mini|Hauptgebäude der Universität mit Universitätsbibliothek mini|Internes Verbandsabzeichen der Universität

Die Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw Hamburg), bis 1985 Hochschule der Bundeswehr Hamburg (HSBw Hamburg), bis Dezember 2003 Universität der Bundeswehr Hamburg (UniBw Hamburg), ist eine von zwei Universitäten der Bundeswehr. Sie wurde im Jahre 1972 auf Bestreben des damaligen Bundesministers der Verteidigung, Helmut Schmidt (SPD), in Hamburg gegründet. Die Bundeswehr nutzt die Universität zur akademischen Ausbildung der Soldaten in der Laufbahn der Offiziere des Truppendienstes. Die Universität ist obere Bundesbehörde und gehört, wie auch die Universität der Bundeswehr München, zum zivilen Organisationsbereich Personal und zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung. Im Ministerium liegt die Zuständigkeit im Referat P I 5.

Zulassungsvoraussetzungen Die Universität steht im Allgemeinen ausschließlich Offizieren und Offizieranwärtern der Bundeswehr zur Verfügung. Jedoch gibt es seit Aufnahme des Lehrbetriebs Kooperationsabkommen mit befreundeten Staaten, aufgrund derer einige ausgewählte Offiziere aus diesen Staaten an der Universität studieren.

Der Studiengang „Rechtswissenschaft für die öffentliche Verwaltung“ an der Universität der Bundeswehr Hamburg ist eine weitere Möglichkeit für einen Einstieg in den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst oder eine vergleichbare Tätigkeit als Tarifbeschäftigter auf der gehobenen Funktionsebene.

Seit 2002 ist eine begrenzte Zahl ziviler Studierender an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg eingeschrieben. Für Zivilisten bestehen grundsätzlich drei gängige Wege, dort ein Studium aufzunehmen: Entweder werden sie von einem kooperierenden Unternehmen oder einer kooperierenden Behörde an die Universität entsendet, oder sie nehmen das Studium nach ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst der Bundeswehr im Rahmen der Berufsförderung auf. Die Ausbildungskosten werden regelmäßig angepasst und sind abhängig von der Fakultät des gewählten Studienganges. Darüber hinaus gibt es auch Rabatte im Rahmen der Berufsförderung ehemaliger Soldaten. Ingenieur­wissen­schaften Geistes­wissen­schaften Rechts-/ Wirtschafts- und Sozial­wissen­schaftenBachelor 23.962,50 € 20.587,50 € 30.825,00 €Master 18.637,50 € 16.012,50 € 23.975,00 €

Abschlüsse An der HSU/UniBw Hamburg erworbene akademische Grade und Titel entsprechen denen anderer staatlicher Hochschulen und werden wie diese anerkannt, da das Studium nach den Vorgaben des Hamburger Hochschulgesetzes stattfindet. Die Universität besitzt das Habilitations- und Promotionsrecht.

Fakultäten und Studiengänge An der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg gibt es, neben der an allen Universitäten üblichen Unterteilung zwischen den Bereichen Lehre und Verwaltung, noch eine weitere Gliederungsform. Dies wird durch die Doppelfunktion als Ausbildungsstätte und militärische Dienststelle der Studenten bedingt. Präsident VizepräsidentKanzlerFakultätenLeiter StudierendenbereichVerwaltung DezernateETMBGeiSoWiSoSFB ASFB BSFB C Grobes Schema der Verwaltungs- und Führungsstruktur

Akademischer Bereich Der akademische Bereich nimmt die Aufgaben Lehre und Forschung wahr, hierzu wurden vier Fakultäten eingerichtet. Die Anzahl der Fakultätsinstitute ist so bemessen, dass die akademische Lehre in Kleingruppen ein Intensivstudium ermöglicht. Fakultät für Elektrotechnik 12 Professuren Elektrotechnik Anteile Wirtschaftsingenieurwesen Fakultät für Maschinenbau und Bauingenieurwesen 7 Institute, 18 Professuren Maschinenbau Anteile Wirtschaftsingenieurwesen Bauingenieurwesen Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften 9 Institute, 28 Professuren Bildungs- und Erziehungswissenschaften Geschichtswissenschaft Psychologie Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften 19 Institute, 38 Professuren Betriebswirtschaftslehre Volkswirtschaftslehre Politikwissenschaft Anteile Wirtschaftsingenieurwesen

Anmerkungen: Der Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen ist aufgrund seiner Mischform keiner Fakultät zuzuordnen, jedoch hat sich die Federführung in der Fakultät für Elektrotechnik etabliert. Der Prüfungsausschuss setzt sich paritätisch aus Mitgliedern der drei beteiligten Fachbereiche zusammen Das im Folgenden erwähnte „ISA-Modul“ (ISA = Interdisziplinäre Studienanteile) ist in keiner Fakultät angesiedelt. Seine Lehrangebote werden aus allen Fakultäten gespeist. Sämtliche ISA-Lehrveranstaltungen werden von einem Wissenschaftlichen Mitarbeiter in Zusammenarbeit mit den Hochschullehrern der vier Fakultäten koordiniert.

Studierendenbereich mini|Leutnantsbeförderung 2007 mini|Abschreiten der Front Juni 2007 HSU

Der Studierendenbereich (StudBer) ist der militärische Verband für die studierenden Soldaten der HSU/UniBw H. In diesem Verband sind die studierenden Offiziere und Offizieranwärter der Universität und der Stab des Studierendenbereichs organisatorisch zusammengefasst. Leiter des Studierendenbereichs ist ein Offizier im Dienstgrad Oberst oder Kapitän zur See, seit 2025 Oberst Roman Lau.

Aufgabe des StudBer ist die Unterstützung der studierenden Soldaten, die truppendienstlich und organisatorisch im StudBer zusammengefasst sind. Im Einzelnen erledigt der StudBer alle Angelegenheiten in den Bereichen der militärischen Aus- und Weiterbildung, Fürsorge, Betreuung sowie Personalbearbeitung. Er führt die allgemeine militärische Ausbildung durch (Unterrichte, praktische militärische Ausbildung, Teilstreitkraftinformation) und unterstützt bei der Durchführung der zusätzlichen militärischen Ausbildung (freiwillige Teilnahme an Truppenübungen, Schieß- und Gefechtsausbildung).

Der Studierendenbereich umfasst neben dem Stab drei „Studierendenfachbereiche“ (SFB). Diese werden von einem Offizier im Dienstgrad Oberstleutnant oder Fregattenkapitän geführt.

Studierendenfachbereich A Maschinenbau, Elektrotechnik, Logistik, Bauingenieurwesen, Engineering Science und Wirtschaftsingenieurwesen Studierendenfachbereich B Bildungs- und Erziehungswissenschaften, Geschichte, Psychologie Studierendenfachbereich C Politikwissenschaften, Betriebs- und Volkswirtschaftslehre

Zumeist nach Studiengängen und Jahrgängen sortiert, hat ein Studierendenfachbereich mehrere Studierendenbereichsgruppen (SFBG), welche von einem Hauptmann oder Kapitänleutnant geführt werden. Der SFB A umfasst 5 Gruppen, SFB B 7 Gruppen und SFB C 8 Gruppen.

Die militärischen Vorgesetzten des StudBer üben gegenüber den studierenden Soldaten die Disziplinarbefugnis aus. Sie sind verantwortlich für die Führung, militärische Ausbildung und Erziehung der ihnen unterstellten Soldaten. Der Studierendenfachbereichsgruppenleiter hat die Disziplinarbefugnis eines Kompanie­chefs (Stufe I), der Studierendenfachbereichsleiter die eines Bataillon­skommandeurs (Stufe II) und der Leiter Studierendenbereich die eines Regiment­skommandeurs (Stufe III).

Im Zuge der Ausbildungsumstellung im Heer und der damit verbundenen höheren Studentenzahl in den Jahren 2007 und 2008 wurden für den Zeitraum von 2007 bis 2011 je Studierendenfachbereich zwei weitere Gruppenleiter eingesetzt, wodurch sich die Anzahl von 4 auf 6, bzw. von 6 auf 8 für SFB C, erhöhte. Die Betreuungsdichte liegt momentan bei rund 100 bis 120 studierenden Offizieren/Offizieranwärtern je Studierendenfachbereichsgruppenleiter.

Bis zum 14. Dezember 2013 hieß der StudBer Studentenbereich, die SFB Studentenfachbereiche und die SFBG Studentenfachbereichsgruppen.

