Der Landkreis Emmendingen ist ein Landkreis in Baden-Württemberg. Er gehört zum Verband Region Südlicher Oberrhein im Regierungsbezirk Freiburg. mini|Kandelstraße im Altersbachtal mini|Weinberg westlich von Waldkirch Geographie Lage Der Landkreis Emmendingen hat Anteil an der Oberrheinischen Tiefebene und am Schwarzwald. Hier gehört vor allem das Tal der Elz, welche ein rechter Nebenfluss des Rheins ist, zum Kreisgebiet. Die höchste Erhebung ist der Kandel mit . Von dessen Gipfel sind es über 1000 Meter Höhenunterschied bis zur tiefsten Stelle mit in den Altrheinauen auf der Gemarkung Rheinhausen im Breisgau.

Nachbarkreise Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Ortenaukreis, an den Schwarzwald-Baar-Kreis, an den Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald sowie an den Stadtkreis Freiburg im Breisgau. Im Westen bildet der Rhein die natürliche Grenze zu Frankreich mit dem dortigen Arrondissement Sélestat-Erstein innerhalb des Départements Bas-Rhin.

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2015.Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung 2015

Naturschutz

Der Landkreis Emmendingen besitzt folgende 19 Naturschutzgebiete. Nach der Schutzgebietsstatistik der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)Schutzgebietsstatistik der LUBW, Stand: 19. Dezember 2024 stehen 3.869,66 Hektar der Kreisfläche unter Naturschutz, das sind 5,69 Prozent. Amolterer Heide: 11,2 ha; Stadt Endingen am Kaiserstuhl – Gemarkung Amoltern Brai: 6,9 ha; Gemeinde Biederbach – Gemarkung Biederbach Elzwiesen: 410,8 ha (davon 281,5 ha im Landkreis Emmendingen); Gemeinde Rheinhausen im Breisgau und Stadt Kenzingen Erletal: 2,3 ha; Stadt Endingen am Kaiserstuhl – Gemarkung Endingen Häuslematt: 7,2 ha (davon 6,9 ha im Landkreis Emmendingen); Gemeinde Simonswald – Gemarkung Obersimonswald Hochberg: 0,7 ha; Gemeinde Sasbach am Kaiserstuhl – Gemarkung Jechtingen Johanniterwald: 57,5 ha; Stadt Kenzingen und Gemeinde Rheinhausen im Breisgau – Gemarkung Oberhausen Kohlersloch: 18,2 ha; Stadt Elzach – Gemarkung Prechtal Kostgefäll: 447,5 ha; Gemeinde Simonswald – Gemarkung Haslachsimonswald Kreuzmoos: 5,4 ha; Gemeinden Gutach im Breisgau und Freiamt Limberg: 29,4 ha; Gemeinde Sasbach am Kaiserstuhl Prechtaler Schanze-Ecklesberg: 230,2 ha; Stadt Elzach – Gemarkung Prechtal Rheinniederung Wyhl-Weisweil: 1407,8 ha; Gemeinden Sasbach am Kaiserstuhl, Weisweil, Wyhl, Rheinhausen Rohrhardsberg-Obere Elz: 558,1 ha (davon 37,8 ha im Landkreis Emmendingen); Stadt Elzach und Gemeinde Simonswald Steinbruch Ehrleshalden: 6,5 ha; Stadt Herbolzheim Taubergießen: 1697,0 ha (davon 347,3 ha im Landkreis Emmendingen); Gemeinde Rheinhausen Teninger Unterwald: 52,8 ha; Gemeinde Teningen Yacher Zinken: 873,0 ha; Stadt Elzach – Gemarkung Yach Zweribach: 95,5 ha (davon 49,6 ha im Landkreis Emmendingen); Gemeinde Simonswald – Gemarkungen Obersimonswald und Wildgutach

Geschichte

Bezirksamt Emmendingen Im 18. Jahrhundert gehörte der Raum Emmendingen zum badischen Oberamt Hochberg. Seit 1806 gehörte das Oberamt zum Großherzogtum Baden und dort seit 1807 zur Provinz des Oberrheins.Regierungsblatt des Großherzogtums Baden 1807, S. 96 Im Organisationsrescript vom 26. November 1809 wurde aus einem Teil des Oberamtes Hochberg das neue Amt Emmendingen gebildet, das dem neuen Dreisamkreis zugeordnet wurde.Großherzoglich Badisches Regierungsblatt 1809, S. 395 Das Amt Emmendingen wurde 1810 um die Orte Bötzingen, Eichstetten und Oberschaffhausen sowie 1813 um den Ort Bahlingen des Amtes Endingen vergrößert.Großherzoglich-Badisches Regierungsblatt 1810, S. 357Großherzoglich-Badisches Regierungsblatt 1813, S. 135 1819 erhielt das Amt weiteren Zuwachs mit den Orten Denzlingen, Holzhausen und Reute aus dem Landamt Freiburg und dem Ort Heimbach aus dem Amt Kenzingen. Das Bezirksamt Emmendingen gehörte ab 1832 zum Oberrheinkreis und seit 1864 zum Kreis Offenburg im Landeskommissärbezirk Freiburg.Großherzoglich Badisches Staats- und Regierungs-Blatt 1832, S. 134Großherzoglich Badisches Regierungs-Blatt 1864, S. 311

