Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der französischen Fußballnationalmannschaft der Frauen bei Weltmeisterschaften. Frankreich konnte sich für vier WM-Endrunden der Frauen qualifizieren, war einmal als Gastgeber automatisch qualifiziert und belegt in der ewigen Tabelle als beste Mannschaft mit nur fünf Teilnahmen Platz 9. Sie konnten aber bisher nicht an die Erfolge ihrer männlichen Kollegen anknüpfen.

Die Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften Übersicht Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab, siehe , Seite 159 Trainer Bemerkungen und Besonderheiten 1991 Volksrepublik China nicht qualifiziert In der Qualifikation an Schweden gescheitert. 1995 Schweden nicht qualifiziert In der Qualifikation an Italien gescheitert, das sich aber auch nicht qualifizieren konnte. 1999 USA nicht qualifiziert In der Qualifikation an Italien und Finnland gescheitert, das sich aber auch nicht qualifizieren konnte. 2003 USA Vorrunde Norwegen, Südkorea, Brasilien 9. Élisabeth LoiselMarinette Pichon erzielt die einzigen WM-Tore für Frankreich. 2007 Volksrepublik China nicht qualifiziert 2011 Deutschland Spiel um Platz 3 Schweden4. Bruno Bini Halbfinalaus gegen die USA 2015 Kanada Viertelfinale Deutschland5. Philippe Bergeroo In der Gruppenphase traf die Mannschaft auf England, Mexiko und Kolumbien. Als Gruppensieger wurde Südkorea im Viertelfinale besiegt und dank der Ergebnisse zweier anderer europäischer Mannschaften das Olympiaticket für 2016 gebucht. Aus durch Elfmeterschießen im Viertelfinale 2019 Frankreich Viertelfinale USA 6. Corinne Diacre Am 19. März 2015 wurde Frankreich als Gastgeber der WM 2019 festgelegt. Mit drei Siegen gegen Südkorea, Norwegen und Nigeria die K.-o.-Runde erreicht. 2023 Australien/Neuseeland ViertelfinaleAustralien 6. Hervé Renard In der Qualifikation trafen die Französinnen auf Wales, Slowenien, Griechenland, Kasachstan und Estland. 2027 Brasilien qualifiziert In der Qualifikation setzten sich die Französinnen gegen die Niederlande, Irland und Polen durch, wobei sie von einer Niederlage der Niederländerinnen in Irland profitierten.

Statistik (Angaben inkl. 2023: Neun Weltmeisterschaften)

nicht teilgenommen: nie (0 %) nicht qualifiziert: viermal (44,4 %; 1991, 1995, 1999 und 2007) sportlich qualifiziert: dreimal (33,3 %) als Gastgeber qualifiziert: einmal (11,1 %) Vorrunde: einmal (11,1 %; 2003) Viertelfinale: dreimal (33,3 %; 2003, 2019, 2023) Spiel um Platz 3/Vierter: einmal (11,1 %; 2011)

Die Turniere WM 1991 in der Volksrepublik China

Für die erste WM der Frauen konnte sich Frankreich nicht qualifizierten. In der EM-Qualifikation, die als erste Stufe der WM-Qualifikation galt, scheiterte die Mannschaft an Schweden. In der Gruppenphase traf Frankreich in einer Dreiergruppe, aus der sich nur der Gruppensieger für das Viertelfinale qualifizierte auf Schweden und Polen. Die Französinnen gewannen zwar beide Spiele gegen die Polinnen, verloren aber auch beide gegen die Skandinavierinnen. Damit schied Frankreich aus, die Schwedinnen qualifizierten sich nach zwei Unentschieden im Viertelfinale gegen Italien aufgrund der Auswärtstorregel nicht für die EM. Da sie aber kein Spiel verloren hatten, konnten sie als fünfte europäische Mannschaft zur WM fahren.

