Die Almequelle bzw. die Almequellen im nordrhein-westfälischen Hochsauerlandkreis ist die beim Briloner Stadtteil Alme gelegene, zu einem Teich gestaute Karstquelle des 59,1 Kilometer langen Lippe-Nebenflusses Alme.
Lage Der Quellteich der Alme – sowie die wenig höher gelegenen Einzelquellen – befindet sich auf einer Höhe zwischen und . Die Almequellen befinden sich (jeweils Luftlinie) etwa 0,66 Kilometer südsüdwestlich der Almer Kirche, 0,73 Kilometer südwestlich vom Forsthaus Moosspring mit den dortigen Moospringquellen und 1,9 Kilometer nordwestlich von Nehden. Der Abfluss aus dem Quellteich erfolgt ober einen rund fünf Meter breiten Obergraben zur ehemaligen Papierfabrik Alme und über das Flussbett der Alme.
Einzugsgebiet Das Quellgebiet der Alme liegt am Nordrand der Briloner Hochfläche, die aus stark zerklüfteten Kalkstein, dem Briloner Massenkalk, mit einer Dicke von 600 bis 1400 Meter besteht. Dieser Massenkalk besteht zu 98–99 % aus reinem Kalk und ist deshalb noch klüftenreicher als z. B. der der Paderborner Hochfläche. Oberirdische Fließgewässer versickern in den Klüften und lösen den Kalk auf, wodurch im Untergrund der Hochfläche große Hohlräume entstehen.Informationstafel bei den Almequellen Am Ost- und Südrand versinken Bäche in Schwalglöchern, sobald sie das schiefrige Gestein verlassen und den Massenkalk erreichen. Von den Zuflüssen am Westrand fließt lediglich die Aa auch oberirdisch auf dem Massenkalk.Kurt Vogel, Michael Koch: Der Alme-Teich bei Brilon-Alme (Hochsauerlandkreis) – ein Beitrag zur Hydrologie des Briloner Massenkalks –.
Der Briloner Massenkalk entwässert im Westen über den Möhneursprung, im Osten über das System der Alme- und Moosspringquellen, sowie in geringem Umfang über zwei kleine Quellen am Lühlingsbach bei Bleiwäsche. Die Moosspringquellen liegen etwa 800 Meter nordöstlich der Almequellen an der Kreisstraße 58 zwischen Oberalme und Nehden. Wegen der Nähe der beiden Quellensysteme kann für beide kein eigenes Einzugsgebiet angegeben werden.
Das unterirdische Einzugsgebiet von Alme- und Moosspringquellen ist ca. 56 km² bis 71 km² groß. Es entwässert etwa 2/3 der Briloner Hochfläche. Würde das Wasser nicht versinken, wäre das oberirdische Einzugsgebiet rund 34 km² groß und damit deutlich kleiner als das unterirdische. Dieses nach orographischen Kriterien festgelegte Gebiet umfasst den mittleren Bereich des Massenkalks und Randgebiete.
Quellbeschreibung mini|hochkant|links|Grobe Karte des Almequellgebiets mit Quelltopf bei Brilon-Oberalme mini|hochkant|Alme-Quelle Nr. 104 mini|Obere Almequellen Das unterirdisch fließende Wasser tritt beim Dorf Alme an der Grenze von Massenkalk zu Schiefer an der niedrigsten Stelle (320 bis ) in Form von Überlaufquellen wieder an die Oberfläche. Das Quellsystem der Alme weist insgesamt 104 Quellaustritte mit unterschiedlichen Wassertemperaturen auf, die jedoch ganzjährig nahezu konstant bleiben. Kälteste Quelle ist die Quelle 1 mit 8,5 °C; die wärmste ist die Quelle 104 mit 11,3 °C. Auch die chemische Beschaffenheit des Wassers der Einzelquellen unterscheidet sich.
Die meisten Quellen, die ursprünglich frei abflossen, sind durch einen Damm künstlich überstaut worden. Der größte Anteil des Wassers aus dem so entstandenen Quellteich wird über einen dafür angelegten Obergraben zur ehemalige Papierfabrik geleitet. Heute wird das Wasser zur Stromerzeugung genutzt. Wegen der Überstauung sind nur noch sehr wenige der 104 Einzelquellen am Süd- und am Ostrand des Quellgebiets zu sehen.
Der Gesamtabfluss aller Quellen liegt zwischen 300 und 1370 l/s, wobei die mittlere Schüttung bei etwa 800 l/s liegt.
Schutzausweisungen Die Almequelle liegt im Naturschutzgebiet Tinne / Nehder Kopf mit einer Größe von 187,20 Hektar. Das Gebiet wurde 2008 mit dem Landschaftsplan Briloner Hochfläche durch den Hochsauerlandkreis als Naturschutzgebiet (NSG) ausgewiesen. Die Almequelle gehört ebenfalls zum FFH-Gebiet Wälder und Quellen des Almetals (DE 4517-301).Hochsauerlandkreis – Untere Landschaftsbehörde, Landschaftsplan Briloner Hochfläche, Meschede 2008, S. 58–59.
Flora mini|Früchte des Aronstabes im Almetal An den Quellen kann man heute neben dem Pyrenäen-Löffelkraut (Cochleria pyrenaica) unter anderem das Bittere Schaumkraut (Cardamine amara) vorfinden, welches im Frühjahr mit seinen weißen Blüten die Ufer der Alme- und der benachbarten Moosspringquellen säumt.
Die sehr seltene Pyrenäen-Löffelkraut-Gesellschaft (Cochleario pyrenaicae-Cratoneuretum commutati), an der das Starknervmoos (Cratoneuron commutatum) auch namengebend beteiligt ist, kann man nur an Kalkquellen im nord- und mitteleuropäischen Bergland vorfinden. In Deutschland kommt das Pyrenäen-Löffelkraut nur noch im Alpenvorland, in Franken, in der Rhön, sowie im Jagsttal bei Rothenburg o. d. Tauber vereinzelt vor. Somit ist das Almer Vorkommen das mit Abstand nördlichste in Deutschland.
Außerdem wächst im Quellgebiet der Blaue Eisenhut (Aconitum napellus), der im Spätsommer in den Hochstaudenbereichen zwischen Mädesüß (Filipendula ulmaria) und dem seltenen Sumpf-Storchschnabel (Geranium palustre) durch seine tiefblauen Blüten auffällt.Informationen zu den Almequellen auf der Homepage von Alme
Im weiteren Verlauf der Alme vom Quellbereich Richtung Schloss Alme ist die Alme von einer reichhaltigen Ufer- und Unterwasservegetation gesäumt. Hierzu zählen unter anderem Aufrechte Berle, Flutender Wasserhahnenfuß, Echte Brunnenkresse, Blauer Wasser-Ehrenpreis, Bachbunge und Wassersterne.
Verkehr Direkt an der Quelle vorbei führt die Sauerland-Waldroute. Seit einigen Jahren gibt es zudem die „Sauerland-Spur“ Quellenweg Alme, einen rund 5 Kilometer langen Rundweg, der die Almequellen erschließt. Zudem gibt es eine Vielzahl weiterer Wanderwege und einen Radweg.
Siehe auch Liste von Karstquellen in Nordrhein-Westfalen
Literatur Wolfgang Feige: Die Briloner Hochfläche. (=Landschaftsführer des Westfälischen Heimatbundes, 7) Aschendorff, Münster 1970.
Weblinks
Einzelnachweise
QAlmequelle Kategorie:Quelle in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Gewässer in Brilon Kategorie:Karstquelle in Deutschland