mini|Ana Roldán 2012 in Madrid vor einer Projektion in ihrer Ausstellung Espejo Negro Ana Roldán (* 1977 in Mexiko-Stadt) ist eine mexikanisch-schweizerische Künstlerin.
Leben Ana Roldán wuchs in Mexiko-Stadt auf. In der Schlosserei und der Schreinerei ihres Vaters, eines kleinen Fabrikanten, entdeckte sie ihre Liebe zum Handwerklichen und entwarf Möbel.Matthias Morgenhaler: „Seit die Krise da ist läuft es besser“, In: 'Der Bund' vom 1. April 2009, abgerufen am 16. Februar 2015 Nach einer Ausbildung zur Gastronomin führte sie ein Restaurant, dann studierte sie an der Escuela Nacionál de Antropologia e Historia Geschichte. Die Arbeit der mexikanischen Performancekünstlerin Elvira Santamaría begeisterte sie so sehr, dass sie Ende der 1990er Jahre in Mexiko-Stadt als Performancekünstlerin aufzutreten begann. 2000 zog sie in die Schweiz und studierte Kunst an der Berner Hochschule der Künste sowie Linguistik an der Universität Bern. Danach widmete sie sich ganz der Kunst. 2007 gewann sie das Atelierstipendium der Stadt Zürich für China und arbeitete während eines Jahres in Kunming.Kunststipendien: 14 Auserwählte, Zürichsee-Zeitung vom 14. Juli 2007
Ana Roldán lebt nach längeren Aufenthalten in São Paulo und Mexiko in Zürich.
Werk mini|2023 Green hole, Skulptur, Bronze und Kunststoff Ana Roldáns Medien sind Performances, Skulpturen, Videos, Collagen, Installationen, Fotografie und Gruppenausstellungen, die sie kuratiert.Tages-Anzeiger vom 30. Januar 2014/Züritipp/Seite 37, Daniel Morgenthaler über Black Board Vertreten durch Galerien in der Schweiz,Annex14, Roldáns Galerie in der Schweiz in Madrid,Formato Cómodo, Roldáns Galerie in Madrid in MexikoGarash Galeria, Roldáns Galerie in Mexiko und in KolumbienInstituto de visión, Roldáns Galerie in Bogotá ist sie in Lateinamerika ebenso präsent wie in Europa. Im Anschluss an den Tropicalismo Hélio Oiticicas verwendet Roldán häufig naturhafte Materialien aus Lateinamerika wie Kokosnüsse, Installationsansicht auf Roldáns Heimseite, abgerufen am 17. Februar 2015, Palmen, Bananenstauden, Installation mit Bananenblüte und Glastisch auf Roldáns Heimseite, abgerufen am 17. Februar 2015 oder Jade. Viele Arbeiten oszillieren zwischen dem Gestrengen der europäischen Moderne und den weicheren Formen der lateinamerikanischen Moderne wie man sie etwa beim mexikanischen Architekten Luis Barragán findet, auf den Roldán sich verschiedentlich bezieht., Alice Henkes im Bund vom 9. November 2011, abgerufen am 8. Februar 2015. So geraten die Rechtecke der Moderne schief und krumm, die Ana Roldáns Arbeit für Rio de Janeiro Colección de Especímenes de un Nuevo Mundo I, abgerufen am 17. Februar 2015 mit dem ärmlichen Naturmaterial Bambus rekonstruiert. Und statt der Grundfarben verwendet sie die Palette der Hauttöne von Brasiliens Bevölkerung.Video vom 11. Mai 2015, Thomas Haemmerli erklärt die Ausstellung Take Position: Bodies and Plants, abgerufen am 17. Februar 2015 mini|Ana Roldán, Joe, 2008, Leather, Wood, 29 × 100 × 45 cm Zu Roldáns Repertoire gehören konkrete Gegenstände, die zu abstrakter, oft minimalistischer Kunst werden. Sie faltet Staats-Fahnen so zusammen, dass komplexere abstrakte Farbbilder entstehen oder, im Falle des bürgerkriegsgeplagten Mexikos, von der rot-weiss-grünen Fahne nur noch eine blutrote geometrische Form übrigbleibt.Michal Pfister, Es raucht aus dem Spiegel. Mythos, Reflexion, Wirklichkeit: Gibt es einen „esprit mexicain“ in den Arbeiten von Ana Roldán? S. 46ff, in: Ana Roldán. Different Orders. Kunsthaus Langenthal, Langenthal 2011
