Dieser Artikel behandelt tagesbezogene Nachrichten und Ereignisse im November 2015.
Tagesgeschehen Sonntag, 1. November 2015 mini|150px|Ahmet Davutoğlu Ankara/Türkei: Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen in der Türkei kann die Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung (AKP) mit Ahmet Davutoğlu und die vom heutigen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan gegründet wurde, die absolute Mehrheit der Parlamentsmandate zurückerobern. Zweitstärkste Kraft wird die kemalistisch-linke Republikanische Volkspartei (CHP). Knapp die 10-Prozent-Sperrklausel überwinden können die rechtsextreme Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) und die prokurdische Demokratische Partei der Völker (HDP), die beide massiv Wähler an die AKP verlieren. Nach Bekanntgabe der Ergebnisse kommt es in der Kurdenhochburg Diyarbakır im Südosten des Landes zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Baku/Aserbaidschan: Die Regierungspartei Neues Aserbaidschan des amtierenden Präsidenten İlham Əliyev gewinnt die Mehrheit der Mandate bei den Parlamentswahlen. Nahezu alle anderen Mandate gehen an eine Schar kleinere Parteien und unabhängige Kandidaten, die der Regierungspartei nahestehen. Die wichtigsten Oppositionsparteien boykottieren die Wahl. Berlin/Deutschland: Der Ministerpräsident von Sachsen Stanislaw Tillich (CDU) tritt sein Amt als Präsident des Bundesrates an. Dublin/Irland: In dem Land mit katholischer Bevölkerungsmehrheit können ab sofort gleichgeschlechtliche Ehen geschlossen werden. Vor fünf Monaten votierten die irischen Stimmberechtigten in einem Referendum für die Verankerung der „Ehe für alle“ in der Verfassung. Mogadischu/Somalia: Bei einem Terrorangriff der islamistischen Al-Shabaab-Miliz auf das Hotel Sahafi werden 15 Menschen getötet. Unter den Toten soll sich auch der ehemalige Militärsprecher General Abdikarim Yousuf Dhaga Badan befinden, der für die Offensive der Armee gegen die Al-Shabaab im Jahr 2011 verantwortlich gewesen sein soll.
Montag, 2. November 2015 Shanghai/China: Die Volksrepublik China präsentiert offiziell das zweistrahlige Passagierflugzeug Comac C919. Sydney/Australien: Australien schafft das Adelsprädikat Ritter beim Order of Australia ab. Ministerpräsident Malcolm Turnbull bezeichnet die Auszeichnung als anachronistisch und altmodisch und korrigiert damit eine Entscheidung seines Vorgängers. Wien/Österreich: Bei der 16. Verleihung des Nestroy-Theaterpreises werden Elisabeth Orth als beste Schauspielerin und Martin Wuttke als bester Schauspieler ausgezeichnet.
Dienstag, 3. November 2015 Al-Mukalla/Jemen: Zum ersten Mal seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erreicht mit Chapala ein Zyklon die Arabische Halbinsel auf dem Staatsgebiet des Jemen. Bereits zuvor ist Chapala als der heftigste Zyklon im Golf von Aden klassifiziert worden. Kräftige Niederschläge, deren Mengen in zwei Tagen sonst die im Zeitraum von sieben Jahren erreicht, führen zu schweren Überschwemmungen. Die vorgelagerte Inselgruppe Sokotra wird besonders hart getroffen. Nach Angaben aus jemenitischen Regierungskreisen kommen mindestens acht Personen durch den Wirbelsturm ums Leben. In Puntland, einer autonomen Region von Somalia, richtet der Wirbelsturm ebenfalls schwere Zerstörungen an der Infrastruktur an. Todesfälle werden dort jedoch keine gemeldet. Frankfort/Vereinigte Staaten: Der Republikaner Matt Bevin wird mit rund 52 % der Stimmen zum neuen Gouverneur von Kentucky gewählt. Frankfurt am Main/Deutschland: Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main nimmt im Zusammenhang mit der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 und dem Geldtransfer von 6,7 Millionen Euro des WM-Organisationskomitees des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) an den Fußballweltverband FIFA Ermittlungen wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall auf. Jackson/Vereinigte Staaten: Phil Bryant von den Republikanern wird mit 67,3 Prozent der Wählerstimmen für eine zweite Amtszeit als Gouverneur von Mississippi bestätigt.
