mini|hochkant=1.3|Chaparral 2A mini|hochkant=1.3|Ford GT40, Baujahr 1965 Das 14. 12-Stunden-Rennen von Sebring, auch The Florida 12 Hour Grand Prix of Endurance, Sebring, fand am 27. März 1965 auf dem Sebring International Raceway statt und war der zweite Wertungslauf der Sportwagen-Weltmeisterschaft dieses Jahres.

Das Rennen

Da mehr Zuschauer als gewohnt dieses 12-Stunden-Rennen besuchen wollten, waren alle Zufahrten zur Rennstrecke derart verstopft, dass Tausende Fans erst Stunden nach dem Start eintrafen. Die Veranstalter gaben 100.000 Zuschauer am Renntag vor Ort an.

Das große Interesse wurde vor allem auf die US-amerikanischen Teams und deren Rennfahrzeuge zurückgeführt. Neben den hubraumstarken Shelby Daytonas waren das vor allem die Ford GT40, die 1964 zwar schon gemeldet waren, aber erst 1965 ihr Sebring-Debüt gaben. Nachdem der Kauf von Ferrari gescheitert war, beschloss Henry Ford II, ein eigenes, ehrgeiziges Sportprogramm aufzubauen, um Ferrari beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans, in Sebring und den Rennen der Sportwagen-Weltmeisterschaft zu schlagen. Dafür wurde in Slough, England, ein spezielles Entwicklungsteam eingesetzt. Man versicherte sich der Hilfe von Eric Broadley, der bei Lola Cars bereits an einem Prototyp mit V8-Motor arbeitete, und verpflichtete danach John Wyer (früher Aston Martin) als Leiter des Programms. Das Ergebnis war 1964 der GT40. 1965 fiel die Entscheidung, eine begrenzte Stückzahl in den Verkauf zu bringen. Unter der bulligen Karosserie befand sich ein stabiler Rahmen aus Stahl. In den Prototypen arbeitete ein 4,2-Liter-V8 mit Colotti-Getriebe von Ford USA. Zwei GT40, gemeldet von Al Dowd und Ken Miles waren am Start. Von den beiden Chaparral 2A mit Automatikgetriebe und Chevrolet-Zweiventil-Saug-V-Achtzylinder wurde seitens der Fachwelt nicht erwartet, dass sie die 12-Stunden-Tortur auf der unebenen Piste von Sebring durchstehen.

Die Scuderia Ferrari verzichtete auf eine Rennteilnahme, weil sie mit der Einteilung der Rennklassen nicht einverstanden war und wieder einmal den Streit mit dem Veranstalter vor dem Rennen nicht beilegen konnte. Dennoch waren eine Vielzahl von Ferrari 250LM und 275P am Start. US-amerikanische Ferrari-Händler finanzierten den Einsatz der Wagen, besetzt unter anderem mit Ferrari-Werkspiloten. Die nur Italienisch sprechenden Mechaniker in schwarzen Armeeoveralls stellten sich bald als Ferrari-Mitarbeiter heraus.

Das Training dominierte der Chaparral mit Jim Hall am Steuer, der in der Qualifikation die 3-Minuten-Grenze deutlich unterbot. Auch im Rennen waren die beiden 2A das Maß der Dinge. Zu Beginn konnten Jim Hall nur Richie Ginther im GT40 und Dan Gurney im Leichtbau Lotus 19J folgen, fielen jedoch bald aus. Massiv beeinflusst wurde das Rennen durch einen heftigen Gewitterregen nach ungefähr fünf Stunden Fahrzeit. Der Regen war so stark, dass binnen weniger Minuten die Boxengasse mehrere Fuß hoch unter Wasser stand. Und obwohl auch die Strecke rasch überflutet war, was unzählige Dreher und Ausrutscher zur Folge hatte, wurde das Rennen nicht unterbrochen. Erstaunlicherweise überstand der offene und durch sein Automatikgetriebe im Regen schwer zu fahrende Chaparral von Hall und Hap Sharp den Gewittersturm unbeschadet und gewann, umjubelt von den Zuschauern, das Rennen mit vier Runden Vorsprung auf den GT40 von Ken Miles und Bruce McLaren.

