Der schwarze Falke () ist ein US-amerikanischer Western nach einem Roman von Alan Le May. John Fords 115. Spielfilm greift in Ansätzen das wahre Schicksal von Cynthia Ann Parker auf.Der schwarze Falke western-lexikon.de.Western-Filme aller Zeiten popkultur.de, 6. Februar 2022. Ford ließ sich für den Film zudem von der wahren Geschichte des schwarzen Cowboys Britt Johnson, eines ehemaligen Sklaven, inspirieren, der bei Ford allerdings von dem weißen John Wayne verkörpert wird. Eine weitere Hauptrolle in Fords Epos spielt Jeffrey Hunter, wichtige Nebenrollen übernahmen Vera Miles, Natalie Wood, Ward Bond und Hank Worden sowie (als Mexikaner) der Altstar Antonio Moreno.

Seine Uraufführung war am 13. März 1956 in den USA,George Carpozi: John Wayne Seine Filme – sein Leben. Heyne Filmbibliothek Nr. 32/79. Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co. KG, München, 1984, S. 263. am 13. August folgte dann der allgemeine US-Kinostart. In der Bundesrepublik Deutschland kam der Film am 5. Oktober 1956 in die Kinos und in Österreich am 25. Januar 1957.Der schwarze Falke Starttermine bei imdb.com. John Wayne bezeichnete den Film oft als seinen schönsten.Ronald M. Hahn; Volker Jansen: Kultfilme. Von »Metropolis« bis »Rocky Horror Picture Show«. Heyne Filmbibliothek Nr. 32/73, Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co. KG und Autor, 2. Auflage 1985, S. 255, 256. Sowohl John Ford als auch John Wayne waren der Ansicht, dass Der schwarze Falke der beste Film sei, den sie je zusammen gedreht hätten.Die große John Wayne DVD-Collection Nr. 2: Der schwarze Falke. Von DeAgostini, De Agostini Deutschland GmbH, Hamburg, S. 4–7, 10–12. Zitat: „Wayne und Ford bezeichneten Der schwarze Falke als den besten Film, den sie je zusammen gemacht haben. Und über die Jahre setzte sich genau diese Meinung auch bei den Zuschauern durch.“ Dieser Meinung schlossen sich über die Jahre hinweg immer mehr Filmkritiker und Cineasten an. Inzwischen zählt Der schwarze Falke zu den angesehensten Werken der Filmgeschichte.

Handlung Texas, 1868: Drei Jahre nach dem Ende des Sezessionskriegs (1861–1865) kehrt Ethan Edwards zurück. Sein grauer Militärmantel mit den Rangabzeichen eines Sergeanten, die Uniformhosen und ein Säbel (sowie das von der Filmmusik kurz angestimmte Rebellenlied „Bonnie Blue Flag“) weisen ihn als ehemaligen Angehörigen der Konföderierten Armee aus. Was Ethan seit der Niederlage der Südstaaten getan hat, ist nur zu vermuten; nach Meinung des Anführers der Texas Rangers, Captain Clayton, könnten viele Steckbriefe auf ihn zutreffen. Die Orden, die Ethan der kleinen Debbie schenkt, lassen annehmen, dass er sich zwischenzeitlich im Zweiten Französisch-Mexikanischen Krieg (1861–1867) als Söldner verdingte, wie es ihm viele andere ehemalige „Rebellen“ gleichtaten. Seinem Bruder Aaron drückt der Heimkehrer frisch geprägte Goldstücke in die Hand, mit den Worten: „Ich werde euch nicht auf der Tasche liegen.“ Seinen Säbel schenkt er seinem Neffen Ben. Zur Familie gehören außerdem Lucy und Martin Pawley, der mit seinem Achtel Cherokee-Blut für Ethan „fast schon wie ein Halbblut“ aussieht. Durch die Art, wie Ethan seine Schwägerin Martha ansieht und wie diese seinen Mantel nimmt, wird schnell deutlich, dass er sie liebt – eine Liebe, die allen, außer Reverend Samuel Clayton, verborgen bleibt.

Die Männer fallen auf einen Trick der Indianer herein, vermeintlichen Viehdieben nachspüren zu müssen, sodass sie weit entfernt von der Ranch sind, als diese von Comanchen unter Führung von Chief Scar (in der deutschen Synchronfassung Häuptling Schwarzer Falke) überfallen und niedergebrannt, das Elternpaar und ihr Sohn Ben getötet und die beiden Töchter der Familie, Lucy und die kleine Debbie, verschleppt werden. Ethan hat schwer daran zu tragen, dass er seinen Verwandten, insbesondere der von ihm geliebten Schwägerin, nicht beistehen konnte. Als die Männer nämlich erkennen, dass der Diebstahl des Viehs nur ein Ablenkungsmanöver der Indianer war, und so schnell es geht zurückreiten, sehen sie schon von weitem die brennende Farm. Ethans Blick, nachdem er ins Haus geschaut hat, spricht Bände. Ethan verhindert, dass Martin sich die Grausamkeiten ansieht.

