rechts|100px Liste der Mord- und Sühnekreuze im Main-Tauber-Kreis:

Mord- und Sühnekreuze nach Städten und sonstigen Gemeinden des Main-Tauber-Kreises:

Ahorn • Bad Mergentheim • Boxberg • Creglingen • Großrinderfeld • Grünsfeld • Igersheim • Königheim • Külsheim • Lauda-Königshofen • Niederstetten • Tauberbischofsheim • Weikersheim • Werbach • Wertheim • Wittighausen

Sonstiges: Steinkreuznester im Main-Tauber-Kreis • Siehe auch

In der Liste der Mord- und Sühnekreuze im Main-Tauber-Kreis sind Mord- und Sühnekreuze für Gemeinden im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg aufgelistet.

Der Main-Tauber-Kreis ist nach Bernhard Losch der Landkreis mit den meisten Sühnekreuzen in Baden-Württemberg. Der Grund liegt in der seit dem Mittelalter durchgehend landwirtschaftlichen Struktur des Kreises. Es kam in der Neuzeit zu keiner Verdichtung von Siedlung und Industrie wie in den Ballungsgebieten, so dass diese Kulturdenkmale im Freiland weitgehend erhalten blieben.Bernhard Losch: Sühne und Gedenken. Steinkreuze in Baden-Württemberg. Theiss, Stuttgart 1981. Aus diesem Grund gibt es unter anderem auch noch zahlreiche Freilandkreuzwege im Main-Tauber-Kreis. Begünstigt wurde dies durch einen unterdurchschnittlichen Waldanteil, dagegen ist der Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche sehr hoch. Die Besiedlungsdichte ist mit rund 100 Einwohnern pro Quadratkilometer die niedrigste in Baden-Württemberg. Die ursprüngliche Kulturlandschaft blieb somit ohne starke Störungen durch großflächige Wohn- oder Industrieflächen erhalten.

Bekannt ist das Steinkreuznest bei Reicholzheim, die größte Ansammlung von Steinkreuzen in Süddeutschland, die bereits Gegenstand der Kunst war.

Mord- und Sühnekreuze im Main-Tauber-Kreis mini|300px|Das Steinkreuznest bei Reicholzheim, einer Ortschaft von Wertheim, war bereits Gegenstand der Kunst (hier ein Gemälde von Rudolf Schiestl, 1925)300pxEin weiteres Steinkreuznest befindet sich in Bad Mergentheim300pxUm diese Steinkreuzansammlungen und andere Mord- und Sühnekreuze ranken sich zahlreiche Sagen, die – sofern bekannt – in den folgenden Teillisten dargestellt sind In 16 der 18 Kommunen des Main-Tauber-Kreises sind 117 Mord- und Sühnekreuze bekannt (Stand: 22. Mai 2020):

KommuneTeillisten der Mord- und Sühnekreuze Anzahl(bekannterKreuze) Ahorn Liste der Mord- und Sühnekreuze in Ahorn 2 Assamstadt keine – Bad Mergentheim Liste der Mord- und Sühnekreuze in Bad Mergentheim 12 Boxberg Liste der Mord- und Sühnekreuze in Boxberg 5 Creglingen Liste der Mord- und Sühnekreuze in Creglingen 14 Freudenberg keine – Großrinderfeld Liste der Mord- und Sühnekreuze in Großrinderfeld 2 Grünsfeld Liste der Mord- und Sühnekreuze in Grünsfeld 3 Igersheim Liste der Mord- und Sühnekreuze in Igersheim 7 Königheim Liste der Mord- und Sühnekreuze in Königheim 2 Külsheim Liste der Mord- und Sühnekreuze in Külsheim 4 Lauda-Königshofen Liste der Mord- und Sühnekreuze in Lauda-Königshofen 4 Niederstetten Liste der Mord- und Sühnekreuze in Niederstetten 7 Tauberbischofsheim Liste der Mord- und Sühnekreuze in Tauberbischofsheim 18 Weikersheim Liste der Mord- und Sühnekreuze in Weikersheim 2 Werbach Liste der Mord- und Sühnekreuze in Werbach 9 Wertheim Liste der Mord- und Sühnekreuze in Wertheim 24 Wittighausen Liste der Mord- und Sühnekreuze in Wittighausen 2 Gesamt 16/18 117