Ergebnisse

Schlussklassement

Pos. Klasse Nr. Team Fahrer Fahrzeug Runden 1 SR + 2.0 3 Chaparral Cars Jim Hall Hap Sharp Chaparral 2A 196 2 P + 4.0 11 Al Dowd Ken Miles Bruce McLaren Ford GT40 192 3 P 4.0 31 David Piper Auto Racing Ltd. David Piper Anthony Maggs Ferrari 250LM 190 4 GT 5.0 15 Shelby-American Inc. Bob Bondurant Jo Schlesser Shelby Cobra Daytona Coupe 187 5 GT 2.0 40 Porsche Automobile Co. Lake Underwood Günter Klass Porsche 904 GTS 185 6 GT 2.0 39 Porsche Automobile Co. Joe Buzzetta Ben Pon Porsche 904 GTS 185 7 GT 5.0 14 Shelby-American Inc. Bob Johnson Tom Payne Shelby Cobra Daytona Coupe 185 8 SR + 2.0 33 Kleiner Racing Enterprises Umberto Maglioli Giancarlo Baghetti Ferrari 275P 184 9 P 2.0 38 Porsche Automobile Co. Gerhard Mitter Herbert Linge Porsche 904/8 184 10 GT 2.0 38 Precision Motors Scooter Patrick Dave Jordan Porsche 904 GTS 183 11 P 4.0 29 Mecom Racing Team Walt Hansgen Mark Donohue Ferrari 250LM 183 12 P 4.0 32 Ed Hugus Ed Hugus Tom O’Brien Charlie Hayes Paul Richards Ferrari 275P 182 13 GT 5.0 12 Shelby-American Inc. Ed Leslie Allen Grant Shelby Cobra Daytona Coupe 178 14 P + 4.0 2 George Wintersteen George Wintersteen Peter Goetz Ed Diehl Chevrolet Corvette Grand Sport 175 15 P 2.0 61 Donald Healey Motor Co. Clive Baker Rauno Aaltonen Austin-Healey Sebring Sprite 175 16 GT 1.6 58 Autodelta S.p.A. Jean Rolland Bernard Consten Alfa Romeo Giulia TZ 175 17 GT 3.0 34 Donald Healey Motor Co. Paul Hawkins Warwick Banks Austin-Healey 3000 175 18 P 2.0 62 Donald Healey Motor Co. Paddy Hopkirk Timo Mäkinen Austin-Healey Sebring Sprite 175 19 GT 5.0 17 Shaw Racing Team Dick Thompson Graham Shaw Shelby Cobra 173 20 GT 2.0 44 Briggs Cunningham Briggs Cunningham John Fitch Bill Bencker Porsche 904 GTS 173 21 GT 5.0 16 Shelby-American Inc. Lew Spencer Jim Adams Phil Hill Shelby Cobra Daytona Coupe 173 22 SR + 2.0 4 Chaparral Cars Ronnie Hissom Bruce Jennings Chaparral 2A 173 23 P 4.0 81 Fong Racing Associates Willy Mairesse Mauro Bianchi Ferrari 275P 171 24 GT 1.6 56 Autodelta S.p.A. Roberto Bussinello Andrea de Adamich Alfa Romeo Giulia TZ 170 25 P 2.0 49 British Motor Corp. Frank Morrill Merle Brennan MGB 169 26 GT 1.3 68 British Motor Corp. Andrew Hedges Roger Mac MG Midget 168 27 GT 1.6 57 Autodelta S.p.A. Bruno Deserti Teodoro Zeccoli Alfa Romeo Giulia TZ 167 28 GT 2.0 53 R.B.M. Motors Jack Ryan Ted Tidwell Porsche 904 GTS 163 29 GT 1.3 67 Standard Triumph Inc. Ed Barker Duane Feuerhelm Mike Rothschild Triumph Spitfire 163 30 GT 1.3 66 Standard Triumph Inc. Bob Tullius Charlie Gates Triumph Spitfire 162 31 GT 1.6 54 David McClain David McClain Leland Dieas Porsche 356SC 158 32 GT 2.0 48 British Motor Corp. Brad Picard Al Pease MGB 151 33 GT + 5.0 5 George Robertson George Robertson Dick Boo Chevrolet Corvette Sting Ray 145 34 P 2.0 60 Turner Cars Ltd. Al