mini|Ortsansicht vom Teupitzer See Teupitz () ist eine Stadt im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg und Sitz der Verwaltung des Amtes Schenkenländchen, das den Namen des gleichnamigen historischen Gebietes trägt.

Geografie Teupitz liegt im historischen Schenkenländchen, etwa 45 Kilometer südlich des Stadtzentrums von Berlin und 65 Kilometer nordwestlich von Cottbus am südlichen Ufer des Teupitzer Sees. Die Stadt grenzt im Norden an Mittenwalde und Groß Köris, im Nordosten an Schwerin, im Osten an Halbe, im Süden an Baruth/Mark und im Westen an Zossen.

Stadtgliederung Zur Stadt gehören die Ortsteile Egsdorf, Neuendorf und Tornow sowie die Wohnplätze Kleine Mühle, Kohlgarten und Mittelmühle.

Geschichte Ortsname Teupitz entstand als slawische Siedlung. Auf der Schlosshalbinsel am Teupitzer See wurde 1307 erstmals eine Burg erwähnt, die in älteren Schriftstücken als Tupcz, Tupzig oder Tupitz bezeichnet wurde. Weitere Schreibweisen waren to dem Tuptez, 1346 Tewptz sive Teypcygk, 1375 Tewptz, 1431 Tupze, 1436 Tupitz, 1442 czum Tupitz, 1555 Teuptz oder bereits Teupitz. Der Name leitet sich vom niedersorbischen Tup ab, was so viel wie stumpf, oder stumpfes Beil (Tupiza) bedeutet. Historiker vermuten, dass bei der Erschließung dieser waldreichen Region und dem Bau der Burg eine erhebliche Menge an Holz geschlagen werden musste.

13. bis 16. Jahrhundert mini|Schloss Teupitz um 1864/65, Sammlung Alexander Duncker mini|Heilig-Geist-Kirche In der ersten urkundlichen Erwähnung von Teupitz vom 11. November 1307 sichert Markgraf Hermann von BrandenburgLothar Tyb’l: Teupitz am See – ein Schatz in der Mark Brandenburg. Historischer Stadtführer. 1. Auflage. Hrsg.: BiKuT. Weißensee-Verlag, 2006, ISBN 3-89998-090-5, S. 230. seiner Stadt Mittenwalde das Recht zu, „alles Holz in der Heide, den Brüchen und Gesträuchen von Denickens Damm (bei Mittenwalde) bis zu den Bestwinischen Bergen (bei Gross- und Klein-Besten) und von dort bis zur Brücke, und dem Fliesse, welches gewöhnlich ‚die Pupow‘ genannt ward, ohne alle Hindernis der von Plotzigk, Herrn tu dem Tuptez und aller ihrer Nachkommen, als Bau- und Brennholz zu hauen und wegzufahren“. Besitzer des Landes waren demnach die von Plotzigk (Plötzke), die nachweislich seit 1186 unter Burchard de Plozeke (Bernhard von Plötzke) als märkische Vasallen erstmals in der Region in Erscheinung getreten waren. Hermann belehnte somit Bernhard mit der Burg „to dem Tuptz“, um die Teupitzer Herrschaft enger im slawischen Gebiet an die Mark zu binden.Lothar Tyb’l: Teupitzer Miniaturen – Dreißig Geschichten aus der 700-jährigen Schenkenstadt. 1. Auflage. Hrsg.: BiKuT. Weißensee-Verlag, 2009, ISBN 978-3-89998-160-5

In der zweiten Urkunde aus dem Jahr 1315 bestätigte sein Vetter Markgraf Waldemar dieses Recht gegenüber dem Besitzer Bernt von Plotzigk, nachdem diese Rechte bestritten worden waren. Ob die Familie derer von Plotzigk über die gesamte Zeitspanne Eigentümer des Landes waren, ist nicht überliefert. Deren Nachfolger war die Familie Schenk von Landsberg, die sich in der Region über die Jahrhunderte – von 1330 bis 1717 – einen Machtbereich in der südlichen Mark Brandenburg sowie in der Lausitz schuf. Im Landbuch Karls IV. erschien der Ort als Tupitz, Tuptz und Tubitz ohne weitere Angaben. Im Jahr 1346 wurde lediglich der Kirchort erwähnt, im Jahr 1427 erstmals das Schloss. Die Schenken gaben der Stadt um 1437 ohne offiziellen Stiftungsbrief Stadtrechte und Stadtsiegel und übernahmen das Kirchenpatronat der 1346 erbauten Heilig-Geist-Kirche. Die Schreibweise war in dieser Zeit Tewptz sive Teupzycgk, Tewpcz und Tewptz sive Teypzeygk. Um 1415 kam es erneut zu einem Rechtsstreit um die Rechtmäßigkeit des Holzeinschlages der Mittenwalder in Teupitz. Das Amtsgericht in Mittenwalde verfügte daher eine Abschrift der urkundlichen Erwähnungen, die trotz eines dortigen Brandes im Jahr 1473 noch erhalten geblieben sind. Sie befinden sich jetzt im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin. 1437 ist erstmals von einer Stadt die Rede. Da jedoch kein Stiftungsbrief vorliegt, gehen Experten davon aus, dass die Verleihung des Stadtrechtes eine eigenmächtige Handlung derer von Landsberg war. Gleichzeitig erhielt Teupitz ein eigenes Stadtsiegel, das einen Fisch darstellt, der von zwei Wasserlilien eingerahmt wird und über dessen Rücken ein Kreuz zu sehen ist.

