Die Baptisten zählen weltweit zu den bedeutenden evangelischen Kirchengemeinschaften. Ihre Geschichte reicht in die Anfänge des 17. Jahrhunderts zurück. Die baptistische Bewegung im deutschsprachigen sowie in Nord-, Süd- und Osteuropa begann 1834 in Hamburg.

Die folgenden Daten sind, wenn nicht anders vermerkt, einer von Günter Balders besorgten ZeittafelGünter Balders: Ein Herr – ein Glaube – eine Taufe. 150 Jahre Baptistengemeinden in Deutschland, Wuppertal und Kassel 1984, ISBN 3-7893-7883-6, S. 290ff. entnommen.

Zeittafel 1606 bis 1800 Jahr Tag / Monat Ereignis 1606

Der ehemalige anglikanische Geistliche John Smyth flieht aufgrund seiner independistischen Glaubensüberzeugungen nach Amsterdam. Er wird dort zum Leiter einer kleinen Gemeinde von Glaubensflüchtlingen. 1609

Gründung der ersten Baptistengemeinde im Hinterzimmer einer Bäckerei in Amsterdam. Namentlich von Bedeutung sind John Smyth und Thomas Helwys. 1611

Thomas Helwys, der zu dem Kreis um Smyth gehört, geht mit einem Teil der Gemeinde nach England zurück und gründet dort die erste britische Baptistengemeinde. 1628 28. November John Bunyan, Baptistenprediger und Schriftsteller, wird in Elstow bei Bedford geboren. 1639

Roger Williams gründet die erste amerikanische Baptistengemeinde in Rhode Island. 1653

Gründung der ersten Siebenten-Tags-Baptistengemeinde in London / England 1792

In England wird durch William Carey die erste baptistische Missionsgesellschaft, die Particular Baptist Missonary Society, gegründet. 1800 26. Januar Johann Gerhard Oncken, Begründer der deutschen und kontinentaleuropäischen Baptistengemeinden, wird in Varel geboren.

1801 bis 1900 Jahr Tag / Monat Ereignis 1825 9. Januar Johann Gerhard Oncken gründet gemeinsam mit dem lutherischen Pastor Johann Wilhelm Rautenberg im Hamburger Stadtteil St. Georg die erste deutsche Sonntagsschule. 1834 23. April Die erste deutsche Baptistengemeinde wird mit 7 Mitgliedern durch Johann Gerhard Oncken in Hamburg gegründet. 1839

In Kopenhagen entsteht die erste dänische Baptistengemeinde durch die Wirksamkeit Johann Gerhard Onckens und Julius Köbners. 1840 30. August Gründung der Baptistengemeinde Jever durch Johann Gerhard Oncken 1845

Die erste niederländische Baptistengemeinde wird in Stadskanaal durch Julius Köbner gegründet.

9. November Gründung der Baptistengemeinde Bremen 1846

Gründung der Evangelischen Allianz in London. Die deutschen Baptisten sind durch Johann Gerhard Oncken an der Gründung beteiligt. 1847

Erste Baptisten in Österreich 1847

Gründung der ersten Baptistengemeinde in der Schweiz durch Johann Gerhard Oncken 1848

Julius Köbner verfasst das Manifest des freien Urchristentums an das deutsche Volk, ein frühes Bekenntnis zur Glaubensfreiheit und Trennung von Kirche und Staat.

Die erste schwedische Baptistengemeinde wird gegründet. 1849

In Hamburg kommt es zur Gründung des Bundes der vereinigten Gemeinden getaufter Christen in Deutschland und Dänemark. 1861

In Adamow entsteht die erste polnische Baptistengemeinde. 1862

In Bukarest entsteht die erste rumänische Baptistengemeinde. 1864, 1869

Gemeindegründungen in Südrussland und in der Türkei / (Catalui) (siehe Baptisten in der Ukraine, Baptisten in der Türkei) 1871 Oktober / November In der Hamburger Gemeinde entsteht ein Streit über die Frage der Autonomie der Ortsgemeinde. Oncken tritt für einen hierarchisch geordneten Gemeindebund ein. Seine Gegner, die sich für einen lockeren Gemeindebund starkmachen, setzen sich schließlich nach einem Jahre andauernden Streit durch. 1874

Gründung der Süd-Westrussischen und Bulgarischen Vereinigung taufgesinnter Gemeinden 1875 7. Juli Die preußische Regierung erlässt ein Gesetz, mit dem den Baptistengemeinden in Preußen Korporationsrechte erteilt werden. 1877 3. August Der baptistische Regionalverband Rheinische Vereinigung wird gegründet. 1879

Die neu entstandenen Baptistengemeinden in Russland, Polen und im Baltikum schließen sich zu nationalen Vereinigungen zusammen. 1880

Errichtung des ersten Predigerseminars in Hamburg 1884 2. Januar Johann Gerhard Oncken stirbt in Zürich. Er wird auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg beigesetzt.

