mini|350px|Mitglieder der UNFCCC mini|350px|Gesamte (links) und Pro-Kopf-Emissionen (rechts) im Jahr 2012 im Vergleich zu 1990.European Commission: CO2 time series 1990–2013 per region/country. EDGAR - Emission Database for Global Atmospheric Research. Abgerufen am 21. November 2015. Für eine detaillierte Länderliste siehe die Liste der Länder nach Treibhausgas-Emissionen. Die UN-Klimakonferenz in Paris 2015 (, kurz COP 21) fand als 21. UN-Klimakonferenz und gleichzeitig 11. Treffen zum Kyoto-Protokoll (, kurz CMP 11) vom 30. November bis 12. Dezember 2015 in Paris (Frankreich) statt. Den Vorsitz hatte der französische Außenminister Laurent Fabius.COP21: . Abgerufen am 28. Februar 2015. Dieser Konferenz wurde eine zentrale Bedeutung zugemessen, da hier eine neue internationale Klimaschutz-Vereinbarung in Nachfolge des Kyoto-Protokolls verabschiedet werden sollte.. Abgerufen am 28. Februar 2015.
Ursprünglich sollte die Konferenz nur bis zum 11. Dezember abgehalten werden; aufgrund mehrerer strittiger Punkte beschloss die Konferenzleitung, die Verhandlungen um einen Tag zu verlängern.Entscheidende Stunden beim Klimagipfel: Es geht in die Verlängerung bei tagesschau.de, 11. Dezember 2015, abgerufen am 11. Dezember 2015. Am Abend des 12. Dezember wurde von der Versammlung ein Klimaabkommen beschlossen, das die Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter 2 °C, möglichst 1,5 °C im Vergleich zu vorindustriellen Levels vorsiehtStaatengemeinschaft beschließt Klimaabkommen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. Dezember 2015. Abgerufen am 12. Dezember 2015. und das Übereinkommen von Paris genannt wird.
Um das gesteckte 1,5°-Ziel erreichen zu können, müssen die Treibhausgasemissionen weltweit zwischen 2045 und 2060 auf Null zurückgefahren werden und anschließend ein Teil des zuvor emittierten Kohlenstoffdioxids wieder aus der Erdatmosphäre entfernt werden (Carbon Dioxide Removal). Erreichbar ist das gesteckte Ziel zudem nur mit einer sehr konsequenten und sofort begonnenen Klimaschutzpolitik, da sich das Zeitfenster, in dem dies noch realisierbar ist, rasch schließt (Stand 2015). Soll das 1,5°-Ziel ohne Einsatz der CCS-Technik erreicht werden, muss die Verbrennung fossiler Energieträger bis ca. 2040 komplett eingestellt werden und die Energieversorgung – d. h. Strom, Wärme und Verkehr – in diesem Zeitraum vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt werden.Volker Quaschning: Sektorkopplung durch die Energiewende. Anforderungen an den Ausbau erneuerbarer Energien zum Erreichen der Pariser Klimaschutzziele unter Berücksichtigung der Sektorkopplung. Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, 20. Juni 2016. Abgerufen am 20. Juni 2016.
Ereignisse im Vorfeld der Konferenz Vorbereitungstreffen Vom 8. bis 13. Februar 2015 fand in Genf eine Vorbereitungskonferenz zu COP 21 statt (engl. Eighth part of the second session of the Ad Hoc Working Group on the Durban Platform for Enhanced Action (ADP)).UNFCCC: Geneva Climate Change Conference - February 2015. Abgerufen am 1. März 2015. Aufbauend auf dem Lima Call for Action,UNFCCC: Lima Call for Climate Action. (PDF) 2. Februar 2015, abgerufen am 1. März 2015. der die Ergebnisse der COP 20 zusammenfasst, wurde ein Verhandlungstext für COP 21 verabschiedet.UNFCCC: Ad Hoc Working Group on the Durban Platform for Enhanced Action, Second session, part eight, Geneva, 8–13 February 2015 - Negotiating Text. (PDF) 25. Februar 2015, abgerufen am 1. März 2015. Zentrale Punkte sind das Weiterkommen bei den Klimaschutz-Zusagen der Länder (engl. Intended Nationally Determined Contributions, INDC), eine Gleichbehandlung von Klimaschutz und Klimaanpassung im System des Pariser Vertrags, der weitere Ausbau des Green Climate Fund sowie Transparenz bezüglich der Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen.Reimund Schwarze: Vorverhandlungen für Klimakonferenz 2015: UN-Mitgliedsstaaten wollen individuelle Ziele zum Klimaschutz. Auf: Focus Online, 13. Februar 2015, abgerufen am 1. März 2015.Axel Bojanowski: Verhandlungen über Klimavertrag: Wunschliste in Klammern. Auf: Spiegel Online, 13. Februar 2015, abgerufen am 16. März 2015.
Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem französischen Präsidenten François Hollande am 20. Februar 2015 in Paris erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel, Deutschland werde Frankreich bei der Vorbereitung der Klimakonferenz unterstützen. Hollande werde auch an der vorbereitenden Konferenz in Berlin teilnehmen. Zudem werde der (von Angela Merkel geleitete) G7-Gipfel im Juni 2015 auf Schloss Elmau dafür genutzt, mit den führenden Industriestaaten eine gemeinsame Agenda im Hinblick auf COP 21 zu verabreden.Die Bundesregierung: Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Merkel und dem französischen Präsidenten, Hollande. Mitschrift Pressekonferenz vom 20. Februar 2015 in Paris, abgerufen am 28. Februar 2015.
Am 18. und 19. Mai fand in Berlin der VI. Petersberger Klimadialog statt, bei dem sich zur Vorbereitung der COP 21 Repräsentanten aus etwa 35 Ländern trafen.BMUB: Petersberger Klimadialog VI “Reaching for the Paris outcome”, abgerufen am 18. Mai 2015. Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte die Notwendigkeit der Unterstützung der Entwicklungsländer (Green Climate Fund). Deutschland strebe an, seine internationale Klimafinanzierung, bezogen auf das Jahr 2014, bis 2020 zu verdoppeln. Zudem sprach sie sich für eine CO2-Bepreisung aus, um mittels einer vollständigen Dekarbonisierung der Weltwirtschaft bis zum Ende des 21. Jahrhunderts eine Überschreitung der Zwei-Grad-Grenze zu verhindern.Die Bundesregierung: Rede von Bundeskanzlerin Merkel zum VI. Petersberger Klimadialog am 19. Mai 2015, abgerufen am 4. Juni 2015. Mit Joachim Gauck empfing erstmals auch ein Bundespräsident die Delegierten.Andreas Mihm: Petersberger Dialog: Die Klimapatin empfängt. Auf: FAZ.net, 19. Mai 2015, abgerufen am 4. Juni 2015. Das geplante Klimaschutzabkommen solle laut Gauck den „Weg zu einer klimaneutralen Wirtschaftsordnung einläuten“. Klimaschutzmaßnahmen wie der Emissionshandel müssten „von einer Allianz von Staaten im Geiste der Zusammenarbeit getragen werden“. Dabei betonte er die Verantwortung der reicheren Länder und wies u. a. darauf hin, dass Emissionen aus wirtschaftlicher Produktion nicht in Länder mit niedrigeren Umweltstandards verlagert werden dürften.Der Bundespräsident: Empfang anlässlich des Petersberger Klimadialogs. Rede vom 18. Mai 2015, Schloss Bellvue, abgerufen am 4. Juni 2015.
Vom 6. bis 10. Juli trafen sich in Paris etwa 2000 Wissenschaftler auf der Konferenz „Our Common Future Under Climate Change“, die als das größte Treffen hochrangiger Experten in Vorbereitung auf COP 21 gilt.
Vom 1. bis 11. Juni,unfccc.int: Bonn Climate Change Conference - June 2015 vom 31. August bis 4. Septemberunfccc.int: Bonn Climate Change Conference - August 2015 sowie vom 19. bis 23. Oktober 2015unfccc.int: Bonn Climate Change Conference - October 2015 fanden von der UNFCCC organisierte COP-21-Vorbereitungskonferenzen in Bonn statt. Auf diesen Treffen wurde der Text für das neue Klimaschutzabkommen vorbereitet.UNFCCC: ADP 2 - 11, 19 - 23 Oct 2015 (Entwurf des neuen Klimaschutzabkommens, englisch), abgerufen am 2. November 2015.
