mini|RA.M.M. Logo mini|Bestia Pigra, RA.M.M., 1991 foto © Ben de Biel
RA.M.M. war eine Berliner Theater-, Spektakel- und Performance-Gruppe, welche von 1986 bis 1997 aktiv war.
Geschichte RA.M.M., eine Umbenennung und Neu-Ausrichtung der seit 1984 bestehenden RA-Theatergruppe, wurde 1986 durch den Theatermacher Arthur Kuggeleyn Eintrag auf www.nzz.ch und den Musiker Tele Tocar zusammen mit einigen weiteren Künstlern in Berlin gegründet.
Die zwei „M“ im Namen stehen für Multi-Media. Aktivitäten und Projekte wurden vom gemeinnützigen Verein RA.M.M. Theaterart Berlin e.V. getragen. Erste RA.M.M. Aufführungen unter dem Namen fanden im Herbst 1986 statt, namentlich im Rahmen der Berliner Festivals Interference und Atonal. Anfänglich spielte das RA.M.M. Theater in eine ehemalige Feuerwache an der damaligen Lindenstraße 40/41 in Berlin. Dann zog die Truppe für ein Jahr in ein Studio des Künstlerhauses Bethanien. 1989 wurde RA.M.M., zusammen mit dem ZATA Theater, zum RAMMZATA, ein Mehrzweck-Theater an der Fidicinstraße in Berlin. Nach dem Fall der Berliner Mauer spielte RA.M.M. hauptsächlich im Theatersaal des Tacheles in Berlin. 1991 drehte David Vostell ein Video über Bestia Pigra. 1992 zog RA.M.M. zu Schloss Bröllin in Mecklenburg-Vorpommern, wo es Studios und Proberäume installierte. Diese wurden graduell zum heutigen „international theatre research center“. Die Absage 1997 einer weiteren Förderung durch den Berliner Kultursenat beendete RA.M.M.
Neue Theaterformen RA.M.M. spielte mit verschiedenen Theater- und Performance-Formen, benutzte und erfand unterschiedliche, teils neue und radikale, Stilarten und Theatergattungen, z. B.: Hörspiele „live“ im Dunkel, „Musicals“ ohne Gesang, Rauminszenierungen, Straßentheater mit Autos im Stau, oder auch noch ein Theater-Zirkus, in dem leblose Performer von Maschinen bewegt werden. RA.M.M. experimentierte mit Projektionen, Explosionen, Feuer, Maschinen, Wasser, akustischen Tönen und weiteren Elementen, welche wirkungsvoll in die Theaterspektakel und Performances integriert wurden.
Inhalte Extreme Bühnensituationen wurden dazu benutzt, um gesellschaftliche und politische Inhalte auszudrücken, was bei Zuschauern teils starke Reaktionen provozierte. Das Publikum wurde in die Handlung mit einbezogen und zu einer aktiven Anteilnahme bewegt. So haben Zuschauer zum Beispiel Darsteller angegriffen, sie belästigt oder ihnen assistiert. In Bestia Pigra, wo einer der Schauspieler mit einer geladenen (Theater)-pistole im Publikum sitzt und die (nackten) Performer erschießt, wird das Publikum zum Mittäter: nach jedem Schuss regt ein Conférencier das Publikum jeweils an, zu applaudieren - was es auch tut.
Produktionen
Performance
Spielstätten (Auswahl) RA.M.M., Axel-Springer-Str., Berlin Künstlerhaus Bethanien, Berlin RAMMZATA, Fidicinstr., Berlin SO36, Berlin Tacheles, BerlinEintrag auf artprotacheles.blogspot.ch Schloss Broellin, Broellin M.S. Stubnitz, Rostock DOCK 11, Berlin
Preise und Auszeichnungen Kreuzberger Kunstpreis Herne Theater Festival Internationales Straßentheaterfestival Holzminden Weblinks Webseite RA.M.M. Theaterart Berlin e.V. Videos 1986-1996
Kurztext und Abb. in: Der Spiegel.
Einzelnachweise
Kategorie:Tourneetheater Kategorie:Theatername (Berlin)