mini|hochkant=1.3|Der Kurzheck-Porsche 907 2.2 (Startnummer 49) mit dem Joseph Siffert und Hans Herrmann zum Sieg fuhren
mini|hochkant=1.3|Der Sunoco-Penske-Racing-Chevrolet Camaro mit der Originalstartnummer 15; Mark Donohue und Craig Fisher pilotierten diesen Wagen 1968 an die dritte Stelle der Gesamtwertung und zum Sieg im Trans-Am-Rennen
mini|hochkant=1.3|Howmet TX
Das 16. 12-Stunden-Rennen von Sebring auch, 12 Hours of Endurance For The Alitalia Airlines Trophy, Sebring, fand am 23. März 1968 auf dem Sebring International Raceway statt und war der zweite Wertungslauf der Sportwagen-Weltmeisterschaft und der Trans-Am-Serie dieses Jahres.
Das Rennen
Was sich nach dem Ende der Motorsportsaison 1967 abzeichnete, wurde im Winter 1967/68 Realität. Aufgeschreckt durch die Rekorddistanz des siegreichen Ford GT40 Mk.IV, gefahren von Dan Gurney und A. J. Foyt beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1967, und den dabei gefahrenen 24-Stunden-Durchschnitt von 218,038 km/h, gab die CSI für 1968 eine drastische Veränderung des Reglements bekannt. Einschneidendster Bestandteil war die Reduzierung des Hubraums auf drei Liter, was einen Rückzug der Werksmannschaften von Ford und Ferrari von der Weltmeisterschaft der Sportwagen zur Folge hatte. Ferrari konnte den 330P4 nicht mehr einsetzen und hatte in der Kürze kein neues Rennfahrzeug zur Verfügung. Auch die GT40-Modelle mit den 5- und 7-Liter-Motoren verschwanden von den Rennstrecken.
Während das erste Rennen der Weltmeisterschaft, das 24-Stunden-Rennen von Daytona, schon immer unter mangelndem Zuschauerinteresse litt, kamen in diesem Jahr auch nach Sebring nur knapp 30.000 Renninteressierte; es war die geringste Zuschauerzahl seit den frühen 1950er-Jahren. Da die Veranstalter zu wenig Meldungen befürchteten, wurde das Rennen auch als Wertungslauf der Trans-Am-Serie ausgeschrieben. Die Trans-Am-Fahrzeuge, die fast ein Drittel der Starter ausmachten, kamen in die Gesamtwertung, hatten eine eigene Rennklasse, fuhren aber auch ein Rennen im Rennen.
Porsche hatte einen adäquaten Rennwagen, den Porsche 907, der 1968 als Kurzheckversion nach Sebring gebracht wurde. Die mit dem 910 Bergspyder in der Europa-Bergmeisterschaft 1967 gesammelten positiven Erfahrungen setzte Porsche teilweise in dem 907 Kurzheck um. Wie beim Bergspyder wurde der Gitterrohrrahmen aus Aluminium statt aus Stahl gefertigt, um Gewicht einzusparen. Die Außenhaut ähnelte der des 910. Jedoch war das Cockpit wie beim 1967 aufgebauten 907 Langheck schmal und mit seiner flachen Windschutzscheibe stromlinienförmiger als beim 910. Die hochgezogenen bis ins Dach reichenden Seitenfenster ermöglichten einen guten Rundumblick. Im Gegensatz zum Langheck war der Motor nicht von einer durchsichtigen Kunststoffhaube abgedeckt. Eine in Wagenfarbe lackierte Kunststoffplatte im Heck hatte Lufteinlassöffnungen für das Kühlgebläse und die Lufttrichter der Benzineinspritzung. Wie beim 910 endete das Cockpitdach mit einer Abrisskante. Das nach hinten aufklappbare Heck hatte einen feststehenden Spoiler. Angetrieben wurde er Wagen von einem 2,2-Liter-8-Zylinder-Boxermotor. Porsche meldete für die vier Werkswagen die Fahrer Joseph Siffert, Hans Herrmann, Vic Elford, Jochen Neerpasch, Gerhard Mitter, Rolf Stommelen, Ludovico Scarfiotti und Joe Buzzetta. Siffert war in kurzer Zeit zu einem der schnellsten Piloten der Sportwagenszene aufgestiegen. Der mutige Schweizer ging stets an die Grenzen und belastete mit seiner kompromisslosen Fahrweise die Renntechnik nicht selten extrem. In Sebring wurde ihm der damals bereits 40-jährige routinierte Hans Herrmann zur Seite gestellt, der 1956 mit Partner Wolfgang Graf Berghe von Trips in Sebring mit einem Klassensieg für Porsche debütiert hatte.
