In Österreich in der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Gerichtsorganisation in Österreich der in Deutschland angeglichen.
Allgemeines Nach dem Anschluss Österreichs wurden nur kleinere Änderungen in der Gerichtsorganisation vorgenommen, da die Gerichtsorganisationen beider Staaten ähnlich waren. Am auffälligsten war die Umbenennung der Bezirksgerichte in Amtsgerichte und der Landesgerichte bzw. Kreisgerichte in Landgerichte.VO über die Änderung der Bezeichnung von Gerichten im Lande Österreich vom 2. August 1938 (RGBl. I, S. 998 / GBlfdLÖ. Nr. 350 / 1938) Am 9. Februar 1939 wurden Oberösterreich und Salzburg aus dem Sprengel des Oberlandesgerichts Wien herausgelöst und an das neu geschaffene Oberlandesgericht Linz übertragen. An den Oberlandesgerichten wurden Sondergerichte eingerichtet.
Der Bundesgerichtshof arbeitete als Verwaltungsgerichtshof weiter. Mit § 6 der Siebenten VO über die Übertragung von Aufgaben und Befugnissen des Reichsstatthalters in Österreich (Österreichische Landesregierung) vom 11. Januar 1940RGBl. I, S. 55 erfolgte seine Umbenennung in „Verwaltungsgerichtshof in Wien“. Mit der Bildung des ReichsverwaltungsgerichtFührererlass vom 3. April 1941 [RGBl. I 1941, 201] wurde es dessen Wiener Außenstelle.
Der Jugendgerichtshof wurde 1939 aufgehoben und mit dem Landgericht Wien zusammengelegt„VO zur Änderung der Gerichtsgliederung im Lande Österreich“ vom 13. April 1939 (RGBl. I, S. 751–752 / GBlfdLÖ. Nr. 522 / 1939).
Der Volksgerichtshof war auch für Österreich zuständig.
Nach dem „Vorbild“ des Reiches wurden 1939 auch Erbgesundheitsgerichte eingerichtet.VO über die Einführung des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses und des Gesetzes zum Schutze der Erbgesundheit des deutschen Volkes in der Ostmark vom 14. November 1939 (RGBl. I, S. 2230–2232 / GBlfdLÖ. Nr. 1438 / 1939)
Für Österreich war das SS- und Polizei-Gericht München zuständig (siehe SS-Hauptämter#Hauptamt SS-Gericht).VO über eine Sondergerichtsbarkeit in Strafsachen für Angehörige der SS und für die Angehörigen der Polizeiverbände bei besonderem Einsatz vom 17. Oktober 1939 (RGBl. I, S. 2107–2108) und Ersten VO zur Durchführung der VO über eine Sondergerichtsbarkeit in Strafsachen für Angehörige der SS und für die Angehörigen der Polizeiverbände bei besonderem Einsatz vom 1. November 1939 (RGBl. I, S. 2293–2296)
Auf Kreis-, Gau- und Reichsebene waren NSDAP-Parteigerichte eingerichtet.Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat vom 1. Dezember 1933 (RGBl. I, S. 1016)
Weiterhin bestanden Militärgerichte, Standgerichte, Volkssturmgerichte und Arbeitsgerichte.
Liste der Gerichte Der Oberste Gerichtshof gab seine Funktion an das Reichsgericht ab.
Die bestehenden drei Oberlandesgerichte blieben bestehen, das OLG Linz wurde neu geschaffen: Oberlandesgericht Graz Oberlandesgericht Innsbruck Oberlandesgericht Linz Oberlandesgericht Wien
Darunter waren folgende Landgerichte eingerichtet: Landgericht Sitz Oberlandesgericht Landgericht Graz Graz Oberlandesgericht Graz Landgericht Klagenfurt Klagenfurt Oberlandesgericht Graz Landgericht Leoben Leoben Oberlandesgericht Graz Landgericht Feldkirch Feldkirch Oberlandesgericht Innsbruck Landgericht Innsbruck Innsbruck Oberlandesgericht Innsbruck Landgericht Salzburg Salzburg Oberlandesgericht Innsbruck Landgericht Linz Linz Oberlandesgericht Linz Landgericht Ried Ried Oberlandesgericht Linz Landgericht Steyr Steyr Oberlandesgericht Linz Landgericht Wels Wels Oberlandesgericht Linz Landgericht Korneuburg Korneuburg Oberlandesgericht Wien Landesgericht Krems Krems Oberlandesgericht Wien Landgericht St. Pölten St. Pölten Oberlandesgericht Wien Landgericht Wien Wien Oberlandesgericht Wien Landgericht Wiener Neustadt Wiener Neustadt Oberlandesgericht Wien Landgericht Znaim Znaim Oberlandesgericht Wien
Das Landgericht Znaim war Teil des Sudetenlandes. Nach der Bildung des Oberlandesgerichtes Leitmeritz 1939 wurde es aber nicht dessen Sprengel, sondern dem des Oberlandesgerichtes Wien zugeordnet.
Darunter waren folgende Amtsgerichte eingerichtet: