Männerhort ist eine Komödie des isländisch-deutschen Schriftstellers Kristof Magnusson. Das Stück erschien 2002 im Verlag der Autoren. Die Uraufführung fand am 19. Oktober 2003 im Schauspiel Bonn statt.
Handlung Das Boulevardstück erzählt von drei Männern, die sich im Heizungskeller eines Einkaufszentrums ein Versteck eingerichtet haben, wohin sie sich jeden Samstag flüchten, wenn ihre Ehefrauen auf Shoppingtour gehen. Bei Dosenbier und Pizza sitzen Helmut, Eroll und Lars auf dem Sofa im Keller, schauen Fußball und ereifern sich über ihre vom Kaufrausch ergriffenen Gattinnen. Dort werden sie von Feuerwehrmann Mario ertappt, der ihr Kellertreiben zuerst aus Brandschutzgründen unterbinden will, bis auch er die Vorzüge des Männerverstecks zu schätzen lernt. Dennoch droht später der Rückzugsort unerwartet aufzufliegen.
Die Dialoge in Männerhort sind Schlagabtausche, die mit Worten und Stereotypen spielen. In teils grotesken Übertreibungen wird das Männlichkeitsgebaren der Figuren bloßgestellt. Jeder der vier Herren hat insgeheim sein Päckchen Verunsicherung zu tragen – nichts könnte schlimmer sein, als Schwäche zuzugeben oder als Verlierer bezeichnet zu werden –, was zu allerhand Verdrehungen, Ausreden, Notlügen und Verzweiflungstaten führt. Magnusson scheut nicht vor derbem, kalauerndem Humor zurück.
Aufführungen Das Stück hatte 2003 am Schauspiel Bonn seine Uraufführung.. 2005 hatte das Stück am Theater am Kurfürstendamm in Berlin Premiere, mit Bastian Pastewka, Christoph Maria Herbst, Michael Kessler und Jürgen Tonkel in den Hauptrollen. Die Inszenierung von Regisseur Andreas Schmidt sahen über 100.000 Zuschauer.Männerhort Theater und Komödie am Kurfürstendamm, abgerufen am 23. Mai 2022
Männerhort lief an über 80Nachricht unter Aktuelles auf der Website des Verlags der Autoren Theatern im In- und Ausland. Das Stück wurde unter anderem ins Niederdeutsche, Französische, Englische,, Schwedische Türkische, Bulgarische, Estnische,, Slowakische Marathi, TschechischeProgram – Kutloch aneb I muži mají své dny, Kristof Magnusson (tschechische Sprache) und Polnische (polnische Sprache) übersetzt.
Rezeption In der Zeitung Die Welt wurde das Stück als gelobt. Geschenk des Himmels In: Die Welt. 1. Dezember 2005.
Eine Rezension anlässlich der Inszenierung am Theater Vorpommern im April 2014 resümiert kritisch über die Komödie: Panoptikum der Männlichkeitsrituale In: Nachtkritik. 3. April 2014.
Verfilmung Im Oktober 2014 kam der Film Männerhort in die deutschen Kinos. Das Drehbuch von Rainer Ewerrien und David Ungureit basiert auf Kristof Magnussons Theaterstück. Neben Christoph Maria Herbst, der bereits in der Inszenierung am Theater am Kurfürstendamm mitwirkte, sind Elyas M’Barek, Detlev Buck und Serkan Cetinkaya in den männlichen Hauptrollen besetzt. Anders als das Stück, in dem Frauen nur in den Erzählungen der vier männlichen Hauptfiguren auftauchen, ist das Drehbuch um weibliche Rollen erweitert. Cosma Shiva Hagen spielt Erolls Ehefrau Connie.
Literatur Männerhort. Komödie. Verlag der Autoren, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-88661-286-4.
Weblinks Männerhort im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Literatur von und über Kristof Magnusson im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Homepage des Autors
Einzelnachweise
Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Komödie