Andreas Auer (* 29. Februar 1948 in Chur;Base de données des élites suisses | Auer, Andreas (1948–2018) elitessuisses.unil.ch, abgerufen am 9. Dezember 2018. † 7. Dezember 2018 in Genf lematin.ch 10 décembre 2018, abgerufen am 16. Dezember 2018.) war ein Schweizer Staatsrechtler und Professor an den Universitäten Zürich und Genf.

Werdegang Auer studierte Recht an der Universität Neuenburg/Neuchâtel (lic.iur. 1971 und Dr.iur. 1975 bei Jean-François Aubert) und Southern Methodist University in Dallas, Texas (LL.M. 1973). Er wirkte von 1980 bis 2008 als Professor für Staatsrecht an der Universität Genf, von 2000 bis 2003 war er Dekan ihrer juristischen Fakultät. Von 2008 bis seiner Emeritierung 2013 war er Professor für öffentliches Recht an der Universität Zürich. Er lehrte auch in Paris, Rom, Berlin, Antananarivo, Bamako, Dakar, Ouagadougou, Berkeley, Ulaanbaatar. Schwerpunkte seiner Forschung waren Staatsrecht (Bund, Kantone, Gemeinden), vergleichendes Staatsrecht, direkte Demokratie, Verwaltungsrecht, öffentliches Prozessrecht, transnationales Recht, Migrationsrecht und Transportrecht.

Er war Initiator, (Mit-)Gründer und ehemaliger Direktor von: 1993 Centre d'études et de documentation sur la démocratie directe in Genf (c2d), seit 2007 als Centre for Research on Direct Democracy (C2D) in AarauCynthia Gani: Pourquoi le professeur Auer veut quitter l'Université de Genève – Andreas Auer a été engagé par l'Université de Zurich. Pourtant, il n'a pas encore donné sa lettre de démission au recteur. Le départ du constitutionnaliste révèle des tensions, lematin.ch 31 mars 2007 2001 Centre universitaire de droit international humanitaire in Genf / University Centre for International Humanitarian Law (CUDIH), seit 2008 Geneva Academy of International Humanitarian Law and Human Rights (Geneva Academy)Neues Genfer Uni-Institut für humanitäres Recht – Nachdiplomstudium in internationalem Recht, NZZ 18. Juli 2002 2009 Zentrum für Demokratie Aarau / Centre for Democracy Studies Aarau (ZDA)

Ab 2007 war er Redaktionsmitglied der European Constitutional Law Review (EuConst) in Den Haag/Asser, ab 1980 der Aktuellen juristischen Praxis, Pratique juridique actuelle (AJP/PJA) in St. Gallen.

Seine Einschätzung, der neue Gleichstellungsartikel in der Bundesverfassung sei stärker zu gewichten als die Kantonsautonomie, inspirierte Theresia Rohner, eine Bürgerin aus dem Kanton Appenzell Innerrhoden, das fehlende kantonale Frauenstimmrecht einzuklagen. Das Bundesgericht gab ihr und weiteren Mitklägern 1990 in einem umstrittenen Entscheid Recht, wodurch das Frauenstimmrecht im letzten Kanton eingeführt wurde.

Überdies wirkte er als Mitautor der «Rasa-Initiative» («Raus aus der Sackgasse! Verzicht auf die Wiedereinführung von Zuwanderungskontingenten») von 2014, eingereicht im Oktober 2015, zurückgezogen im Dezember 2017,Eidgenössische Volksinitiative 'Raus aus der Sackgasse! Verzicht auf die Wiedereinführung von Zuwanderungskontingenten' auf bk.admin.ch mit der die «Masseneinwanderungsinitiative» der SVP hätte rückgängig gemacht werden sollen.Andreas Auer – ein brillanter Staatsrechtler ist nicht mehr. Aargauer Zeitung 11. Dezember 2018, abgerufen am 16. Dezember 2018.

