mini|Alexia Putellas (2023) Alexia Putellas Segura (* 4. Februar 1994 in Mollet del Vallès) ist eine spanische Fußballspielerin. Die offensive Mittelfeldspielerin steht seit 2026 bei London City Lionesses unter Vertrag und spielt seit 2013 für die spanische Nationalmannschaft. Zuvor war sie ab 2012 vierzehn Jahre für den FC Barcelona aktiv, wo sie zur Vereinsikone wurde. Putellas gilt als eine der besten Fußballspielerinnen der Welt. In den Jahren 2021 und 2022 wurde sie von France Football mit dem Ballon d’Or als „Weltfußballerin des Jahres“ ausgezeichnet; zudem wurde sie in denselben Jahren FIFA-Weltfußballerin des Jahres sowie UEFA-Spielerin des Jahres.

Für die Nationalelf ist sie mit mehr als 100 Einsätzen Rekordspielerin und derzeitige Spielführerin. Sie war Teil der spanischen Auswahl, die bei der Weltmeisterschaft 2023 in Australien und Neuseeland Spaniens ersten WM-Titel der Frauen gewann.

Putellas absolvierte in mehr als zehn Jahren über 500 Partien für den FC Barcelona und gewann mit dem Verein zahlreiche Trophäen, darunter viermal die UEFA Women’s Champions League, zehnmal die spanische Meisterschaft, zehnmal den Copa de la Reina und sechsmal den spanischen Supercup. Sie ist mit mehr als 200 Toren Rekordtorschützin im Verein, zusätzlich ist sie auch die beste Torschützin Barcelonas in der Champions League.

Persönliches Alexia Putellas wurde im Februar 1994 als Tochter von Elisabet Segura Sabaté und Jaume Putellas Rota im katalanischen Mollet del Vallès geboren. Bereits als Kind begeisterte sie sich für verschiedene Sportarten und spielte unter anderem Hockey, Tennis und Basketball. Da ihre Heimatstadt nur rund 30 km von der katalanischen Hauptstadt Barcelona entfernt liegt, war ihre gesamte Familie leidenschaftlicher Anhänger des FC Barcelona. Putellas besuchte als Kind mehrmals mit ihren Eltern das Camp Nou; überdies verfolgte die Familie die Spiele des Klubs live in der lokalen Bar La Bolera.

In ihrem Heimatort besuchte Putellas 13 Jahre lang die Schule „Anselm Clavé“, auf dem Schulhof sammelte sie erste Erfahrungen im Fußballspielen. Insbesondere ihr Vater Jaume förderte ihre Liebe zum Fußball, ihre Mutter und ihre jüngere Schwester Alba zeigten hingegen wenig Interesse an der Sportart.

Im Juni 2012 verstarb ihr Vater aufgrund von Herzproblemen. Putellas, die stets ein sehr enges Verhältnis zu ihm hatte, widmete ihm 2021 den Gewinn ihres ersten Ballon d’Or.

Aufgrund der damals fehlenden Professionalität im Frauenfußball begann sie 2013 ein Studium der Betriebswirtschaftslehre und Management an der Universität Pompeu Fabra in Barcelona, das sie nach einiger Zeit abbrach, um sich ganz auf ihre Fußballkarriere konzentrieren zu können.

Vereinskarriere Nachwuchs Im Alter von sieben Jahren meldeten ihre Eltern Putellas beim CE Sabadell an, da der Verein als einziger in der Nähe von Mollet del Vallès über eine Mädchenmannschaft verfügte. Allerdings wurde für sie ein falsches Geburtsdatum angegeben, weil der Klub ein Mindestalter von acht Jahren für seine Jugendmannschaften verlangte. Die Trainingsteilnahmen gestalteten sich ebenfalls nicht problemlos, da die Mädchen erst nach den Jungenmannschaften trainieren durften und Putellas daher oft spät am Abend nach Hause kam. Mit ihrer ruhigen, entschlossenen Art zeigte sie schon früh Führungsqualitäten und wurde in der Folge Spielführerin ihrer Mannschaft.

2005 wurde Putellas von La Masia, der Jugendakademie des FC Barcelona, aufgenommen. Nach einer Umstrukturierung der Frauen- und Mädchenabteilung stellte der Klub ein Jahr später jedoch kein Team mehr für ihre damalige Altersklasse. Putellas wechselte daher zu Espanyol Barcelona, wo sie die passende Förderung fand; vier Jahre lang spielte sie im Nachwuchsbereich von Espanyol.

