mini|hochkant|Grabstätte Uta Stammer auf dem Friedhof Ohlsdorf; linke Stele, 4. Schild von unten Uta Stammer (* 22. Oktober 1948 in Flensburg; † 22. Juni 2018 in Hamburg) war eine deutsche Schauspielerin und Hörspielsprecherin.
Leben Uta Stammer trat bereits als Kind bei einer Flensburger Laienbühne auf. Nach dem Abitur verbrachte sie sechs Monate als Au-pair-Mädchen in Manchester. Anschließend absolvierte sie ihre Berufsausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Hamburg, wo sie u. a. Schülerin von Annemarie Marks-Rocke war. Nach ersten Auftritten wiederum in Flensburg erhielt Uta Stammer ein zweijähriges Engagement am Stadttheater Würzburg. Danach war sie freiberuflich tätig, bis sie 1982 zum Hamburger Ohnsorg-Theater kam, dessen Ensemble sie bis zuletzt angehörte und in dem sie weit über 80 Rollen in Stücken verkörperte, die zum Teil auch für das Fernsehen aufgezeichnet wurden. Ihren ersten Auftritt am Ohnsorg-Theater hatte Uta Stammer im Stück Gode Nacht, Fro Engel an der Seite von Heidi Kabel. In ihrer letzten Rolle war sie bis Februar 2018 als Maude in Harold un Maude auf der Bühne des Ohnsorg-Studios zu sehen. In: ohnsorg.de, abgerufen am 27. Juni 2018 (PDF; 76 KB).
Mit ihren Kolleginnen Diana Körner und Dinah Hinz war sie ab 2013 wiederholt in dem Stück Jetzt oder nie – Zeit ist Geld, einer Produktion der Hamburger Kammerspiele, auf deutschen Bühnen zu sehen.Theater: Seniorenkrimi «Jetzt oder nie» in Hamburg. In: shz.de, 2. September 2013, abgerufen am 26. Juni 2018.Hamburger Kammerspiele überzeugten durch Starbesetzung und Tiefgang. In: kreiszeitung.de. 18. November 2014, abgerufen am 14. Februar 2015.
Seit 1978 arbeitete Uta Stammer sporadisch für das Fernsehen. So war sie u. a. in den Serien Kümo Henriette, Onkel Bräsig und Großstadtrevier auf dem Bildschirm zu sehen.
Auch für den Hörfunk übernahm Uta Stammer Aufgaben, so z. B. in zwei Produktionen von Radio Bremen, So oder anners und Een Maler kummt na Huus, beide von Jochen Schimmang.
In der Hörspielserie Die drei !!! wirkte sie in den Folgen Tanz der Hexen und Panik im Freizeitpark mit. Ebenso ist sie in Das Wunder von Björn von Hansjörg Ahlers sowie in Thabo, Detektiv & Gentleman – Der Nashorn-Fall von Kirsten Boie und Angela Gerrits zu hören.Uta Stammer. In: jumboverlag.de, abgerufen am 27. Juni 2018.
Uta Stammer starb im Juni 2018 nach kurzer schwerer Krankheit in Hamburg im Alter von 69 Jahren. Ihre letzte Ruhestätte fand sie auf dem Friedhof Ohlsdorf. Dort wurde sie in der Baumgräberanlage im Planquadrat Bm 58 südlich der Mittelallee beigesetzt.
Filmografie (Auswahl) 1978–1981: Kümo Henriette (28 Folgen) 1979: St. Pauli-Landungsbrücken – Barkasse Pösel 1982: Die Fischer von Moorhövd 1993: Der Landarzt – Der Fremde 1993: Großstadtrevier – Brüderchen 1996: Die Ohnsorgs 1997: Großstadtrevier – Das zweite Gesicht / Lug und Trug 1998: Ein Mann stürzt ab 2002: Broti & Pacek – Irgendwas ist immer – Das Ding
Theaterrollen Aufzeichnungen aus dem Ohnsorg-Theater: 1983: Gute Nacht, Frau Engel 1983: Bleibt alles in der Familie 1987: Was rastet, das kostet 1989: Der Düvelsblitz 1989: Alles oder nichts 1992: Durchgangsverkehr 1992: Der rote Unterrock 1993: Dynamit und Pusteblumen 1996: Wunschträume 1996: Wenn man Meyer heißt 1999: Plünnenball 1999: Bett und Frühstück 2000: Morgen wird alles anders 2000: Der letzte Wille 2002: Die Reise nach Kapstadt 2003: Der wahre Jakob 2003: Zwei wie Katz und Hund 2005: Pension Schöller 2009: Ein gemütlicher Abend 2010: Nichts als Sand
Hörspiele (Auswahl) 1977: Günter Eich: Ilse Aichinger: Der letzte Tag von Lissabon (Rosita) – Regie: Hans Rosenhauer 1990: Wolfgang Pauls: Die Schipper-Kids (5. Folge: Die Schipper-Kids und Opa Knurrigs) (Postkundin) – Regie: Hans Helge Ott 1996: Hans-Hinrich Kahrs: Güstern is all meist vörbi. Hörspiel in niederdeutscher Mundart – Regie: Edgar Bessen 1996/97: Angela Gerrits: Die Strandpiraten (5 Teile) (Alke Harms) – Regie: Hans Helge Ott, Gottfried von Einem, Alex Neumann, Christiane Ohaus, Holger Rink 2000: Hans Helge Ott, Katrin Krämer: Stopp!! (1., 2. und 4. Teil) (Friede) – Regie: Hans Helge Ott, Katrin Krämer 2002–2010: SchnappSchuss – De Krimi op Platt. Hörspiele aus den fünf norddeutschen Bundesländern (Marianne Kock) (RB/NDR) 2002: Manfred Brümmer: Graww in de Dannen. Niederdeutsches Hörspiel aus Mecklenburg-Vorpommern – Redaktion Und Regie: Hans Helge Ott 2002: Erich R. Andersen: Sylter Arvschop. Niederdeutsches Hörspiel aus Schleswig-Holstein – Regie: Frank Grupe 2003: Frank Grupe: Sun in the City. Niederdeutsches Hörspiel aus Bremen – Redaktion und Regie: Hans Helge Ott 2003: Frank Grupe: Tweemal leven. Niederdeutsches Hörspiel aus Hamburg – Regie: Frank Grupe 2003: Snorre Björkson: Kühleborn spöökt wedder. Niederdeutsches Hörspiel aus Niedersachsen – Regie: Georg Bühren 2003: Rudolf Kollhoff: Se seggen Fisch to em. Niederdeutsches Hörspiel aus Mecklenburg-Vorpommern – Regie: Hans Helge Ott 2004: Carl Groth: Leckspoor. Niederdeutsches Hörspiel aus Hamburg – Regie: Hans Helge Ott 2004: Frank Grupe: De ole Villa. Niederdeutsches Hörspiel aus Schleswig-Holstein – Regie: Hans Helge Ott 2006: Carl Groth: Watervagel-Trip. Niederdeutsches Hörspiel aus Schleswig-Holstein – Redaktion und Regie: Hans Helge Ott 2007: Hugo Rendler: Videos. Niederdeutsches Hörspiel (Ort: Kaiserstuhl, Baden-Württemberg) – Übersetzung, Redaktion und Regie: Hans Helge Ott 2009: Frank Grupe: Halligstorm. Niederdeutsches Hörspiel aus Schleswig-Holstein – Regie: Ilka Bartels 2010: Carl Groth: DNA ut Oklahoma. Niederdeutsches Hörspiel aus Schleswig-Holstein – Regie: Wolfgang Seesko 2004: Helmut Käutner, Karl Vibach: Große Freiheit Nr. 7. Niederdeutsches Hörspiel nach dem Film von Helmut Käutner und dem Theaterstück von Karl Vibach (Anita Schröder, Chefin vom Hippodrom) – Redaktion und Regie: Hans Helge Ott 2004/05: Philip Pullman: Der Goldene Kompass (8 Teile) (Ma Costa) – Regie: Achim Schmidt-Carstens 2006: John Millington Synge: Een Held in’n Dörpskroog. The Playboy of the Western World. Niederdeutsches Hörspiel (Witwe Quinn) – Redaktion und Regie: Hans Helge Ott 2006: Dylan Thomas: Ünner den Melkwoold. Ein Spiel für Stimmen (Fro Seemann) – Redaktion und Regie: Hans Helge Ott 2012: Jimmy Docherty: Der große Baresi (2 Teile) (Jakes Großmutter) – Regie: Hans-Helge Ott 2014: Frank Schulz: Onno Viets und der Irre vom Kiez (Hammerbrookerin) – Regie: Wolfgang Seesko 2016: Martin Verg, Ina Rometsch: Ein Sommer auf Lumpensand (2 Teile) (Frau Schröder) – Bearbeitung, Dramaturgie, Redaktion und Regie: Jörgpeter von Clarenau 2016: Kirsten Boie: Der Junge, der Gedanken lesen konnte (2 Teile) (Frau, Dicke Frau) – Regie: Hans Helge Ott 2017: Frank Schulz: Die Hexenbraut (Bäuerin 1) – Regie: Wolfgang Seesko 2018: Kirsten Boie: Thabo – Detektiv und Gentleman: Der Nashornfall (Rentnerin (Touristin)) – Regie: Janine Lüttmann
Auszeichnungen 2013: Rolf-Mares-Preis für die Darstellung der Karoline in Noch eenmal verleevt im Ohnsorg-Theater
Weblinks
Verzeichnis der Hörspiele mit Uta Stammer Nachruf auf Uta Stammer als PDF beim Ohnsorg-Theater
Einzelnachweise
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