Große Attraktion des Rennens war der Howmet TX, ein Rennwagen, der von einer Gasturbine angetrieben wurde. Die Turbinen für die beiden Howmet TX wurden von Continental Aviation & Engineerin geleast. Die TS325-1-Gasturbinen waren Prototypen aus einer Ausschreibungsbewerbung des Unternehmens für einen Militärhubschrauber, für die Continental zu dieser Zeit keine andere Verwendung hatte.
Die schnellste Trainingszeit erzielte Hans Herrmann im Werks-Porsche 907 2.2 mit einer Zeit von 2:49.400 Minuten und einem Schnitt von 177,845 km/h. Dahinter folgte Jacky Ickx im John Wyer-Ford GT40 und Dick Thompson im erstaunlich schnellen Howmet TXQualifikationszeiten. Wie erwartet prägten die Werks-Porsche die Geschichte des Rennens. Zwei fielen im Laufe des Rennens aus, die restlichen beiden beendeten es ungefährdet an der Spitze. Den Porsches am nächsten kam der im Besitz des Schauspielers James Garner befindliche Lola T70 von Scooter Patrick und Dave Jordan, der nach 103 Runden nach einem Zylinderschaden ausfiel, und der Ford GT40 von David Hobbs und Paul Hawkins, der eine Kollision mit dem AMC Javelin von Janet Guthrie hatte.
Ergebnisse
Schlussklassement
Pos. Klasse Nr. Team Fahrer Fahrzeug Runden 1 P 3.0 49 Porsche Automobile Co. Joseph Siffert Hans Herrmann Porsche 907 2.2 227 2 P 3.0 51 Porsche Automobile Co. Vic Elford Jochen Neerpasch Porsche 907 2.2 226 3 TA 5.0 15 Roger Penske Racing Mark Donohue Craig Fisher Chevrolet Camaro 221 4 TA 5.0 16 Roger Penske Racing Craig Fisher Joe Welch Bob Johnson Chevrolet Camaro 217 5 TA 5.0 31 Shelby Racing Jerry Titus Ronnie Bucknum Ford Mustang 217 6 GT + 5.0 3 Sunray DX Oil Company Hap Sharp Dave Morgan Chevrolet Corvette 208 7 GT 2.0 59 Don Burns V.W. Robert Kirby Alan Johnson Porsche 911S 208 8 GT 2.0 60 Gregg Loomis Pete Harrison Gregg Loomis Jack Ryan Porsche 911S 204 9 GT 2.0 61 Jacques Duval Jacques Duval Horst Kroll Porsche 911S 203 10 P 3.0 44 British Motor Company Paddy Hopkirk Andrew Hedges MGC 195 11 TA 5.0 33 John McComb John McComb Paul Richards Ford Mustang 195 12 TA 5.0 24 Javelin Racing Team Peter Revson Skip Scott AMC Javelin 193 13 GT 2.0 62 Jean-Pierre Hanrioud Jean-Pierre Hanrioud Sylvain Garant Porsche 911S 190 14 P 2.0 72 H.F. Squadra Algar Enterprises Raffaele Pinto Luigi Taramazzo Claudio Maglioli Lancia Fulvia HF 187 15 S 1.6 64 Donald Healey Motor Co. LTD. Jerry Truitt Randy Canfield MG Midget 185 16 S 5.0 30 Edward Nelson Racing David Piper Edward Nelson Ford GT40 184 17 TA 5.0 38 Gagnon Spring Inc. François Favreau Marius Amyot Andre Samson Ford Mustang 184 18 GT 2.0 66 British Motor Company Gary Rodriguez Richard McDaniel William Brack MGB GT 183 19 GT + 5.0 80 William Laughlin Dan Torpy Dale Keenan Chevrolet Corvette 171 20 P 2.0 58 