Rogers George Waltman Turner Sprint Special 143 35 P + 4.0 1 Ridgeway Racing Inc. Delmo Johnson Dave Morgan Chevrolet Corvette Grand Sport 137 36 GT 1.6 59 Duchess Auto Inc. Peter Pulver Lance Pruyn Newton Davis Lotus Elan 127 37 GT 1.3 69 Societe des Automobiles Alpine Frank Manley Kenneth Sellers Alpine A110 99 38 GT 2.5 37 Barry Martin Barry Martin Craig Hill Triumph TR4 95 39 GT 1.3 71 Howard Hanna Howard Hanna Richard Toland René Bonnet Djet 95 40 GT 2.4 25 Jaguar Car Inc. Dave Hull Bob Kingham Jaguar E-Type 95 Ausgefallen 41 P 4.0 26 Scuderia Bear Bob Grossman Skip Hudson Ferrari 330P 143 42 SR + 2.0 30 Mecom Racing Team Pedro Rodríguez Graham Hill Ferrari 330P 133 43 P + 4.0 9 Bizzarini Automobili Charlie Rainville Mike Gammino Iso Grifo A3C 122 44 P 4.0 27 John Fulp Charlie Kolb John Fulp Ferrari 330P 104 45 GT 2.0 45 Peter Gregg George Barber Peter Gregg Porsche 904 GTS 99 46 GT 5.0 18 Ed Lowther Ed Lowther Bob Nagel Shelby Cobra 93 47 P 2.0 52 Ginetta Cars Ltd. Jack Walsh Gordon Browne Peter Keith Ginetta G4R 82 48 SR + 2.0 21 Greenwich Autos Inc. Sherman Decker Oscar Koveleski Cooper T61 Monaco 70 49 GT 1.6 55 Autodelta S.p.A. Gaston Andrey Chuck Stoddard Alfa Romeo Giulia TZ 66 50 GT 5.0 20 Gerber-Payne Ford George Reed Dan Gerber Shelby Cobra 64 51 GT + 5.0 6 Ken Hablow Donald Yenko John Bushell Chevrolet Corvette Sting Ray 61 52 SR + 2.0 22 Mecom Racing Team John Cannon Jack Saunders Lola T70 55 53 GT 1.3 70 Fred Baker Fred Baker Bill Kirtley Alpine A110 53 54 GT 2.0 51 Art Riley Art Riley Nick Cone Volvo P1800 51 55 GT 1.3 64 Crespi Motors John Norris Roger Heftler Lotus Elite 46 56 SR + 2.0 23 All American Racers Inc. Dan Gurney Jerry Grant Lotus 19J 43 57 P + 4.0 10 Ken Miles Richie Ginther Phil Hill Ford GT40 37 58 GT 2.0 46 Art Swanson Art Swanson Robert Ennis Abarth-Simca 2000GT 36 59 GT 2.0 42 Carl Lindell Co. David Lane Chuck Cassel Porsche 904 GTS 36 60 GT 3.0 35 Peter Clarke Skip Scott Peter Clarke Ferrari 250 GTO 35 61 GT 1.3 63 Scuderia Bear Richard Holquist Millard Ripley Abarth-Simca 1300 Bialbero 27 62 GT 4.0 28 Richard Robson Richard Robson Art Baggely Jaguar E-Type 26 63 P 2.0 53 Competition Components Inc. Ray Cuomo John Bentley Beach Mk.8 16 64 P + 4.0 8 Bizzarini Automobili Silvio Moser Mario Casoni Iso Grifo A3C 16 65 GT 1.3 82 British Motor Corp. Chuck Tannlund John Wagstaff MG Midget 7 66 GT 1.3 65 Standard Triumph Inc. Peter Bolton Mike Rothschild Triumph Spitfire 5 Nicht gestartet 67 GT + 5.0 7 Jack Wybenga Jack Wybenga Harry Jackson Chevrolet Corvette Sting Ray 1 68 GT 5.0 19 Arthur Harrison Pete Harrison Lin Coleman Shelby Cobra 2 69 GT 2.0 47 Faza Motorsport John Wagstaff Jody Porter Abarth-Simca 2000GT 3 70 P 2.0 50 Abglian Racing Dev. Richard Wrottesley Trevor Taylor Elva Mk.8 4 71 GT 2.0 T Porsche Automobile Co. Porsche 904 GTS 5