+ Leiter Studierendenbereich ab 2004 Dienstgrad/Name Amtszeit Oberst Cord Friedrich Schwier bis 2004 Oberst Ingo Feder2004–2006 Oberst Axel Schmidt2006–2009 Oberst Uwe Hartmann2009–2013 Oberst Lothar Dobschall2013–2018 Oberst Bjarne Krause2018–2020Oberst Maximilian Olboeter2020–2023Oberst Norbert Rahn2023–2024Oberst Roman Lauseit 2025

Studienablauf Das Studienjahr an der HSU/UniBw H beginnt grundsätzlich zum 1. Oktober eines Jahres. In der Regel werden die Offiziere und Offizieranwärter bereits in der Woche vor dem 1. Oktober an die Universität versetzt. Hier findet zunächst eine Orientierungswoche statt, in der sich die Soldatinnen und Soldaten in ihren Unterkünften einrichten und erste Informationen zum Studium an der HSU/UniBw H von den älteren Kommilitonen erhalten.

Im Gegensatz zur in Deutschland üblichen Semesterstruktur ist ein Studienjahr an der HSU/UniBw H in Trimester eingeteilt, was heißt, dass nicht in Winter-/Sommersemestern, sondern in drei jeweils dreimonatigen Herbst-/Winter-/Frühjahrstrimestern gerechnet wird. Das Sommerquartal (1. Juli bis 30. September) ist vorlesungsfrei. Hier sind Praktika abzuleisten, Jahresurlaub zu nehmen oder gegebenenfalls nicht bestandene Prüfungen nachzuholen.

Prüfungen werden grundsätzlich am Ende eines jeden Vorlesungstrimesters geschrieben und beinhalten den im vergangenen Vierteljahr behandelten Stoff. In wenigen Fällen kommt es vor, dass am Trimesterende die Lehrinhalte von mehreren Trimestern abgeprüft werden. Zum Zwecke der Prüfung können ab Mitte Dezember, Ende März und Ende Juni jeweils ein bis zwei Wochen lehrveranstaltungsfrei gehalten werden. Eventuelle Nachprüfungen für die Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften finden im September, also im vorlesungsfreien Zeitraum, statt.

Die Höchststudiendauer für Bachelor- und Masterstudium beträgt vier Jahre, das heißt spätestens am 30. September des vierten Studienjahres muss die Abschlussarbeit für das Master-Studium endgültig eingereicht sein. Eine Verlängerung der Studienzeit über vier Jahre hinaus ist nur mit Einverständnis der jeweiligen Personalführung im Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw) möglich und auch nur, wenn dem Soldaten von Seiten der Universität attestiert wird, dass in absehbarer Zeit mit dem Studienerfolg zu rechnen ist.

Im Rahmen der Immatrikulationsfeier wird an die Jahrgangsbesten eines jeden Studiengangs der vom Hamburger Kaufmann Johann Max Böttcher gestiftete Böttcher-Preis verliehen.

Einige studierte Offiziere kehren als Wissenschaftliche Mitarbeiter oder Doktoranden an ihre Alma Mater zurück.

Zentrale Einrichtungen mini|200px|Haupttor der Helmut-Schmidt-Universität mini|Büste von Helmut Schmidt auf dem „Roten Platz“, einem zentralen Punkt im Hauptgebäude

Die Universität unterhält einige zentrale Einrichtungen. Hierzu gehören unter anderem das Rechenzentrum, das Sprachenzentrum, das Medienzentrum, das Zentrum für technologiegestützte Bildung (ZTB) sowie das Zentrum für Wissenschaftliche Weiterbildung (ZWW).

Zentrum für Wissenschaftliche Weiterbildung (ZWW)

Seit 2013 ist das Zentrum für Wissenschaftliche Weiterbildung (ZWW) an der HSU/UniBw H für die Organisation und das Angebot von Weiterbildungsstudiengängen und Zertifikatsprogrammen verantwortlich.

Universitätsbibliothek der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg

Eine weitere zentrale Einrichtung ist die Universitätsbibliothek der Helmut-Schmidt-Universität. Sie gehört laut dem Bibliotheksranking Bibliotheksindex (BIX) seit Jahren zu den besten Bibliotheken in Deutschland. Die Bibliothek hat die vorrangige Aufgabe, die akademische Lehre und die Forschung an der HSU/UniBw H zu unterstützen, ist aber auch der allgemeinen Öffentlichkeit frei zugänglich.

Geschichte + Präsidenten Name Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit Thomas Ellwein 1974 1976 Hans Georg Wäßerling 1977 1977 Horst Sanmann 1977 1984 Horst H. Homuth 1984 1991 Gerhard Strunk 1991 1998 Hans-Georg Schultz-Gerstein 1998 2004 Hans Christoph Zeidler 2004 2010 Wilfried Seidel 2010 2018 Klaus Beckmann 2018 –

Gründung