mini|220px|Das pays réservé, eingezwängt zwischen Nassau und den linksrheinischen Departements, ist mit GK markiert Das Pays réservé de Catzenellenbogen war ein Territorium, das 1806 im Zusammenhang mit der Bildung des Rheinbundes von Kaiser Napoleon aus rechtsrheinischen Teilen der Niedergrafschaft Katzenelnbogen gebildet wurde. Das annektierte Gebiet stand bis dahin unter der Landeshoheit der Landgrafen von Hessen-Kassel und wurde seit dem 17. Jahrhundert von deren Nebenlinie Hessen-Rotenburg als teilselbständiges Territorium regiert. Die französische Verwaltung des Gebietes endete 1813. Das Territorium umfasste Teile der heutigen Landkreise Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen und Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz.

Geschichte Die Niedergrafschaft Katzenelnbogen bestand im Jahr 1806 nur noch aus dem rechtsrheinischen Teil, der unter der Landeshoheit vom Hessen-Kassel und der Mitherrschaft von Hessen-Rotenburg stand. Das linksrheinische Gebiet der Niedergrafschaft war im Ersten Koalitionskrieg 1794 besetzt und von 1798 bis 1814 dem französischen Rhein-Mosel-Departement zugeordnet worden. Beim Vorrücken der Franzosen an den Rhein wurden die hessischen Zentralbehörden der Niedergrafschaft von Sankt Goar nach Langenschwalbach verlegt. Die hessen-darmstädtischen Teile der Niedergrafschaft waren bereits 1803 im Reichsdeputationshauptschluss an Nassau-Usingen abgetreten worden.

Napoleon wollte über das Territorium jederzeit frei verfügen können, ließ es am 20. November 1806 militärisch besetzen und von dem Kaiserlichen Präfekturrat Balthasar Pietsch in Langenschwalbach hoheitlich verwalten. Dem Landgrafen von Hessen-Rotenburg verblieb nur die Nutzung seiner allodialen Besitzungen, für die er fortan wie alle Bürger Steuern zahlen musste. Pietsch ließ in Verwaltung und Rechtspflege vieles mit Augenmaß beim Alten. Als Neuerung führte er aber eine fortschrittliche Schulordnung ein.

Der besondere Status des Pays réservé endete am 1. November 1813 mit dem Rückzug der napoleonischen Truppen aus den rechtsrheinischen Gebieten. Am 6. November 1813 wurde die Verwaltung in dem bisherigen Pays réservé dem Generalgouvernement Frankfurt als provisorische Übergangsverwaltung zugeteilt. Schon am 2. Dezember 1813 trat Kurfürst Wilhelm I. von Hessen durch Vertrag mit Österreich und dessen Alliierten wieder in seine Rechte ein.

Nach dem Wiener Kongress (1815) verblieb das Gebiet zunächst bei Hessen. In einem Vertrag vom 31. Mai 1815 erklärte Preußen gegenüber Nassau, falls ein vorgesehener Gebietstausch zwischen Hessen und Preußen zustande kommt, dieses Gebiet anschließend an das Herzogtum Nassau abzutreten. Am 16. Oktober 1815 erfolgte die Abtretung an das Königreich Preußen und am 17. Oktober 1816 die Besitzergreifung durch das Herzogtum Nassau.