Ein weiteres wiederkehrendes Motiv sind anthropomorphe Skulpturen, die sie erstmals 2004 mit der Arbeit Joe zeigt, über die Pablo Müller schreibt: Zwei aufeinander liegende, angewinkelte Rollen aus Leder erinnern in ihrer Form und Materialität an menschliche Glieder. So deutet sich in den Werken eine performative Qualität der Skulptur an. Hans Rudolf Reust sagt über eine Weiterführung von Joe, nämlich die Arbeit I thought it was impossible (2015): Gänzlich aufgehoben wird die Trennung zwischen Geometrien und Körpern, Figuration und Abstraktion in den sich bildenden Figurationen aus schwarzen runden Stoffschlangen mit partiell hautfarbigen Überzügen. Wie leicht schematisierte menschliche Körper sind sie uns vertraut, bis sie durch einen kleinen Wechsel des Blickwinkels unvermittelt in abstrakte Lineaturen kippen. Eine politische Lesart schlägt Thomas Haemmerli vor, der an die zerstückelten Leichen erinnert, die im Rahmen des Bürgerkriegs in den Medien Mexikos präsent sind: Der Titel I thought it was impossible (Ich dachte, das wäre nicht möglich) bezeichnete dann Grausamkeiten, die Menschen sich antun – eine Diagnose, die heute nicht nur in Mexiko, sondern in einer aus den Fugen geratenen Welt global gilt.Video vom 11. Mai 2015, Thomas Haemmerli erklärt die Ausstellung Take Position: Bodies and Plants, abgerufen am 17. Februar 2015 mini|Ana Roldán, Truth, 2006, Wood, Lacquer, 105 × 56 × 36 cm Roldáns Interesse für Linguistik und Sprachphilosophie mündet immer wieder in entsprechende Werke. Beispielhaft ist die Skulptur Truth bei annex14, abgerufen am 15. Februar 2015 von 2006, die dreidimensional den Schriftzug truth (Wahrheit) sowie seine Spiegelung abbildet. Weiss man nicht, dass das Wort an der Mittellinie gespiegelt ist, so kann man es nicht entziffern und ist wie Kinder oder Analphabeten auf unverständliche Zeichen zurückgeworfen. Ausserdem spielt der Titel der Arbeit mit dem Wahrheitsanspruch, den Worte für sich reklamieren.Evelin Suter, Der Ozean in der Muschel, Seite 2ff, in: Ana Roldán. Different Orders. Kunsthaus Langenthal, Langenthal 2011 In einer ortsspezifischen Installation, abgerufen am 17. Februar 2015 für den Hauptsitz des Rückversicheres Swiss Re werden die Begriffe Risk und Life zu abstrakten Stuhllehnen. Und in ihrem mehrteiligen Bestiarium,, abgerufen am 17. Februar 2015 arbeitet Roldán direkt mit Texten und beschreibt Institutionen wie die foundation (Stiftung) sowie Figuren wie den young curator (Jungkurator) und die female artist (weibliche Künstlerin) als Bestien des Kunstbetriebs.
Ausstellungen Einzelausstellungen (Auswahl)
2024: Dibujando un Círulo, Formato Cómodo, Madrid 2023: Tell Me What Red Is..., Instituto de Visión, New York City 2022: Air, annex, 14, Zürich 2019: Physical Structures, annex14, Zürich 2019: Clear Opacity, Formato Cómodo, Madrid 2019: Material Art Fair, Mexico, Solo Booth Instituto de Visión 2018: Physical Structures, Instituto de Visión/Frieze, LondonStephanie Dieckvoss: London: ewiger Schauplatz von Kunst und Markt, NZZ vom 5. Oktober 2018, abgerufen am 12. Oktober 2018 2016: No, annex14, ZürichPressetext No, abgerufen am 16. Februar 2015. 2015: Solo Projects: Focus Latinoamérica, mit Instituto de Visión, Bogotá, Arco MadridArco, International Contemporary Art Fair, abgerufen am 23. Februar 2015. 2015: Take Position: Bodies and Plants, annex14, Zürich, abgerufen am 16. Februar 2015. 2013: Drunk, High and Exhilaration, Florian Christopher, a show room, Zurich 2012: Espejo Negro, Formato Cómodo, MadridArchiv von Formato Comodo, abgerufen am 16. Februar 2015 2011: Blank Back Mirror, Kunsthaus Langenthal, Langenthal 2011: Different Orders, annex14, Bern, abgerufen am 16. Februar 2015 2011: Forms of contemplation, ideal forms in compositions, Badischer Kunstverein,Ana Roldán im Badischen Kunstverein, abgerufen am 15. Februar 2015 Karlsruhe 2010: Cococompositions, Dolores, Ellen de Brunije Projects, Amsterdam, curated by Karin Hasselberg, abgerufen am 16. Februar 2015 2009: Words to be looked at, objects to be read, Kunsthalle Arbon 2009: Picking holy words from the perfect ghost, homage to James Lee Byars, Kunstmuseum Bern 2009: As „the Myth of the hole“,, abgerufen am 16. Februar 2015. annex14, Bern 2008: Observations on Modernity and Form, Statements / „Kunst“, Zurich art fair 2008: The Actor, Art Palace, World Trade Center Beijing, China 