WM 1995 in Schweden Für die WM in Schweden konnten sich die Französinnen auch nicht qualifizieren. Zwar schlossen sie die Gruppenphase der EM-Qualifikation punktgleich mit den Italienerinnen ab, aber sowohl der direkte Vergleich (2:0 und 1:1) als auch die bessere Tordifferenz (+11 zu +6) sprach für Italien. Dabei hatten es die Französinnen nach einer 1:2-Niederlage der Italienerinnen gegen die Portugiesinnen noch in der Hand das WM-Ticket zu buchen. Mit einem Sieg mit neun Toren Differenz gegen die Schottinnen, deren Abwehr beim 2:8 gegen Portugal nicht die beste war, hätte sich Frankreich im letzten Spiel noch an den Engländerinnen vorbeischieben können. Es langte aber nur zu einem 3:0 gegen die Schottinnen. Italien schied dann im Viertelfinale der Europameisterschaft 1995 mit zwei Niederlagen gegen Norwegen aus, das bei der WM als erste europäische Mannschaft den WM-Titel der Frauen gewinnen konnte.

Frankreich (und Italien) hatten aber damit auch das erste Fußballturnier der Frauen bei den Olympischen Spielen 1996 verpasst, an dem nur die acht besten Mannschaften der WM teilnehmen konnten.Weil allerdings England, die siebtbeste Mannschaft, bei den Olympischen Spielen nicht startberechtigt ist, konnte Brasilien als neuntbeste Mannschaft auch teilnehmen.

WM 1999 in den USA Für die dritte Weltmeisterschaft setzte die UEFA dann erstmals und bis heute einziger Kontinentalverband separate Qualifikationsspiele an. In der Qualifikation traf Frankreich wieder auf Italien sowie Finnland und die Schweiz. Die Französinnen, die seit 1997 von Élisabeth Loisel trainiert wurden, gewannen nur die Spiele gegen die Schweiz, holten gegen Finnland und in Italien ein Remis. verloren aber die restlichen Spiele. Damit wurde Frankreich nur Dritter. Gruppensieger Italien qualifizierte sich für die WM, Finnland scheiterte in den Playoffs der Gruppenzweiten an Russland. Frankreich hatte aber damit auch wieder das Fußballturnier der Frauen bei den Olympischen Spielen 2000 verpasst, an dem neben Gastgeber Australien nur die sieben besten Mannschaften der WM teilnehmen konnten.

WM 2003 in den USA Eigentlich sollte die WM 2003 wieder in der Volksrepublik China stattfinden. Wegen der SARS-Epidemie wurde das Turnier kurzfristig in die USA verlegt. Damit fand die Weltmeisterschaft zum zweiten Mal in den USA statt. In der Qualifikation traf Frankreich auf Olympiasieger Norwegen, die Ukraine und Tschechien. Frankreich verlor zwar beide Spiele gegen die Nordeuropäerinnen, gewann aber alle gegen die Mittel- und Osteuropäerinnen. Norwegen, das nur in der Ukraine einen Punkt abgab, qualifizierte sich direkt für die die WM. Als Gruppenzweiter musste Frankreich den Umweg über die Relegationsspiele der Gruppenzweiten gehen. Hier trafen sie zunächst auf Dänemark und nach einem 2:0 im Heimspiel, reichte ein 1:1 in Dänemark für die Relegationsfinalspiele gegen die Engländerinnen. Da beide Spiele mit 1:0 gewonnen wurden, konnte sich Frankreich erstmals für die WM der Frauen qualifizieren.