Zugehörende Ortschaften Die Niedergrafschaft Katzenelnbogen hatte im Jahr 1805 einen Umfang von sechs Quadratmeilen, rund 330 Quadratkilometer, mit 19.187 Einwohnern und 95.600 Gulden Einkünften. Zu ihr gehörten seit dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 bzw. während der Zeit von 1806 bis 1816 insgesamt 72 Orte. Die Zuordnung nach Ämtern war während der Zeit der französischen Verwaltung aufgehoben. Ort Amt Kirchspiel heutiges Land heutiger Kreis heutige Gemeinde Algenroth Hohenstein Zorn Hessen Rheingau-Taunus-Kreis Heidenrod–Algenroth Auel Reichenberg Reichenberg Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Auel Bärstadt Hohenstein Bärstadt Hessen Rheingau-Taunus-Kreis Schlangenbad–Bärstadt Berndroth Hohenstein Laufenselden Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Berndroth Bettendorf Nastätten Obertiefenbach Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Bettendorf Bogel Reichenberg Ruppertshofen Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Bogel Bornich Rheinfels Bornich Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Bornich Buch Nastätten Buch Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Buch Casdorf Reichenberg Ruppertshofen Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Kasdorf Dickschied Hohenstein Zorn Hessen Rheingau-Taunus-Kreis Heidenrod–Dickschied Diethardt Hohenstein Diethardt Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Diethardt Egenroth Nastätten Grebenroth Hessen Rheingau-Taunus-Kreis Heidenrod–Egenroth Ergeshausen Nastätten Kördorf Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Ergeshausen Eschbach Reichenberg Weyer Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Eschbach Fischbach Hohenstein Bärstadt Hessen Rheingau-Taunus-Kreis Bad Schwalbach–Fischbach Grebenroth Nastätten Grebenroth Hessen Rheingau-Taunus-Kreis Heidenrod–Grebenroth Hausen vor der Höhe Hohenstein Bärstadt Hessen Rheingau-Taunus-Kreis Schlangenbad–Hausen vor der Höhe Heimbach Hohenstein Langenschwalbach Hessen Rheingau-Taunus-Kreis Bad Schwalbach–Heimbach Herold Nastätten Kördorf Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Herold Hettenhain Hohenstein Bärstadt Hessen Rheingau-Taunus-Kreis Bad Schwalbach–Hettenhain Hilgenroth Hohenstein Zorn Hessen Rheingau-Taunus-Kreis Heidenrod–Hilgenroth Himmighofen Reichenberg Ruppertshofen Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Himmighofen Hohenstein Hohenstein Hohenstein Hessen Rheingau-Taunus-Kreis Hohenstein–Burg Hohenstein Holzhausen an der Haide Hohenstein Holzhausen Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Holzhausen an der Haide Holzhausen über Aar Hohenstein Holzhausen Hessen Rheingau-Taunus-Kreis Hohenstein–Holzhausen Huppert Hohenstein Kemel Hessen Rheingau-Taunus-Kreis Heidenrod–Huppert Kehlbach Nastätten Bachheim Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Kehlbach Kemel Hohenstein Kemel Hessen Rheingau-Taunus-Kreis Heidenrod–Kemel Kördorf Nastätten Kördorf Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Kördorf Langenschwalbach Hohenstein Langenschwalbach Hessen Rheingau-Taunus-Kreis Bad Schwalbach Langenseifen Hohenstein Bärstadt Hessen Rheingau-Taunus-Kreis Bad Schwalbach–Langenseifen Langschied Nastätten Grebenroth Hessen Rheingau-Taunus-Kreis Heidenrod–Langschied Laufenselden Hohenstein Laufenselden Hessen Rheingau-Taunus-Kreis Heidenrod–Laufenselden Lautert Nastätten Oberwallmenach Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Lautert Lierschied Reichenberg Lierschied Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Lierschied Lindschied Hohenstein Langenschwalbach Hessen Rheingau-Taunus-Kreis Bad Schwalbach–Lindschied Lollschied Reichenberg Pohl Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Lollschied 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Heidenrod–Obermeilingen Obertiefenbach Nastätten Obertiefenbach Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Obertiefenbach Oberwallmenach Nastätten Oberwallmenach Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Oberwallmenach Oelsberg Reichenberg Ruppertshofen Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Oelsberg Patersberg Rheinfels Patersberg Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Patersberg Pissighofen Reichenberg Ruppertshofen Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Hainau (1971 umbenannt) Pohl Reichenberg Pohl Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Pohl Ramschied Hohenstein Bärstadt Hessen Rheingau-Taunus-Kreis Bad Schwalbach–Ramschied Reckenroth Hohenstein Laufenselden Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Reckenroth Reichenberg Reichenberg Reichenberg Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Reichenberg Reitzenhain Reichenberg Niederwallmenach Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Reitzenhain Rettershain Nastätten Oberwallmenach Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Rettershain Roth Reichenberg Pohl Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Roth Ruppertshofen Reichenberg Ruppertshofen Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Ruppertshofen Sankt Goarshausen Rheinfels Sankt Goarshausen Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Sankt Goarshausen Schlangenbad Hohenstein Bärstadt Hessen Rheingau-Taunus-Kreis Schlangenbad Springen Hohenstein Kemel Hessen Rheingau-Taunus-Kreis Heidenrod–Springen Wambach Hohenstein Bärstadt Hessen Rheingau-Taunus-Kreis Schlangenbad–Wambach Watzelhain Hohenstein Kemel Hessen Rheingau-Taunus-Kreis Heidenrod–Watzelhain Weidenbach Hohenstein Diethardt Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Weidenbach Weyer Reichenberg Weyer Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Weyer Winterwerb Nastätten Bachheim Rheinland-Pfalz Rhein-Lahn-Kreis Winterwerb Wisper Hohenstein Kemel Hessen Rheingau-Taunus-Kreis Heidenrod–Wisper Zorn Hohenstein Zorn Hessen Rheingau-Taunus-Kreis Heidenrod–Zorn

Siehe auch Den Status eines pays réservé hatten auch: das Herzogtum Sachsen-Lauenburg 1806 bis 1810, das Fürstentum Erfurt als domaine réservé à l’empereur oder seltener als pays réservé à l’empereur.

Weblinks

In dieser Karte ist das vormalige Pays réservé im Südwesten des Herzogtums als „Erwerbungen 1815“ gelb dargestellt.

Einzelnachweise Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts. Band 3. Sauerländer, 1832, S. 561 ff.; . Anton Joseph Weidenbach: Nassauische Territorien vom Besitzstande unmittelbar vor der französischen Revolution bis 1866. Wiesbaden: Stein, 1870, S. 36, 70 (dilibri.de) Annalen des Vereins für Nassauische Alterthumskunde und Geschichtsforschung: 10. Band. 1870, S. 322 ff.; .

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