Rudolf Franz Dworsky (* 11. April 1881 in Wien; † 6. Juli 1927 in PerlebergQuelle: Heiratsurkunde Nr. 184 vom 21. April 1917, Standesamt Berlin-Charlottenburg I, Landesarchiv Berlin.) war ein Bühnenbildner, Filmarchitekt, Filmproduzent, Filmregisseur und langjähriger technischer Leiter von Max Reinhardts Berliner Theaterproduktionen und -inszenierungen.
Leben mini|Aktie über 1000 Mark der Aafa Althoff-Ambos-Film AG vom 21. November 1921 mit Unterschriften der Vorstände Rudolf Dworsky und Gabriel Levy Über Dworskys Ausbildung ist derzeit nichts bekannt. Er begann seine Karriere 1905 als Theatermeister am Stadttheater Konstanz. Ab 1907 arbeitete er als Obermaschinenmeister an Max Reinhardts Deutschem Theater in Berlin,Neuer Theater-Almanach, Jahrgänge 1906 bis 1909 wo er seit Jahresbeginn 1909 als technischer Leiter zahlreicher Aufführungen – erstmals bei einer Faust-Inszenierung – nachzuweisen ist. War Dworsky zunächst an diversen Shakespeare-Aufführungen beteiligt, darunter allein 1909 unter anderem Hamlet, Ein Sommernachtstraum und Der Kaufmann von Venedig, so wirkte Dworsky später (seit dem Ersten Weltkrieg) auch an modernen Stücken mit wie Das Mirakel und Wallensteins Tod (beide 1915), Judith (1917), Hanneles Himmelfahrt und Die Macht der Finsternis (beide 1918), Narrenspiel des Lebens, Von morgens bis mitternachts und Die Wupper (alles 1919). Bis zum Jahresbeginn 1922 ist Dworsky als ständiger Mitarbeiter Reinhardts nachzuweisen.Heinrich Huesmann: Welttheater Reinhardt: Bauten, Spielstätten, Inszenierungen. Prestel, München 1983, ISBN 3-7913-0510-7
Noch während seiner intensiven Theaterarbeit stieß Dworsky inmitten des Ersten Weltkriegs, 1916, als Produzent zum Film. Von 1918 bis 1921 war er in dieser Funktion für die Firma „Amboß Film Dworsky & Co. OHG“, deren Inhaber er mit Arthur Wellin war, aktiv.Handelsregister Berlin HRA Nr. 46966 Von 1921 bis zu seinem frühen Tode 1927 produzierte Rudolf Dworsky für die Aafa Althoff-Ambos-Film AG, bei der er VorstandsmitgliedHRB Nr. 18516, Eintrag im Berliner Handelsregister am 23. Dezember 1921 und überdies als künstlerischer Oberleiter tätig war. In einem Fall (bei der Wilhelm Tell-Verfilmung von 1923) beteiligte sich Dworsky auch an der Filmregie.
Er war ab 1917 verheiratet mit Margarethe Dworsky, geb. Sobeck (* 1889 Berlin; † 1972 ebendort) und hatte eine Tochter, Hannelore (* 1919 Berlin-Charlottenburg; † 2005 Huntsville, Alabama), die später als Theaterleiterin und Schauspiellehrerin arbeitete.Standesamt Charlottenburg I, Heiratsurkunde Nr. 184 vom 21. April 1917
Dworsky starb 1927 in Perleberg an den Folgen eines am 23. Juni im nahen Kleinow erlittenen Autounfalls. In diversen Fachpublikationen wurden ihm Nachrufe gewidmet.
Er wurde auf dem Luisenfriedhof III in Berlin-Charlottenburg beigesetzt.Todesanzeige im Berliner Tageblatt vom 10. Juli 1927, S. 12
Er hatte einen Bruder, Franz Dworsky (Wien, 18. August 1884 – 1951), der ebenfalls Bühnenmeister war und für Max Reinhardt tätig. Ein dritter Bruder, Karl Franz Dworsky (Wien, 18. Februar 1890) war noch 1951 als Bühnenbildner im Theater in der Josefstadt tätig.
Filmografie als Produzent, Filmarchitekt oder künstlerischer Oberleiter, wenn nicht anders angegeben 1916: Die Königin der Nacht 1916: Quintus Veit 1917: Sein einziger Sohn 1917: Die Perlen des Maharadscha 1918: Es werde Licht!, 2. Teil 1918: Die Macht der Finsternis 1918: Der lebende Leichnam 1918: Das Signal der Rache 1918: Getrennte Welten 1918: Der Ring der drei Wünsche 1918: Pique Dame 1918: Die singende Hand 1919: Spiele eines Milliardärs 1919: Der fremde Sohn 1919: Tropenblut 1919: Stiefkinder des Glücks 1919: Dämmernde Nächte 1919: Ewige Schönheit 1919: Die Rose von Stambul 1920: Fremde Welten 1920: Die Welt ohne Hunger 1920: Der steinerne Gast 1920: Frauenbriefe 1920: Das Bild der Geliebten 1921: Blutige Spuren 1921: Das große Los 1921: Das Attentat 1922: Das Liebesnest (2 Teile) 1922: Bigamie 1923: Der Menschenfeind 1923: Wilhelm Tell (Co-Regie mit Rudolf Walther-Fein) 1925: Wetterleuchten 1925: Sumpf und Moral 1925: Der Abenteurer 1925: Die vom Niederrhein (2 Teile) 1925: Die Gesunkenen 1926: Zopf und Schwert 1926: Schützenliesl 1926: Die geschiedene Frau 1926: Der lachende Ehemann 1927: Rinaldo Rinaldini 1927: Faschingszauber 1927: Das Heiratsnest 1927: Liebesreigen 1927: Der größte Gauner des Jahrhunderts 1927: Ein rheinisches Mädchen beim rheinischen Wein
Literatur Wolfgang Jacobsen: Rudolf Dworsky – Produzent, Produktionsleiter. In: CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film, Lieferung 14, 1989.
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Einzelnachweise
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