mini|Wappen derer von Gottfurt in Siebmachers Wappenbuch (1605) mini|Herrenhaus Buttelstedt, 2010 Gottfarth (auch Göttfarth, Göttfahrt, Gottfart, Gottfahrt, Gotfert, Gotheforde, Gottefert, Gottfurt, GuttfurtJohann Heinrich von Falckenstein: Thüringische Chronicka, Oder vollständige Alt- Mittel- und Neue Historie von Thüringen. Worinnen von der Thüringer Namen und Ursprunge, des Landes ältesten Grentzen und Eintheilung; Des Volckes Heydenthum; Deren Könige, und dem Königreich an sich selbst, bis auf dessen Untergang, Ausführlich und umständlich gehandelt, alles und jedes aus bewährten Historicis und Urkunden erwiesen und vorgestellet wird, Band 2, Erfurt 1738, S. 1337. o. ä.) ist der Name eines erloschenen thüringischen Adelsgeschlechts, das in den Ernestinischen Herzogtümern, im fränkischen und Mansfelder Land, sowie in der Kurpfalz ansässig war.

Geschichte Der Familienname leitet sich von dem Vornamen Gottfried ab. Der erste namentliche Vertreter war Theodericus Gothefridi. Diesem Dietrich, Sohn des Gottfried, gehörten nach dem Bedeverzeichnis der Vogtei Buttelstedt aus dem Jahre 1333 vier Mansen im Oberndorf, heute eine Wüstung bei Buttelstedt, und ½ Manse in der Buttelstedter Flur „die Lache“.Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte und Altertumskunde, Band 37, 1931, S. 195 f. Ferner besaß Filius Gothefried ½ Manse in Ottmannshausen. Zum Jahr 1412 wird Hans von Gottfart als einer derjenigen Zeugen erwähnt, die sich für die Versetzungen des Grafen Gunther von Schwarzburg verbürgten. 1417 tritt derselbe als Hans Gottfart zusammen mit anderen als Bürge für Graf Heinrich von Schwarzburg auf, als Letzterer das Schloss und die Stadt Stolberg für 2000 gute Rheinische Gulden an Georg von Heytingsberg und Verwandte auf drei Jahre versetzte.Friedrich Hermann Albert von Wangenheim: Regesten und Urkunden zur Geschichte des Geschlechts Wangenheim, Göttingen 1872, S. 116 f., Nr. 213 (Google Bücher) und S. 122, Nr. 233 (Google Bücher). 1420 erscheint Hannes Gotefard als Urkundenzeuge. 1434 erhielt Hans Gottfarth zusammen mit seinen Brüdern Ludolf und Dietrich Gottfarth vom Landgraf Friedrich dem Friedfertigen für 300 Mark einen Teil von Buttelstedt verpfändet.Wilhelm Rein: Thuringia sacra. Urkundenbuch, Geschichte und Beschreibung der thüringischen Kloster, Teil II (Ettersdorf, Heusdorf und Heyda), Weimar 1865, S. 84 f. (archive.org). Buttelstedt hatte damals bereits Stadtrechte und so heißt es „Schloss und Stadt mit allen Dörfern, Renten, Zinsen und Gerichten“Hauptstaatsarchiv Weimar: Ernestinisches Gesamtarchiv, Reg. Aa (Finanzangelegenheiten): Verschreibungen und Verpfändungen von Schlössern und Ämtern in Gebesee, Buttelstädt, Orlamünde, Pouch und Ziegenrück und der Münze in Wittenberg: Signatur 852: Verpfändung des Amtes Buttelstädt durch Landgraf Friedrich von Thüringen an die Gebrüder Leudolff, Hans und Diterich Gottfarth für 300 Mark lötiges Silber Erfurtischen Zeichens, o. O., Donnerstag nach Michaelis 1434 (Abschrift). durch Landgraf Friedrich den Friedfertigen im Jahr 1434 an Leutolf/Ludolf, Hans und Dietrich von Gottfahrt versetzt, welche schon seit 1432 mit Teilen der Stadt beliehen waren. 