mini|Dietrich Bierlein, 2004 Dietrich Bierlein (* 14. August 1928 in Burglengenfeld; † 6. Januar 2015 in Regensburg) war ein deutscher Mathematiker, der sich insbesondere mit Mathematischer Stochastik beschäftigte und als Lehrstuhlinhaber an den Universitäten von Karlsruhe und Regensburg wirkte.
Leben Dietrich Bierlein wurde als Sohn von Margarethe Bierlein, geborener Hollender, und des Regierungsdirektors Ernst Bierlein geboren. Von 1949 bis 1954 studierte er Mathematik an der Ludwig-Maximilians-Universität München und an der Universität zu Köln. 1954 erhielt er in München das Diplom in Mathematik; 1955 wurde er bei Robert Schmidt mit der Dissertation Optimalmethoden für die Summenapproximation in Jecklins F-Methode zum Dr. rer. nat. promoviert. Von 1956 bis 1962 war er wissenschaftlicher Assistent von Hans Richter an der LMU München, wo er sich 1961 mit der Schrift Über die Fortsetzung von Wahrscheinlichkeitsfeldern habilitierte und seine Lehrtätigkeit begann.
Nach Lehrstuhlvertretungen an den Universitäten Münster (SS 1962) und Göttingen (WS 1962/63) war er von 1963 bis 1970 ordentlicher Professor für Mathematik und Direktor des Instituts für Mathematische Statistik an der TH/Universität Karlsruhe. 1970 folgte er einem Ruf auf eine ordentliche Professur für Mathematik, insbesondere Mathematische Statistik, an der Universität Regensburg. Dort wirkte er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1996.
Schwerpunkte der wissenschaftlichen Arbeit von Bierlein waren einerseits Maßfortsetzungsprobleme, andererseits die Statistische Entscheidungstheorie, die Wahrscheinlichkeitstheorie und die (mathematische) Spieltheorie. Insbesondere regte er Entwicklungen bei Safeguard-Systemen an. 1979 erschien seine Schrift Entscheidung und Verantwortung in kybernetischer Sicht.
Zu seinen Schülern zählen Bernd Goldstein, Heinrich Hering, Jürgen Lehn, Hartmut Noltemeier, Burkhard Rauhut und Horst Stenger.
Der Maßerweiterungssatz von Bierlein wurde von Bierlein bewiesen.
Dietrich Bierlein war evangelisch, ab 1963 verheiratet mit Helga Bierlein, geborener Niemann, und hatte drei Kinder (Jochen, Bernd Roderich und Wolfhard).
Literatur Bierlein, Dietrich. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 98.
Weblinks
Dietrich Bierlein in der Datenbank zbMATH https://www.mathematik.uni-muenchen.de/~fritsch/Bierlein.pdf http://wwwmath.uni-muenster.de/statistik/wir http://dmv.mathematik.de/index.php/all-docman-categories/dmv/295-dmv-historisches-mitgliederverzeichnis-1890-1990/file http://owpdb.mfo.de/person_detail?id=335
Kategorie:Mathematiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Mathematiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Karlsruher Institut für Technologie) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Regensburg) Kategorie:Absolvent der Ludwig-Maximilians-Universität München Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1928 Kategorie:Gestorben 2015 Kategorie:Mann