mini|Revers einer Carte de Visite für W. Högler in Bregenz; Lithografie von „K. Krziwanek, Wien“ Karl Krziwanek (* 11. Mai 1834 in der Jägerzeile, heute zu WienTaufbuch Wien St. Johann Nepomuk, tom. V, fol. 260 (Faksimile).; † 25. September 1874 in WienSterbebuch St. Josef ob der Laimgrube, tom. XVI, fol. 125 (Faksimile); Personalnachricht. „Herr Carl Krziwanek, …, ist am 25. September im Alter von 40 Jahren, … verschieden.“ (Photographische Notizen, 10. Jg., Wien 1874, S. 153–154 und Vereins- und Personalnachrichten, in: Photographische Correspondenz, XI. Band, Wien 1874, S. 171–172.)) war ein österreichischer Händler für die Ausstattung von fotografischen Ateliers und Besitzer einer lithografischen Anstalt. Er war zu Lebzeiten Inhaber der Einzelfirma „Karl Krziwanek“, die nach seinem Tod weitergeführt wurde.

Leben und Werk mini| Revers einer CdV des Atelier E. Bieber um 1875 Karl Krziwanek war der Sohn des Johann Ludwig Krziwanek (1795–1861), aus Böhmen gebürtig, Doktor der Rechte, Mitglied der Juridischen Fakultät Wien, Landrichter und Glasfabrikant in Janstein, und der Barbara, geb. Hafenbrädl (Glasmacherstochter). Sein Bruder war der in Wien tätige Fotograf und Erfinder Rudolf Krziwanek (1843–1905).

Karl Krziwanek schuf für seine Firma zwei Standbeine. Von Beginn an betrieb er eine lithographische Anstalt. Hier wurden Kartons geschnitten und die Revers gestaltet. Kartons waren als Unterlage für die hauchdünnen Photopapiere notwendig, die die Neigung hatten, sich aufzurollen. Im Laufe der Zeit handelte er zusätzlich mit Ausstattungen für photographischen Ateliers wie Hintergründe, Mobiliar und anderer Einrichtungsgegenstände. Dafür wurde Krziwanek auf der dritten photographischen Ausstellung 1868 in Hamburg prämiert.Photographische Correspondenz V. Band, Wien 1868, S. 279. Im Laufe der Jahre kamen Objektive, Kameras und Zubehör hinzu. Platten, Fotopapiere und Chemikalien hatte er ebenso im Angebot.

Karl Krziwaneks Firma wurde zu dem Zeitpunkt gegründet, als die Carte de Visite sich als das geläufigste Format für Photographien durchzusetzen begann. Das begründete den Erfolg des Unternehmens in den Anfangsjahren. Krziwaneks Firma lieferte 1867 für die Wiener Fotografen rund 1,5 Millionen „Visitkartons“ aus.Statistisches. In: Ludwig Schrank (Hrsg.): Photographische Correspondenz V. Band, Wien 1868, S. 54. mini|Szubert Awit, Krziwanek Karl, Sokolica, Pieniny, MHF 2030 II Karl Krziwanek war Mitglied der Photographischen Gesellschaft in Wien und zeitweilig deren Kassenprüfer und Mitglied im Comité.

Firma Karl Krziwanek oder K. Krziwanek

Nach dem Tod von Karl Krziwanek wurde seine Frau Leonie Inhaberin der 1860 gegründeten Firma.Anzeige in Neues Wiener Tageblatt, 9. Oktober 1874, Nr. 277, S. 9. Als Prokurist war Franz Exner 1875 eingetragen.Karl Krziwanek. In: Adolph Lehmann's allgemeiner Wohnungs-Anzeiger, Wien, Band 13, A. Hölder, Wien 1875, S. 648. Widersprüchlich dazu der Titel eines Geschäftsführers (Quelle: Neue Mitglieder, in: Photographische Correspondenz X. Band, Wien 1873, S. 201.) oder Geschäftsleiters. Mindestens bis zum Jahr 1900 blieb er Mitarbeiter in leitender Funktion. Als Leiter der lithographischen Anstalt zeichnete Herr Gärtner verantwortlich. Im Jahr 1900 feierte er sein 25-jähriges Jubiläum. Als Prokuristen zeichneten zeitweilig Heinrich Tausenau († 1891) und Jean Mainguet verantwortlich. Ein weiterer Mitarbeiter war Julius Türk.Die Namen der Mitarbeiter ergeben sich aus div. Berichten und Protokollen von Versammlungen des Photographischen Vereins, in denen sie namentlich erwähnt wurden. Vereinsorgan war die Photographische Korrespondenz.

Die gesellschaftlichen Verhältnisse sind nicht aufgeklärt. Um das Jahr 1880 wurde der Rechtsanwalt Carl Ritter von Tarnóczy-Sprinzenberg zeitweilig als Geschäftsführer genannt.Protokoll der Jahresversammlung, in: Photographische Correspondenz 18. Band, Wien 1881, S. 1. Nachdem Karl Beck, Buchhalter in Fa. Kühle & Milesche und der Reisende Johann Prihoda 1907 die Firma „Prihoda & Beck“ mit dem Ziel, mit photographischen Bedarfsartikeln zu handeln, gegründet hatten, übernahmen sie im selben Jahr die Firma „Karl Krziwanek“.Geschäftsnachrichten. In: Photographische Correspondenz, 44. Jg., 1907, S. 599. Der Name „Karl Krziwanek Nachf. Prihoda & Beck“ blieb noch ein paar Jahre erhalten.

Veröffentlichung Die Camée-Medaillon-Visitkarte, in: Photographische Correspondenz VII. Band, Wien 1870, S. 199–200.

Werbliche Anzeigen Anzeige in Photographische Correspondenz, 5. Jg. 1868, unpag., (S. 168), () Anzeige in Photographische Correspondenz, 6. Jg. 1869, gegenüber S. 17, (). Anzeige in Photographische Correspondenz, 6. Jg. 1869, nach S. 70, (online) Anzeige in Photographische Correspondenz, 6. Jg. 1869, gegenüber S. 95, () Anzeige in Photographische Correspondenz, 6. Jg. 1869, gegenüber S. 236, (online) Anzeige in Photographische Correspondenz, 8. Jg. 1871, gegenüber S. 252, (online) Anzeige der lithografische Anstalt in Photographische Correspondenz, 11. Jg. 1874, ()

Weblinks

Krziwanek (Neueingabe erforderlich) in der Albertina

Einzelnachweise

Kategorie:Lithograf (Österreich) Kategorie:Unternehmer (19. Jahrhundert) Kategorie:Unternehmer (Wien) Kategorie:Unternehmer (Österreich-Ungarn) Kategorie:Geboren 1834 Kategorie:Gestorben 1874 Kategorie:Mann