Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der argentinischen Fußballnationalmannschaft der Frauen bei Weltmeisterschaften. Die Argentinierinnen konnten bisher nicht an die Erfolge ihrer männlichen Kollegen anknüpfen. Sie konnten sich nur viermal für die WM-Endrunden der Frauen qualifizieren und belegten vor der WM 2019 in der ewigen Tabelle den letzten Platz. 2019 konnten dann durch zwei Remis die ersten Punkte gewonnen und der letzte Platz der Tabelle verlassen werden, den seitdem Ecuador einnimmt. Auch 2023 gelang nur ein Punktgewinn.
Die Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften Übersicht Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab, siehe , Seite 46 Trainer Bemerkungen und Besonderheiten 1991 Volksrepublik China nicht teilgenommen 1995 Schweden nicht qualifiziert Bei der Sudamericano Femenino 1995 an Brasilien gescheitert 1999 USA nicht qualifiziert In den panamerikanischen Playoffs an Mexiko gescheitert 2003 USA Vorrunde Japan, Kanada, Deutschland 16. José Carlos Borrello Als Gruppenletzter ausgeschieden 2007 Volksrepublik China Vorrunde Deutschland, Japan, England16. José Carlos BorrelloHöchste WM-Niederlage aller Zeiten beiderlei Geschlechter 2011 Deutschland nicht qualifiziert Bei der Sudamericano Femenino 2010 an Brasilien und Kolumbien gescheitert 2015 Kanada nicht qualifiziert Bei der Sudamericano Femenino 2014 an Brasilien, Kolumbien und Ecuador gescheitert 2019 Frankreich VorrundeEngland, Japan und Schottland 18. José Carlos Borrello In den panamerikanischen Playoffs konnte sich die Mannschaft gegen Panama durchsetzen. 2023 Australien/Neuseeland VorrundeItalien, Südafrika, Schweden 27. Germán PortanovaAls Dritter der Copa América der Frauen 2022 qualifiziert. 2027 Brasilien qualifiziert In der südamerikanischen Qualifikation als Gruppenzweite qualifiziert.
Statistik (Angaben inkl. 2023: Neun Weltmeisterschaften) nicht teilgenommen: einmal (11,1 %; 1991) nicht qualifiziert: viermal (44,4 %; 1995, 1999, 2011 und 2015) qualifiziert: viermal (44,4 %, 2003, 2007, 2019 und 2023) Vorrunde: viermal (44,4 %)
Die Turniere WM 1991 in der Volksrepublik China An der Sudamericano Femenino 1991, die als Qualifikation für die erste WM der Frauen diente, nahmen die Argentinierinnen nicht teil.
WM 1995 in Schweden Vier Jahre später war dann auch Argentinien an einer Qualifikation interessiert und nahm an der Sudamericano Femenino 1995 in Brasilien teil die gleichzeitig als Qualifikation für die WM 1995 diente. Am 10. Januar 1995 bestritten sie in Minas Gerais ihr erstes von der FIFA anerkanntes Länderspiel und gewannen mit 5:1 gegen Ecuador. Im zweiten Spiel erreichten sie mit einem 12:0 gegen Bolivien ihren höchsten Länderspielsieg, verloren dann aber mit 0:9 gegen Titelverteidiger Brasilien. Nach einem 1:0 gegen Mit vier Siegen gegen Chile waren sie Gruppenzweiter und durften im nochmals gegen Brasilien antreten, verloren dieses dann aber mit 0:2 – immerhin nicht so hoch wie im ersten Spiel gegen die Brasilianerinnen. Da den südamerikanischen Mannschaften nur ein WM-Platz zustand, fuhr nur Brasilien als CONMEBOL-Vertreter zur WM. Argentinien verpasste damit auch die Qualifikation für das erste Fußballturnier der Frauen bei den Olympischen Spielen 1996, da sich nur die acht besten Mannschaften der WM dafür qualifizieren konnten. Dort wurde die CONMEBOL auch von Brasilien vertreten, dass als neuntbeste Mannschaft davon profitierte, dass die siebtbeste Mannschaft England bei den Olympischen Spielen nicht startberechtigt ist.