Im 15. bzw. 17. Jahrhundert ließ die Familie die Burg zu einem Schloss umbauen. Im Jahr 1546 wurde von dem „Schloß, Städtchen und Herrschaft mit Dörfern, Mühlen und der Teupitzschen Heide“ berichtet. 1566 drohte eine Kirchenmauer einzustürzen; die gewölbte Decke wurde entfernt und das Bauwerk verstärkt. 1578 begannen Historiker, ein Stadtbuch anzulegen. Es enthält Mitteilungen aus der Stadtgeschichte, Akten der freiwilligen Gerichtsbarkeit und andere Dokumente aus Teupitz. Im Jahr 1584 erschienen erstmals acht Hufner und 31 Kossätenhöfe. 1590 erhielt Teupitz die Erlaubnis, bis zu 1900 Schafe zu halten – ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftszweig entstand: Die Erträge aus dem Verkauf des Fleisches sowie der weiterverarbeiteten Produkte fielen den Schenken zu. Gleiches galt für die Mühlen, von denen in einem Bericht aus dem Jahr 1668 drei überliefert sind. Weiterer Wohlstand kam aus dem Betrieb eines Teerofens sowie den Ziegeleien, die Ton aus den umliegenden Gruben verarbeiteten.

17. bis 18. Jahrhundert Im Dreißigjährigen Krieg verfiel das Schloss zusehends, und die Weinberge verwilderten. Gab es 1624 noch acht Hufner, 31 Kossäten und einen Hirten, so waren es nach dem Krieg noch das „Städtlein“ mit 37 (männlichen) Einwohnern und zwei Söhne. Die Bildung litt darunter jedoch nicht, denn aus dem Jahr 1664 ist erstmals ein Lehrer und Kantor Stahl überliefert. Gleiches galt für die Kirche: Sie erhielt 1692 eine neue Kanzel sowie zwei Jahre später eine Orgel des Döbelner Orgelbauers Gottfried Richter. Im Jahr 1668 wurde das Gut Teupitz an den Grafen zu Solms zu Baruth veräußert und 1679 durch die Schenken zurückgekauft. Bei der Rückübertragung muss es jedoch zu einem Fehler gekommen sein, denn das Gut wurde 1684 vom Kurfürsten auf Grund eines Lehnsfehlers eingezogen, 1685 dem Kurprinzen geschenkt und 1688 erneut mit den Schenken belehnt.

Bis um 1700 war es noch erforderlich, dass der Pfarrer einen Kaplan einstellen musste, um der überwiegend wendisch sprechenden Bevölkerung eine deutsche Predigt nahezubringen. Am 26. November 1687 kam es zu einem Großbrand in der Stadt, bei der die überwiegende Anzahl der aus Holz errichteten Gebäude zerstört wurde. Fand der Schulunterricht zunächst noch im Pfarrhaus statt, konnten die Schüler ab 1702 das neu errichtete Schulgebäude nutzen. Am 18. Dezember 1717 kaufte Friedrich Wilhelm I. die Burg nebst weiteren Besitztümern für 54.000 Taler vom letzten Schenken Ludwig Alexander und richtete dort in der Zeit von 1717 bis 1812 den Sitz eines königlichen Amtmanns ein. Im Jahr 1719 standen in Teupitz 48 Häuser; zwei waren jedoch (immer noch?) wüst. Mit dem Tod des letzten Nachkommen im Jahr 1721 ging die Bedeutung des Anwesens verloren. Klein-Besten, Körbiskrug, Gussow, Pätz und Zehrensdorf wurden dem Amtsbezirk Königs Wusterhausen zugeschlagen; Gräbendorf ging an das Amt Blossin. Zu Teupitz gehörten damit nur noch die Vorwerke in Repplinchen, Tornow, Egsdorf, Schwerin, Sputendorf sowie die Hohe, Mittlere und Kleine Mühle nebst einigen Meiereien und Seen. Die Anzahl der Bevölkerung stieg nur schleppend: Aus dem Jahr 1722 sind 50 Wohngebäude mit 209 Einwohnern überliefert, 1740 wohnten dort 277 Menschen. Im Jahr 1745 waren es 49 Häuser, zwei wüste Stellen. Es gab noch keine Vorstadt, jedoch das prinzliche Amt und Vorwerk mit drei Wassermühlen, drei Schneidmühlen und einen Krug. Im Jahr 1750 standen im Ort 51 Häuser und 20 Scheunen. Ein Jahr später lebten in Teupitz 52 Bürger, darunter der Bürgermeister, ein Ziesemeister, sechs Hufner, ein Böttcher und ein Schneider. 1770 waren es 51 H#user, 20 Scheunen, ein Vorwerk (1773) sowie drei mittlerweile private Wasser- und ebenso drei private Schneidemühlen. Von 1764 bis 1772 war Teupitz – neben Mittenwalde – auch Sitz einer Garnison, die dem preußischen Feldjäger-Bataillon unterstellt war. 1765 stellten Handwerker fest, dass das vor rund 60 Jahren errichtete Schulgebäude baufällig war. 1783 rissen sie die beiden maroden Schornsteine ab, doch erst 1787 wurde ein Neubau errichtet und 1820 um einen Keller erweitert. Überliefert ist auch, dass am 31. Januar 1769 auf dem Galgenberg (seit 2005 das Gebiet des Asklepios Klinikums) die letzte öffentliche Hinrichtung stattfand. Der Amtmann Ludwig Bein wies dabei an, einen rund 30 Ruten langen und 12 Ruten breiten Platz von den dort wachsenden Fichten freizulegen, um den Verurteilten dort von einem Scharfrichter aus Mittenwalde rädern zu lassen. 1777 errichtete die Stadt in der Nähe des Teupitzer Sees das Schäferhaus aus Fachwerk mit einer Rauchküche. 1778 erhielt die Kirche eine erste Turmuhr. Das Schloss verfiel in dieser Zeit und wurde von 1788 bis 1791 auf eine königliche Anweisung hin bis auf das unterste Geschoss abgetragen. In den Befreiungskriegen waren – wie in vielen umliegenden Gemeinden – auch in Teupitz Truppen einquartiert, die zu einer großen Belastung der Bevölkerung wurden.

