Die Liste Eiserner Hände bietet eine Übersicht der heute bekannten Eisernen Hände, mechanischen Hand- und Armprothesen, die ab dem 15. Jahrhundert in Mitteleuropa entstanden sind. Entsprechend der Forschungslage ist die Aufzählung nicht abschließend.Liebhard Löffler: Neues von alten Händen. Neuentdeckte und bisher kaum beachtete Arm- und Handprothesen. In: Orthopädie-Technik. Nr. 5, 1981, S. 75–81.
Eiserne Hände können grob in drei Baugruppen aufgeteilt werden. Die erste, älteste, verfügt nur über einen einzelnen, im Grundgelenk beweglichen Fingerblock (1B in der Tabelle). Eine Weiterentwicklung verfügt über zwei unabhängige Fingerblöcke, die zum einen aus Zeige- und Mittelfinger, zum anderen aus Ring- und kleinem Finger bestehen (2B in der Tabelle); die meisten Exemplare dieser Gruppe stammen aus dem 16. Jahrhundert. Wenig später kamen aber bereits Kunsthände mit einzeln beweglichen Fingern auf (E in der Tabelle). Bei vielen Eisernen Händen ist der Daumen, wenn nicht starr, mechanisch an die Bewegung des ersten Fingerblocks gekoppelt.
Zu den bekanntesten eisernen Handprothesen gehört die jüngere der beiden Kunsthände des fränkischen Reichsritters Gottfried „Götz“ von Berlichingen. Sie ist auch eines der wenigen Exemplare, bei dem die Finger in allen Gelenken, nicht nur im Grundgelenk, beweglich sind (G in der Tabelle).
Es gilt zu beachten, dass die Möglichkeit „zu Greifen“ immer noch recht eingeschränkt war. Diese Prothesen konnten mittels der beweglichen Teile in eine gewünschte Position gebracht werden und mussten mit der gesunden Hand (oder wenn diese nicht vorhanden war: durch einen Dritten) fixiert, und gegebenenfalls danach arretiert werden. Die Arretierung der Gelenke erfolgte über einen mehr oder weniger komplexen Verriegelungsmechanismus mit Sperrklinken und Blattfedern. Dieser Mechanismus, ähnelt einem Batterieschloss.Günter Quasigroch: Die Handprothesen des fränkischen Reichsritters Götz von Berlichingen. 1. Fortsetzung: Die Ersthand. In: Waffen- und Kostümkunde. Bd. 24, 1982, S. 17–33.
__TOC__
Liste