Ahorn Mord- und Sühnekreuze auf der Gemarkung der Gemeinde Ahorn:

BezeichnungDatierungBezeichnung / Volkstümliche ÜberlieferungBildStandort Ahorn I / Ortsteil Buch am Ahorn ca. 16./17. Jh. Ein pflügender Bauer kam hier zu Tode als ihm die Ochsen durchgegangen sind. Nicht mehr auffindbar 2015 Ahorn II / Ortsteil Buch am Ahorn ca. 16./17. Jh. „Kreuzstein“ / Wird mit dem Dreißigjährigen Krieg in Verbindung gebracht. Nicht mehr auffindbar 2015

Bad Mergentheim Mord- und Sühnekreuze auf der Gemarkung der Stadt Bad Mergentheim:

BezeichnungDatierungBezeichnung / Volkstümliche ÜberlieferungBildStandort Bad Mergentheim I–VI zw. 15. und 18. Jh. Verschiedene unterschiedliche Überlieferungen. 100px|zentriert Bad Mergentheim VII ca. 15. Jh. Wird mit dem Tod eines Schieferdeckers in Verbindung gebracht. Nachdem ein Bauer das Kreuz mit in sein Haus in Wachbach genommen habe, sei eine Viehseuche ausgebrochen und er brachte daraufhin den Stein zurück an seinen ursprünglichen Standort. Bad Mergentheim VIII ca. 16. Jh. 100px|zentriert Bad Mergentheim IX / Stadtteil Althausen ca. 14./15. Jh. 100px|zentriert Bad Mergentheim X / Stadtteil Herbsthausen ca. 16. Jh. 100px|zentriert Bad Mergentheim XI ca. 16. Jh. Sühnekreuz am Torwachhaus.Ein Stein mit geheimnisvoller Geschichte. Online auf www.fnweb.de. Abgerufen am 7. August 2016. Nicht bei Losch (1981) verzeichnet. 100px|zentriert Bad Mergentheim XII / Stadtteil Löffelstelzen Sühnekreuz. Dies ist ein Mordstein. Nach Aussagen sollen hier zwei Schäfer ein Mann erschlagen haben. Nicht bei Losch (1981) verzeichnet. 100px|zentriert

Boxberg Mord- und Sühnekreuze auf der Gemarkung der Stadt Boxberg:

BezeichnungDatierungBezeichnung / Volkstümliche ÜberlieferungBildStandort Boxberg I / Stadtteil Kupprichhausen ca. 16. Jh. Boxberg II / Stadtteil Oberschüpf ca. 15./Anfang 17. Jh. „Blutstein“ / Ein junger Bauernsohn brachte im Streit um ein Mädchen einen durchziehenden Schäfer mit einer „Hippe“ (Rebmesser) um. Boxberg III / Stadtteil Schwabhausen Inschrift „1713“ „Zigeunerkreuz“ / Ein fremder Fuhrmann wurde im Streit erschlagen. / Ein Bauer mit einer Sense wurde vom Blitz erschlagen. Boxberg IV / Stadtteil Windischbuch ca. 15./16. Jh. „Schwedenkreuz“ / Mehrere Überlieferungen in Verbindung mit dem Dreißigjährigen Krieg oder den Napoleonischen Kriegen. Boxberg V / Stadtteil Wölchingen ca. 15./16. Jh. Tod eines Kindes oder ein Totschlag.