Ethan geht es nun nur noch um Rache. Zusammen mit Martin und dem Nachbarssohn Brad Jorgensen, dem Verlobten von Lucy, begibt er sich auf die Suche nach den beiden Mädchen. In einem Tal entdeckt Ethan, dass sich vier Krieger vom Haupttrupp getrennt haben. Er folgt allein ihren Spuren und kehrt vollkommen verstört und ohne Jacke zurück. Der Grund dafür wird etwas später offenbar, als Brad glaubt, seine geliebte Lucy im Indianerlager entdeckt zu haben. Er beharrt darauf, sie in ihrem „blauen Kleid“ gesehen zu haben. „Du hast Lucy nicht gesehen. Das war ein Comanche, der Lucys Kleid anhatte. Ich habe Lucy in der Schlucht gefunden. Ich habe sie in meinen Rock gewickelt und mit meinen eigenen Händen begraben.“ Als Brad daraufhin Genaueres wissen will, reagiert Ethan hoch emotional: „Willst Du eine Zeichnung? Frag mich nie wieder, was mit ihr geschehen ist!“ Brad verliert daraufhin den Verstand und läuft in den Tod.

Die Suchenden verlieren immer wieder die Spur des weiterziehenden Comanchenstammes, doch nach fünf Jahren gelingt es ihnen schließlich, die mittlerweile bei den Indianern herangewachsene Debbie ausfindig zu machen. Ethan, der für den Stamm der Comanchen nur Hass empfindet, glaubt, dass Debbie zur Comanchin geworden ist, und will sie in einem Augenblick, als sie sie jenseits des Indianerlagers antreffen, erschießen; jedoch stellt Martin sich schützend vor sie.

Als die Comanchen erneut in der Nähe des Heimatortes von Ethan und Martin lagern, will die Armee im Morgengrauen das Lager zusammen mit Samuel Clayton und seinen Texas Rangers angreifen. Nicht einmal Martins Braut Laurie hat Verständnis dafür, dass er versuchen will, Debbie lebend aus dem Lager herauszuholen. Obgleich sie bislang stets zu ihm hielt, meint sie nun: „Wen willst du holen? Eine Comanchenbraut, die sicherlich schon an den Höchstbietenden versteigert wurde? Ethan würde ihr eine Kugel in den Kopf schießen, und Martha würde ihm recht geben.“ Martin gelingt es jedoch, sich ins Indianerlager zu schleichen, Scar zu töten und mit Debbie zu fliehen. Dann greifen Kavallerie und Texas Rangers an, und Ethan skalpiert den toten Häuptling. Sodann verfolgt er Debbie. Martin fleht ihn an, sie nicht zu töten, und Ethan nimmt das verängstigte Mädchen tatsächlich in seine Arme mit den Worten: „Wir gehen nach Hause, Debbie!“ Er reitet mit ihr zur Farm der Jorgensens, geht selbst jedoch nicht mit ins Haus, sondern kehrt vor der Tür um, um fortzugehen und allein weiterzuziehen. In der letzten Einstellung des Films führt die Kamera den Blick über Ethan hinweg durch eine offene Tür auf die Wüste hinter ihm.

Produktion Vorgeschichte, Titelgebung mini|hochkant=1.7|Das Monument Valley, wichtigster Drehort des Filmes. Ford drehte hier zahlreiche seiner Western. Die 1954 in The Saturday Evening Post erschienene Kurzgeschichte The Avenging Texans von Alan Le May über zwei Texaner, die zehn Jahre lang auf der Suche nach einer von Indianern verschleppten Frau sind, erschien bald darauf in Buchform mit dem Titel The Searchers, den auch die amerikanische Originalversion des Films trägt. Der Verleiher entschied sich bei der deutschen Bearbeitung für den Titel Der schwarze Falke, obwohl dieser Name in der Originalfassung nicht vorkommt. Bezogen ist er auf den Comanchenhäuptling, der in der Originalfassung den Namen Scar (Narbe) trägt. Der Name wird auch in der deutschen Fassung von der Indianerin Look gebraucht. Er spielt für die Motivation Scars wie auch Ethan Edwards’ eine zentrale Rolle. Zudem ist der erste Dialog zwischen Ethan und Scar nur wirklich zu verstehen, wenn man sich den originalen Namen vor Augen hält („man erkennt gleich, woher du deinen Namen hast“).

