Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der niederländischen Fußballnationalmannschaft der Frauen bei Weltmeisterschaften. Die Niederländerinnen konnten wie ihre männlichen Kollegen Vizeweltmeister werden, qualifizierten sich aber erst 2014 erstmals für die WM-Endrunde 2015. Die Niederländerinnen waren damit die elfte europäische Mannschaft, die sich für eine WM-Endrunde der Frauen qualifizieren konnte.

Übersicht Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab, siehe , Seite 159 Trainer Bemerkungen und Besonderheiten 1991 Volksrepublik China nicht qualifiziert In der Qualifikation für die Fußball-Europameisterschaft der Frauen 1991 im Viertelfinale an Dänemark gescheitert. 1995 Schweden nicht qualifiziert In der Qualifikation für die EM 1995 an Island gescheitert, das sich aber auch nicht für die WM qualifizieren konnte. 1999 USA nicht qualifiziert In der Qualifikation an Norwegen und Deutschland gescheitert. 2003 USA nicht qualifiziert In der Qualifikation an Deutschland und England gescheitert, das sich aber auch nicht qualifizieren konnte. 2007 Volksrepublik China nicht qualifiziert In der Qualifikation an England gescheitert. 2011 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Norwegen gescheitert. 2015 Kanada Achtelfinale Japan 13. Roger Reijners 2019 Frankreich Finale USA Vizeweltmeister Sarina Glotzbach-Wiegman In der Qualifikation setzte sich die Mannschaft in den Playoffs der besten Gruppenzweiten gegen Dänemark und die Schweiz durch. In Frankreich mit drei Siegen gegen Kamerun, Kanada und Neuseeland als Gruppensieger ins Achtelfinale gegen Japan gezogen. 2023 Australien/Neuseeland ViertelfinaleSpanien 7. Andries JonkerIn der Qualifikation trafen die Niederländerinnen auf Island, Tschechien, Belarus und Zypern.

Statistik (Angaben inkl. 2023: Neun Weltmeisterschaften)

nicht qualifiziert: sechsmal (66,7 %) qualifiziert: dreimal (33,3 %) Achtelfinale: einmal (11,1 %, 2015) Viertelfinale: einmal (11,1 %, 2023) Finale: einmal (11,1 %, 2019) Vizeweltmeister: einmal (11,1 %, 2019)

Die Turniere WM 1991 in der Volksrepublik China Die Niederländerinnen scheiterten im Viertelfinale der Qualifikation für die Fußball-Europameisterschaft der Frauen 1991, die als Qualifikation für die erste WM der Frauen in der Volksrepublik China diente. In der Gruppenphase hatten sich die Niederländerinnen mit drei Siegen und einem Remis gegen Irland und Nordirland durchgesetzt. Im Viertelfinale trafen sie dann auf Dänemark. Nach einem torlosen Remis in Dänemark verloren sie das Heimspiel in Denekamp mit 0:1 nach Verlängerung. Damit qualifizierten sich die Däninnen für die WM.

WM 1995 in Schweden Vier Jahre später verpassten sie Qualifikation für die EM 1995 bereits in der Gruppenphase. Diesmal waren Island, gegen das beide Spiele verloren wurden, und Griechenland, gegen das beide Spiele gewonnen wurden, die Gruppengegner. Als Gruppenzweiter verpassten sie sowohl das Viertelfinale als auch die WM. Island scheiterte im Viertelfinale und konnte sich ebenfalls nicht für die WM qualifizieren.

WM 1999 in den USA Für die dritte Weltmeisterschaft setzte die UEFA erstmals Qualifikationsspiele an. Bis heute ist die UEFA der einzige Kontinentalverband, der separate WM-Qualifikationsspiele durchführt. Da anders als bei den Weltmeisterschaften der Männer, wo dies erstmals für die WM 2006 galt, sich für die WM der Frauen auch der Titelverteidiger immer qualifizieren musste, trafen die Niederländerinnen in der Gruppenphase in einer Todesgruppe auf Weltmeister Norwegen, Europameister Deutschland und England. Die Niederländerinnen verloren aber keins ihrer Heimspiele gegen diese Hochkaräter, gewannen dabei mit 1:0 gegen Deutschland und 2:1 gegen England und erreichten gegen den Weltmeister ein torloses Remis. Da aber die drei Auswärtsspiele verloren wurden, reichte es nur zu Platz 3 vor England. Mit dem Sieg gegen die Europameisterinnen hatten sie die deutsche Mannschaft aber in die Relegationsspiele der Gruppenzweiten gegen die Ukraine gezwungen, die aber überstanden wurden. Weltmeister Norwegen qualifizierte sich dagegen direkt für die WM.

WM 2003 in den USA Eigentlich sollte die WM 2003 dann wieder in der Volksrepublik China stattfinden. Wegen der SARS-Epidemie wurde das Turnier kurzfristig in die USA verlegt. Damit fand die Weltmeisterschaft zum zweiten Mal in den USA statt. Die Niederländerinnen trafen in der Qualifikation wieder auf Deutschland und England sowie erstmals Portugal. Die Niederländerinnen begannen mit einem 0:0 in England, verloren dann aber vier Spiele, bevor sie das letzte Spiel gegen Portugal mit 4:1 gewannen. Damit reichte es wieder nur zu Platz 3. Deutschland – das alle Spiele gewann – qualifizierte sich diesmal direkt für die WM und war auch da nicht zu besiegen. Die Engländerinnen scheiterten in den Playoffs der Gruppenzweiten im Playofffinale an Frankreich scheiterte, womit sich Frankreich erstmals qualifizierte.