Klimaschutz-Zusagen der Länder (Intended Nationally Determined Contributions, INDC) Im Rahmen des Lima Call for Climate Action wurde beschlossen, dass die UN-Mitglieder rechtzeitig vor der COP 21, idealerweise bis Ende März 2015, ihre geplanten Klimaschutz-Beiträge bei der UNFCCC einreichen. Diese sollten so konkret wie möglich sein, unter anderem hinsichtlich des Zeitrahmens der Umsetzung und der gewählten Methoden.UNFCCC: Intended Nationally Determined Contributions (INDCs). Abgerufen am 16. März 2015. Als erstes Land reichte die Schweiz am 27. Februar ihre Absichtserklärung ein, gefolgt von der Europäischen Union CO2-Ausstoß: EU beschließt Ziele für Welt-Klimavertrag. Auf: Spiegel Online, 6. März 2015, abgerufen am 17. März 2015. am 6. März und Norwegen am 27. März. Mexiko legte als erstes Schwellenland und Gabun als erstes afrikanisches Land ein Klimaschutzprogramm vor.Mexico Makes Landmark Pledge to Cut Greenhouse Gas Pollution. In: Scientific American, 30. März 2015, abgerufen am 11. April 2015.Gabon becomes first African country to submit UN climate action plan. In: The Guardian (Lagos), 6. April 2015, abgerufen am 11. April 2015. Die USA reichten am 31. März ihre Ziele ein, Russland am 1. April.US pledges emissions cuts of up to 28 % ahead of global climate treaty. In: The Guardian, 31. März 2015, abgerufen am 11. April 2015.IISD: Russian Federation, Gabon Submit INDCs. Abgerufen am 11. April 2015.UNFCCC: INDCs as communicated by Parties. Abgerufen am 11. April 2015.
Bis zum 20. August hatten nur 56 Staaten (einschließlich der 28 Staaten der Europäischen Union) ihre Klimaschutzpläne eingereicht. Nach einer Analyse des Grantham Institute for Climate Change am Imperial College London, die Mitte August veröffentlicht wurde, müssten sich die bisherigen Klimaschutzvorhaben bis 2030 mindestens verdoppeln, damit eine mindestens 50%ige Chance besteht, die globale Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete forderte Indien, Brasilien, Saudi-Arabien, Südafrika und die Türkei auf, ohne weitere Verzögerung ihre INDC's mitzuteilen.
Bis Anfang Oktober 2015 hatten 146 Staaten ihre Klimaziele schriftlich festgelegt und bei der UNFCCC eingereicht. Diese Staaten waren für 87 % der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich.
Die bisherigen Pläne der einzelnen Staaten reichen nicht aus, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Sollten die Staaten ihre gemachten Zusagen erfüllen, ergibt sich eine globale Erwärmung von 2,6 bis 3,1 °C bis 2100 sowie ein weiterer Temperaturanstieg nach 2100. Für die Einhaltung der Zwei-Grad-Grenze sind demnach eine nachträgliche Verschärfung der Zusagen oder eine Übererfüllung der Ziele zwingend notwendig. Für die Begrenzung der Erdtemperatur auf einem bestimmten Niveau müssen die Treibhausgasemissionen netto auf Null zurückgefahren werden, da für eine bestimmte Temperatur nur ein begrenztes Kohlenstoffbudget zur Verfügung steht, das emittiert werden kann.
Weitere politische Ereignisse, Treffen und Berichte Am 26. März 2015 trafen sich in Paris Repräsentanten europäischer Städte, um Maßnahmen gegen den Klimawandel zu vereinbaren. Von 26 Bürgermeistern, die die insgesamt über 60 Millionen Einwohner (unter anderem vieler europäischer Hauptstädte) repräsentieren, wurde eine Erklärung unterschrieben, in der sie sich für eine Transformation der Energieversorgung und verschiedene andere Klimaschutzmaßnahmen aussprachen.Leaders of European cities make pledge to tackle climate change. In: The Guardian, 26. März 2015, abgerufen am 30. März 2015.Full text of climate change statement signed by 26 European mayors. In: The Guardian, 26. März 2015, abgerufen am 30. März 2015.
Am 31. März beriet der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments über die COP-21-Konferenz.Europäisches Parlament: COP21: Wer soll den Kampf gegen den Klimawandel bezahlen? 31. März 2015, abgerufen am 5. April 2015.Europäisches Parlament: Committee on the Environment, Public Health and Food Safety - meeting 30/03/2015 15.00-18.30 Videoaufzeichnung der Ausschusssitzung (3 Std. 40 Min.). Abgerufen am 5. April 2015.