2008: Dance steps, Garash gallery, Mexiko-Stadt 2007: Comical, Magical, Musical, Black Box, Marks Blond Project, Bern 2006: Truth,, abgerufen am 16. Februar 2015 annex14, Bern 2006: God is red/Gott ist rot,Amberg & Marti zeigen Ana Roldán, Text von Cynthia Krell, abgerufen am 16. Februar 2015 Amberg-Marti, Zurich 2006: Fable, Espace Libre, Biel 2005: Début, Marks Blond project, Bern 2005: Kill the beast, Yellow Submarine – Marks Blond Projekt bei Mark Divo, Häuser und wir, Zurich 2005: The mountain and the ground, Kunst in St. Peter und Paul, Bern 2004: The letter «O», Gallery Kunstkeller, Bern 2002: All is like all, Stadtgalerie, Bern 2001: Silver gelatine, Gallery Kabinett, Bern
Gruppenausstellungen (Auswahl) mini|Enjoy the silence, 2015, Ana Roldan 2024: Sound of Signs mit Susan Hefuna & Andrea Sparta, annex 14 2020: Material Art Fair Mexico, Instituto de Visión 2019: Fifth Ural Biennial, kuratiert von Xiaoyu Weng 2019: Portadores de Sentido, Museo Amparo, Puebla, Mexiko 2017: Espejo negro, elefante blanco, kuratiert von Fabiola Iza, Quarto de Maquinas, Mexiko-Stadt. 2017: I was a wall, and my breasts were like fortress towers, Adam and Ollman, Portland, USA. 2016: New Buenos Aires, Corner College, Zürich, kuratiert von Damian Christinger, Dimitrina Sevova, co-kuratiert von Silvan Kälin. 2015: The Lulennial: A Slight Gestuary, kuratiert von Fabiola Iza & Chris Sharp, Mexiko-Stadt. 2014: Blackboard – White Page, Kantonsschule Oerlikon, Zürich, kuratiert von Maud Châtelet und Ana Roldán. vom 10. Januar 2014, abgerufen am 16. Februar 2015 2013: LUPA,An Inside View of ArtRio from LUPA Curator Abaseh Mirvali auf artsy.net, abgerufen am 16. Februar 2015 kuratiert von Abaseh Mirvali für Art Rio, Rio de Janeiro. 2012: La jeunesse est un art – Jubiläum Manor Kunstpreis,, abgerufen am 16. Februar 2015 Aargauer Kunsthaus, Aarau 2012: Surplus AuthorsArchiv Witte de With, abgerufen am 16. Februar 2015 mit Falke Pisano, kuratiert von Defne Ayas und Philippe Pirotte, Witte de With, Rotterdam. 2012: Popo de Paris, kuratiert von Beatriz Lopez für Sultana ParisPablo León de la Barra auf Center for the Aesthetic Revolution vom 13. Juli 2012, abgerufen am 16. Februar 2015 2011: Môtiers – Art en plein airHomepage Môtiers, abgerufen am 25. November 2020 2011: “Free Fall I” mit Dieter Meier, Thomas Haemmerli, Sitki Kosemen, kuratiert von Magda Guruli, Georgische Nationalgalerie, Tiflis, Georgien, abgerufen am 15. Februar 2015 2010: Distant Memories, kuratiert von Hélène Joye-Cagnard und Catherine Kohler, Kunstmuseum Solothurn, Solothurn. 2010: Formal reiterations and the end of the world, mit Athene Galiciadis, Garash,Archiv Garash Galeria Mexiko-Stadt. 2009: Made in China, Kunstmuseum BernKunstmuseum Bern, abgerufen am 18. Mai 2023 2009: Turn on, Tune in, Drop Out, 798 Beijing Biennale, kuratiert von Nicoykatiushka, Peking.Nicoykatiushkas flickr-Fotos, abgerufen am 15. Februar 2015 2009: The Conspiracy/Die Verschwörung,, abgerufen am 15. Februar 2015 mit Falke PisanoInstallatiosansicht auf artdaily.com, kuratiert von Philippe Pirotte, abgerufen am 15. Februar 2015 Kunsthalle Bern. 2008: Acting Joe, George und Mr. Seek, mit Falke Pisano, Wartesaal, Zürich. 2008: Mão Dupla/Stopover, kuratiert von Evangelina Seiler und Sarah Zürcher, SESC Pinheiros,Jornal Mundo Lusíada vom 8. Juni 2008, abgerufen am 15. Februar 2015 São Paulo. 2004: Es war einmal,, abgerufen am 15. Februar 2015 Kunstmuseum Thun, Thun 2004: Identität, Kunstraum Baden
Filmografie 2016: Bones and Bananas 2015: Dialog 2011: How to do Shakespeare 2008: Construction concerned with the relationship between dissimilar emotional values in a composition with black and white 2003: Flags 2002: Fortschritt 2001: Silver Gelatine
Auszeichnungen mini|Ana Roldán, Vanilla Overseas, 2016, Silk, 100 × 100 cm. (Installation view at Corner College, Zürich, Switzerland)2017: Wettbewerb Kunst am Bau für die Insel Rheinau – Hochbauamt des Kantons Zürich.