Bei dem Eisenbahnunfall von Shitan brach gegen Mittag des 16. Januar 1937 in einem fahrenden Zug der Kowloon-Canton Railway in der Nähe des Bahnhofs Shitan Semmens nennt Sheklung als Unfallort. Der tatsächliche Unfallort liegt zwischen dem Bahnhof (Haltestelle) Shilijiao () und Shitan () im heutigen Stadtbezirk Zengcheng von Guangzhou (Kanton). Aufgrund des Fehlens einer bis dahin amtlichen Standardumschrift zur chinesischen Schrift sind latinisierte Orts- und Namensangaben chinesischer Namen und Bezeichnungen historisch bedingt uneinheitlich. () bei Kanton (heute: Guangzhou) ein Feuer aus. Mehr als 112 Menschen starben.NN: Ghastly Railway tragedy. Chan u. Chen, S. 25.
Ausgangslage Der Zug war auf der Bahnstrecke Kanton–Hongkong von Kowloon in Hongkong nach Kanton (heute: Guangzhou) unterwegs. Die Personenwagen des Zuges hatten Rahmen aus Stahl, die Holzaufbauten trugen. Sie waren nicht mit einer Notbremse oder einer Notsignalisierung ausgerüstet.Semmens, S. 92. Der Unfall ereignete sich, als der Zug sich etwa 60 km vor Kanton in der Nähe des Bahnhofs Shitan befand, heute in der Großgemeinde Shitan des Stadtbezirks Zengcheng in Guangzhou.NN: 100 persons.
Unfallhergang In einem Wagen 3. Klasse explodierte schweflige Säure, nach anderen Angaben geschmuggelte Explosivstoffe bzw. erschütterten Explosivstoffe im mitgeführten Koffer der Passagiere oder Kinderspielzeug aus Zelluloid geriet in Brand. Die Explosion führte zum Brand der drei letzten Wagen des Zuges, die mit insgesamt 150 Reisenden stark besetzt waren. Aus dem vordersten der drei Wagen gelang es den meisten Reisenden in die davor fahrenden Wagen zu flüchten. In den beiden anderen Wagen waren die Reisenden gefangen. Der Lokomotivführer merkte von dem Brand zunächst nichts und fuhr mit Reisegeschwindigkeit noch über 20 km weiter, was das Feuer zusätzlich anfachte. Erst dann bemerkte er den Brand und hielt den Zug an. Die drei Personenwagen brannten bis auf den Stahlrahmen nieder.
Folgen 112 Menschen starben, mindestens 40 wurden darüber hinaus verletzt.Semmens, S. 92; NN: 100 persons und NN: Ghastly Railway tragedy, nennen die Zahl von 50 Verletzten. Viele verbrannten, erstickten an Rauchgasen oder wurden in den Wagen von Flüchtenden niedergetrampelt. Andere starben oder wurden verletzt, als sie aus dem fahrenden Zug sprangen. Die Bergungsarbeiten gestalteten sich schwierig, weil die Toten und Verletzten zum Teil entlang der mehr als 20 km lagen, die der Zug noch brennend gefahren war.
Siehe auch Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr
Anmerkung
Literatur Peter W. B. Semmens: Katastrophen auf Schienen. Eine weltweite Dokumentation. Transpress, Stuttgart 1996, ISBN 3-344-71030-3. Ernest Chi-wah CHAN (CHEN, Zhihua), Kin-sheung LEE (LI, Jianxin): 100 Jahre Hongkonger Eisenbahngeschichte. Chunghwa Book Co. (H.K.) Ltd., Hong Kong, 2012. ISBN 978-988-81810-9-4 (chinesisch) – , : „ , “
Weblinks NN: Ghastly Railway tragedy. In: The Straits Times vom 18. Januar 1937, S. 11. (englisch) NN: 100 persons perish in Chinese train disaster. In: Ottawa Citizen vom 18. Januar 1937. (englisch)
Einzelnachweise
Sheklung Kategorie:Verkehr (Guangdong) Kategorie:Chemieunfall Kategorie:Großbrand