19. Jahrhundert mini|Rathaus 1801 waren ausweislich einer Chronik in Teupitz sechs Schiffer und acht Schiffsknechte tätig. Sie kümmerten sich um den Transport von Salz in die Region Teupitz und den Abtransport von Baustoffen wie Holz oder Ziegeln in das Umland und nach Berlin. Im Ort standen 57 Häuser und 33 Scheunen. Es gab 41(!) brauberechtigte Häuser sowie 16 Branntweinblasen. In Teupitz wurden 80 Morgen Weinberge kultiviert. Vier Mal im Jahr fand ein Kram- und Viehmarkt auf der dreiecksförmigen Fläche im Stadtzentrum statt. Es gab weiterhin 40 Ackerbürger, fünf Bäcker, drei Böttcher, zwölf Branntweinbrenner, zwei Braumeister, zwei Fleischer und einen Gastwirt. Eine Person wurde als „Barbier oder Chirurg“ in der Statistik geführt. Weiterhin hatte sich zwei Hufschmiede in der Stadt niedergelassen. Es gab elf Leineweber, einen Maurer, einen Nachtwächter, aber auch einen Scharfrichter sowie einen Schuhflicker, sieben Schuhmacher und zahlreiche weitere Gewerke. Hinzu kamen drei Akzisebediente, ein Kantor, ein Küster, ein Organist, ein Prediger sowie drei Ratsmänner. Im Vorwerk lebten acht Büdner und ein Förster, die drei Feuerstellen (=Haushalte) betrieben. In der Alten Meierei (auch „Alt Vorwerk“) genannt, lebten ein Einlieger.

Friedrich Wilhelm III. verkaufte am 30. Juni 1812 aus Geldnot die Reste des Schlosses mit den Vorwerken Teupitz, Sputendorf und Löpten sowie den zugehörigen Seen und Karpfenteichen für 69.000 Taler an die Witwe des 1803 verstorbenen Oberamtmanns Bein. Diese wiederum schenkte es ihrem Sohn, der es 1836 an den Oekonomie-Kommissarius Gobbin veräußerte. 1828 schloss die Kirchengemeinde den Friedhof an der Heilig-Geist-Kirche und verlegte ihn auf den Gesenberg südlich der Innenstadt. 1829 hob die Stadt die zuvor festgelegte Trennung zwischen dem Kramermarkt und dem Viehmarkt auf, um die Wirtschaftlichkeit beider zuvor eher erfolglosen Märkte zu erhöhen. 1830 wurde das Rathaus der Stadt errichtet. Im Jahr 1840 war als Besitzer des Gutes eine Familie Gobbin bekannt, vertreten durch den Rittergutsbesitzer Christian Heinrich Ludwig Gobbin (1790–1860). Die Gobbins verkauften es an einen Herrn von Trott weiter. Von dort ging es an die Familie Jador, anschließend an den Gutsbesitzer Körner. In dieser Zeit wurde erstmals eine Botenpost eingerichtet, die zweimal wöchentlich Nachrichten in die Stadt brachte. Sie entwickelte sich zu einer Karriolpost zwischen Mittenwalde und Wendisch Buchholz.