Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der kamerunischen Fußballnationalmannschaft der Frauen bei Weltmeisterschaften. Kamerun konnte sich 2014 erstmals für die WM-Endrunde 2015 qualifizieren und ist die vierte afrikanische Mannschaft die an einer WM-Endrunde teilnahm. Viermal scheiterte Kamerun zuvor auf dem Weg zur WM an Nigeria, einmal an Ghana.

Die Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften Übersicht Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab, siehe , Seite 159 Trainer Bemerkungen und Besonderheiten 1991 Volksrepublik China nicht qualifiziert Im Finale der Fußball-Afrikameisterschaft der Frauen 1991 gegen Nigeria verloren 1995 Schweden zurückgezogen 1999 USA nicht qualifiziert Im Halbfinale der Afrikameisterschaft 1998 wieder an Nigeria gescheitert. 2003 USA nicht qualifiziert Im Halbfinale der Afrikameisterschaft 2002 an Ghana gescheitert. 2007 Volksrepublik China nicht qualifiziert Im Halbfinale der Fußball-Afrikameisterschaft der Frauen 2006 erneut an Nigeria gescheitert. 2011 Deutschland nicht qualifiziert Im Fußball-Afrikameisterschaft der Frauen 2010 nochmals an Nigeria gescheitert. 2015 Kanada Achtelfinale China11. Enow Ngachu In der Gruppenphase traf die Mannschaft auf Japan, die Schweiz und Ecuador und setzte sich mit zwei Siegen bei einer Niederlage gegen den Titelverteidiger als Gruppenzweiter durch. 2019 Frankreich AchtelfinaleEngland 15. Alain DjeumfaAls Dritter des Afrika-Cup der Frauen 2018 qualifiziert. Als drittbester Gruppendritter die K.-o.-Runde erreicht. 2023Australien/Neuseeland nicht qualifiziert Im Finale der interkontinentalen Play-offs an Portugal gescheitert. 2027Brasilien qualifiziert Als Afrikameister für die WM qualifiziert.

Statistik (Angaben inkl. 2023: Neun Weltmeisterschaften)

nicht teilgenommen/zurückgezogen: einmal (11,1 %; 1995) nicht qualifiziert: sechsmal (66,7 % bzw. 75,0 % der Versuche) qualifiziert: zweimal (22,2 %; 2015, 2019) Achtelfinale: zweimal (22,2 %; 2015, 2019)

Die Turniere WM 1991 in der Volksrepublik China

Für die erste WM der Frauen konnte sich Kamerun nicht qualifizieren. Bei der Fußball-Afrikameisterschaft der Frauen 1991, die als Qualifikation diente, erreichte Kamerun nach dem Rückzug von Zaire und Sambia kampflos das Finale. Im Finale war dann der Nachbar Nigeria der Gegner. Am 15. Juni 1991 bestritt Kamerun damit das erste Länderspiel und erste WM-Qualifikationsspiel und verlor in Lagos mit 0:2. Das Rückspiel in Yaoundé verlor Kamerun mit 0:4. Damit qualifizierte sich Nigeria als erste afrikanische Mannschaft für die WM der Frauen. Kamerun bestritt danach sieben Jahre lang kein weiteres Spiel.

WM 1995 in Schweden Vier Jahre später hatte Kamerun zwar eine Mannschaft zur Afrikameisterschaft gemeldet, zog aber zurück. Nigeria qualifizierte sich erneut als einzige afrikanische Mannschaft. Dadurch konnte sich Kamerun auch nicht für das erste Fußballturnier der Frauen bei den Olympischen Spielen 1996 qualifizieren, da dort nur die acht besten Mannschaften der WM teilnehmen konnten.

WM 1999 in den USA Für die dritte Weltmeisterschaft, für die die Afrikaner nach der Aufstockung des Teilnehmerfeldes auf 16 Mannschaften einen weiteren Startplatz erhielten, hatte dann auch Kamerun wieder gemeldet. Für die als Qualifikation dienende Afrikameisterschaft 1998 war Kamerun nach dem Rückzug von Sierra Leone kampflos qualifiziert. Bei der nun in Turnierform in Nigeria ausgetragenen Meisterschaft sollte Kamerun zunächst gegen Mosambik antreten, das aber auch zurückzog. Die Spiele gegen die anderen Gruppengegner Südafrika und Ghana endeten dann 3:2 und 1:3, womit Kamerun als Gruppenzweiter das Halbfinale erreichte. Hier traf die Mannschaft wieder auf Nigeria und verlor mit 0:6. Dadurch konnte sich Kamerun auch nicht für das Fußballturnier der Frauen bei den Olympischen Spielen 2000 qualifizieren, da dort nur neben Gastgeber Australien die sieben besten Mannschaften der WM teilnehmen konnten. Das für die WM-Qualifikation unbedeutende Spiel um Platz 3 wurde dann gegen die Demokratische Republik Kongo nach einem 3:3 mit 1:3 im Elfmeterschießen verloren. Im Finale gewann Nigeria gegen Ghana mit 2:0. Beide Finalisten waren für die WM qualifiziert.

