Die New Jersey (Kennung: BB-62) ist ein Schlachtschiff der United States Navy, das heute als Museumsschiff dient, und gehört der Iowa-Klasse an. Sie wurde nach dem US-Bundesstaat New Jersey benannt, 1943 in Dienst gestellt und ab 1944 im Zweiten Weltkrieg eingesetzt. Im Pazifikkrieg unterstützte sie die Strategie des Island Hoppings, indem sie die Flugzeugträger vor Angriffen schützte und japanisch besetzte Inseln mit ihren Geschützen beschoss, um sie stürmen zu können. 1948 wurde die New Jersey erstmals außer Dienst gestellt, schon 1950 aber für den Koreakrieg reaktiviert. Nachdem sie auch dort zur Küstenbeschießung eingesetzt worden war, folgte 1957 ein weiteres Mal die Außerdienststellung. Als einziges Schlachtschiff der US-Flotte wurde sie 1968 für den Einsatz im Vietnamkrieg erneut aktiviert, blieb aber nur rund eineinhalb Jahre in Dienst. Die letzte Dienstzeit der New Jersey begann 1982 und dauerte bis 1991. Insgesamt stand die New Jersey damit zwischen 1943 und 1991 21 Jahre lang im aktiven Dienst der US Navy. 1999 wurde sie endgültig aus dem Naval Vessel Register gestrichen und zwei Jahre darauf als Museumsschiff im Delaware River vor Camden, New Jersey, eröffnet. Seit 2004 ist sie im National Register of Historic Places verzeichnet.

Technik mini|links|Die Hauptgeschütze der New Jersey in Aktion, Libanon 1984

Die New Jersey gehört zur Iowa-Klasse an und hat eine Länge von rund 270 Metern und eine Breite von 33 Metern. Diese Ausmaße wurden nach der Panamax-Spezifikation gewählt, damit solche Schlachtschiffe in die Schleusen des Panamakanals passen und somit schnell zwischen Pazifik und Atlantik wechseln konnten. Die Wasserverdrängung der New Jersey entsprach nur auf dem Papier der auf der Londoner Flottenkonferenz von 1936 festgelegten Obergrenze von 45.000 tn.l.; bei voller Zuladung lag sie dann bei etwa 58.000 tn.l. Angetrieben wurde das Schlachtschiff von vier Schrauben, die ihre Energie von je einer Hoch- und einer Niederdruckdampfturbine erhielten. Mit ihren 33 Knoten waren die Schiffe der Iowa-Klasse die schnellsten Schlachtschiffe überhaupt. Erkauft wurde dies allerdings mit dem Verzicht auf einen weiteren Ausbau der Panzerung im Vergleich zur Vorgängerklasse, dem andere Marinen den Vorzug gaben.

Die Hauptartillerie der New Jersey bestand aus neun Geschützen vom Kaliber 406 mm, die in zwei Drillingstürmen auf dem Vorschiff und einem weiteren auf dem Achterschiff zusammengefasst waren. Mit einer Reichweite von bis zu 40 Kilometern konnten diese Waffen gegen See- und Landziele eingesetzt werden. Zusätzlich besaß die New Jersey seitlich der Decksaufbauten je fünf Mehrzweck-Zwillingsgeschütze vom Kaliber 127 mm und zahlreiche kleinere Flugabwehrkanonen der Kaliber 40 und 20 mm. Da diese sich teilweise schon im Zweiten Weltkrieg wegen ihrer geringen Reichweite und Durchschlagskraft als ineffektiv gegen schnell anfliegende Flugzeuge erwiesen hatten, wurden sie im Laufe der Jahre entfernt. Bei einer Modernisierung im Jahr 1982 erhielt die New Jersey mehrere Arten von Lenkwaffen: 32 Marschflugkörper BGM-109 Tomahawk in acht Armored Box Launchers, 16 Seezielflugkörper AGM-84 Harpoon und vier Nahbereichsverteidigungssysteme Phalanx CIWS wurden um die Aufbauten verteilt. Die beiden Bordflugzeuge waren bereits nach dem Zweiten Weltkrieg durch Bordhubschrauber ersetzt worden.

Geschichte Bau mini|Kapitän Carl F. Holden (rechts) neben Konteradmiral Donald B. Beary an Bord der New Jersey während einer Inspektion in Norfolk (Virginia) am 5. September 1943.

Die New Jersey, benannt nach dem dritten Staat der Vereinigten Staaten,Silverstone: Directory of the World’s Capital Ships. Hippocrene Books, New York 1984 S. 469. wurde am 16. September 1940 in der Marinewerft Philadelphia auf Kiel gelegtDie Ehre, die ersten beiden Stahlplatten zusammenzuschweißen, fiel an den ehemaligen Marineminister Charles Edison und am 7. Dezember 1942 vom Stapel gelassen.Das Schiff wurde von Carolyn Edison, der Ehefrau von Charles Edison, getauft. Nach dreimonatigem Ausrüsten wurde die New Jersey am 23. Mai 1943 in Dienst gestellt.

