mini|Entwicklung des regionalen und des weltweiten Kohlendioxidausstoßes mini|Kohlendioxidausstoß pro Kopf Dieser Artikel befasst sich mit der konkreten Umsetzung der Energiewende in einzelnen Ländern. Die Energiewende etabliert sich seit einigen Jahren in vielen Industriestaaten und Schwellenländern, wobei sich die jeweilige Herangehensweise je nach politischen (Klimapolitik), ökonomischen und geographischen Gegebenheiten teilweise deutlich unterscheidet.

Vorbemerkung zur Vergleichbarkeit von Kapazitätsangaben In den folgenden Länderberichten wird regelmäßig und im Einklang mit internationaler Praxis die installierte Leistung (auch Kraftwerkskapazität genannt) von Energiequellen in Watt angegeben. Gemeint ist, insbesondere bei erneuerbaren Energiequellen, grundsätzlich die maximale Leistung (vgl. für Solarmodule: Watt Peak). Die tatsächliche Stromerzeugung hängt demgegenüber von Faktoren wie geographischer Lage, Witterung, Ausrichtung, Tageszeit, Jahreszeit usw. ab, siehe dazu den Artikel zur Einheit Volllaststunde.

Die angegebenen Watt-Werte sind daher nicht unmittelbar vergleichbar, so liegt der Jahresnutzungsgrad von Offshore-Windkraftanlagen üblicherweise deutlich über dem von Onshore-Windkraftanlagen und bei einem Vielfachen des Jahresnutzungsgrads von Photovoltaikmodulen. Photovoltaikmodule wiederum erreichen bei gleicher Nennleistung in sonnenreichen Ländern meist eine erheblich höhere Stromproduktion als in sonnenärmeren Staaten.

Entwicklung nach Ländern

Ägypten mini|Stromerzeugung in Ägypten in Terawattstunden mini|Anteil der Energieerzeugung aus Quellen mit geringer CO₂-Intensität

Energie- und Klimapolitik Ägypten hat unter dem Pariser Übereinkommen bisher keine bezifferten Zusagen zur Emissionsreduzierung gemacht.

Gesamtenergiebedarf Das Land ist der größte Erdöl- und Erdgas-Verbraucher Afrikas; bei der Erdöl-Produktion nimmt Ägypten den fünften Platz unter den afrikanischen Ländern ein. 2021 stammten 54 % der Primärenergie aus Öl, 38 % aus Erdgas, 2 % aus Kohle und 6 % aus Erneuerbaren. Für 2034/2035 wurde ein Anstieg der Erneuerbaren auf 14 % der Primärenergieproduktion prognostiziert.

Strom Der Anteil erneuerbarer Energiequellen an der Stromproduktion lag im Jahr 2022 bei 12 %. Er soll bis 2034/2035 auf 42 % steigen. Von der hierfür bis 2034/2035 zu installierenden Leistung von insgesamt 62,6 GW aus erneuerbaren Quellen sollen 50 % aus Photovoltaik, 33 % aus Windkraft, 13 % aus Sonnenwärmekraftwerken und 4 % aus Wasserkraft stammen.

Mit einer mittleren Sonnenscheindauer von 9 bis 11 Stunden pro Tag und einer solaren Strahlungsenergie von 2.000 bis 3.200 kWh pro Quadratmeter und Jahr ist Ägypten prädestiniert für die vorrangige Nutzung der Sonnenenergie. Im Oktober 2019 ging mit dem Solarpark Benban, 6 Millionen Solarmodulen und der installierten Leistung von 1,6 GW eine der weltgrößten Photovoltaikanlagen ans Stromnetz. Ägypten verfügt zudem über Potenzial für Windenergie, insbesondere im Golf von Suez. Ägypten plant den Bau von Elektrolyseur-Kapazität von mehr als 12 GW zur Herstellung von grünem Wasserstoff für den Export. Stand 2025 waren in Ägypten 3,0 GW an Wind- und 3,3 GW an Solarenergie installiert, die für 3,8 bzw. 3,1 % der Stromerzeugung in Ägypten verantwortlich waren. Der mit Abstand wichtigsten Energieträger zur Stromerzeugung war demgegenüber Gas (79,6 %), gefolgt von Öl (7,4 %).

Mit dem Kernkraftwerk El Dabaa plant Ägypten den Bau von vier Reaktoren russischer Bauart mit einer Gesamtleistung von 4,8 GW. Der erste Reaktorblock sollte beim Baubeginn im Juli 2022 im Jahr 2028 ans Netz gehen.

Albanien Albanien verfügte Stand 2022 über 2,5 GW an Wasserkraft, aber nutzte weder Wind- noch Solarenergie in nennenswertem Umfang. Wasserkraft stellte annähernd 100 % des in Albanien produzierten Stroms. Wegen Wassermangels ist Albanien in vielen Jahren Netto-Importeur großer Mengen an Strom.

