mini|Richard Sohn, aus dem Fotoalbum „Deutsche Künstler“ von Mitgliedern und Nichtmitgliedern des Vereins Berliner Künstler (auch Düsseldorfer Akademie), ohne Datum, (um 1872?) Paul Eduard Richard Sohn, genannt Richard Sohn (* 11. November 1834 in Düsseldorf; † 8. März 1912 ebenda), war ein deutscher Maler.

Leben Richard Sohn war nach Karl Rudolf der zweite Sohn des Malers Karl Ferdinand Sohn und der Emilie Auguste (1805–1884), geb. von Mülmann, Tochter des Friedrich Carl Ludwig von Mülmann (1775–1857) Oberforstmeister zu Düsseldorf, Schwester des Düsseldorfer Regierungsrats Otto von Mülmann.

Seine schulische Laufbahn beendete Richard Sohn im Jahre 1851 an der 1838 gegründeten „Städtischen Realschule“ an der Citadellstraße, dem heutigen Humboldt-Gymnasium Düsseldorf.Verzeichnisse der aus Prima und Sekunda seit der Eröffnung der Anstalt abgegangen. Abgang aus Secunda: Sohn, Richard, 1851, in Festschrift zur fünfzigjährigen Gedenkfeier der am 28. Mai 1838 erfolgten Begründung des Realgymnasiums, Voß, Düsseldorf, 1888 Als Spross der namhaften Künstlerfamilie Sohn in Düsseldorf studierte er zunächst bei seinem Vater in dessen Antikenklasse, des Weiteren bei Rudolf Wiegmann, Heinrich Mücke, Carl Mosler an der Kunstakademie Düsseldorf. Hier schloss er Freundschaft mit Ernst Bosch und Friedrich Hiddemann. Ab 1855 gehörte er zu der Meisterklasse von Wilhelm Schadow. Von 1860 bis 1862 wurde Richard Sohn Privatschüler von Rudolf Jordan, welcher mit der jüngsten Schwester seiner Mutter, Sophie Pauline (1811–1863), verheiratet war. 1867 machte er eine Studienreise nach Paris. Nicht unbeeinflusst von seinem Vetter Wilhelm Sohn, welcher auch zugleich sein Schwager war, malte er ansprechende Genrebilder. Er blieb seiner Themenwahl und seiner Malweise im Stil der Düsseldorfer Malerschule ein Leben lang treu und verkaufte zahlreiche seiner Werke in die USA. Seit den 1870er Jahren wandte er sich auch der Porträtmalerei zu, darunter Kaiser Wilhelm I.

Als Mitglied des Künstlerverein Malkasten hatte Sohn sich als Bibliothekar große Verdienste erworbenFriedrich Schaarschmidt: Geschichte der Düsseldorfer Bildenden Kunst, insbesondere im XIX. Jahrhundert, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, 1902, S. 265, Wilhelm Schneider-Didam malte sein Porträt. Auch war Sohn im Düsseldorfer Geschichtsverein tätig.Beiträge zur Geschichte des Niederrheins, 9. Band, 1895. Mitglieder-Verzeichniss des Düsseldorfer Geschichts-Vereins: Richard Sohn, MalerKatalog der Ausstellung zur Feier des 600jähr. Bestehens Düsseldorf's als Stadt, 8. Abtheilung. Geschichtliche Gegenstände verschiedener Art. Richard Sohn, in Katalog der Ausstellung zur Feier des 600jähr. Bestehens Düsseldorf's als Stadt

Richard Sohn blieb unverheiratet und wohnte um 1870 mit seiner Mutter im Familienhaus auf der Klosterstraße 23.Richard Sohn, Witwe geb. Müllmann, Klosterstraße 23, in Adreßbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf für 1872 Seine Schwägerin Else Sohn-Rethel beschrieb sein Wesen wie folgt: „[M]ein Schwager Richard war von Natur aus sehr still und unscheinbar, unendlich gut, […], jeder kannte ihn nur als der Richard […]; aber trotzdem war er allgemein beliebt.“ Seine Zwillingsschwester Clara Emilie heiratete 1859 den deutschen Komponisten und Dirigenten Albert Dietrich. Richard Sohn zog Mitte der 1870er Jahre in die Jägerhofstraße.Sohn, Richard, Maler, Jägerhofstr. 8, in Adreßbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf, 1877 Von da wechselte er zur Unterstützung seiner Mutter Emilie Auguste auf die Duisburger StraßeSohn, Richard, Maler, Duisburgerstr. 123, Atelier: Rosenstr. 37; Sohn, Carl Fred. Wwe, geb. Mülmann, Duisburgerstr. 123, in Adreßbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf, 1882 und richtete sich nach ihrem Tod 1884 in der Düsselthaler Straße 50 ein. Sein Atelier hatte Richard Sohn in der Rosenstraße 37.Sohn, Richard, Porträt- und Genremaler, Düsselthalerstr. 50, Atelier: Rosenstr. 37, in Adressbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf 1885Eintrag im Adressbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf 1889

Werke (Auswahl) mini|Spiel mit dem Baby Wandermusiker mit weinendem Mädchen vor einem Marterl, 1862 Einquartierung auf dem Land, 1862 Der alte blinde Geiger und sein Töchterchen, 1862 Mutterfreude, 1863 Der Antiquar, 1866 Der Besuch des Gutachters, 1866 Spiel mit dem Baby, 1869 Auswanderer (Kontor der Red Star Line), 1876 Ein zweifelhafter Urwähler, 1877 Ländliche Idylle, 1878 Die Liebeserklärung, 1879

Literatur Hans Paffrath (Hrsg.): Lexikon der Düsseldorfer Malerschule 1819–1918. Band 3: Nabert–Zwecker. Herausgegeben vom Kunstmuseum Düsseldorf im Ehrenhof und von der Galerie Paffrath. Bruckmann, München 1998, ISBN 3-7654-3011-0, S. 299f. Sabine Schroyen: Quellen zur Geschichte des Künstlervereins Malkasten. Archivhefte 24, Rheinland-Verlag, Köln, 1992, ISBN 3-7927-1293-8, S. 264 in Personenbezogene Sammlung: „Sohn, Richard“ Biographisches Künstler-Lexikon, Seite 496, Dr. Hermann Alex Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882 Siegfried Weiß: „Sohn, Richard“. In Allgemeines Künstlerlexikon Online. Berlin, New York: K. G. Saur, 2009

Weblinks

retro-Bibliothek Richard Sohn auf artnet

Einzelnachweise

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