Zweiter Weltkrieg mini|links|Die New Jersey 1944 im Pazifik in einem starken Sturm

Am 7. Januar 1944 passierte sie den Panamakanal auf dem Weg nach Funafuti, Ellice Islands, wo sie nach ihrer Ankunft am 22. Januar 1944 der fünften US-Flotte unter dem Kommando von Admiral Raymond A. Spruance unterstellt wurde. Drei Tage später traf das Schiff mit der Task Group 58.2 für den Angriff auf die Marshallinseln zusammen. Die New Jersey sicherte dabei die Flugzeugträger vor feindlichen Angriffen, während deren Flugzeuge vom 29. Januar bis zum 2. Februar Angriffe auf Kwajalein und Eniwetok flogen. Am 4. Februar wurde die New Jersey zum Flaggschiff der fünften Flotte ernannt. Von Mitte März bis Mitte April nahm die New Jersey erst mit der Lexington an den Angriffen auf Mili teil und störte später japanische Schiffsrouten um Palau. Im April beschoss die New Jersey das Woleai-Atoll, um den dortigen japanischen Flugplatz zu zerstören. Nach kurzem Aufenthalt in Majuro unterstützte das Schlachtschiff mehrere Landungen in Neuguinea und kehrte Ende April wieder nach Truk zurück, wo es weitere Land- und Seeziele angriff. Am 1. Mai folgte ein Artilleriebeschuss des Flugplatzes auf Ponape.

In den ersten beiden Jahren des Pazifikkriegs galt Truk als uneinnehmbare Festung für die japanische Kombinierte Flotte. Um die Einnahme und Besetzung von Eniwetok voranzutreiben, wurde Task Force 58 unter Admiral Mitscher mit einem Luftangriff beauftragt, während Admiral Spruance verhindern sollte, dass irgendein japanisches Schiff aus der Lagune von Truk entkommen konnte. Am Morgen des 16. Februar begann Task Force 50.9, bestehend aus der New Jersey, der Iowa, den Schweren Kreuzern Indianapolis und New Orleans, dem Leichten Träger Cowpens sowie vier Zerstörern, eine Umrundung von Truk entgegen dem Uhrzeigersinn. Im Laufe des Nachmittags beschoss die New Jersey mehrere Flugzeuge, die Zerstörer Maikaze und Nowaki, den Leichten Kreuzer Katori und versenkte den Trawler Shonan Maru.Rohwer: Chronology of the war at sea 1939–1945. S. 306.Stillwell: Battleship New Jersey. S. 48f. Am 6. Juni wurde die New Jersey der Task Force 58.2 unter dem Kommando von Admiral Montgomery zugeteilt, um die Flugzeugträger bei Luftangriffen auf die Marianen zu schützen. Am 13. Juni wurde das Schiff Task Force 58.7 unter dem Kommando von Vizeadmiral Lee unterstellt und beschoss die japanischen Küstenbefestigungen auf Saipan und Tinian zur Vorbereitung der geplanten Invasion am 15. Juni.Stillwell: Battleship New Jersey. S. 58. Die Kaiserlich Japanische Marine reagierte daraufhin, indem sie ihre Flotte in Bewegung setzte, um die Invasionsflotte anzugreifen. Die New Jersey war Teil des Flugabwehrschirms, der die US-Flugzeugträger vor japanischen Flugzeugen beschützte. Während der Schlacht in der Philippinensee erlitt Japan jedoch eine entscheidende Niederlage, und die Marianen blieben weiter belagert. Im Anschluss nahm die New Jersey an der Beschießung von Guam und erneut Palau teil und verließ daraufhin das Kriegsgebiet. Am 9. August erreichte sie Pearl Harbor auf Hawaii.

mini|hochkant|Kamikaze-Angriff auf die Intrepid, gesehen von der Flak-Mannschaft der New Jersey

