Dieser Artikel befasst sich mit der Geschichte Australiens als Teilnehmer am Eurovision Song Contest.

Regelmäßigkeit der Teilnahme mini|250px|Dami Im (2016) ist Australiens bisher erfolgreichste Teilnehmerin gewesen Bereits 1983 kam Australien mit dem Wettbewerb in Verbindung, als der Wettbewerb erstmals dort übertragen wurde. Seither wurde der Wettbewerb regelmäßig in Australien ausgestrahlt, ohne dass das Land teilnahm. 2013, zum 30-jährigen Jubiläum der ersten Übertragung des Wettbewerbes in Australien, wurde das Land erstmals in einer Eurovision-Sendung erwähnt. So wurde während der Liveübertragung des ersten Halbfinales ein kurzes Video von SBS mit dem Titel Greetings from Australia (dt.: Grüße aus Australien) eingespielt, in dem die australische Eurovision-Kommentatorin Julia Zemiro erklärte, warum Australien den ESC mit so viel Interesse verfolge. 2014 durfte Australien erstmals die Eurovision-Bühne betreten. In der Pause des zweiten Halbfinales hatte auf Vermittlung des australischen Fernsehsenders SBS die australische Sängerin Jessica Mauboy außer Konkurrenz als Interval-Act einen Auftritt.Jessica Mauboy auf eurovision.tv; abgerufen am 12. Februar 2015Dean Vuletic: 30. April 2014; abgerufen am 12. Februar 2015

Schließlich gab die EBU im Februar 2015 bekannt, dass Australien anlässlich des 60-jährigen Jubiläums des Wettbewerbs sein Debüt geben wird. Das Land erhielt eine Einladung von der EBU auch wegen der dortigen Beliebtheit des Wettbewerbs. Australien war direkt für das Finale qualifiziert und durfte in beiden Halbfinalrunden abstimmen. Zunächst war geplant, dass Australien den Wettbewerb in Wien hätte gewinnen müssen, um auch 2016 teilnehmen zu dürfen. Der Wettbewerb hätte allerdings dann in Europa stattgefunden.

Nach 2015 war es zunächst unklar, ob das Land auch 2016 wieder teilnehmen werde. Im Mai 2015 sagte Jon Ola Sand, ehemaliger Executive Supervisor des ESC, dass die ESC Reference Group debattiere, Ländern außerhalb des EBU die Teilnahme zu erlauben, aber der Wettbewerb in jedem Fall in Europa ausgetragen werden würde. Am 17. November 2015 wurde von der EBU schließlich bekannt gegeben, dass Australien 2016 zum zweiten Mal in Folge teilnehmen darf. Diesmal musste es sich aber in einem Halbfinale für das Finale qualifizieren. 2018 beschloss die Reference Group der EBU, dass Australien vorerst fünf weitere Jahre, also bis 2023, weiterhin am ESC teilnehmen darf, nachdem es zunächst unklar war, ob man nach 2018 auch weiterhin als assoziiertes Teilnehmerland teilnehmen wird.

Erfolge im Wettbewerb Australien konnte bereits bei der ersten Teilnahme im Jahr 2015 erfolgreich debütieren: Guy Sebastian belegte im Finale Platz 5 und somit eine Platzierung unter den ersten Fünf. 2016 nahm die Sängerin Dami Im im zweiten Halbfinale teil und erreichte dort den ersten Platz. Im Finale brachte sie, zugleich auch als Siegerin des Jury-Votings, Australien auf den zweiten Platz, was das bisher beste Ergebnis Australiens darstellt. Mit einer Punktzahl von 511 Punkten erreichte sie ebenfalls die bis heute höchste Punktzahl Australiens im Wettbewerb. Nach diesem Erfolg nahm das Land auch 2017 teil.

2017 erreichte der Sänger Isaiah ebenfalls das Finale für Australien. Mit Platz 9 sicherte sich Australien dort seine dritte Platzierung unter den besten Zehn in Folge, allerdings kamen nur insgesamt zwei Punkte von den Zuschauern (aus Dänemark), die restlichen 171 Punkte bekam Australien von den Jurys. Im Jahr 2018 erreichte nach einer internen Auswahl die Sängerin Jessica Mauboy, die bereits 2014 als Interval-Act in Kopenhagen auftrat, das Finale. Dort belegte Mauboy mit 99 Punkten den 20. Platz, ihr Beitrag bekam die wenigsten Televoting-Punkte. Auch für 2019 wurde eine Teilnahme angekündigt, ehe im Februar 2019 bekannt gegeben wurde, dass Australien mindestens bis zum Jahr 2023 am ESC teilnehmen wird. Somit trat mit Kate Miller-Heidke auch 2019 eine australische Interpretin an. Sie gewann das erste Semifinale und kam im Finale auf Platz 9 und sicherte sich somit erneut eine Platzierung in der Top 10.

Nach der Absage im Jahr 2020 schied Australien 2021 zum ersten Mal seit dem Debüt Australiens bereits im Halbfinale aus und nahm somit erstmals seit 2015 nicht am Finale teil. Mit Platz 14 von 16 im Halbfinale war dies die schlechteste Platzierung bisher. Auch die 28 Punkte stellten Australiens bisher niedrigste Punktzahl im Wettbewerb dar.