Dreharbeiten Für die Außenaufnahmen für diesen in Farbe und im Breitwandverfahren Vistavision gedrehten Film zog John Ford mit seinem Team einmal mehr ins Monument Valley, wo er am liebsten drehte.John Baxter: John Ford Der legendäre Hollywoodregisseur. Heyne Filmbibliothek Nr. 32/19. Wilhelm Heyne Verlag, München, 1980, S. 79. Der Kulissenaufbau im Monument Valley einschließlich der Unterkünfte für die gesamte Crew begann am 31. Mai 1955. Kurz darauf begannen die Dreharbeiten. Weitere Aufnahmen entstanden in Colorado und Kanada sowie im Bronson Canyon im Griffith Park in Los Angeles und in den RKO-Pathé Studios.Jean-Marc Bouineau; Alain Charlot; Jean-Pierre Frimbois: Die 100 Besten Western Filme. Heyne Film- und Fernsehbibliothek Nr. 32/159, Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co. KG, München, 1991, S. 160. Im August 1955 erfolgte die Fertigstellung des Films.

Hommage The Searchers ist neben 3 Godfathers der zweite von John Ford gedrehte Western, der als Hommage an seinen Freund (und Alter Ego) Harry Carey angesehen wird, den Hauptdarsteller seiner frühen Stummfilmwestern. Careys Witwe Olive und sein Sohn Harry spielen auch im Film Mutter und Sohn (Jorgensen). Hauptdarsteller John Wayne knüpft hier in besonderem Maße an Gesten und Ausdrucksweisen an, die Carey als einer der legendären Stummfilmcowboys geprägt hatte. So enthält zum Beispiel die berühmte Abschiedszene des Films, als Ethan die zurückgeholte Debbie an Mrs. Jorgensen übergibt und sich dann wieder von der Heimat entfernt, symbolisiert durch die offene Tür, eine eindeutige Reminiszenz an Harry Carey. Dieser hatte die Angewohnheit, sich mit der rechten Hand über die Brust zu greifen, während die Linke seinen Ellenbogen stützte. Genauso stand Wayne da, als er aus der Tür blickte. Wayne: „Als ich das tat, konnte ich Olive neben der Kamera stehen sehen und sah, wie ihr die Tränen über die Wangen liefen.“ (Olive Carey hat später die Cowboy-Reliquien ihres verstorbenen Mannes an John Wayne überreicht, den sie als dessen legitimen Nachfolger ansah.)

Inspiriert durch seine Rolle, gab John Wayne seinem 1962 geborenen Sohn den Namen Ethan. Waynes Sohn Patrick spielt in diesem Film die Rolle eines jungen Armeesoldaten. Von Natalie Wood ist überliefert, dass sie sich während der gemeinsamen Dreharbeiten in John Waynes Sohn Patrick verliebt haben soll. Natalie Wood hat Debbie als junge Erwachsene dargestellt, ihre jüngere Schwester Lana Wood die kleine Debbie zu Beginn des Films.

Deutsche Fassung Die deutsche Synchronbearbeitung entstand noch 1956 im Synchronisations-Atelier der Deutschen Mondial Film GmbH, München und Berlin.Thomas Bräutigam: Lexikon der Film- und Fernsehsynchronisation. Mehr als 2000 Filme und Serien mit ihren deutschen Synchronsprechern etc. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-289-X, S. 321–322.

Ethan EdwardsJohn WayneHeinz EngelmannMartin PawleyJeffrey HunterHerbert StassLaurie JorgensenVera MilesMargot LeonardRev. Samuel Johnson ClaytonWard BondWolf MartiniDebbie EdwardsNatalie Wood… als KindLana WoodLars Jorgensen, Lauries VaterJohn QualenHans HesslingMrs. Jorgensen, Lauries MutterOlive CareyUrsula KriegBrad Jorgensen, Lauries BruderHarry Carey jr.Peter SchiffHäuptling Schwarzer Falke (Chief Cicatriz „Scar“)Henry BrandonCharlie McCorryKen CurtisGerd MartienzenMose HarperHank WordenWalter BluhmEmilio Gabriel Fernandez y Figueroa, MexikanerAntonio MorenoErich PoremskiLook, IndianerinBeulah ArchulettaAaron EdwardsWalter CoyHeinz GieseMartha EdwardsDorothy JordanLucy EdwardsPippa ScottBen EdwardsRobert LydenLt. GreenhillPatrick WayneJerem Futtermen, GeschäftsmannPeter MamakosEduard WandreyNesby, verletztes Bürgerwehr-MitgliedWilliam SteeleErich DunskusMexikanischer BarmannNacho GalindoAlexander WelbatOberst GreenhillCliff LyonsHans Emons

Kritik

Der schwarze Falke gilt als Meisterwerk, was sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes größtenteils wohlwollende Besprechungen und ordnet den Film damit als „Verbrieft Frisch“ ein. Metacritic ermittelt aus den vorliegenden Bewertungen „Einhelliges Lob“.