In den Vereinigten Staaten trafen die Französinnen in ihrem ersten WM-Spiel am 20. September 2003 in Philadelphia wieder auf den Qualifikationsgruppengegner Norwegen und verloren mit 0:2.fifa.com: Norwegen - Frankreich 2:0 (0:0) Im zweiten Spiel gegen Südkorea mussten sie bis zur 84. Minute warten, ehe Rekordtorschützin Marinette Pichon mit dem ersten WM-Tor für die Französinnen für den ersten Sieg in einem WM-Spiel sorgte. Im letzten Gruppenspiel gegen Brasilien lagen sie bis in die Nachspielzeit mit 0:1 zurück, dann gelang Pichon in der zweiten Minute der Nachspielzeit noch der Ausgleichstreffer. Da Norwegen im Parallelspiel mit 7:1 gegen Südkorea gewonnen hatte, reichte es für Frankreich nur zu Platz 3, der das Vorrundenaus bedeutete. Damit hatten die Französinnen auch das Fußballturnier der Frauen bei den Olympischen Spielen 2004 verpasst, an dem neben Gastgeber Griechenland aus Europa nur die zwei besten europäischen Mannschaften der WM teilnehmen konnten.

WM 2007 in der Volksrepublik China Vier Jahre später fand dann die WM doch zum zweiten Mal in der Volksrepublik China statt. In der Qualifikation traf Frankreich, das nun von Bruno Bini trainiert wurde, auf England, die Niederlande, Österreich und Ungarn. Frankreich vergab quasi schon mit dem ersten Spiel, einer 0:1-Heimniederlage gegen die Niederländerinnen die WM-Qualifikation. Danach wurden alle Spiele gewonnen – außer gegen die Engländerinnen, gegen die es zwei Remis gab. Am Ende hatten dadurch die Engländerinnen, die gegen die anderen vier Gruppengegner alle Spiele gewannen, die Nase vorn. Frankreich fehlten die drei Punkte aus dem ersten Spiel. Damit hatten die Französinnen auch das Fußballturnier der Frauen bei den Olympischen Spielen 2008 verpasst, an dem aus Europa nur die drei besten europäischen Mannschaften der WM teilnehmen konnten.

WM 2011 in Deutschland links|mini|Die französische Mannschaft vor dem Spiel gegen Deutschland mini|Torhüterin Bérangère Sapowicz, erste „Rotsünderin“ der Französinnen. Für die WM in Deutschland konnten sich die Französinnen dann wieder qualifizieren. Bereits bei der EM 2009 hatten sie auf sich aufmerksam gemacht und waren daher bei der Auslosung der Qualifikationsgruppen gesetzt. Als Gegner wurden mit Island, Serbien, Nordirland, Kroatien und Estland nur Mannschaften zugelost, die noch nie bei einer WM dabei waren. Frankreich gewann alle 10 Spiele, schoss dabei 50 Tore und kassierte kein Gegentor. Entscheidend waren insbesondere die beiden Siege gegen Island, das ansonsten alle anderen Spiele gewann. Die Gruppensieger waren diesmal aber nicht direkt für die WM qualifiziert. Stattdessen mussten die Sieger der acht Gruppen in einer Play-off-Runde antreten. Dazu wurden die acht Mannschaften aufgrund der Resultate der Qualifikationsspiele zur Europameisterschaft 2009 und zur Weltmeisterschaft 2011 in jeweils vier gesetzte und ungesetzte Mannschaften aufgeteilt. Frankreich gehörte zu den gesetzten Mannschaften und bekam Italien zugelost. Nach einem 0:0 in Besançon gelang im Rückspiel in Italien ein 3:2 nach 0:1-Rückstand.Italie France 2-3 (1-0) Damit war Frankreich zum zweiten Mal für die WM-Endrunde qualifiziert. Italien setzte sich dann in zwei weiteren Runden gegen die Ukraine und die Schweiz durch, um gegen den Dritten der CONCACAF-Qualifikation den letzten Platz bei der WM auszuspielen. Erwartet wurde Mexiko, aber die Mexikanerinnen gewannen im Halbfinale des CONCACAF Women’s Gold Cup 2010 überraschend erstmals ein Spiel gegen die USA, so dass sie sich direkt für die WM qualifizierten und Italien gegen die USA antreten musste. Nach zwei 0:1-Niederlagen und den meisten Spielen aller Mannschaften, durfte Italien nur zusehen.

mini|Startaufstellungen im Spiel um Platz 3