WM 1999 in den USA Für die dritte Weltmeisterschaft hatte eine zweite südamerikanische Mannschaft die Chance sich über die panamerikanische Playoffs gegen einen CONCACAF-Vertreter zu qualifizieren. Zur wieder als Qualifikation dienenden Sudamericano Femenino 1998 in Argentinien hatten alle 10 CONMEBOL-Mitglieder gemeldet, so dass in zwei Gruppen gespielt wurde. Argentinien nutzte den Heimvorteil und setzte sich in seiner Gruppe mit vier Siegen gegen Bolivien (8:0), Paraguay (3:0), Uruguay (2:1) und Ecuador (2:0) durch. Im Halbfinale wurde dann Peru im Elfmeterschießen besiegt und im Finale gegen Brasilien mit 1:7 verloren. Damit war Brasilien wieder direkt qualifiziert. Argentinien musste in den panamerikanischen Playoffs gegen Mexiko antreten, verlor aber mit 1:3 und 2:3, wodurch sich Mexiko erstmals qualifizierte. Argentinien verpasste damit auch die Qualifikation für das Fußballturnier der Frauen bei den Olympischen Spielen 2000, da sich neben Gastgeber Australien nur die sieben besten Mannschaften der WM dafür qualifizieren konnten.
WM 2003 in den USA Eigentlich sollte die WM 2003 wieder in der Volksrepublik China stattfinden. Wegen der SARS-Epidemie wurde das Turnier kurzfristig in die USA verlegt. Damit fand die Weltmeisterschaft zum zweiten Mal in den USA statt. Die Qualifikation wurde wieder als Sudamericano Femenino 2003 ausgetragen und diesmal konnten sich der Südamerikameister und der Vizemeister qualifizieren. Argentinien musste sich zunächst bei einem Turnier in Salta mit zwei Siegen gegen Paraguay (3:0) und Uruguay (8:0) für die Finalrunde in Peru qualifizieren. Dort verloren sie im ersten Spiel gegen Brasilien, das erst in der Runde der letzten Vier antreten musste, mit 2:3. Mit einem 3:2 gegen Kolumbien und einem 1:1 wurde Argentinien aber Vizemeister und qualifizierte sich zusammen mit Südamerikameister Brasilien für die WM. Aber nur Brasilien war für die Olympischen Spiele 2004 qualifiziert.
In den USA traf Argentinien im ersten WM-Spiel auf Japan und verlor mit 0:6. Gegen Kanada fiel die Niederlage mit 0:3 dann schon glimpflicher aus und gegen den späteren Weltmeister Deutschland gelang Yanina Gaitan beim 1:6 immerhin das erste WM-Tor für Argentinien. Als Gruppenletzter war die WM aber nach drei Spielen für Argentinien beendet.
WM 2007 in der Volksrepublik China Vier Jahre später fand dann die WM doch zum zweiten Mal in der Volksrepublik China statt. In der Sudamericano Femenino 2006, die wieder als Qualifikation diente, spielten die 10 CONMEBOL-Mitglieder zunächst in zwei Fünfergruppen vier Mannschaften für die Endrunde aus. Argentinien gewann dabei zunächst die ersten vier Spiele abwechselnd knapp und hoch gegen Uruguay (2:1), Chile (8:0), Ecuador (1:0) und Kolumbien (6:0). Damit war die Finalrunde erreicht und dort wurde Argentinien überraschend Erster vor Brasilien, Uruguay und Paraguay, da im letzten Spiel Brasilien erstmals besiegt werden konnte Damit fuhr Argentinien als Südamerikameister und Brasilien als Vizemeister wieder zur WM. Argentinien qualifizierte sich damit auch für das Fußballturnier der Frauen bei den Olympischen Spielen 2008, Brasilien erst durch Playoffspiele gegen Ghana.
Bei der Endrunde trafen sie im ersten Spiel auf Titelverteidiger Deutschland und mussten dabei unter tatkräftiger Mithilfe von Torhüterin Vanina Correa mit 0:11 die höchste Niederlage in einem WM-Spiel hinnehmen, womit Deutschland das 10:1 der Ungarn gegen El Salvador bei der WM der Männer 1982 übertraf. Im zweiten Spiel gegen Japan stand Romina Ferro im Tor und das Spiel wurde dann nur mit 0:1 verloren. Im letzten Spiel gegen England konnte sie aber das 1:6 auch nicht verhindern. Damit verabschiedete sich Argentinien für 12 Jahre von der WM-Bühne.