1458 bekam die Stadt Buttelstedt ihre Rechte und Gesetze durch den sächsischen Kurfürsten geregelt. Im selben Jahr bekamen die von Meusebach Stadt und Vogtei Buttelstedt zu Lehen, so dass die später als in teilweisen Besitz der Stadt Buttelstedt bezeichneten Gottfarths ab da nur als Besitzer der Burg, bzw. des Ritterguts Buttelstedt aufzufassen sind.Paul Lehfeldt: Grossherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Apolda, Jena 1888, S. 398–405. So war das landtagfähige Gut Buttelstedt inklusive Patrimonialgericht schon im 15. Jahrhundert Stammsitz des Geschlechts, ebenso ein Herrensitz im nahegelegenen Daasdorf. Am 7. November 1462 belehnte Siegmund, Graf von Gleichen, Herr zu Tonna, die Gebrüder Heinrich und Ludolf von Gottfarth (Gotheforde) sowie die Gebrüder Georg und Dietrich von Gottfarth mit Gütern und Zinsen in Weida, Mannstedt und Elleben.Sächsisches Staatsarchiv: Hauptstaatsarchiv Dresden: 10001 Ältere Urkunden, Nr. 07765a

Auch in Sachsen besaß das Adelsgeschlecht Gottfarth Güter. 1624 besaß Soldan von Gottfarth Lüttchendorf im Mansfeldischen. Anton Christoph und Hans Anton von Gottfarth saßen 1657–1689 in Artern. Dort hatte die Familie im 16. und 17. Jahrhundert den Oberen Hof (auch Rittergut Artern genannt), bis der Besitz an die Familie von Stammer überging.Gustav Poppe: Geschichte der Stadt Artern, 1867, S. 115–120. mini|Herrenhaus des Ritterguts Oberer Hof in Artern, 2005 An Christoph Anton/Anton Christoph von Gottfarth auf ArternVierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, Band 21, Berlin 1893, S. 266. gelangte der Wechsunger Hof, vom letzten Wechsungen in Voigtstedt, Hans von Wechsungen, oder von dessen Erben. 1663 veräußerte Anton Christoph den Wechsunger Hof, wie auch das Gut zu Voigtstedt, den Knauthof,Louis Ferdinand Freiherr von Eberstein: Die im Jahre 1893 lebenden Mitglieder der Familie Eberstein vom Eberstein auf der Rhön und ihre direkten Vorfahren bis zu der Zeit des Ueberganges des Eberstein’schen Geschlechts aus der fränkischen Stammheimath nach Thüringen, Berlin 1893, S. 38. an Albrecht Hartmann von Eberstein aus Gehofen († 1682).Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und Alterthumskunde, Wernigerode 1893, S. 74. Oberstleutnant Dietrich Hildebrand von Gottfarth besaß 1655 das Gut in Freienbessingen. Hans Heinrich von Gottfarth und sein Sohn Adam von Gottfarth hatten 1611 das Gut Erdeborn im Mansfeldischen im Besitz, das Ernst Heinrich von Gottfarth (erscheint 1723 als †) noch 1720 besaß. Jobst von Gottfarth wohnte 1624 in Lodersleben und die Witwe von Hans von Gottfarth hatte 1586 ein Gut in Wundersleben.Mülverstedt (1884), S. 54. Weiterer Besitz lag u. a. in Luckendorf, Camburg, Coburg, Prießnitz und Sonnenburg. Der umfangreiche Grundbesitz wird auch durch die Tatsache deutlich, dass Hans Heinrich von Gottfarth zu Buttelstedt 1665 Erbzinsen aus 24 Orten erhielt. mini|Epitaph des Wolf von Gottfarth im Naumburger Dom Hans von Gottfarth zu Buttelstedt, Leutholf/Ludolf von Gottfarth zu Daasdorf und Dietrich von Gottfarth lebten noch 1457.Gauhe (1740), Sp. 671. Christoph von Gottfarth (der Jüngere) (1510–1610) zu Daasdorf beteiligte sich 1535 an Kaiser Karls V. Tunisfeldzug.Paul Lehfeldt: Bau- und Kunst-Denkmäler Thüringens, Heft XIII. (Grossherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach), Jena 1891, S. 402 (Google Bücher).