Die New Jersey verließ Hawaii Ende August als Flaggschiff von William F. Halsey. Operationsbasis wurde das Ulithi-Atoll. Im September griff sie Ziele auf den Philippinen an. Im Oktober folgten Angriffe auf japanische Flugplätze auf Okinawa und Formosa, um die Invasion von Leyte vorzubereiten und Japan die Möglichkeit zu nehmen, darauf zu reagieren. Nach dem Start dieser Operation begann die japanische Marine einen weiteren Versuch, die US-Flotte zu schwächen, wofür sie den Großteil ihrer verbliebenen Kräfte massierte. Die New Jersey war zu dieser Zeit als Schutz der Träger abgestellt. Zu Beginn der See- und Luftschlacht im Golf von Leyte gelang es der japanischen Marine, den Großteil der US-amerikanischen Kräfte aus dem Golf zu locken. Die Gruppe, in der sich auch die New Jersey befand, verließ den Golf, um eine als Köder platzierte Flotte im Norden anzugreifen. Währenddessen kam eine wesentlich kampfstärkere japanische Flotte aus Westen durch die San-Bernardino-Straße in den Golf von Leyte. Die New Jersey drehte daraufhin bei, um den im Golf verbliebenen unterlegenen amerikanischen Schiffen beizustehen. Noch bevor sie jedoch den Golf erreicht hatte, war die japanische Flotte geschlagen worden und zog sich daraufhin nach Westen zurück. In den folgenden Wochen führte die New Jersey Angriffe auf Luzon und Mindoro durch. Während Halsey seine Kampfgruppe zu Betankungen von der Küste zurückzog, geriet sie in den Taifun Cobra. Durch starken Wind und hohe Wellen rollten besonders die kleineren Schiffe der Gruppe stark, da sie durch die leeren Tanks sehr leicht waren. Drei Zerstörer – die Hull, Monaghan und Spence – sanken, die New Jersey blieb aber weitgehend unbeeinträchtigt. Nachdem die Kampfgruppe danach weitere Angriffe auf Luzon durchgeführt hatte, erreichte sie zu Weihnachten Ulithi.

Bereits am 30. Dezember verließ die New Jersey Ulithi wieder und diente bis Ende Januar 1945 den hinzugezogenen Flugzeugträgern als Geleitschutz bei Angriffen unter anderem auf Formosa, Okinawa und Luzon. Admiral Halsey holte danach seine Flagge ein – von nun an nutzte Konteradmiral Oscar Badger die New Jersey als sein Flaggschiff. Unter Badger nahm das Schlachtschiff als Geleitschutz der Essex an der Schlacht um Iwojima teil und Ende Februar an den ersten Luftangriffsoperationen auf Tokio und weiteren Angriffen auf Okinawa. Dort blieb die New Jersey bis in den April 1945 hinein im Einsatz. Im Anschluss kehrte sie erstmals seit Anfang 1944 ans amerikanische Festland zurück, damit in der Puget Sound Naval Shipyard eine erste Überholung stattfinden konnte. Am 4. Juli war die Überholung beendet, das Schlachtschiff wurde sofort wieder in den Westpazifik entsandt. Auf Guam angekommen, hisste Admiral Spruance seine Flagge auf der New Jersey, die daraufhin im September in die Bucht von Tokio einlief und als Flaggschiff der US-amerikanischen Marinestreitkräfte in japanischen Gewässern fungierte, nachdem Japan am 2. September auf dem Schwesterschiff Missouri die bedingungslose Kapitulation unterzeichnet hatte. Ende Januar 1946 wurde die New Jersey von ihrem Schwesterschiff Iowa als Flaggschiff abgelöst.

mini|Die New Jersey 1948 eingemottet vor New York

Nachdem die New Jersey rund 1000 Soldaten aufgenommen hatte, trat sie mit ihnen den Heimweg an und erreichte am 10. Februar San Francisco. Den Rest des Jahres verbrachte das Schiff an der Westküste, unter anderem wurde sie erneut im Puget Sound überholt. Anfang 1947 wurde die New Jersey zurück in den Atlantik verlegt. Den Sommer verbrachte sie mit Trainingsfahrten für junge Offiziersanwärter und Reservisten in nordeuropäischen Gewässern, unter anderem besuchte sie Oslo und Portsmouth. Im Oktober wurde die New Jersey in der New York Naval Shipyard deaktiviert, am 30. Juni 1948 offiziell außer Dienst gestellt und in der Atlantik-Reserveflotte vor New York eingemottet. Bis dahin hatte die New Jersey 771 Schüsse aus ihren 406-mm-Geschützen abgefeuert.Norman Polmar: Naval Institute Guide to the Ships and Aircraft of the U.S. Fleet. US Naval Institute Press, Annapolis 2005, ISBN 978-1-59114-685-8, S. 128ff. Auch ihre Schwesterschiffe Iowa und Wisconsin gingen außer Dienst, lediglich die symbolträchtige Missouri blieb, mit reduzierter Mannstärke, über den Krieg hinaus aktiv. Hauptgrund für die Außerdienststellungen waren die hohen Kosten, die die Schiffe mit ihrer Besatzung von bis zu 3000 Mann verursachten. Da das Budget der Navy in den ersten Nachkriegsjahren stark reduziert wurde, war die Außerdienststellung unumgänglich. Weil die New Jersey und ihre Schwesterschiffe aber nur wenige Jahre Dienstzeit abgeleistet hatten und sich so in gutem Zustand befanden, wurde entschieden, sie für eine spätere Reaktivierung bereitzuhalten.