1 Reserve 2 Reserve 3 Reserve 4 nicht gestartet 5 Trainingswagen

Nur in der Meldeliste

Hier finden sich Teams, Fahrer und Fahrzeuge, die ursprünglich für das Rennen gemeldet waren, aber aus den unterschiedlichsten Gründen daran nicht teilnahmen.

Pos. Klasse Nr. Team Fahrer Chassis 72 SR + 2.0 24 Team Lotus Jim Clark Jack Sears Lotus 30 73 P 4.0 33 E. de Vroom E. de Vroom Tom O’Brien Ferrari 275 GTB 74 GT 2.5 36 A. R. C. O. Inc. Anatoly Arutunoff Bill Pryor Dick Irish Lancia Flaminia Zagato

Klassensieger

Klasse Fahrer Fahrer Fahrzeug Platzierung im Gesamtklassement SR + 2.0 Jim Hall Hap Sharp Chaparral 2A Gesamtsieg P + 4.0 Ken Miles Bruce McLaren Ford GT40 Rang 2 P 4.0 David Piper Anthony Maggs Ferrari 250LM Rang 3 P 2.0 Gerhard Mitter Herbert Linge Porsche 904/8 Rang 9 GT + 5.0 George Robertson Dick Boo Chevrolet Corvette Sting Ray Rang 33 GT 5.0 Bob Bondurant Jo Schlesser Shelby Cobra Daytona Coupe Rang 4 GT 3.0 Paul Hawkins Warwick Banks Austin-Healey 3000 Rang 17 GT 2.0 Lake Underwood Günter Klass Porsche 904 GTS Rang 5 GT 1.6 Jean Rolland Bernard Consten Alfa Romeo Giulia TZ Rang 16 GT 1.3 Andrew Hedges Roger Mac MG Midget Rang 26

Renndaten

Gemeldet: 74 Gestartet: 66 Gewertet: 40 Rennklassen: 10 Zuschauer: 100000 Wetter am Renntag: heiß, mit schwerem Gewitterregen zur Mitte des Rennens Streckenlänge: 8,369 km Fahrzeit des Siegerteams: 12:00:00,000 Stunden Gesamtrunden des Siegerteams: 196 Gesamtdistanz des Siegerteams: 1640,243 km Siegerschnitt: 136,348 km/h Pole Position: Jim Hall – Chaparral 2A (#3) – 2:57,600 = 169,633 km/h Schnellste Rennrunde: Jim Hall – Chaparral 2A (#3) – 2:59,300 – 168,025 km/h Rennserie: 2. Lauf zur Sportwagen-Weltmeisterschaft 1965

Literatur

Ken Breslauer: Sebring. The official History of America's Great Sports Car Race. David Bull, Cambridge MA 1995, ISBN 0-9649722-0-4. Peter Higham: The Guinness Guide to International Motor Racing. A complete Reference from Formula 1 to Touring Car. Guinness Publishing Ltd., London 1995, ISBN 0-85112-642-1.

Weblinks

Ergebnisse bei Racing Sports Cars

Vorgängerrennen2000-km-Rennen von Daytona 1965 Sportwagen-Weltmeisterschaft NachfolgerennenCoppa Bologna 1965

Kategorie:Rennen der Sportwagen-Weltmeisterschaft 1965 Kategorie:12-Stunden-Rennen von Sebring nach Jahr