Die Wasserkraft wird weiter ausgebaut, zudem plante Albanien Stand 2023 Auktionen für Wind- und Solarenergie. Ziel ist die Vergabe von 1 GW an neuer Kapazität für Photovoltaik. 2025 waren bereits 876 MW an Solarenergie am Netz. 2024 lag der Anteil von Solarenergie an der Erzeugung bereits bei 4 %. Der erste Windpark Albaniens soll 2027 mit 600 MW Leistung bei Tropoja ans Netz gehen. Die albanische Regierung rechnet bis 2030 mit einem Anteil von Wind und Solar an der Erzeugung von zusammen 30 %.

Algerien In Algerien waren Stand Ende 2021 nur 686 MW von 24.700 MW insgesamt installierter Kapazität erneuerbar. Sie setzten sich zusammen aus 228 MW an Wasserkraft und 448 MW an Solarenergie. Mehr als 98 % des Stroms stammten 2024 aus Erdgas. Bis 2030 sollen 22 GW an erneuerbarer Leistung installiert sein. Dazu sollen jährlich 1 GW an zusätzlicher Photovoltaik installiert werden, bis 15 GW erreicht sind. Im Juni 2020 wurde ein Ministerium für Energiewende und erneuerbare Energie gegründet. Algerien plant den Aufbau einer eigenen Solarindustrie durch entsprechende Vorgaben in Ausschreibungen. Ende 2025 lag die installierte Kapazität an Solarenergie weiterhin bei weniger als 0,5 GW. Windenergie spielt bisher keine relevante Rolle.

Angola Angola erzeugt erneuerbaren Strom vor allem aus Wasserkraft mit einer installierten Leistung von 3,7 GW, mit denen im Jahr 2024 fast 70 % des Strombedarfs gedeckt wurde. Der restliche Strom wurde im Wesentlichen aus Öl (17 %) und Gas (9 %) hergestellt. Aus Solarenergie stammten 2024 3 % des Stroms.

Im Jahr 2022 wurden zwei neue Solarparks in Betrieb genommen und die installierte Kapazität damit von 13 MW auf 297 MW vervielfacht. Bis 2025 stieg die Kapazität auf 385 MW. Angola plant den Aufbau von zahlreichen autonomen Mininetzen, die durch Solarparks mit Strom versorgt werden.

Argentinien mini|Stromerzeugung in Argentinien in Terawattstunden mini|Entwicklung der jährlichen CO₂-Emissionen Argentinien hat großes Potenzial für die Erzeugung erneuerbarer Energien, 2016 startete es unter dem Namen RenovAr die auktionsbasierte Vergabe für den Bau von entsprechenden Anlagen. Stand März 2022 waren bereits 6,3 GW an zuzubauender Leistung vergeben. Das größte Potenzial bieten die ausgezeichneten Windverhältnisse.

Gesamtenergieverbrauch Der Energiemix Argentiniens wurde Stand 2019 dominiert von Gas (55 %) und Öl (33 %). Biomasse trug ca. 5 % bei, Wasserkraft und Kernkraft jeweils 3 %.

Strom 2018 stammten noch 95,4 TWh (65 %) des in Argentinien verbrauchten Stroms aus Gas, 32,6 TWh (22 %) aus Wasserkraft, 6,9 TWh (5 %) aus Kernenergie und 6,8 TWh (5 %) aus Öl. Kohle, Biomasse, Wind und Solar spielten eine untergeordnete Rolle.

Der Anteil von Wind, Photovoltaik, Biomasse und Mini-Wasserkraft an der Gesamtstromerzeugung hat in den vergangenen Jahren zugenommen und machte im Jahr 2020 9,5 Prozent aus. Das offizielle Ziel ist, bis 2025 mindestens 20 Prozent zu erreichen. Die installierte Kapazität erneuerbarer Energie lag 2021 bei 10,4 GW Wasserkraft, 3,3 GW Onshore-Wind und 1,1 GW an Solarenergie. Während Solarenergie mit 1,5 % der Stromerzeugung weiter nur eine kleine Rolle spielte, stammten bereits 8,7 % des erzeugten Stroms aus Windenergie.

Argentinien betreibt Stand 2022 drei Kernreaktoren mit einer Leistung von insgesamt 1,6 GW, ein weiterer Ausbau ist geplant. Im Februar 2022 wurde bekannt, dass Argentinien mit der China National Nuclear Corporation einen Vertrag über den Bau eines weiteren Reaktors mit einer Leistung von 1,2 GW (Atucha 3) abgeschlossen hat. Das staatliche Unternehmen Nucleoeléctrica Argentina entwickelt zudem seit 2011 mit dem CAREM einen Small Modular Reactor.