Das Epitaph des Wolf von Gottfarth, gelber Sandstein, 184 × 106 cm, befindet sich im Naumburger Dom. Die Nase ist ergänzt, die Bemalung ist nicht mehr ursprünglich. Umschrift auf 6-7 cm Breite, oben in den Ecken Wappen väterlicherseits (Gottfarth) und mütterlicherseits (Harras). Inschrift oben: „Anno . 15..“ rechts: „Ist . In . Got . Entschlafen“. Wolf von Gottfahrt war 1570 zu Alt-Beichlingen gesessen.Ernst Schubert, Jürgen Görlitz: Die Inschriften des Naumburger Doms und der Domfreiheit, Berlin 1959, S. 104. Beschrieben auch bei Naumburger Inschriften. Gesammelt und erläutert von Paul Mitzschke, Naumburg/S. 1877, S. 109 f., korr. S. 457: „Gotfart“. Wolf von Gottfart nahm nach dem Abgange des Wolf von Schaderitz, Hofmeisters bei der Gemahlin des Kurfürsten Johann Friedrich I. von Sachsen, der Kurfürstin Sibylla, dessen Stelle ein, wurde aber schon 1548 durch Joachim von Widebach ersetzt.August Beck: Johann Friedrich der Mittlere, Herzog zu Sachsen. Ein Beitrag zur Geschichte des sechszehnten Jahrhunderts, Band 2, Weimar 1858, S. 121.

mini|Merian-Ansicht von Stadt und Schloss Alzey 1645, Sitz des Burggrafen zu Alzey vor der Errichtung des Burggrafiats um 1700 Der Reichsritter Meinhard von Schönberg folgte Hans Landschad von Steinach im Amt des kurpfälzischen Marschalls, doch Christoph von Gottfarth († 1570 in GermersheimCarl W. F. L. Stocker: Familien-Chronik der Freiherren von Gemmingen, Heilbronn 1895, S. 67 f. oder 1593Albert Mays: Erklärendes Verzeichnis der städtischen Kunst- und Altertümersammlung zur Geschichte Heidelbergs und der Pfalz im Friedrichsneubau des Heidelberger Schlosses, herausgegeben vom Kurpfälzischen Museum der Stadt Heidelberg, Heidelberg 1892, S. 169.) löste Schönberg nach nur einem Jahr in diesem Amt ab. Christoph von Gottfarth war schon unter Ludwig V. in Pfälzer Dienste gekommen und 1559 gleich nach dem Regierungsantritt Friedrichs III. als Stallmeister und Untermarschall zum ständigen Begleiter des pfälzischen Kurfürsten geworden.Volker Press: Calvinismus und Territorialstaat. Regierung und Zentralbehörden der Kurpfalz 1559-1619, Kieler historische Studien, Band 7, 1970, S. 236. Als kurpfälzischer Rath, under Marschalck und Stalmaister gehörte Christoff Gotfart auch zum Gefolge des Pfälzer Kurfürsten Friedrich III. im Jahr 1562 zum Kurfürstentag zur Wahl mit anschließenden Krönungsfeierlichkeiten von Maximilian II. zum römisch-deutschen König in Frankfurt am Main.Franckfurter ankunfft, oder verzaichnuß aller Potentate[n], Chur vnd Fürsten, Gaistlichen vn[d] Weltlichen, Bischofen, ...die auff der Röm. Kün. May. Waal vnd Krönung zu Franckfurt am Mayn personlich erschinen vnd gewesen seind, Augsburg 1562, S. 21. Christoph von Gottfahrt wurde dann Nachfolger des Grafen Valentin von Erbach als Burggraf von Alzey (Graf Valentin Schenk von Erbach, der am 14. Juli 1517 geborene jüngste Sohn des Grafen Eberhard XIII. Schenk von Erbach,Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte, Band 7, 1955, S. 130. amtierte als Burggraf von Alzey 1558–1563Stefan Grathoff: Burg und Schloss Alzey - Residenz der Pfalzgrafen bei Rhein (Abgerufen am 2. März 2026.)), bis er nach Heidelberg zurückkehrte. Gottfart konnte sich fast ein Vierteljahrhundert im kurpfälzischen OberratVolker Rödel: Kurpfalz: Verwaltung (Neuzeit), Vorsichtige Konsolidierung zu Beginn des 16. Jahrhunderts, in: Historisches Lexikon Bayerns. (Abgerufen am 3. März 2026.) halten, da er jedem konfessionellen Extremismus fernstand.