Espanyol Barcelona In der Saison 2009/10 gab die 16-jährige Putellas ihr Debüt für die Profimannschaft von Espanyol, die sich im gleichen Jahr den spanischen Pokal sicherte. Putellas kam im Finalspiel gegen Rayo Vallecano jedoch nicht zum Einsatz.

mini|Putellas feiert mit Espanyol den Gewinn des spanischen Pokals 2010 In der darauffolgenden Saison kam sie auf 24 Einsätze und drei Tore in der Liga F, der höchsten Spielklasse im spanischen Frauenfußball. Im Endspiel um den spanischen Pokal – das zweite in Folge für Espanyol – am 19. Juni 2011 stand sie in der Startelf ihrer Mannschaft, die jedoch mit 0:1 nach Verlängerung gegen den Stadtrivalen FC Barcelona unterlag.

Levante Knapp ein Monat nach dem verlorenen Pokalfinale 2011 wechselte Putellas, die schon damals als großes Talent im spanischen Fußball angesehen wurde, nach Valencia zum UD Levante. Für ihren neuen Klub absolvierte sie alle Spiele in der Saison 2011/12 und schoss insgesamt 15 Tore. Damit war sie auch die erfolgreichste Torschützin ihrer Mannschaft.

In Levante entwickelte sie sich zu einer ballsicheren und technisch begabten Mittelfeldspielerin. Auch ihr Spiel ohne Ball und die Beidfüßigkeit verbesserten sich, nachdem Levante-Trainer Antonio Contreras bemerkt hatte, dass ihr schwächerer rechter Fuß ein Nachteil war.

FC Barcelona 2012/13 Xavi Llorens, damals Trainer der Frauenmannschaft Barcelonas, und die Vereinsführung hatten ihre Entwicklung seit ihrer Zeit in La Masia beobachtet und nach ihrer beeindruckenden Saison in Levante kam sie im Sommer 2012 zum FC Barcelona zurück. Als spanischer Meister hatte der Klub sich erstmals für die UEFA Women’s Champions League qualifiziert. Putellas gab ihr CL-Debüt bei der 0:3-Niederlage gegen Arsenal am 26. September 2012.

mini|Putellas in ihrer ersten Saison beim FC Barcelona (2012) Nach einem 2:1-Sieg über Athletic Bilbao am 4. Mai 2013 vor über 25.000 Zuschauern im San Mamés stand Barcelona am vorletzten Spieltag der Liga F als spanischer Meister fest. Für Putellas war es ihre erste gewonnene Meisterschaft. Rückblickend bezeichnete sie das Spiel als eines der schönster ihrer Karriere, da sie davor noch nie vor so einer Kulisse gespielt hatte und sie das Gefühl hatte, zum ersten Mal eine wirkliche Fußballerin zu sein.

mini|Putellas im September 2012 Am 16. Juni 2013 krönte sich Barcelona mit einem 4:0-Sieg gegen Prainsa Zaragoza im Pokalendspiel zusätzlich als spanischer Pokalsieger. Putellas absolvierte die volle Spielzeit. Ihr Tor zum zwischenzeitlichen 3:0 in der 41. Minute, das sie nach einer sehenswerten Einzelaktion erzielte, bekam in der Folge mediale Aufmerksamkeit in und außerhalb Spaniens. Putellas wurde ebenfalls als Spielerin des Turniers ausgezeichnet.

2013/14 In der Saison 2013/14 wurde Putellas erneut mit dem FC Barcelona spanischer Meister. Das Team blieb in 28 Spielen in Folge ungeschlagen und sicherte sich bei einem 3:0-Erfolg auswärts gegen Atlético Madrid am 27. Spieltag die Meisterschaft.

Putellas war auch ein fester Bestandteil von Barcelonas Pokalkampagne 2014 und sie erzielte in jeder Paarung der K.-o.-Runde ein Tor. Barcelona erreichte das Viertelfinale gegen Real Sociedad mit einem Gesamtergebnis von 1:0, wobei ein Tor von Putellas im Auswärtsspiel den Ausschlag gab. Im Halbfinale erzielte sie beim 2:1-Heimsieg von Barcelona gegen Rayo Vallecano ebenfalls ein Tor. Mit einem Gesamtergebnis von 3:1 schaffte es Barcelona ins Pokalfinale. Dort traf man auf Athletic Bilbao. Putellas sorgte in der Verlängerung des Endspiels mit einem Schuss außerhalb des Strafraums in der 93. Minute für das erste Tor des Spiels; Bilbao erzielte vier Minuten später das 1:1 erzielen. Die zweite Hälfte der Verlängerung blieb torlos, womit die Partie im Elfmeterschießen entschieden werden musste. Putellas verwandelte den fünften Elfmeter zum Siegtreffer für die Katalaninnen. Sie wurde daraufhin zum zweiten Mal in Folge zur Spielerin des Turniers ernannt.

In der Champions League Saison 2013/14 setzte sich Barcelona im Sechzehntelfinale aufgrund der Auswärtstorregel gegen den dänischen Klub Brøndby IF durch (2:2). Im Achtelfinale traf man auf den FC Zürich, den die Spanierinnen mit einem Gesamtergebnis von 6:1 besiegten. Mit dem VfL Wolfsburg traf man im Viertelfinale auf einen überlegenen Gegner – Barcelona blieb gegen die Wölfinnen ohne Tor und verlor beide Partien (3:0, 2:0).

