mini|Die Markthalle von Norden gesehen

Die Markthalle (auch Markthalle Nr. 1, poln. Hala Targowa) in Breslau wurde zwischen 1906 und 1908 an der heutigen Ulica Piaskowa (: Sandstraße) erbaut. Sie ist bekannt dafür, eines der ersten größeren Bauwerke in Stahlbetonbauweise zu sein.

Geschichte mini|links|Markthalle 1, 1909 mini|Blick in den Innenraum mini|Detail der Stahlbetonkonstruktion mini|Gesamtkomplex

Die Planungen für eine neue Markthalle begannen 1905. Der Markt wurde bis dahin auf dem Breslauer Neumarkt abgehalten. Für die Planungen und Entwürfe waren Richard Plüddemann und Heinrich Küster zuständig. Als Ort wurde eine Fläche an der damaligen Sandstraße ausgesucht, in der Nähe der Oder (bzw. der Sandbrücke) sowie in direkter Nachbarschaft zum Universitätsviertel.

Im Herbst 1905 begann man mit dem Abriss alter Mietshäuser auf dem Grundstück. Ein Jahr später begannen die Bauarbeiten. Die Stahlbetonkonstruktion wurde durch das Bauunternehmen Lolat-Eisenbeton GmbH errichtet. Am 5. Oktober 1908 konnte die Markthalle 1 eröffnet werden. Nach der Eröffnung entwickelte sie sich zu einer der beliebtesten Einkaufsmöglichkeiten der Stadt und ist dies auch noch heute.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Halle stark beschädigt. Kurz nach dem Krieg wurde sie provisorisch wieder hergerichtet und zwischen 1980 und 1983 restauriert.

In der Halle werden vor allem Gemüse und Obst angeboten, vereinzelt aber auch andere Waren.

Architektur Die Gestaltung der neugotischen Fassade in Ziegelmauerwerk stammt von Architekt Stadtbaurat Richard Plüddemann. Das Dach wird von parabolischen Binder getragen, diese nur innen sichtbare Eisenbeton-Konstruktion konzipierte der Bauingenieur Heinrich Küster.

Die Markthalle hat zwei Türme, die mit Uhren versehen wurden.

Markthalle 2 Zur gleichen Zeit entstand südlich der Breslauer Altstadt an der Friedrichstraße, der heutigen Ulica Kolejowa, die Markthalle 2. Sie wurde in gleicher Bauart mit ähnlichem Grundriss erbaut und war mit rund 3500 m² Verkaufsfläche nur wenig kleiner als die Markthalle 1. Diese Halle wurde im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört und danach nicht wiederaufgebaut. Die Ruinen wurden zunächst stehen gelassen und erst 1973 vollkommen beseitigt.

Siehe auch Königliche Anatomie München, Stahlbetonbauwerk derselben Zeit

Weblinks

Beschreibung der Markthalle (polnisch) Historische Aufnahmen (polnisch)

Literatur nach Autoren / Herausgebern alphabetisch geordnet Agnieszka Gryglewska: Wrocławskie hale targowe. 1908–2008. Muzeum Architektury we Wrocławiu, Wrocław 2008, ISBN 978-83-89262-49-3. Klaus Klöppel: Breslau – Niederschlesien und seine tausendjährige Hauptstadt. Trescher Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-89794-256-1, S. 134. Mirko Seebeck: Wroclaw, Breslau – Ein alternativer Reiseführer: 100 außergewöhnliche Orte, die man nicht verpassen sollte. 240 S., 2025 (2. Aufl.), S. 112–113. ISBN 978-3-9822338-9-5. Ferdinand Werner: Der lange Weg zum neuen Bauen. Band 1: Beton: 43 Männer erfinden die Zukunft. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2016. ISBN 978-3-88462-372-5, S. 331–333.

Einzelnachweise

Breslau Kategorie:Bauwerk des Historismus in Breslau Kategorie:Kulturdenkmal in Breslau Kategorie:Erbaut 1908 Kategorie:Bauwerk aus Beton Kategorie:Neugotisches Bauwerk in Polen Kategorie:Einkaufszentrum in Polen