Squadra Tartaruga Rico Steinemann Dieter Spoerry Porsche 910 168 21 TA 5.0 19 H.R.H. Corporation Jim Murphy John Moore Chevrolet Camaro 168 22 GT 2.0 52 Richard Cline Richard Cline Michael Pickering Triumph GT6 168 Nicht klassiert 23 TA 5.0 20 Padrick Chevrolet David McClain Dick Boo Chevrolet Camaro 164 24 GT 5.0 84 Coquina Motors Rajah Rodgers Richard Robson Jaguar E-Type 161 25 TA 5.0 18 James Corwin James Corwin Fred Pipin Chevrolet Camaro 161 26 TA 5.0 23 Squadra Course Verona Bruce Jennings Charlie Rainville Mercury Cougar 159 27 GT + 5.0 7 Slaton Chevrolet Or Costanzo William Harris Dave Heinz Chevrolet Corvette 158 28 TA 5.0 17 Joie Chitwood Joie Chitwood junior Dave Horchler Richard Hoffman Chevrolet Camaro 158 29 S 5.0 29 J. W. Engineering Paul Hawkins David Hobbs Ford GT40 157 30 S 2.0 64 B.& B. Motors Bob Bailey Jim Locke Porsche 906 157 31 GT 2.0 67 Waldron Motors Jim Gammon Chris Waldron Ben Scott MGB 148 32 TA 5.0 26 G.& H. Engineering Janet Guthrie Liane Engeman AMC Javelin 144 33 P 2.0 95 Arthur Cohn Arthur Cohn Don Pickett Tony Lilly Beach Prototype 140 34 P 3.0 85 Best Sports Cars Donna Mae Mims Michael Summers Yenko Stinger 130 35 P 2.0 73 Donald Healey Motor Co. LTD. Clive Baker Mike Garton Austin-Healey Sprite 125 36 GT 5.0 27 Port of Entry Motors Hugh Kleinpeter Bruce Hollander Ray Mummery Shelby GT350 98 Ausgefallen 37 TA 5.0 14 Mar Shipping Norberto Mastandrea Ralph Noseda Chevrolet Camaro 132 38 P 3.0 76 Howmet Corporation Dick Thompson Ed Lowther Ray Heppenstall Howmet TX Continental 125 39 S 5.0 9 American International Scooter Patrick Dave Jordan Lola T70 Mk.III GT 103 40 TA 5.0 25 Javelin Racing Team George Follmer Jerry Grant Skip Scott AMC Javelin 90 41 S 1.6 68 Dyno Racing Earl Sylvia Dave Domizi Robert Fogle Lotus 47 81 42 S 1.6 68 Richard Cline Richard Kondracki Fred Andrews Triumph Spitfire 72 43 P 2.0 71 H.F. Squadra Algar Enterprises Claudio Maglioli Bert Everett Ove Andersson Lancia Fulvia HF Zagato Proto 67 44 TA 5.0 32 Shelby Racing Allan Moffat Horst Kwech Ford Mustang 63 45 S 5.0 11 Mike De Udy Mike De Udy Hugh Dibley Lola T70 Mk.III GT 61 46 GT 3.0 86 John Cameron John Witt Milo Vega John Cameron Triumph TR4A 59 47 TA 5.0 21 Bill Boyé Racing Billy Yuma Bill Boyé Chevrolet Camaro 55 48 P 3.0 47 Leyland Motor Company Jim Dittemore Bob Tullius TriumphTR250K 49 49 GT + 5.0 4 Sunray DX Oil Company Jerry Thompson Tony DeLorenzo Chevrolet Corvette 48 50 P 3.0 48 Porsche Automobile Co. Gerhard Mitter Rolf Stommelen Porsche 907 2.2 46 51 GT 2.0 63 Joseph Greger Joseph Greger Malte Huth Porsche 911S 46 52 TA 5.0 81 Samadco Ltd. Al Unser Lloyd Ruby Chevrolet Camaro 43 53 GT + 5.0 2 Sunray DX Oil Company Pedro Rodríguez Donald Yenko Chevrolet Corvette 43 54 TA 