Cifal (Aussprache: Tschifal, zusammengesetzt aus den Wurzeln für Chef und Ehrenamt) ist der ranghöchste Repräsentant der Volapük-Bewegung (eine aposteriorische Plansprache).

Johann Martin Schleyer war der erste Cifal, der erste diplomierte Lehrer Karl Lenze. Schleyer hatte daneben noch den Titel Datuval (wörtlich: Erfinderehrenamt). 1889 entließ er als Ganzes die Internationale Volapük-Akademie; deren Mitglieder entließen darauf Schleyer als Vorsitzenden. Damals kam es zu einer Spaltung der Volapükbewegung, wobei ein Teil der Anhänger Schleyer folgte. Noch vor seinem Tod gab er den Titel an Albert Sleumer weiter. Aufgaben und Rechte des Cifals wurden 1934 von Sleumer festgelegt.

Der Nationalsozialismus verfolgte die verbliebenen Volapükisten während des Zweiten Weltkriegs, doch überlebte Volapük v. a. unter Esperantisten, die Volapük nicht aussterben ließen. Arie de Jong schlug Volapük später nicht mehr als Welthilfssprache vor, sondern sah es eher als zu schützendes nichtmaterielles Kulturgut an.

Der Cifal-Titel vererbt sich ohne Unterbrechung bis heute: Johann Martin Schleyer 1879–1912 Albert Sleumer 1912–1948 Jakob Sprenger 1948–1950 Johann Schmidt 1950–1977 Johann Krüger 1977–1983 Brian R. Bishop 1984–2014 Hermann Philipps seit 2014Brian Bishop: Volapuko havas novan Cifal! In: La Balta Ondo. 29. Mai 2014 (sezonoj.ru);Brian Bishop: Volapuko havas novan Cifal! In: La Ondo de Esperanto. 2014/6 (gedruckt).Über die Nominierung des Deutschen Hermann Philipps.Interview mit dem Cifal Volapüka Hermann Philipps In: Interlinguistische Informationen. Ne. 93, S. 34 (interlinguistik-gil.de PDF)

Literatur Brian R. Bishop: La ĉifaloj de Volapük. In: Menade bal püki bal. Festschrift zum 50. Geburtstag von Reinhard Haupenthal. Edition Iltis, Saarbrücken 1998.

Anmerkungen

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