WM 2003 in den USA Eigentlich sollte die WM 2003 wieder in der Volksrepublik China stattfinden. Wegen der SARS-Epidemie wurde das Turnier kurzfristig in die USA verlegt. Damit fand die Weltmeisterschaft zum zweiten Mal in den USA statt. Für die Fußball-Afrikameisterschaft der Frauen 2002 die wieder als WM-Qualifikation diente und die erneut in Nigeria stattfand, qualifizierte sich Kamerun durch ein 0:0 und ein 4:0 gegen Gabun. In der Gruppenphase traf Kamerun wie vier Jahre zuvor auf Südafrika, verlor aber diesmal mit 1:2. Im zweiten Spiel folgte ein 0:0 gegen Simbabwe, mit einem 1:0 gegen Angola wurde Kamerun aber noch Gruppenzweiter. Im Halbfinale wurde dann gegen Ghana mit 2:3 nach Verlängerung verloren. Das für die WM-Qualifikation wieder unbedeutende Spiel um Platz 3 gegen Südafrika gewann Kamerun dann mit 3:0. Im Finale konnte sich Nigeria für die Vorrundenniederlage gegen Ghana revanchieren und mit 2:0 wieder Afrikameister werden. Ghana durfte ebenfalls wieder zur WM fahren.

WM 2007 in der Volksrepublik China Vier Jahre später fand dann die WM doch zum zweiten Mal in der Volksrepublik China statt. Für die Fußball-Afrikameisterschaft der Frauen 2006, die wieder als Qualifikation diente und erneut in Nigeria stattfand – da Gabun als Gastgeber zurückzog, qualifizierte sich Kamerun durch zwei Siege (4:0 und 5:0) gegen Kenia. Die Gruppenphase begann mit einem 1:1 gegen die Demokratische Republik Kongo, gegen Ghana folgte dann ein 1:2, aber mit einem 2:0 gegen Mali erreichte Kamerun das Halbfinale. Hier stellte wieder Nigeria eine zu große Hürde dar und Kamerun verlor mit 0:5. Das für die WM-Qualifikation wieder unbedeutende Spiel um Platz 3 gegen Südafrika endete 2:2 nach Verlängerung und wurde mit 4:5 im Elfmeterschießen verloren. Das Finale gewann Nigeria erneut gegen Ghana, diesmal aber nur mit 1:0. Beide fuhren damit wieder zur WM.

WM 2011 in Deutschland Für die WM in Deutschland qualifizierten sich die Kamerunerinnen wieder nicht. Für die Fußball-Afrikameisterschaft der Frauen 2010 hatten sie sich mit zwei Siegen gegen die Demokratische Republik Kongo (2:0 und 3:0) zwar qualifiziert. Bei der Endrunde erreichten sie im ersten Spiel gegen Titelverteidiger Äquatorialguinea ein 2:2, dem zwei 2:1-Siege gegen Ghana und Algerien folgten. Im Halbfinale unterlagen sie dann mal wieder gegen Nigeria, diesmal mit 1:5. Das immer noch bedeutungslose Spiel um Platz 3 gegen Südafrika wurde ebenfalls verloren – mit 0:2. Im Finale konnte sich Nigeria für die Halbfinalniederlage gegen Äquatorialguinea zwei Jahre zuvor revanchieren und mit 4:2 den Titel zurückgewinnen. Durch die Finalteilnahme hatte sich Äquatorialguinea aber auch erstmals für die WM qualifiziert.

WM 2015 in Kanada mini|Startaufstellungen der Kamerunerinnen in ihrem ersten WM-Spiel

Nachdem sich Kamerun für das Fußballturnier der Frauen bei den Olympischen Spielen 2012 qualifizieren konnte und sich dabei gegen Nigeria durchgesetzt hatte, gelang auch die erstmalige WM-Qualifikation. Für die dritte WM in Nordamerika war die Zahl der Startplätze auf 24 erhöht und den Afrikanern nun drei Plätze zugestanden worden.