WM 2011 in Deutschland Für die WM in Deutschland konnten sich die Argentinierinnen dann nicht qualifizierten. Bei der Sudamericano Femenino 2010 in Ecuador wurde zunächst mit drei Siegen gegen Bolivien (3:0), Chile (2:1) und Peru (2:0) sowie einer 0:1-Niederlage gegen den Gastgeber die Vorrunde überstanden und die Finalrunde erreicht. Dort revanchierte sich Brasilien aber für die Niederlage vier Jahre zuvor und gewann mit 4:0. Nach einem 0:0 gegen Chile bestand aber noch die Hoffnung durch einen Sieg gegen Kolumbien im letzten Spiel, wenn Chile nicht gegen Brasilien gewann, die WM zu erreichen. Zwar erfüllte Brasilien seine Pflicht, aber Argentinien verlor mit 0:1 gegen Kolumbien und damit erstmals gegen die Kolumbianerinnen. Diese fuhren dann zusammen mit Südamerikameister Brasilien zur WM und konnten dort als zweite südamerikanische Mannschaft einen Punkt gewinnen, obwohl ihnen als erster Mannschaft kein Tor gelang. Argentinien verpasste damit auch das Fußballturnier der Frauen bei den Olympischen Spielen 2012.
WM 2015 in Kanada Auch in der Qualifikation für die WM in Kanada scheiterte Argentinien wieder. Bei der Sudamericano Femenino 2014 wurde zwar in der Vorrunde nur das erste Spiel gegen Chile mit 0:1 verloren, dann folgten aber drei Siege gegen Bolivien (6:0), Paraguay (1:0) und Brasilien (2:0) als Brasilien einige Stammspielerinnen für die Finalrunde schonte. In der Finalrunde gelang aber kein Sieg mehr. Nach einem 0:0 gegen Kolumbien folgte ein 0:6 gegen Brasilien, womit Brasilien bereits für die WM qualifiziert war. Durch einen hohen Sieg gegen Gastgeber Ecuador bei gleichzeitiger hoher Niederlage von Kolumbien gegen Brasilien wäre Argentinien aber noch Zweiter geworden. Aber es kam anders: Brasilien reichte ein 0:0 gegen Kolumbien um erneut Südamerikameister zu werden. Kolumbien war damit Zweiter, Argentinien verspielte gegen Ecuador sogar eine 2:0-Führung und verlor noch mit 2:3. Ecuador war damit Gruppendritter, musste in die Playoffs gegen Trinidad & Tobago und qualifizierte sich dort durch ein Last-minute-Tor als letzte Mannschaft zum ersten Mal für die WM. Argentinien verpasste damit aber auch das Fußballturnier der Frauen bei den Olympischen Spielen 2016 im Nachbarland Brasilien.
WM 2019 in Frankreich Als Qualifikation für die dritte WM in Europa diente zunächst die Copa América Femenina 2018, bei der Argentinien aber nur den dritten Platz belegte und sich damit nicht direkt qualifizieren konnte. Die Mannschaft hatte aber noch die Chance, sich in den panamerikanischen Playoffs gegen Panama, den Vierten des CONCACAF Women’s Gold Cup 2018, zu qualifizieren. Am 8. November 2014 wurde das Hinspiel in Avellaneda vor rund 11.500 Zuschauern, die freien Eintritt hatten,fifa.com: Argentinien vs. Panama – wer fährt nach Frankreich 2019? mit 4:0 gewonnen. Dabei scheiterte Estefanía Banini zwar in der 10. Minute als Strafstoßschützin, 11 Minuten später gelang einer Mitspielerin aber das 1:0, das in der 27. Minute auf 2:0 erhöht wurde. In der Nachspielzeit gelangen nach zwei Platzverweisen panamaischer Spielerinnen dann noch zwei weitere Tore.fifa.com: Nach dominanter Heimvorstellung: Vorteil Argentinien. Durch ein 1:1 in Panama qualifizierte sich Argentinien dann für die WM-Endrunde. In der 82. Minute erhielt Yamila Rodriguez aber die Gelb-Rote Karte und war damit für das erste Gruppenspiel gesperrt. Sie wurde aber nur für den vorläufigen Kader nominiert.
In Frankreich trafen die Argentinierinnen wie 2007 bei der letzten Teilnahme auf England und Japan sowie erstmals auf Schottland. Im ersten Spiel gegen Ex-Weltmeister Japan konnten sie durch ein torloses Remis den ersten WM-Punkt gewinnen. Auch gegen England hielten sie eine Stunde lang das 0:0, kassierten dann aber das einzige Tor des Spiels. In ihrem ersten Spiel gegen Schottland lagen sie nach 69 Minuten mit 0:3 zurück. In der 74. Minute gelang dann Milagros Menéndez das erste Tor, fünf Minuten später lenkte die schottische Torhüterin einen Weitschuss ins eigene Tor und in der vierten Minute der Nachspielzeit konnte Florencia Bonsegundo einen Foulelfmeter zum 3:3-Endstand verwandeln, wodurch sie zwar den Schottinnen den Einzug ins Achtelfinale verbauten, selber aber als schlechtester Gruppendritter dieses auch verpassten.
WM 2023 in Australien und Neuseeland