2022 qualifizierte man sich mit Platz 2 im Halbfinale wieder für das Finale, wo man mit Platz 15 eine Platzierung im Mittelfeld erreichte. Es war nach 2018 erst das zweite Mal, dass ein Beitrag aus Australien, der das Finale erreichte, nicht unter die ersten Zehn gelangte. 2023 gewann Australien das zweite Halbfinale und qualifizierte sich somit erneut für das Finale. Im Finale belegte man mit Platz 9 wieder eine Platzierung unter den ersten Zehn, zum ersten Mal seit 2019. 2024 konnte sich Australien nicht für das Finale qualifizieren und landete im Halbfinale auf dem elften von 15 Plätzen. Auch 2025 scheiterte man knapp als Elftplatzierter im Halbfinale, womit Australien erstmals zweimal in Folge das Finale verpasste. Beide Beiträge erreichten jeweils 41 Punkte. Erst 2026 konnte Delta Goodrem wieder das Finale erreichen, in dem es den vierten Platz erreichte.

Insgesamt landeten 6 von 11 Beiträgen – also die Hälfte in der linken Tabellenhälfte. Mit einem zweiten Platz und fünf weiteren Platzierungen innerhalb der besten Zehn zählt Australien zu den erfolgreichsten Teilnehmern im Wettbewerb. Das Land erreichte in jedem Jahr – mit Ausnahme von 2021, 2024 und 2025 – das Finale. 2016 konnte man den Wettbewerb beinahe gewinnen. Auffällig ist allerdings, dass Australien häufig deutlich schlechter beim Zuschauervoting abschnitt als bei den Jurys: so erreichte man 2017 von den Jurys 171 Punkte, von den Zuschauern lediglich 2. Auch 2018 erreichte man nur 9 Punkte von den Zuschauern, während man von den Jurys 90 erhielt. Ein ähnliches Szenario gilt für 2022, wo man 123 Punkte allein von den Jurys erhielt, aber nur 2 von den Zuschauern. Trotz alldem gehört Australien zu den erfolgreichsten Teilnehmern des Wettbewerbs.

Liste der Beiträge Farblegende:

Jahr Interpret LiedMusik (M) und Text (T) Sprache Übersetzung Finale Halbfinale/Qualifikation NationalerVorentscheid Platz Punkte Platz Punkte 2015 Guy Sebastian Tonight AgainM/T: Guy Sebastian, David Ryan Harris, Louis Schoorl Englisch Heute Abend wieder 5 / 27 196 Direkte Qualifikation interne Auswahl 2016 Dami Im Sound of SilenceM/T: DNA (David Musumeci, Anthony Egizii) Englisch Klang der Stille 2 / 26 511 1 / 18 330 interne Auswahl 2017 Isaiah Firebrace Don’t Come EasyM/T: DNA (David Musumeci, Anthony Egizii), Michael Angelo Englisch Es fällt nicht leicht 9 / 26 173 6 / 18 160 interne Auswahl 2018 Jessica Mauboy We Got LoveM: DNA (David Musumeci, Anthony Egizii); T: DNA (David Musumeci, Anthony Egizii), Jessica Mauboy Englisch Wir haben Liebe 20 / 26 99 4 / 18 212 interne Auswahl 2019 Kate Miller-Heidke Zero GravityM: Kate Miller-Heidke, Keir Nuttall, Julian Hamilton; T: Kate Miller-Heidke, Keir Nuttall Englisch Keine Schwerkraft 9 / 26 284 1 / 17 261 Eurovision 2019: Australia Decides 2020 Montaigne Don’t Break MeM/T: Montaigne, DNA (David Musumeci, Anthony Egizii) Englisch Mach mich nicht kaputt Absage wegen der COVID-19-Pandemiedurch die EBU Eurovision 2020: Australia Decides 2021 Montaigne TechnicolourM/T: Montaigne, Dave Hammer Englisch Farbenprächtig Ausgeschieden 14 / 16 28 interne Auswahl 2022 Sheldon Riley Not the SameM/T: Cam Nacson, Sheldon Riley, Timi Temple Englisch Nicht dasselbe 15 / 25 125 2 / 18 243 Eurovision 2022: Australia Decides 2023 Voyager PromiseM: Daniel Estrin, Alex Canion, Ashley Doodkorte, Scott Kay, Simone Dow; T: Daniel Estrin Englisch Versprich 9 / 26 151 1 / 16 149 interne Auswahl 2024 Electric Fields One Milkali (One Blood)M/T: Zaachariaha Fielding, Michael Ross Englisch, Yankunytjatjara Ein Blut Ausgeschieden 11 / 15 41 interne Auswahl 2025 Go-Jo Milkshake ManM/T: Jason Bovino, George Sheppard, Marty Zambotto, Amy Sheppard Englisch Milchshake-Mann Ausgeschieden 11 / 16 41 interne Auswahl 2026 Delta Goodrem EclipseM/T: Delta Goodrem, Ferras Alqaisi, Jonas Myrin, Michael Fatkin Englisch – 4 / 25 287 3 / 15 222 interne Auswahl2027