WM 2007 in der Volksrepublik China England und Frankreich waren dann vier Jahre später die Gegner in der Qualifikation für die nächste WM, die dann doch zum zweiten Mal in der Volksrepublik China stattfand. Als weitere Gruppengegner hatten es die Niederländerinnen mit Österreich und Ungarn zu tun. Die Niederländerinnen begannen mit zwei 1:0-Siegen in Frankreich und Österreich, verloren dann aber gegen England ebenfalls mit 0:1. Nach einem 5:0 in Ungarn, verloren sie auch das nächste Heimspiel, diesmal mit 0:2 gegen Frankreich. Danach folgten drei Spiele, die 4:0 endeten: In England mit vier Toren für England, sowie in den beiden Heimspielen mit je vier Toren für die Niederländerinnen gegen Österreich und Ungarn. Am Ende fehlten aber sechs Punkte zur WM-Qualifikation, die den Engländerinnen erstmals seit 1995 wieder gelang.

WM 2011 in Deutschland Nachdem sich die Niederländerinnen erstmals für die EM 2009 qualifiziert hatten, wollten sie auch an der WM im Nachbarland teilnehmen. Im März 2010 hatte Roger Reijners das Amt des Bondscoach von Vera Pauw übernommen, die seit 2004 die Niederländerinnen trainiert hatte und nach Differenzen mit der Verbandsführung zurückgetreten war. Bei der Auslosung wurden sie Topf B zugeordnet und daraus der Qualifikations-Gruppe mit Ex-Weltmeister Norwegen zugelost. Weitere Gegner waren Belarus, die Slowakei und Mazedonien, das alle Spiele verlor. Die Niederländerinnen verspielten die Qualifikation bereits im ersten Spiel durch ein 0:3 in Norwegen. Dann folgte zwar mit dem 13:1 gegen Mazedonien einer ihrer beiden höchsten Länderspielsiege, aber auch ein 1:1 gegen Belarus. Alle folgenden Spiele wurden gewonnen – bis auf das Heimspiel gegen Norwegen, das 2:2 endete. Somit reichte es nur zum zweiten Platz hinter Norwegen, das sich in der Play-off-Runde der Gruppensieger gegen die Ukraine durchsetzte und zur WM fuhr, ohne dort große Bäume auszureißen.

WM 2015 in Kanada links|mini|Startaufstellungen im ersten WM-Spiel der Niederländerinnen mini|Vivianne Miedema, beste Torschützin der WM-Qualifikation

Vier Jahre später qualifizierten sich die Niederländerinnen dann endlich für die WM. Dabei benötigten sie aber von allen qualifizierten Mannschaften die meisten Spiele um sich zu qualifizieren: 10 Gruppenspiele und vier Play-off-Spiele. Zuvor hatten sie sich wieder für die EM 2013 qualifiziert, dort aber die Vorrunde nicht überstanden. Somit waren sie bei der Auslosung der Qualifikation für die WM in Kanada wieder Topf 2 zugeordnet und wurden erneut der Gruppe mit Vize-Europameister Norwegen zugelost, gegen den sie bei der EM 2013 in der Vorrunde verloren hatten. Weitere Gruppengegner waren der Nachbar Belgien, bei dem sie das erste Spiel mit 4:0 gewannen, Portugal, Griechenland und erstmals Albanien. Nach einem 7:0 in Portugal verspielten sie in den Heimspielen gegen Norwegen und Belgien die direkte Qualifikation, da sie diese mit 1:2 verloren bzw. nur zu einem 1:1 kamen. Am letzten Spieltag konnten die Niederländerinnen sich aber die Teilnahme an den Playoffspielen der Gruppenzweiten durch einen Sieg in Norwegen sichern. In den Playoffs konnten sie sich dann mit zwei Siegen gegen die Schottinnen und nach einem 1:1 im Heimspiel durch einen 2:1-Sieg in Italien erstmals qualifizieren. Beide Tore schoss die erst 18-jährige Vivianne Miedema, die mit insgesamt 16 Toren auch die beste Torschützin der europäischen Qualifikation war. In den anderen Konföderationen konnte nur eine Spielerin, die Jamaikanerin Shakira Duncan ebenfalls 16 Tore erzielen, sich aber nicht für die Endrunde qualifizieren. Duncan erzielte zudem 14 der 16 Tore in der Vorqualifikation gegen schwächere Mannschaften. Beide waren zusammen mit Anja Mittag, die 11 Tore in der Qualifikation und fünf bei der Endrunde erzielte, auch beste Torschützinnen des Gesamtwettbewerbs.

Bei der Auslosung der Gruppen waren die Niederländerinnen nicht gesetzt und wurden der Gruppe A mit Gastgeber Kanada zugelost. Weitere Gegner waren China und Ozeanienmeister Neuseeland. Mit je einem Sieg, einem Remis und einer Niederlage wurden die Niederländerinnen aufgrund der weniger geschossenen Tore Gruppendritter hinter Kanada und Neuseeland. Im Achtelfinale gegen Titelverteidiger Japan, gegen den in drei Spielen zuvor immer verloren wurde, kam dann das Aus im Achtelfinale. Damit verpassten die Niederländerinnen auch die direkte Qualifikation für das Fußballturnier der Frauen bei den Olympischen Spielen 2016, hatten aber noch die Chance in Playoffs gegen die drei anderen europäischen Achtelfinalverlierer das dritte europäische Olympiaticket zu erhalten und damit erstmals am olympischen Fußballturnier teilzunehmen. Endgültig verspielte man diese Chance in ebendiesen Playoffs, als man nur Zweiter hinter Schweden wurde. Zum 1. August beendete der KNVB die Zusammenarbeit mit Roger Reijners. Als Interimsbondscoach übernahm zunächst Sarina Wiegman, seine Assistentin die Verantwortung für die Mannschaft.

WM 2019 in Frankreich mini|Startaufstellungen im Finale