mini|Gedenkstein der Liuba im Lübbener Stadthain Liuba (altslawisch „Liebe“ oder „die Liebende“) ist der Name der sorbischen (wendischen) Göttin des Frühlings, der Liebe und der Fruchtbarkeit. Sie ist die slawische Entsprechung der nordischen Göttin Freyja.
Namensformen Lioba, Luba, Ljuba oder Lupa auf vornamen.ch ist der Name der slawischen Göttin der Morgenröte, des Mondes und des Frühlings.
Stellung, Attribute Die Göttin ist in mythologischen Nachschlagewerken nicht zu finden, wird jedoch in einigen wenigen Quellen im 18. und 19. Jahrhundert erwähnt. Die Göttin Liuba ist Herrin der Morgenröte, des Mondes und des Frühlings. Sie ist die Schutzgöttin aller Liebenden. Sie gebietet über den Frühling, die Fruchtbarkeit und Wachstum. Sie lehrte die weisen Frauen das Brauen von Zaubertränken und sendet prophetische Träume. Es ist anzunehmen, dass die heidnische Göttin Liuba innerhalb der regionalen slawischen Mythologie einen sehr wichtigen Platz im Glauben der Völker einnahm.
Quellen Wahrscheinlich war es den sorbisch-slawischen Völkern wichtig, ihre Kultur, Lieder und Sagenwelt nicht den damaligen deutschen Herren und Besatzern preiszugeben. Darüber schrieb der Görlitzer Historiker Karl Gottlob von Anton 1783 zum ersten Mal. Erwähnung fand Liuba in der Übersetzung von Liedern und Sagen der Wenden (Sorben) 1841 durch Joachim Leopold Haupt und den Historiker Ewald Müller 1893.
Ortsnamen Die enge Verwurzelung des Liuba-Glaubens mit der Region des Spreewalds und der damaligen slawisch-sorbischen Besiedelung hat sich in vielen Ortsnamen dokumentiert und bis heute erhalten. Beispiele dafür sind: Lübben (Lubin), Lübbenau (Lubnjow), Berlin-Lübars (Liubas Ort), Groß Lübbenau (Grosin Lubin) oder auch Lübnitz (Lubenitz).
Sage von Liuba Eine überlieferte wendische (sorbische) Sage aus der Region um Lübben ist der einzige klare Hinweis auf die Bedeutung und den Glauben der Menschen an die Göttin Liuba:
Geschichte/Kultorte mini|Eiche Lubans Im Hain der Stadt Lübben, einem urwüchsigen Rest-Auwald mit Dutzenden imposanter Buchen, Erlen und Stieleichen befindet sich ein Gedenkstein zu Ehren der Göttin Liuba. Dieser wurde 1854 vom damaligen Magistrat der Stadt in Auftrag gegeben und an einem ehemaligen wendischen Kult- und Opferungsort, der Eiche Lubans, aufgestellt. 1907 veranlasste die Stadt, den Stein innerhalb des Lübbener Hains zu verlegen und einen neuen Ort nahe dem Ufer des Flüsschens Berste neu aufzustellen. Dort steht dieser bis zum heutigen Tag. Der Gedenkstein trägt außer dem Wort „Liuba“ keine weitere Inschrift.
Literatur Marga Morgenstern: Eine romantische Wanderung durch den Spreewald. Heimat-Verlag Lübben, ISBN 3-929600-06-4, S. 13.
Weblinks auf suevia.npage.de auf allsherjargode.beepworld.de auf der Website der Stadt Lübben Lübben: Das Tor zum Spreewald auf in-berlin-brandenburg.com auf amun-ra.net auf lr-online.de, 7. November 2005
Einzelnachweise
Kategorie:Slawische Gottheit Kategorie:Weibliche Gottheit Kategorie:Fruchtbarkeitsgottheit Kategorie:Spreewald