Jürgen Christoph von Kleist-Retzow (* 21. August 1854 in KoblenzSo nach der Sterbeurkunde, in Kleist-Retzow: ein Lebensbild (lit.), S. 216 wohl fälschlich Kieckow.; † 14. Dezember 1897 in DresdenStadtarchiv Dresden, Standesamt Dresden I, Sterbe-Nebenregister 1897, Nr. 2430.) war ein deutscher Rittergutsbesitzer und Landrat.
Leben Jürgen von Kleist-Retzow war der Sohn des Oberpräsidenten der Rheinprovinz Hans Hugo von Kleist-Retzow und seiner Frau Charlotte, geb. Gräfin zu Stolberg-Wernigerode (1821–1885), einer Tochter des Ministers Graf Anton zu Stolberg-Wernigerode.
Er studierte in Leipzig und war seit 1875 Mitglied der Studentenverbindung Canitz-Gesellschaft Leipzig.Canitzgesellschaft e.V. (Hrsg.): 150 Jahre Canitzgesellschaft 1875 bis 2025. Eigenverlag, Berlin 2025, S. 246, Nr. 17.
Am 4. Februar 1886 heiratete er in Oppeln Ruth Gräfin von Zedlitz und Trützschler (1865–1945). Im gleichen Jahr zog das Ehepaar nach Köslin und dann nach Belgard in Pommern, wo Jürgen von Kleist-Retzow das Amt des Landrats des Kreises Belgard übernahm. In Belgard wurden vier Kinder geboren. 1892 wurde er Miterbe der väterlichen Güter Kieckow und Klein-Krössin.
Am 14. Dezember 1897, kurz nach der Geburt des fünften Kindes, verstarb Jürgen von Kleist-Retzow in Dresden auf der Fahrt zu einem Sanatoriumsaufenthalt. Seine erst 30 Jahre alte Witwe zog 1899 nach Stettin, wo sie noch zwei Pflegesöhne mit in die Familie aufnahm: Die Brüder Gottfried von Bismarck und Herbert von Bismarck. Das Gut in Kieckow übertrug sie einem Verwalter.
Von den Kindern des Paares wurde Hans-Jürgen von Kleist-Retzow (1887–1967) nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 verhaftet und zeitweise im Zellengefängnis Lehrter Straße gefangen gehalten.Siehe Johannes Tuchel: »...und ihrer aller wartet der Strick.«: Das Zellengefängnis Lehrter Straße 3 nach dem 20. Juli 1944. (Schriften der Gedenkstätte Deutscher Widerstand: Analysen und Darstellungen 7) Berlin: Lukas 2014, ISBN 9783867321785, S. 276 Die Tochter Spes heiratete den Stettiner Unternehmer Walter Stahlberg und war die Mutter von Alexander Stahlberg, die Tochter Maria heiratete ihren Pflegebruder Herbert von Bismarck und die jüngste Tochter Ruth heiratete Hans von Wedemeyer und war die Mutter von Maria von Wedemeyer.
Robert Graf von Zedlitz-Trützschler war sein Schwager.
Literatur Herman von Petersdorff: Kleist-Retzow: ein Lebensbild. Cotta, Stuttgart und Berlin 1907. Digitalisat Alexander Stahlberg: Als Preußen noch Preußen war. Erinnerungen. Ullstein, Berlin 1992, S. 33 ff. ISBN 9783550075162.
Weblinks Geschichte des Geschlechts von Kleist - Fortführung 1880-1980
Einzelnachweise
Jurgen Kategorie:Landrat (Landkreis Belgard) Kategorie:Korporierter (Studentenverbindung) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1854 Kategorie:Gestorben 1897 Kategorie:Mann