Louis Friedrich Sachse (* 12. Juli 1798 in Berlin; † 29. Oktober 1877 ebenda) war ein deutscher Lithograf, Verleger, Daguerreotypist und Kunsthändler.

Leben Louis Friedrich Sachses Vater war Johann Christoph Ambrosius Sachse, ein Perückenmacher aus Dessau. Louis Friedrich Sachse erlangte 1815 das Abitur und war 1825 Lehrling am Königlich Lithographischen Institut in Berlin. 1827 erfolgte eine Ausbildung im lithographischen Institut Knecht, Senefelder et Cie. in Paris und bei Alois Senefelder in München. 1828 eröffnete er das lithographische Institut „L. Sachse & Co“ in Berlin sowie einen Verlag und Handel mit deutscher und französischer Graphik. Er war der erste Verleger von Adolph von Menzel und trug wesentlich zum weiteren Werdegang des jungen Künstlers bei. Unter anderem beauftragte er ihn 1832 mit elf Lithografien zur Illustration von Goethes Gedicht Künstlers Erdenwallen, die positiv besprochen wurden und vermutlich zu Menzels Aufnahme in den Verein der jüngeren Künstler Berlins 1834 beitrugen.Werner Busch: Adolph Menzel: Leben und Werk. Band 2501 von Beck’sche Reihe, C.H.Beck, 2004, ISBN 3-406-52191-6, S. 6–7.

Zwischen 1834 und 1861 unternahm Sachse zahlreiche Reisen in die deutschen Länder und ins europäische Ausland (Paris, London, Wien, Brüssel, Prag, Warschau), darunter Parisreisen in den Jahren 1834, 1835 (in Begleitung von Carl Blechen und Philipp Hermann Eichens), 1837, 1838, 1839, 1844, 1846 (in Begleitung von Franz Krüger). Von 1835 an organisierte er regelmäßige Ausstellungen vorzugsweise französischer und deutscher Künstler in seinem Salon.

Das Datum, das den Beginn der Fotografie dokumentiert, ist der 19. August 1839. An diesem Tag legte die Akademie der Wissenschaften in Paris das Patent zur Daguerreotypie offen. Nur wenige Wochen später präsentierte Sachse erstmals Pariser und eigene Lichtbilder in Berlin. Sachse und Daguerre waren zu dem Zeitpunkt länger miteinander bekannt,James E. Cornwall: Die Geschichte der Photographie in Berlin 1839 bis 1900. Website des Vereins für die Geschichte Berlins; abgerufen am 12. Februar 2015. was den Umstand erklärt, dass Sachse bereits im Juli bei dem von Daguerre lizenzierten Hersteller Alphonse Giroux Kameras bestellen konnte. Die ersten im September gelieferten Apparate kauften Friedrich Lucanus in Halberstadt, der Theatermaler Friedrich Schnelle in Schwerin, das Königliche Gewerbe-Institut und der Verleger George Gropius (1802–1842) in Berlin u. a. Louis Sachse wird daher landläufig als derjenige benannt, der die Fotografie in Deutschland einführte.Repetitorium. Zur Geschichte der Daguerreotypie in Deutschland. S. 150 f. Sachse hat bis 1843 selber „daguerreotypisiert“.Repetitorium. Zur Geschichte der Daguerreotypie in Deutschland. S. 181 f.

1853 eröffnete Sachse eine permanente Gemäldegalerie in Berlin. Anfang der 1860er Jahre übernahm sein Sohn Louis Alfred Sachse das Geschäft. Nach einem Umzug aufgrund von Platzmangel wurde 1874 die Gemäldeausstellung unter dem Namen „Sachse’s Internationaler Kunst-Salon“ in der Taubenstraße neu eröffnet. Im Jahr darauf musste das Gebäude jedoch aus finanziellen Gründen versteigert werden.

Literatur Anna Ahrens: Der Pionier. Wie Louis Sachse in Berlin den Kunstmarkt erfand. Böhlau Verlag, Köln / Weimar / Wien 2017, ISBN 978-3-412-50594-3 Anna Ahrens: Sachse, Louis Friedrich. In: Bénédicte Savoy, France Nerlich (Hrsg.): Pariser Lehrjahre. Ein Lexikon zur Ausbildung deutscher Maler in der französischen Hauptstadt. Band 1: 1793–1843. De Gruyter, Berlin / Boston 2013, ISBN 978-3-11-029057-8, S. 249–251.

Annette Schlagenhauff: Die Kunst zu Handeln: Louis Friedrich Sachse. Lithograph, Kunstförderer und Kunsthändler in Berlin. In: Jahrbuch der Berliner Museen, 2000, 42, S. 259–294. Steffen Siegel (Hrsg.): Neues Licht. Daguerre, Talbot und die Veröffentlichung der Fotografie im Jahr 1839. Wilhelm Fink, München 2014, ISBN 978-3-7705-5736-3. Repetitorium. Zur Geschichte der Daguerreotypie in Deutschland. Originaldokumente von Herrn Hofkunsthändler Sachse. In: Photographische Mitteilungen, 1889/1890, Band 26., S. 150 f. (Digitalisat), S. 165 f. (Digitalisat) und S. 181 (Digitalisat).

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