Armenien mini|Stromerzeugung in Armenien in Terawattstunden Der Energieverbrauch in Armenien hat sich seit 2000 mehr als verdoppelt. Im Jahr 2019 stammten 8,8 % des Gesamtenergieverbrauchs und 32 % der Elektrizität aus erneuerbaren Quellen. Das Kernkraftwerk Mezamor trägt ca. ein Drittel zur Stromerzeugung in Armenien bei. Im Jahr 2019 hat Armenien 7,7 TWh an Elektrizität erzeugt, davon 40 % (3,0 TWh) aus Erdgas, 31 % (2,4 TWh) aus Wasserkraft und 29 % (2,2 TWh) aus Kernkraft. Armenien bezieht seinen gesamten Nuklearbrennstoff und einen Großteil seines Erdgases aus Russland. Auch der armenische Transportsektor verwendet in erster Linie Gas, weswegen Armenien zu den Staaten zählt, in denen Erdöl mit den geringsten Anteil am Gesamtenergieverbrauch hat. Methanemissionen aus dem Gasnetzwerk sind für 23 % des Treibhausgasausstoßes des armenischen Energiesektors verantwortlich.

Mit Unterstützung durch die Weltbank und die European Bank for Reconstruction and Development wurde 2025 das Solarkraftwerk (Masrik-1) mit einer Leistung von 55 MW in Betrieb genommen. Im Jahr 2021 stellte die armenische Regierung Pläne vor, bis 2030 insgesamt 1.000 Megawatt an Photovoltaik zu errichten. Ende 2015 waren lediglich Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von etwa einem Megawatt installiert. Ende 2025 waren ca. 700 MW erreicht, die für 11 % der Stromerzeugung verantwortlich waren.

Zum Stand Januar 2019 gab es zwei Windkraftanlagen mit zusammen 2,9 MW Leistung und zwei weitere Anlagen mit 5,3 MW waren im Bau. Gute Windstandorte befinden sich vor allem in entlegenen Gegenden auf größerer Höhe, was ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Solarenergie einschränkt.

Aserbaidschan Aserbaidschan hat sich nach dem Pariser Übereinkommen verpflichtet, bis 2030 die Treibhausgasemissionen um 35 % zu senken. Der Anteil erneuerbarer Energien soll bis 2030 auf 30 % steigen.

Strom Stand 2021 verfügte das Land über ca. 1,2 GW an Wasserkraft, die 5 % am Strommix ausmachte. Der Großteil des erzeugten Stroms stammte aus Gas (62 %) und Öl (32 %). Aserbaidschan nutzte praktisch keine Wind- oder Solarenergie. Ein erstes Solar-Großprojekt mit 230 MW sollte 2023 ans Netz gehen.

Im Juni 2022 veröffentlichte Aserbaidschan mit der Weltbank und der International Finance Corporation eine Offshore-Roadmap für den Aufbau von bis zu 7 GW an Offshore-Windkapazität bis 2040. Damit könnten ca. 37 % des aktuellen aserbaidschanischen Strombedarfs gedeckt werden. Das technische Potenzial für Offshore-Wind im Anteil des Landes am Kaspischen Meer liegt bei 157 GW, davon 35 GW fest am Boden verankert und 122 GW schwimmend. Ebenfalls im Juni 2022 vereinbarte Aserbaidschan mit Masdar, einem Tochterunternehmen von Mubadala Investment, den Aufbau von bis zu 10 GW an erneuerbaren Energieprojekten.

Im Dezember 2022 schlossen Aserbaidschan, Georgien, Rumänien und Ungarn eine Vereinbarung über den Bau einer Stromleitung von Aserbaidschan nach Georgien und anschließend unter dem Schwarzen Meer bis Rumänien und Ungarn mit 1 GW Leistungsfähigkeit.

Australien mini|Stromerzeugung nach Energiequelle – prozentualer Anteil Australiens Primärenergiebedarf wird von fossilen Energieträgern dominiert. 2021 stammten 33,9 % der im Land verbrauchten Energie aus Erdöl, 28,6 % aus Kohle und 24,9 % aus Erdgas; erneuerbare Energien hatten einen Anteil von knapp 13 %, eine Verdopplung gegenüber 2017. Australien ist zugleich ein großer Exporteur von Energieträgern wie Kohle, LNG und Uran. Etwa 2/3 der geförderten Energieträger wurden 2019 exportiert. Unter anderem stammten knapp 30 % der weltweit gehandelten Kohle und mehr als 20 % des Erdgases aus Australien; ein weiterer Ausbau war Stand 2019 geplant.Australien wird zur „Emissions-Supermacht“. In: Handelsblatt, 23. Juli 2019. Abgerufen am 12. Januar 2020. Im Jahr 2020 stammten 75,5 % der verbrauchten Primärenergie aus fossilen Quellen gegenüber 89,5 % im Jahr 1990.