Creglingen Mord- und Sühnekreuze auf der Gemarkung der Stadt Creglingen:

BezeichnungDatierungBezeichnung / Volkstümliche ÜberlieferungBildStandort Creglingen I ca. 14./16. Jh. Zwei Brüder gerieten am ursprünglichen Standort des Kreuzes in Erdbach in Streit und haben sich gegenseitig mit ihren „Schnittheppen“ (Gerät zum Distelausschneiden) erschlagen. 100px|zentriert Creglingen II ca. 14./16. Jh. Kreuz nicht mehr vorhanden 2018 Creglingen III / Stadtteil Blumweiler ca. 15./16. Jh. Hier wurde im Dreißigjährigen Krieg ein Reiter gefunden, dem durch Kopf und Herz geschossen war. 100px|zentriert Creglingen IV / Stadtteil Finsterlohr ca. 15./16. Jh. Der Stein soll mit den Kreuzzügen zu tun haben. Früher war es Brauch, dass bei Beerdigungen der Leichenzug am Kreuzstein hielt, der Chor ein Lied sang und ein Vaterunser gesprochen wurde. 100px|zentriert Creglingen V / Weiler Lichtel ca. 14./16./ Jh. „Schäferkreuz“ / Verschiedene unterschiedliche Überlieferungen. 100px|zentriert Creglingen VI / Weiler Lichtel ca. 15./16. Jh. „Metzgerkreuz“ / Mit einer Schnittheppe soll dort ein Mann getötet worden sein. 100px|zentriert Creglingen VII–IX / Stadtteil Münster ca. 15./16. Jh. „Vater, Mutter und Kind“ / Ermordung einer Familie mit Kind. / Erinnerung an eine Familie, die im Hochwasser ertrunken ist. / Streit zwischen drei Schäfern. 100px|zentriert Creglingen X / Stadtteil Münster ca. 15./16. Jh. Ein Rothenburger Musketierschreiber wurde an der Stelle des Kreuzes vom Pferd geworfen und zu Tode geschleift. Der Reiter geht in der Nacht dort um. 100px|zentriert Creglingen XI / Weiler Reutsachsen ca. 15. Jh. Streit zwischen zwei Rothenburger Bäckern. Kreuz nicht mehr vorhanden 2015 Creglingen XII / Weiler Reutsachsen ca. 16./17. Jh. Kreuz nicht mehr vorhanden 2015 Creglingen XIII / Weiler Reutsachsen Kreuz nicht auffindbar 2015 Creglingen XIV / Stadtteil Schmerbach ca. 14./15. Jh. Es soll sich dort ein Massengrab aus dem Dreißigjährigen Krieg befinden. 100px|zentriert

Großrinderfeld Mord- und Sühnekreuze auf der Gemarkung der Gemeinde Großrinderfeld:

BezeichnungDatierungBezeichnung / Volkstümliche ÜberlieferungBildStandort Großrinderfeld I ca. 16./17. Jh. „Linsenkreuz“ / Zwei Schäfer gerieten beim Essen ihrer Linsensuppe in Streit und erschlugen sich gegenseitig. Großrinderfeld II ca. 16./17. Jh. Am Feldweg Richtung Brunntal. Es wurde jemand im Streit erschlagen. 100px|zentriert

Grünsfeld Mord- und Sühnekreuze auf der Gemarkung der Stadt Grünsfeld:

BezeichnungDatierungBezeichnung / Volkstümliche ÜberlieferungBildStandort Grünsfeld I & II ca. 16. Jh. (I) & Inschrift „1493“ (II) Ein Jäger und ein Wilderer haben sich gegenseitig erschossen und für jeden wurde ein Steinkreuz errichtet. 100px|zentriert Grünsfeld III / Stadtteil Grünsfeldhausen ca. 15. / Anfang 17. Jh. 100px|zentriert

Igersheim Mord- und Sühnekreuze auf der Gemarkung der Gemeinde Igersheim:

BezeichnungDatierungBezeichnung / Volkstümliche ÜberlieferungBildStandort Igersheim I ca. 15. Jh. Nicht mehr vorhanden 2015 Igersheim II ca. 15./16. Jh. „sichergestellt im Bauhof“ ? Igersheim III–V / Ortsteil Bernsfelden ca. 15./16. Jh. Werden mit dem Bauernkrieg bzw. „einem Kriegszug“ in Verbindung gebracht. 100px|zentriert Igersheim VI / Ortsteil Harthausen ca. 15./16. Jh. Nicht mehr vorhanden 2015 Igersheim VII / Weiler Reckerstal ca. 14./15. Jh. 100px|zentriert

Königheim Mord- und Sühnekreuze auf der Gemarkung der Gemeinde Königheim:

BezeichnungDatierungBezeichnung / Volkstümliche ÜberlieferungBildStandort Königheim I 16. Jh. Bei Kanalisationsarbeiten im Jahre 1977 gefunden. Die Art der Darstellung weist Anklänge an altertümliche Linienführung auf; die Proportionen des Kreuzes sprechen für eine Zuordnung zum 16. Jh. 100px|zentriert Königheim II eventuell „1692“ Ebenfalls bei Kanalisationsarbeiten 1977 gefunden. Im Bauhof sichergestellt. Zur Aufstellung in der Nähe des Rathauses vorgesehen. Auf einer Abbildung aus dem Jahr 1927 mit der Bildunterschrift: „Steinkreuz in Königheim. 1692.“ ist ein ähnlich aussehendes Kreuz wiedergegeben.

Külsheim Mord- und Sühnekreuze auf der Gemarkung der Stadt Külsheim:

BezeichnungDatierungBezeichnung / Volkstümliche ÜberlieferungBildStandort Külsheim I ca. 15./Anfang 17. Jh. Steinkreuz in Gartenmauer Külsheim II ca. 16. Jh. „Knäbleinskreuz“ / Errichtet als Dank für das Wiederfinden eines Jungen, der sich verlaufen hatte. Külsheim III Inschrift „1590“ „Siebmacherkreuz“ / Die lesbare Inschrift verweist eindeutig auf den Mord an dem Siebmacher Andres Schmit. Külsheim IV / Stadtteil Eiersheim ca. 16./17. Jh. „Schwedenkreuz“ / Im Dreißigjährigen Krieg soll ein schwedischer Offizier wegen seiner Grausamkeit von den eigenen Soldaten ermordet worden sein. Das sog. Schwedenkreuz war lange Zeit durch Erosion zugedeckt und wurde im September 1965 wieder ausgegraben. Das Kreuz muss nicht aus der Zeit des 30-jährigen Krieges stammen, es könnte als Sühnekreuz für einen Totschlag auch älter sein. Külsheim V ca. 15./Anfang 17. Jh. Steinkreuz am Wegrand im Taubenloch

Lauda-Königshofen Mord- und Sühnekreuze auf der Gemarkung der Stadt Lauda-Königshofen:

BezeichnungDatierungBezeichnung / Volkstümliche ÜberlieferungBildStandort Lauda-Königshofen I / Stadtteil Gerlachsheim ca. 15./Anfang 16. Jh. Die Inschrift „S. VEITS KIRCHLEIN“ soll auf eine Kapelle verweisen, die zu Beginn des Bauernkriegs zerstört wurde. 100px Lauda-Königshofen II / Stadtteil Gerlachsheim ca. 15./Anfang 16. Jh. 100px Lauda-Königshofen III / Stadtteil Gerlachsheim ca. 17. Jh. Zwei Kinder sollen sich gegenseitig beim Spielen getötet haben. Lauda-Königshofen IV / Stadtteil Oberbalbach ca. 15./16. Jh. 100px

Niederstetten Mord- und Sühnekreuze auf der Gemarkung der Stadt Niederstetten: