Archignac (, ) ist ein Ort und südwestfranzösische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes du Pays de Fénelon. Die Bewohner werden Archignacois und Archignacoises genannt.

Geografie

Archignac liegt etwa 51 Kilometer ostsüdöstlich von Périgueux, etwa 24 Kilometer südwestlich von Brive-la-Gaillarde und etwa 15 Kilometer nordnordwestlich von Sarlat-la-Canéda in der Région naturelle des Périgord noir, Teil des gleichnamigen, touristisch benannten Landesteils. Die Gemeinde befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Chironde, die sie im Westen begrenzt, von ihren Nebenflüssen, dem Gour und dem Sireyjol, sowie von kleineren Wasserläufen.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Archignac liegt in der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.

Die Gemeinde ist Teil einer hügeligen, bewaldeten Landschaft, die sich nur vereinzelt um Flurtäler und eine Vielzahl von Lichtungen aller Größenordnungen öffnet. Der topographisch höchste Punkt des Gemeindegebietes liegt mit auf dem Gipfel des Hügels Puy Lagarde im Süden, der tiefste Punkt liegt mit im Nordwesten am Austritt der Chironde aus dem Gemeindeareal. Der Ortskern befindet sich auf etwa Meereshöhe.

54 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, etwa 46 % werden landwirtschaftlich heterogen genutzt.

Archignac wird von folgenden fünf Gemeinden umgeben:

mini|Risikokarte des Quellungs-/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Archignac Naturrisiken Naturrisiken manifestieren sich in Archignac als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen, besonders entlang der Chironde Waldbrände Bodensetzungen.

Beim nahezu gesamten Gemeindegebiet besteht eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte zur Vorbeugung von Waldbränden. Wie die Risikokarte zeigt, ist Archignac im südwestlichen Teil seines Gemeindegebietes mittelmäßig von der Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.

Etymologie und Geschichte Der Name der Gemeinde wurde im 10. Jahrhundert in der Form vicaria Arcaniensis erwähnt, in der Folge im Zusammenhang mit der Kirche Sanctus Stephanus d’Archanac im Jahre 1168. Er änderte sich zu Archinac im 13. Jahrhundert, einer Zeit als es einen Adelssitz abhängig von der Kastellanei von Larche gab. 1760 wurde das Dorf unter dem Namen Archiniac in den Schriften erwähnt. Die Endung -gnac ist eine andere Schreibweise für die Aussprache der Endung -iniac.

Der Ursprung von Archignac ist der Name einer gallorömischen Person Arcanus, gefolgt von -acum.Tanet, Hordé, Seite 32

Die Ursprünge Auf dem Gebiet der Gemeinde gibt es Fundstätten aus der Altsteinzeit und der Jungsteinzeit. Es wird angenommen, dass die Chironde in der gallorömischen Zeit die Grenze zwischen der Civitas der Petrocorier und der Kadurker markierte, wodurch Archignac auf das Gebiet der Kadurker fiel. Im Bois de Péchauriol wurden antike Überreste (Mosaik, Hypokaustenpfähle, Marmorfragmente, Tegulae (flache Dachziegel) usw.) entdeckt, die auf eine antike Besiedlung hinweisen. Die Gründung des Dorfes auf einem Hügel, aus dem der Bach Gour entspringt, sind weitere Hinweise auf eine Besiedlung aus dieser frühen Zeit.

Das Mittelalter Im Dorf zeugt die Entdeckung trapezförmiger Sarkophage (einer davon ist in der Kirche erhalten) von einem Friedhof aus dem frühen Mittelalter und wahrscheinlich einem Gotteshaus, aus dem im 6.–8. Jahrhundert, der ersten Phase der Evangelisierung im Vézère-Tal, insbesondere rund um Montignac, die heutige Pfarrkirche entstand. Daher entwickelte sich vermutlich ein Dorf um sie herum. Von diesem ersten kirchlichen Zentrum ist jedoch nichts mehr erhalten.

Die heutige Kirche wurde im 12. Jahrhundert an der Stelle des ersten Gotteshauses wiederaufgebaut, um eine größere Zahl von Gläubigen unterzubringen – ein Zeichen für die wachsende lokale Bevölkerung. Die Errichtung zahlreicher Mühlen an den Flüssen Sireyjol und Hyronde (neun Mühlen wurden in der Gemeinde identifiziert) könnte zu diesem Bevölkerungswachstum beigetragen haben. Im selben Jahrhundert wurde die Pfarrei auch teilweise als Pfründe der Abtei Saint-Amand-de-Coly geschenkt. Die andere Hälfte unterstand der Gerichtsbarkeit des Erzpriestertums von Sarlat, bevor es im 14. Jahrhundert Bistum wurde.

Darüber hinaus befand sich im Dorf oder in unmittelbarer Nähe eine Burg, die im 13. Jahrhundert zur Kastellanei Larche gehörte. Die Lehnsherrschaft Archignac war ab dem 14. Jahrhundert Schauplatz von Veränderungen. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts befand sie sich in den Händen der Familie du Val. Durch die Heirat von Amélie du Val mit Armand de Guerre im Jahr 1338 gelangten Jayac und Archignac in den Besitz dieser Familie. 1444 jedoch gelangten diese Ländereien durch die Heirat von Catherine de Guerre, der einzigen Tochter von Bernard de Guerre, Herr von Jayac und Mitherr von Archignac, mit Jean III. de Carbonnières in den Besitz der letztgenannten Familie. Von der Burg, dem Sitz der Herrschaft Archignac, sind keine sichtbaren Überreste mehr vorhanden. Sie verschwand vor der Französischen Revolution. Tatsächlich muss man, abgesehen von der Kirche, wohl bis ins 14. Jahrhundert warten, um auf ein – zumindest das einzige noch vorhandene und sichtbare – Überbleibsel eines Bauwerks in der Gemeinde zu stoßen. Die Reste einer Maueröffnung und eines Schornsteins, der aus der Dachrinne eines Dorfhauses ragt. Andererseits sind die Texte zu dieser Zeit viel aussagekräftiger. Adlige, wie die Ritter Amalvi Aitz im Jahr 1276 und Remond de Val im Jahr 1291, der „Donzel“ (Schildknappe) Peyre de Tromaretz im Jahr 1310, alle aus Archinhac, tauschten Ländereien, Pachten oder legten ein Versprechen für ihre in der Gemeinde gelegenen Besitztümer ab, wie etwa „la meytat del mas“. Sie zeugen von der Ansiedlung von Adligen in der Gemeinde und indirekt von der Entwicklung der umliegenden landwirtschaftlichen Flächen. Im Jahr 1365 umfasste die Gemeinde Archinhaco 52 Haushalte mit etwa 260 Einwohnern.

Wie andere Gemeinden im Vézère-Tal erlitt auch Archignac im Hundertjährigen Krieg erhebliche Schäden, die ihre Spuren hinterließen. Die zahlreichen geröteten Steine, die in modernem Mauerwerk wiederverwendet wurden, stellen die Narben heftiger Brände dar. Dies sind auch die wenigen erhaltenen höheren Elemente aus der Zeit vor dem 15. Jahrhundert. Aus dieser Zeit stammen letztlich nur die Kirche von Archignac und das bereits erwähnte Dorfhaus.

Die Neuzeit Nach dem Ende der Feindseligkeiten scheint der Wiederaufbau sehr bedeutend gewesen zu sein, wie die zahlreichen Gebäude aus dem 15., 16. und 17. Jahrhundert in der Gemeinde belegen: Adelshäuser, Bauernhöfe, Stadthäuser und Mühlen. Das Land von Jayac und Archignac wurde zum Baronat erhoben (Vorgänge vom 23. März 1471 und Januar 1486), und ihre Seigneurs, die Carbonnières, die nun die Hoheit über die gesamte Gemeinde, einschließlich des Dorfs, innehatten und als Schutzherren der Gemeinde eine herrschaftliche Kapelle neben der Kirche errichten ließen. Während der Hugenottenkriege in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zeichnete sich Charles de Carbonnières, Herr von Archignac und Jayac und Ritter des königlichen Ordens, dadurch aus, dass er 1570 im Namen des Königs an der Befreiung von Sarlat teilnahm.

Im 17. und 18. Jahrhundert scheint Archignac relativen Wohlstand genossen zu haben. Die Karte von Belleyme, die 1768 für diesen Teil des Vézère-Tals erstellt wurde, zeigt große landwirtschaftliche Ebenen, die von großen Waldgebieten und einigen Weinanbaugebieten an den benachbarten Hängen begrenzt werden, hauptsächlich um „Pegouil“ (Pégouy) und Les Escures, Les Bordes, Péchauriol, Maison Selve, La „Noujarede“ (Pech Landry), Péchaude und auch an einigen isolierten Orten. Außerdem gab es in der Gemeinde damals neun Mühlen und eine Schmiede, die Forge des Ans. Auf der Karte ist hingegen keine größere Straße verzeichnet, die Archignac mit dem Rest des Périgord verbindet. Was die Demografie betrifft, so stammen die ersten Aufzeichnungen von Haushalten in der Gemeinde aus dem frühen 18. Jahrhundert. Archignac hatte in diesem Jahrhundert durchschnittlich etwa 130 Haushalte oder etwa 700 bis 800 Einwohner.

Die Gegenwart 1790 wurde die Pfarrgemeinde zur Gemeinde Archignac. Sie wurde dann dem Kanton La Cassagne angegliedert. Als dieser Kanton durch das Gesetz vom 8. Pluviôse im Jahr IX (28. Januar 1801) abgeschafft wurde, wurde die Gemeinde dem Kanton Salignac angegliedert. Das Ende des 18. Jahrhunderts markierte einen Bevölkerungszuwachs (864 Einwohner im Jahr 1793, 904 im Jahr 1806), der bis Mitte des folgenden Jahrhunderts anhielt. Der Höhepunkt wurde 1846 mit dem Überschreiten der 1000-Einwohner-Schwelle erreicht. Dieser Zeitraum ging laut der Carte d’état-major auch mit einer Intensivierung des Weinbaus einher. Andererseits zeigt die Industrie- und Mineralogiekarte von Conrad und Brard aus dem Jahr 1823, dass Archignac – im Gegensatz zu seinen Nachbargemeinden Coly im Norden (Lithografiesteine), Paulin im Osten (Eisenmine), Salignac im Süden (Hämatit zum Bräunen) und Valojoulx im Westen (Mangan) – über keine industriell nutzbaren Vorkommen verfügt. Anschließend begann eine lange, mit der Landflucht verbundene demografische Krise, die bis Ende der 1990er Jahre anhielt, als die Gemeinde zwei Drittel ihrer Bevölkerung verlor und unter die 300-Einwohner-Grenze fiel. Gleichzeitig ging die Mühlentätigkeit zurück, wie das alte Kataster von 1823 bereits teilweise belegt: Die Mühlen von Mons und Carbonière (oder Barrot-Mühlen), beide am Gour (oder Mons-Bach) gelegen und auf der Karte von Belleyme verzeichnet, waren verschwunden. Die Mühle von Jardoule wurde jedoch später im Jahrhundert beim Bau der Eisenbahnlinie Hautefort–Sarlat um 1880 zerstört.

Bevölkerungsentwicklung

Im 19. Jahrhundert hatte der Ort meist zwischen 900 und 1000 Einwohner. Die Reblauskrise im Weinbau und der Verlust von Arbeitsplätzen durch die Mechanisierung der Landwirtschaft haben seitdem zu einem deutlichen Bevölkerungsrückgang geführt.

Sehenswürdigkeiten Die im Jahr 1168 erstmals urkundlich erwähnte Kirche Saint-Étienne war wohl eine ehemalige Prioratskirche der Abtei von Saint-Amand-de-Coly. Sie ist ein einschiffiger romanischer Bau der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts mit einer schmucklosen Apsis. Das flachgedeckte und nahezu fensterlose Innere der Kirche zeigt grob behauene Steine, die in unterschiedlich hohen Lagen vermauert sind; einige unscheinbare romanische Kapitelle finden sich im Apsisbereich. Die südliche Querschiffkapelle zeigt gotische Formen und ist eine Hinzufügung des 16. Jahrhunderts. Der Kirchenbau ist seit 1948 als Monument historique eingeschrieben.

Wirtschaft Bis in die heutige Zeit spielt die Landwirtschaft die größte Rolle im Wirtschaftsleben der Gemeinde: Der ehemals auch hier betriebene Weinbau ist jedoch nach der Reblauskrise gänzlich aufgegeben worden; Tabak und Mais sind ebenfalls auf dem Rückzug – stattdessen dominieren Felder, aber auch Walnuss-, Eßkastanien- und Obstbäume die Region. Einige leerstehende Häuser werden als Ferienwohnungen (gîtes) vermietet.

Erwerbstätigkeit