Berlin 2013 „Die Ankunft des ersten Bettlers“: Privatwohnungen in Berlin 2015 „Schuld (und Sühne) Salon I: Verbrechen und Strafe“: zeitraumexit Mannheim 2015 „Schuld (und Sühne) Salon II: Beichte und Vergebung“: zeitraumexit Mannheim 2020 „Drei Schwestern: Frauenlaube“: Theaterfestival Schwindelfrei, Theaterhaus G7 Mannheim 2021 „Drei Schwestern: Frauenherberge. Geisterbilder“: barac Kunst/Labor/Soziales Mannheim

Auszeichnungen 2009: Nominierung für Berliner Festspiele 30. Theatertreffen der Jugend 2009 mit „antigone“. 2010: Nominierung für Berliner Festspiele 31. Theatertreffen der Jugend 2010 mit „metamorphosis“. 2012: Preisträger Berliner Festspiele 34. Theatertreffen der Jugend 2013 mit „HAMLET“. 2015: Jugendbildungspreis Baden-Württemberg für „Das Schloss“.

Medien und Literatur Dennis Baranski: William Shakespeare im Fleischwolf. In: Mannheimer Morgen. 23. Juli 2012. SWR2: Tandem: Rakete live. 24. April 2013. Martin Vögele: Fieberträumende Bewusstseinsreise. In: Mannheimer Morgen. 11. Oktober 2013. Ralf-Carl Langhals: Die Nachwuchsbesorgerin. In: Theater der Zeit. Nr. 2 2014. Beata Anna Schmutz: Hamlet im Fleischwolf. In: Schultheater. Nr. 20, 2015. Ralf-Carl Langhals: Das Kabinett des Dr. Dostojewski. In: Mannheimer Morgen. 6. Oktober 2015. Markus Mertens: Das Grauen wird spürbar. In: Mannheimer Morgen. 28. Juli 2018.

Weblinks Offizielle Website von Theater Performance Kunst RAMPIG

Einzelnachweise

Kategorie:Künstlergruppe (Performance) Kategorie:Theaterensemble Kategorie:Gegründet 2005