Für die Afrikameisterschaft 2014 qualifizierte sich Kamerun zunächst mit einem 1:1-Remis und einem 1:0-Sieg gegen den Senegal. In der Gruppenphase gelang zunächst ein 1:0-Sieg gegen Südafrika, dann ein 2:0 gegen Algerien, womit Kamerun schon für das Halbfinale qualifiziert war. Das abschließende Gruppenspiel wurde zwar gegen Ghana mit 0:1 verloren, da aber Südafrika mit 5:1 gegen Algerien gewann, nutzte Ghana der Sieg nichts. Im Halbfinale setzte sich Kamerun dann mit 2:1 nach Verlängerung gegen die Elfenbeinküste durch, stand damit im Finale gegen Rekordmeister Nigeria und war dadurch erstmals für die WM-Endrunde qualifiziert. Da konnte die 0:2-Finalniederlage verkraftet werden. Im Spiel um Platz 3, das nun auch für die WM-Qualifikation bedeutend war, setzte sich die Elfenbeinküste überraschend durch ein Tor in der 85. Minute gegen Südafrika durch, das 2012 auch an den Olympischen Spielen teilgenommen hatte, und qualifizierte sich ebenfalls zum ersten Mal für die WM.

Bei der Auslosung der Gruppen war Kamerun nicht gesetzt und wurde der Gruppe mit Titelverteidiger Japan zugelost. Weitere Gegner sind die ebenfalls zum ersten Mal qualifizierten Mannschaften aus der Schweiz und Ecuador. Vor der WM hatte noch keine Mannschaft dieser Gruppe gegen eine der anderen Mannschaften gespielt. Kamerun überraschte gleich im ersten Spiel gegen Ecuador, einen der sieben anderen WN-Neulinge mit schnellem Angriffsspiel und gewann mit 6:0. Höher hatte nie zuvor ein WM-Neuling sein erstes Spiel gewonnen. Im zweiten Spiel gegen Titelverteidiger Japan offenbarten sie aber Schwächen in der Abwehr und gerieten schnell mit 0:2 in Rückstand. Danach konnten sie das Spiel offen gestalten und waren in der zweiten Halbzeit sogar die bessere Mannschaft, konnten aber nur noch den Anschlusstreffer erzielen. Auch gegen die Schweiz gerieten sie in Rückstand und wurden in der ersten Halbzeit dominiert, so dass sie nur mit viel Glück zur Halbzeitpause nur 0:1 zurücklagen. In der zweiten Halbzeit knüpften sie dann an die Leistungen der beiden vorherigen Spiele an, dominierten nun das Spiel und konnten es mit zwei Toren drehen. Damit standen sie als Gruppenzweiter und einzige afrikanische Mannschaft in der K.-o.-Runde. Hier trafen sie erstmals auf China und gerieten wieder früh in Rückstand. Diesmal waren die Angriffsbemühungen aber zu ungestüm, so dass sie nicht fruchteten. Mit 0:1 schied Kamerun aber als würdiger Vertreter Afrikas und bester Neuling aus.

WM 2019 in Frankreich Die Qualifikation für die dritte WM in Europa erfolgte für die afrikanischen Mannschaften über den Afrika-Cup der Frauen 2018, der vom 17. November bis 1. Dezember 2018 in Ghana stattfand. Qualifizieren konnten sich die drei besten Mannschaften des Turniers. In der Qualifikation für diese Meisterschaft musste Kamerun erst in der zweiten Runde eingreifen und traf dort auf die Republik Kongo, die sich erstmals für eine WM qualifizieren wollte und sich in der ersten Runde mit zwei Siegen gegen die Zentralafrikanische Republik durchgesetzt hatte. Kamerun gewann beide Spiele mit 5:0 und qualifizierte sich damit für die Afrikameisterschaft. Beim Afrika-Cup wurde Mali im ersten Spiel mit 2:1 besiegt. Mit einem 3:0 gegen Algerien und einem 1:1 gegen Gastgeber Ghana, der dadurch ausschied, wurde als Gruppensieger das Halbfinale erreicht. Hier unterlag die Mannschaft nach torlosen 120 Minuten Rekordmeister Nigeria im Elfmeterschießen mit 2:4. Im Spiel um Platz 3 traf Kamerun erneut auf Gruppengegner Mali und gewann auch dieses Spiel, diesmal mit 4:2. Damit sicherte sich die Mannschaft das dritte afrikanische WM-Ticket.