Nationale Vorentscheide Interne Auswahl (2015–2018, 2021, 2023, 2024, 2025, 2026) Von 2015 bis einschließlich 2018 bestimmte der Sender SBS alle Interpreten mit ihren jeweiligen Songs intern. Der australische Beitrag von Guy Sebastian wurde am 16. März 2015 präsentiert.eurofire.blog.de: Dami Im wurde als australische Vertreterin für den ESC 2016 am 3. März 2016 bekannt gegeben, ihr Lied wurde dann eine Woche später, am 10. März 2016, veröffentlicht. Anfang März 2017 wurde Isaiah als australischer Vertreter mit seinem Lied bekannt gegeben, Jessica Mauboy am 11. Dezember 2017. Für 2023 kehrte man nach 3 Jahren wieder zu einer internen Auswahl zurück und nominierte die Band Voyager am 21. Februar 2023.

Eurovision: Australia Decides (2019–2020, 2022) Am 9. Februar 2019 fand die erste öffentliche Vorentscheidung Australiens, Eurovision 2019: Australia Decides, statt. Diesen gewann Kate Miller-Heidke mit ihrem Song Zero Gravity. Montaigne gewann am 8. Februar 2020, die zweite Ausgabe der Vorentscheidung, Eurovision 2020: Australia Decides, mit dem Song Don’t Break Me. 2021 wurde dann auf eine Vorentscheidung verzichtet, da Montaigne nach der Absage 2020 erneut die Chance erhalten sollte Australien zu repräsentieren. 2022 fand wieder eine öffentliche Vorentscheidung statt, die Sheldon Riley gewinnen konnte. 2023 hingegen verzichtete man auf einen Vorentscheid und wählte die Band Voyager intern aus.

Sprachen Australien war bis 2023 neben dem Vereinigten Königreich das einzige Land, das alle seine Beiträge ausschließlich in englischer Sprache vorstellte. Der Beitrag 2024 enthält jedoch einige Worte in der Australischen Sprache Yankunytjatjara. 2025 enthielt der Beitrag eine Zeile auf Französisch.

Kommentatoren und Punktesprecher Diese Liste der Kommentatoren und Punktesprecher beginnt mit dem TV-Übertragungen in Australien. Jahr Kommentatoren Punktesprecher 1983–2000 rowspan="6" 2001 Mary Coustas(kommentierte in der Rolle Effie) 2002 2003–2004 Des Mangan 2005–2008 2009–2014 Julia ZemiroSam Pang 2015–2016 Lee Lin Chin 2017 Myf WarhurstJoel Creasey 2018 Ricardo Gonçalves 2019 Electric Fields 2020 Wettbewerb abgesagt 2021 Myf WarhurstJoel Creasey Joel Creasey 2022 Courtney Act 2023 Catherine Martin 2024 Danny Estrin 2025 Courtney Act & Tony ArmstrongSilia Kapsis 2026 Courtney Act & Danny EstrinDami Im

Punktevergabe Folgende Länder erhielten die meisten Punkte von oder vergaben die meisten Punkte an Australien (Stand: 2026): Die meisten im Finale vergebenen Punkte Platz Land Punkte 1 107 2 59 3 57 57 4 54 5 52 Die meisten im Finale erhaltenen Punkte Platz Land Punkte 1 90 2 81 3 76 4 71 5 69 Die meisten insgesamt vergebenen Punkte Platz Land Punkte 1 183 2 116 3 105 4 94 5 93 Die meisten insgesamt erhaltenen Punkte Platz Land Punkte 1 159 2 141 3 139 4 133 5 127

Vergaben der Höchstwertung Seit 2015 vergab Australien im Finale die Höchstpunktzahl an 14 verschiedene Länder, davon je dreimal an Belgien, Israel und Schweden. Im Halbfinale dagegen vergab Australien die Höchstpunktzahl an 14 verschiedene Länder, davon dreimal an Schweden.

Höchstwertung (Finale) Jahr Land Platz(Finale) 2015 1 2016 (J & T) 10 2017 (J) 15 (T) 3 2018 (J) 7 (T) 1 2019 (J) 5 (T) 6 2020 Wettbewerb abgesagt 2021 (J) 7 (T) 4 2022 (J) 3 (T) 1 2023 (J) 7 (T) 2 2024 (J) 6 (T) 5 2025 (J) 6 (T) 2 2026 (J & T) 1 Höchstwertung (Halbfinale) Jahr Land Platz(Halbfinale) 2015 (Erstes Halbfinale) 9 (Zweites Halbfinale) 1 2016 (J & T) 3 2017 (J) 9 (T) 2 2018 (J) 2 (T) 5 2019 (J) 2 (T) 3 2020 Wettbewerb abgesagt 2021 (J) 1 (T) 2 2022 (J) 1 (T) 3 2023 2 2024 1 2025 2026 (J) 14 (T) 5

Verschiedenes