Auer engagierte sich in Diskussionen über Demokratieentwicklung in der EU, in Europa und der Welt. Er war unter anderen auch Mitinitant der Demokratie-Konferenzen und Treffen Baden-Württemberg-Aargau.Kretschmann besucht Kanton Aargau – Verstärkung der Zusammenarbeit; Bürgerbeteiligung und direkte Demokratie stärken; Informationsaustausch zu grenzüberschreitenden Themen, Pressemitteilung, 31. August 2011 auf Web des Landes Baden-Württemberg baden-wuerttemberg.de, auf Web des Demokratiezentrums Aarau zdaarau.ch Auer war Kuratoriumsmitglied von Mehr Demokratie.mehr-demokratie.de/mehr-demokratie/organisation/kuratorium und dort > Verstorbene Mitglieder

Auch der Naturschutz war Auer ein Anliegen. So kämpfte er an vorderster Front für die Einhaltung des Gewässerschutzgesetzes und wirkte massgeblich darauf hin, dass die Greina-Hochebene und über ein Dutzend weiterer Flusslandschaften erhalten werden. Auer amtierte viele Jahre als Stiftungsrat der Schweizerischen Greina-Stiftung zur Erhaltung der alpinen Fliessgewässer.Traueranzeigen – Familie, Universität Zürich, Umbricht Rechtsanwälte, Greina-Stiftung – für Andreas Auer, Dezember 2018, auf trauer.nzz.ch, Trauerportal der NZZ (trauer.nzz.ch/traueranzeige/andreas-auer/anzeigen)

Er war auch beratend tätig, u. a. von 1998 bis 2012 für eine Rechtskanzlei in Genf, ab seiner Emeritierung 2013 war er Konsulent bei einer Anwaltskanzlei in Zürich.

Familie Auer hatte vier Geschwister, war verheiratet und hatte mit seiner Frau drei Kinder.

Auszeichnungen 2003 erhielt er den Grossen Walther Hug Preis als Professor an der Universität Genf, in Anerkennung von seinem Werk zum schweizerischen Staatsrecht., pd/NZZ 25. November 2003.

Publikationen (Auswahl) Staatsrecht der schweizerischen Kantone, Stämpfli, Bern 2016, ISBN 978-3-7272-3217-6 (Print), ISBN 978-3-0354-1335-9 (Judocu) mit Giorgio Malinverni und Michel Hottelier: Droit constitutionnel suisse. Bd. I: L’Etat; Bd. II: Les droits fondamentaux. Stämpfli, Bern 2000, 3. Ausg. 2013 mit Alexandre Trechsel: Voter par Internet? Le projet e-voting dans le canton de Genève dans une perspective socio-politique et juridique, Basel/Genf 2001 The Supreme Law of the Land: Eléments du droit constitutionnel des Etats-Unis, Basel 1990 Le référendum et l’initiative populaires aux Etats-Unis, Basel/Paris 1989 Problèmes et perspectives du droit d’initiative à Genève, Lausanne 1987 Die schweizerische Verfassungsgerichtsbarkeit, Basel/Frankfurt 1984 Problèmes fondamentaux de la démocratie suisse, Rapport à la Société suisse des juristes, Basel 1984 La juridiction constitutionnelle en Suisse, Basel/Frankfurt 1983 Les droits politiques dans les cantons suisses, Genf 1978 Les Noirs, les écoles publiques et le système constitutionnel aux Etats-Unis, Bern/Frankfurt 1975

Auer war auch Herausgeber zahlreicher Sammelwerke zu seinen Spezialgebieten, vor allem zum Thema Direkte Demokratie, Verfassungsrecht und Europarecht.

Literatur Artikel über Andreas Auer Andreas Kley: Ein Kämpfer für die Demokratie. Zum Tod von Andreas Auer. NZZ vom 17. Dezember 2018, S. 10 (PDF). Thomas Müller: Monsieur Démocratie. In: Plädoyer vom 25. März 2013, aktualisiert am 3. Oktober 2013 (weitere: Einzelnachweise hier unten)

Weblinks Prof. Dr. Andreas Auer LL.M. em. Professor Universities of Zurich and Geneva – CV auf ius.uzh.ch (PDF)

Einzelnachweise siehe auch: Prof. Dr. Andreas Auer LL.M. em. Professor Universities of Zurich and Geneva – CV, Weblinks hier oben

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