Der Lærdalstunnel in Norwegen ist mit 24,51 km der längste Straßentunnel der Welt.

Lage und Bedeutung

Der Tunnel befindet sich in der Provinz Vestland und verbindet die Orte Aurlandsvangen in der Gemeinde Aurland und Håbakken in der Gemeinde Lærdal. Der Tunnel ermöglicht – im Gegensatz zum Snøvegen, der alten Straße über das Gebirge – auch im Winter eine Verbindung zwischen den beiden Gemeinden. Die Alternative war früher eine Fähre auf dem Sognefjord. Der Lærdalstunnel ist auch ein zentral bedeutsamer Bestandteil der ganzjährig befahrbaren Straßenverbindung Oslo–Bergen im Zuge der E16. Im Jahresdurchschnitt wird der Lærdalstunnel von 2058 Fahrzeugen pro Tag befahren (Stand 2019).

Geschichte

Mit dem Bau des Tunnels wurde am 15. März 1995 begonnen, am 3. September 1999 erfolgte der Durchstich und am 27. November 2000 die Verkehrsübergabe am Lærdal-Portal. Die Baukosten beliefen sich auf 930 Millionen NOK; das entspricht rund 38.000 NOK pro Tunnelmeter.

Im Jahr 2020 bestanden konkrete Planungen für eine umfassende Ertüchtigung des Tunnels. Als erster Schritt war eine Modernisierung der Lüftungsanlage vorgesehen. Die ursprünglichen Planungen wurden in den folgenden Jahren jedoch überarbeitet und zu einem umfangreicheren Gesamtprojekt weiterentwickelt.

Mitte Juni erhielt das Joint Venture zwischen Skanska und Vassbakk & Stol den Zuschlag für die umfangreiche Modernisierung des Lærdaltunnels. Der Zweitplatzierte OneCo Infra legte Beschwerde gegen die Auftragsvergabe ein und beantragte eine einstweilige Verfügung.

Am 10. September 2026 entschied das Osloer Bezirksgericht zugunsten von Statens vegvesen, womit OneCo Infra das Verfahren verlor.

Am 16. November 2026 sollen die Bauarbeiten beginnen und bis ins Jahr 2030 oder 2031 dauern. In den ersten zwei Jahren soll der Tunnel hierfür von 18 Uhr bis 6 Uhr gesperrt werden. Anschließend soll der Verkehr für weitere zwei Jahre während der nächtlichen Arbeiten durch Lichtsignalanlagen geregelt werden.

Voraussichtlich im Jahr 2033 wird der Lærdalstunnel seinen Rekord als längster Straßentunnel der Welt an den ebenfalls norwegischen Boknafjordtunnel abgeben, der über 2 km länger sein wird.

Ausstattung

Besonderheiten an diesem Tunnel sind die neue Art der Beleuchtung sowie die absichtlich leicht kurvige Strecke, die die Fahrer vor Ermüdung schützen und die Konzentration fördern sollen, wodurch die Verkehrssicherheit erhöht wird. Außerdem gibt es im Tunnel drei farbig erleuchtete Hallen, an denen das Halten erlaubt ist, aber keine Notausgänge. Einziger Seitenzugang ist ein 2,1 km langer Lüftungstunnel in das parallel verlaufende Tynjadal. Um die Einhaltung der Geschwindigkeitsgrenze von 80 km/h zu überprüfen, wurden in beiden Richtungen Geräte zur Abschnittskontrolle eingerichtet, die die Durchschnittsgeschwindigkeit der Fahrzeuge durch den Tunnel messen.

Weblinks

Einzelnachweise

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