Mittwoch, 4. November 2015 Belmopan/Belize: Bei den Wahlen zum Repräsentantenhaus gewinnt die Vereinigte Demokratische Partei (UDP) von Premierminister Dean Barrow die Mehrheit der Parlamentssitze. Stärkste Oppositionskraft wird die Vereinigte Volkspartei (PUP). Bukarest/Rumänien: Die rumänische Regierung unter Ministerpräsident Victor Ponta erklärt infolge der Brandkatastrophe von Bukarest vom 30. Oktober ihren Rücktritt. Juba/Südsudan: Beim Absturz eines russischen Frachtflugzeuges des Typs Antonow An-12 unmittelbar nach dessen Start in der südsudanesischen Hauptstadt sterben mindestens 36 Personen. In Afrika nehmen Frachtmaschinen häufig Passagiere mit. Ob es auch an der Absturzstelle am Boden, einer Insel im Weißen Nil, Opfer gibt, ist unklar. Malé/Malediven: Nach dem Fund von Sprengsätzen in der Hauptmoschee und nahe dem Präsidentenpalast in der maledivischen Hauptstadt verhängt Präsident Abdulla Yameen den Ausnahmezustand über die Inselrepublik. Ottawa/Kanada: Zwei Wochen nach deren Wahlsieg wird die neue liberale Regierung von Justin Trudeau vereidigt. Taipeh/Taiwan: Nach der Einladung durch China zu einem ersten Treffen zwischen den Präsidenten beider Staaten seit 66 Jahren demonstrieren viele Taiwaner aus Angst vor einer weiteren Annäherung vor dem Parlament in Taipeh, weil sie einen Ausverkauf an die Kommunisten fürchten, die ihrerseits immer wieder mit Krieg drohen. Mit der Einladung vollzieht die chinesische Führung eine Kehrtwende ihrer Politik. Die bisherige Verweigerung direkter Treffen geschah vor dem Hintergrund, die Regierung der Republik China in Taipeh damit nicht zu legitimieren. In China gilt Taiwan als abtrünnige Provinz.
Donnerstag, 5. November 2015 Belo Horizonte/Brasilien: In einem der Eisenerz-Bergwerke des Unternehmens Samarco Mineração, ein Joint-Venture von BHP Billiton und Vale, wird nach dem Dammbruch bei einem Rückhaltebecken nahe Mariana im Süden des brasilianischen Bundesstaates Minas Gerais durch eine Schlammlawine ein Großteil der Ortschaft Bento Rodriguez zerstört. Dabei kommen 17 Bewohner ums Leben, 20 werden vermisst und mindestens 70 verletzt. Die Schlammlawine umfasst etwa 62 Millionen Kubikmeter und besteht aus einem Gemisch aus Arsen, Aluminium, Blei, Kupfer und Quecksilber, wie auch die UNO bestätigt. In der Folge erreicht sie nach 600 Kilometern das Meer und zerstört eine Fläche von etwa 80.000 Quadratkilometer. Bukarest/Rumänien: Nach dem Rücktritt des Regierungschefs Victor Ponta ernennt Präsident Klaus Johannis den bisherigen Bildungsminister Sorin Cîmpeanu zum neuen kommissarischen Premier.
Freitag, 6. November 2015 Bagdad/Irak: Der Ausbruch der Cholera westlich von Bagdad im September führt bereits zu über 2200 Neuinfektionen sowie sechs Todesfällen und wird zur Bedrohung für die gesamte Region inklusive der Nachbarstaaten Syrien, Kuwait und Bahrain, da auch dort Infektionen verzeichnet werden und damit die Gefahr einer Epidemie besteht. Berlin/Deutschland: Mit 360 Ja-, 233 Neinstimmen und neun Enthaltungen stimmt der Deutsche Bundestag gegen die geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung und stellt diese Suizidbeihilfe (Sterbehilfe) mittels eines neuen § 217 des Strafgesetzbuchs (StGB) unter Strafe. Moskau/Russland: Präsident Wladimir Putin lässt alle Flüge nach Ägypten einstellen, nachdem sich Hinweise mehren, der Absturz von Kogalymavia-Flug 9268 Ende Oktober über der Sinai-Halbinsel sei auf einen Terroranschlag zurückzuführen. Damit sitzen Tausende russische Touristen in Ägypten fest. Zuvor hatten bereits britische und weitere westeuropäische Fluglinien ihre Verbindungen nach Scharm asch-Schaich eingestellt, sodass auch Tausende britische Urlauber in der Region festsitzen.
Samstag, 7. November 2015 Freetown/Sierra Leone: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt die Ebolafieber-Epidemie im westafrikanischen Land für beendet, da dort in einem Zeitraum von über 42 Tagen keine weiteren Neuerkrankungen registriert worden sind.
Sonntag, 8. November 2015 Basel/Schweiz: Der Roman Eins im Andern von Monique Schwitter gewinnt den Schweizer Buchpreis. Naypyidaw/Myanmar: Bei den ersten freien Parlamentswahlen seit 25 Jahren siegt die Partei von Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die Nationale Liga für Demokratie (NLD). Diese erhält rund 70 Prozent der Parlamentsmandate, die für die parlamentarische Mehrheit aufgrund der für das Militär reservierten Mandate ausreichen. Die Regierungspartei Solidaritäts- und Entwicklungsvereinigung der Union (USDP) räumt ihre Niederlage ein. Zagreb/Kroatien: Bei den Parlamentswahlen erringt die oppositionelle konservative Kroatische Demokratische Union (HDZ) unter Spitzenkandidat Tomislav Karamarko die meisten Mandate, verfehlt jedoch die absolute Mehrheit. Die bisher regierenden Sozialdemokraten (SDP) unter Zoran Milanović rangieren knapp hinter der HDZ. Überraschungssieger wird die erstmals angetretene und drittplatzierte Unabhängige Liste Most, die keinem der beiden politischen Lager zugerechnet wird.
Montag, 9. November 2015 Barcelona/Spanien: Das Regionalparlament von Katalonien beschließt eine auf Katalanisch verfasste Resolution, die den Prozess einer dauerhaften und friedlichen Loslösung vom Mutterland Spanien in den kommenden 18 Monaten in Gang bringen soll. Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy kündigt an, das Vorhaben vor dem Verfassungsgericht zu Fall zu bringen, da die spanische Verfassung die Unteilbarkeit der Nation festschreibt. Frankfurt am Main/Deutschland: Im Zuge der Affäre um dubiose und nicht geklärte Geldflüsse um die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 tritt der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Wolfgang Niersbach, von seinem Amt zurück. Der Verband wird nun von den beiden Vizepräsidenten Rainer Koch und Reinhard Rauball kommissarisch geführt.
Dienstag, 10. November 2015 Berlin/Deutschland: Die Selbstverwaltungsorgane der Ersatzkasse Barmer GEK und der Deutschen BKK mit Sitz in Wolfsburg stimmen der Fusion zu. Ihr gehören damit 9,4 Millionen Versicherte an. Die Deutsche BKK entstand erst 2003 aus der Volkswagen BKK und der Betriebskrankenkasse Post. Darmstadt/Deutschland: Das deutsche Unternehmen Merck KGaA übernimmt für 13,1 Milliarden Euro den US-amerikanischen Laborausstatter Sigma-Aldrich. Lissabon/Portugal: Die portugiesische Regierung des Kabinetts von Premierminister Pedro Passos Coelho wird durch ein Misstrauensvotum der Opposition gestürzt. Die Koalition zwischen der konservativen PSD und CPD-PP ging bei der letzten Parlamentswahl am 4. Oktober 2015 als stärkste Kraft hervor, verlor allerdings ihre absolute Mehrheit. 123 der insgesamt 230 Abgeordneten – alle Vertreter der sozialistischen PS, der grün-kommunistischen CDU und des marxistischen Linksblocks (BL) – stimmen für die Absetzung der Regierung. New York/Vereinigte Staaten: Die Vereinten Nationen warnen vor der zunehmenden Gewalt und Morden an Oppositionellen im ostafrikanischen Burundi. Frankreich bringt einen Resolutionsentwurf in den Sicherheitsrat ein, in dem ein Ende der Kämpfe gefordert wird. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen sind bei bisherigen Gewaltausbrüchen im Binnenstaat mindestens 240 Personen umgekommen.
Mittwoch, 11. November 2015 Ljubljana/Slowenien: An der Schengen-Grenze zu Kroatien nahe der Stadt Brežice beginnen die slowenischen Streitkräfte, die bisher Grüne Grenze vorübergehend mit Maschendraht zu sichern. Damit soll der Flüchtlingsstrom kontrolliert zu den Grenzübergängen geführt werden. Premierminister Miro Cerar erklärt, die Maßnahmen seien erforderlich, um das ordnungsgemäße Funktionieren des Landes und die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten sowie die Flüchtlinge zu schützen und ein humanitäres Desaster zu verhindern. Madrid/Spanien: Das Verfassungsgericht gibt der Klage der spanischen Regierung gegen den Beschluss des katalanischen Regionalparlamentes zur Ausarbeitung einer katalanischen Verfassung statt.