5.0 37 Starr Racing George Wintersteen Malcolm Starr Ford Mustang 43 55 TA 5.0 12 Wilton Jowett Wilton Jowett Claude Cardwell Chevrolet Camaro 40 56 S 5.0 10 Ecurie Bonnier Joakim Bonnier Sten Axelsson Lola T70 Mk.III GT 40 57 P 3.0 42 Societé Alpine Mauro Bianchi Henri Grandsire Alpine A211 39 58 P 3.0 42 J. W. Engineering Jacky Ickx Brian Redman Ford GT40 36 59 P 2.0 55 Raceco Armando Capriles Alfredo Atencio Porsche 906E 35 60 P 2.0 55 Raceco Fausto Merello Guillermo Ortega John Gunn Ferrari 250LM 33 61 TA 5.0 36 Dos Caballos Racing Ruben Novoa Fred van Beuren Ford Mustang 25 62 P 2.0 56 Valvoline Oil Company Karl Foitek Rudi Lins Porsche 910 16 63 TA 5.0 34 Mathews Racing Team Sam Posey Milt Minter Ford Mustang 16 64 S 5.0 8 American International Lothar Motschenbacher Ed Leslie Dick Guldstrand Lola T70 Mk.III GT 12 65 TA 5.0 35 Randy’s Auto Body Bob Grossman Bob Dini Ford Mustang 11 66 TA 5.0 22 Billy Hagan Billy Hagan John McVeigh Francis Gillebard Mercury Cougar 10 67 P 3.0 50 Porsche Automobile Co. Ludovico Scarfiotti Joe Buzzetta Porsche 907 2.2 7 68 S 2.0 93 Arthur Mollin Racing Arthur Mollin Art Riley Nick Con TVR Grantura 1800S 6 Nicht gestartet 69 P 2.0 57 H.R.H. Engineering Jim McDaniel Glen Sullivan Porsche 911R 1 70 P 2.0 69 Elsco BMW Ed Hugus Chuck Dietrich Lotus 47 2 71 P 2.0 70 Elsco BMW Eugene Nearburg Paul Jett Lotus 47 3 72 GT 2.0 90 William Bencker William Bencker Wilbur Pickett Roger Newman Porsche 911 4 73 GT 2.0 91 Dieter Oest Dieter Oest Sam Feinstein Roger Newman Porsche 356 Carrera 2 5
1 nicht gestartet 2 Motorschaden im Training 3 Motorschaden im Training 4 Fahrzeug disqualifiziert 5 Motorschaden im Training
Nur in der Meldeliste
Hier finden sich Teams, Fahrer und Fahrzeuge, die ursprünglich für das Rennen gemeldet waren, aber aus den unterschiedlichsten Gründen daran nicht teilnahmen.
Pos. Klasse Nr. Team Fahrer Chassis 74 GT + 5.0 Bud Gates Bud Gates Bill Fuller Chevrolet Corvette 75 S 5.0 William Wonder William Wonder Ray Cuomo Ford GT40 76 S 1.6 William Morton William Morton Lotus Elan 77 GT 2.0 Bob Holbert Bert Everett Porsche 911S 78 P 3.0 Howmet Corporation Ray Heppenstall Howmet TX Continental 79 P 2.0 North American Racing Team Ferrari Dino 206S 80 P 3.0 Edward Alvarez Edward Alvarez Ed Wilson Ferrari Dino 206S 81 TA 5.0 Jim Downing Jim Downing Ford Mustang 82 P 3.0 Charles Vögele Charles Vögele Silvio Moser Porsche 910 83 GT + 5.0 American International Racing Corp. Herb Caplan Chevrolet Corvette 84 S 5.0 45 G. Wooley Jacques Couture Max Nerriere Ferrari 250LM 85 P 2.0 58 Squadra Tartaruga Rico Steinemann Dieter Spoerry Porsche 907 86 P 2.0 87 Fred Baker Fred Baker Porsche 906 87 P 2.0 88 Werner Frank Werner Frank Ralph Trieschmann Porsche 906
Klassensieger