In Estland entsteht die erste Baptistengemeinde. 1887

Das erste baptistische Diakonissenmutterhaus in Berlin wird gegründet. 1891

Der erste deutsche Baptisten-Missionar wird nach Kamerun entsandt.

1901 bis 2000 Jahr Tag / Monat Ereignis 1905

In London wird der Baptistische Weltbund gegründet. 1908

In Berlin findet der erste europäische Baptistenkongress statt. 1924

Gründung des schweizerischen Baptistenbundes Die Vereinigung der Baptisten in Sachsen erhält die Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts 1930

Der Bund der Baptistengemeinden erhält die Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts. 1934 Juli / August Im Berliner Sportpalast findet eine große europäische Baptistenkonferenz statt. Anlass ist das hundertjährige Bestehen der deutschen Baptistengemeinden. 1937

Der Bund freikirchlicher Christen (BfC) wird gegründet. 1938

Die Elim-Gemeinden schließen sich dem Bund der Baptistengemeinden an. 1942

Es kommt zum Zusammenschluss des Bundes der Baptisten- und Elimgemeinden mit dem Bund freikirchlicher Christen (Brüdergemeinden) zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland. 1949

Gründung Europäisch-Baptistischen Föderation (EBF)

4. September In Rüschlikon / Schweiz wird das Internationale baptistische Seminar mit 28 Studenten eröffnet. Es hat vor allem auch die Aufgabe, für die theologische Ausbildung von Pastorenanwärtern aus dem Ostblock zu sorgen. 1953

Gründung des österreichischen Baptistenbundes 1968 4. April Der US-amerikanische Baptistenpastor und Bürgerrechtler Martin Luther King erliegt in Memphis (Tennessee) einem Mordanschlag. 1969 10. Mai Die Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden der DDR bilden einen eigenen Bund, nachdem schon Anfang der 1950er Jahre eine besondere Arbeitsgemeinschaft Ost bestanden und der Kalte Krieg nach dem Mauerbau 1961 die Zusammenarbeit zwischen BRD- und DDR-Gemeinden fast unmöglich gemacht hatte. 1974–2000

In diesen Jahren wandern ca. 250.000 Mitglieder von taufgesinnten Gemeinden (Baptisten, Evangeliumschristen-Baptisten und aus Mennonitischen Brüdergemeinden) aus der UdSSR und später aus Russland in Deutschland ein. Sie bilden eigene Verbände, viele leben als unabhängige Ortsgemeinden, manche schließen sich dem BEFG an. Dazu kommen etwa gleich viele Kinder und Jugendliche, die nicht als Kirchenglieder zählen. 1977

Das neue Glaubensbekenntnis der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden, die sogenannte Rechenschaft vom Glauben, erscheint. 1990

Die Wiedervereinigung des ost- und westdeutschen Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden wird in die Wege geleitet. 1997

Das Theologische Seminar zieht von Hamburg nach Wustermark-Elstal bei Berlin in das ehemalige Olympische Dorf der Sommerspiele 1936

Ab 2001 Jahr Tag / Monat Ereignis 2003

Die erste Auflage des neuen Gesangbuches Feiern & Loben erscheint – in Kooperation mit dem Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland. 2004 Oktober Die Southern Baptist Convention verlässt den Baptistischen Weltbund. 2007 16. Juli Das Theologische Seminar der deutschen Baptisten wird als Fachhochschule anerkannt

Siehe auch Zeittafel zur Geschichte der Täufer Zentrales Oncken-Archiv des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden – Das Oncken-Archiv sammelt Material und Daten zur Geschichte der deutschen Baptisten sowie zur Geschichte der Brüderbewegung im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden.

Einzelnachweise

Literatur Günter Balders: Ein Herr – ein Glaube – eine Taufe. 150 Jahre Baptistengemeinden in Deutschland, Wuppertal und Kassel 1984, ISBN 3-7893-7883-6

!Zeittafel zur Geschichte der Baptisten Zeittafel zur Geschichte der Baptisten Baptisten