2014/15 In der Liga F verteidigte Barcelona die Meisterschaft erneut, nachdem das zweitplatzierte Atlético Madrid sieglos gegen Valencia geblieben war. Die Katalaninnen waren damit gleich auf mit Athletic Bilbao und UD Levante, die ebenfalls insgesamt vier Meisterschaften gewonnen hatten. Wobei Barcelona nun das erste Team in der Liga F war dem dies vier Jahre in Folge gelang. Da Putellas erst ab 2012/13 für Barcelona spielte, war es für sie die erst dritte gewonnene Meisterschaft.

Barcelona qualifizierte sich in der Saison 2014/15 für das Achtelfinale der Champions League, nachdem sie Slavia Prag im Sechzehntelfinale besiegt hatten (1:0, 3:0). Putellas erzielte im Rückspiel ihr erstes Tor überhaupt im Wettbewerb. Im November 2014 traf Barcelona im Achtelfinale auf die Mannschaft von Bristol City, konnte sich jedoch durch eine 0:1-Niederlage im Hinspiel und einem 1:1 im Rückspiel nicht gegen die Engländerinnen durchsetzen.

Im Pokal blieb Barcelona ebenso erfolglos und schied am 15. Mai 2015 mit einem 0:1 gegen Valencia im Halbfinale aus.

2015/16 mini|Putellas im Ligaspiel gegen Athletic Bilbao (2016) Trotz 24 Siegen und fast 100 geschossenen Toren riss in der Saison 2015/16 Barcelonas Meisterserie und sie wurden nur Zweiter in der Liga F, einen Punkt hinter Athletic Bilbao. Für die damals 21-jährige Putellas selbst war es dennoch eine erfolgreiche Saison. Als Torschützin trug sie sich viermal beim 10:0-Sieg gegen Fundación Albacete am 8. November 2015 ein. Es war der erste Viererpack ihrer Karriere. Ihren ersten Hattrick erzielte sie wenige Wochen später im Ligaspiel gegen Real Oviedo am 31. Januar 2016.

Mit 17 Toren war sie hinter Jennifer Hermoso (26 Tore) Barcelonas zweitbeste Torschützin, als auch die viertbeste in der Liga. Ihre gestiegene Torgefährlichkeit ergab sich dadurch, dass Trainer Xavi Llorens sie anstatt im Mittelfeld vermehrt am linken Flügel einsetzte, eine Position auf der Putellas in ihrer Jugend schon gespielt hat.

Im Sechzehntelfinale der UWCL 2015/16 traf Barcelona auf BIIK Kazygurt aus Kasachstan. Verletzungsbedingt verpasste Putellas das Hinspiel (1:1) und kehrte beim Sieg im Rückspiel (4:1) in der zweiten Halbzeit zurück. Beim zwischenzeitlich 4:0 in der 65. Minute gab sie eine Torvorlage für Teamkollegin Jennifer Hermoso. Ebenso absolvierte sie die volle Spielzeit in beiden Partien des Achtelfinals gegen den FC Twente. Mit einem Gesamtergebnis von 2:0 schafften es die Katalaninen ins Viertelfinale. Nach einem torlosen Unentschieden im Hinspiel im Estadi Johan Cruyff, besiegte Paris Saint-Germain Barcelona im Rückspiel mit 1:0.

Nach Pokal-Erfolgen gegen Real Sociedad (5:1) im Viertelfinale und Levante (3:0) im Halbfinale, traf Barcelona im Finalspiel der Copa de la Reina auf Atlético Madrid. Im Spiel gegen Real Sociedad steuerte Putellas zwei Tore und eine Torvorlage bei. Im Finale am 26. Juni 2016 gegen die Madrilenen spielte sie bis zur 84. Minute, konnte ihrer Mannschaft allerdings nicht zum Sieg verhelfen. Atlético gewann die Partie mit 3:2.

2016/17 In der Saison 2016/17 erspielte sich Barcelona erneut den zweiten Platz der Liga F. Mit insgesamt 78 Punkten, vier mehr als die Katalaninen, sicherte sich dieses Mal Atlético Madrid die Meistertrophäe. Putellas kam auf zehn Saisontore.

Vielversprechender verlief es dagegen in der UEFA Women’s Champions League, wo Barcelona erstmals das Halbfinale erreichte. Putellas und ihr Team mussten sich hier nach zwei Niederlagen und einem Gesamtergebnis von 1:5 abermals gegen Paris Saint-Germain geschlagen geben.

Im Februar 2017 wurde Putellas erstmals in der Auswahl für die FIFPro Women’s World 11 2016 als eine der besten Angreifer der Welt inkludiert und wurde von mehr als 3.200 Spielerinnen auf den 7. Platz gewählt.