Am 1. Mai 1872 wurde das Bezirksamt Emmendingen um die Stadt Endingen sowie Gemeinden Amoltern, Forchheim, Hecklingen, Riegel am Kaiserstuhl, Weisweil und Wyhl am Kaiserstuhl des aufgelösten Bezirksamtes Kenzingen vergrößert.Gesetzes- und Verordnungs-Blatt für das Großherzogthum Baden 1872, S. 7 Diese waren zuvor bei der Auflösung des Amtes Endingen 1819 mit Ausnahme von Weisweil zum Bezirksamt Kenzingen gekommen, Weisweil war schon 1813 vom Amt Endingen zum Bezirksamt Kenzingen gewechselt. 1879 wechselten Kenzingen sowie die übirgen ehemaligen Gemeinden des Bezirksamts Kenzingen Bleichheim, Bombach, Broggingen, Herbolzheim, Niederhausen, Nordweil, Oberhausen, Tutschfelden und Wagenstadt, die bei der Auflösung 1872 dem Bezirksamt Ettenheim zugeschlagen worden waren, in das Bezirksamt Emmendingen.Gesetz- und Verordnungsblatt für das Großherzogtum Baden 1879, S. 309

Am 1. April 1924 wechselten die Gemeinden Bischoffingen, Jechtingen, Kiechlinsbergen, Königschaffhausen, Leiselheim und Sasbach des aufgelösten Bezirksamtes Breisach in das Bezirksamt Emmendingen. Am 1. Oktober 1936 wurden auch die meisten Gemeinden des aufgelösten Bezirksamtes Waldkirch eingegliedert; gleichzeitig wechselten die Gemeinden Bischoffingen, Bötzingen, Eichstetten, Holzhausen, Jechtingen, Kiechlinsbergen und Leiselheim aus dem Bezirksamt Emmendingen zum Bezirksamt Freiburg.

Landkreis Emmendingen

Seit dem 1. Januar 1939 hieß das Bezirksamt Emmendingen Landkreis Emmendingen. Am 1. April 1939 wechselte die Gemeinde Prechtal aus dem Landkreis Emmendingen in den Landkreis Wolfach.territorial.de: Landkreis Wolfach

Der Landkreis Emmendingen fiel 1945 der Französischen Besatzungszone zu und gehörte somit bis 1952 zum neu umgrenzten südlichen Land Baden. Nach der Bildung des Landes Baden-Württemberg 1952 gehörte der Landkreis Emmendingen zum Regierungsbezirk Südbaden, seit 1973 zum Regierungsbezirk Freiburg.

Bei der Kreisreform erhielt der Landkreis am 1. Januar 1973 die Gemeinde Jechtingen des aufgelösten Landkreises Freiburg. Durch weitere Gemeindereformen erfuhr er am 1. Januar 1974 (Kiechlinsbergen, wurde am selben Tag in die Stadt Endingen am Kaiserstuhl eingegliedert) und am 1. April 1974 (Leiselheim, das in Sasbach aufging) einen geringen Zuwachs am nordwestlichen Kaiserstuhl. Die ursprünglich Absicht, den Landkreis Emmendingen mit dem Landkreis Lahr zu vereinigen, wurde nicht realisiert.

Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst der Landkreis Emmendingen 24 Gemeinden, darunter sechs Städte und hiervon wiederum eine Große Kreisstadt (Emmendingen). Die Stadt Waldkirch hat 2003 die Grenze von 20.000 Einwohnern überschritten und wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2009 die zweite Große Kreisstadt im Landkreis Emmendingen. Größte Stadt ist Emmendingen, kleinste Gemeinde ist Forchheim/Kaiserstuhl.

Einwohnerstatistik mini|400x400px|Bevölkerungspyramide für den Kreis Emmendingen (Datenquelle: Zensus 2011 Datenbank Zensus 2011, Kreis Emmendingen, Alter und Geschlecht.)

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze). Datum Einwohner 31. Dezember 1973 128.241 31. Dezember 1975 129.402 31. Dezember 1980 131.893 31. Dezember 1985 134.793 25. Mai 1987 ¹ 132.508 31. Dezember 1990 139.248 31. Dezember 1995 146.418 31. Dezember 2000 151.414 31. Dezember 2005 156.728 Datum Einwohner 31. Dezember 2010 158.342 31. Dezember 2015 162.082 31. Dezember 2020 166.862 31. Dezember 2022 170.99631. Dezember 2023 172.39231. Dezember 2024 169.787 mini|Landratsamt Emmendingen

Konfessionsstatistik Gemäß der Volkszählung in Deutschland 2022 waren 37,7 % der Einwohner katholisch, 25,1 % evangelisch, und 37,3 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion), abgerufen am 13. August 2024

Politik Der Landkreis wird vom Kreistag und vom Landrat verwaltet.

Kreistag

Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf fünf Jahre gewählt. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu dem in den Diagrammen dargestellten Ergebnis:

Ergebnisse der Kreistagswahlen seit 1989 Parteien und Wählergemeinschaften %2024 Sitze2024 %2019 Sitze2019 %2014 Sitze2014 %2009 Sitze2009 %2004 Sitze2004 %1999 Sitze1999 %1994 Sitze1994 %1989 Sitze1989 FW Freie Wähler e. V. 27,17 14 19,96 11 23,27 12 25,6 13 – – – – – – – – CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 26,53 14 26,47 14 30,30 16 30,2 15 34,5 19 37,5 19 30,5 15 32,4 16 SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 14,72 8 15,95 9 21,57 11 21,6 10 21,5 11 24,8 12 26,4 13 28,5 14 GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 14,68 8 19,57 10 16,51 9 13,0 6 12,8 6 9,2 4 13,0 6 10,4 5 AfD Alternative für Deutschland 8,68 5 4,12 2 1,94 1 – – – – – – – – – – UB/ÖDP Unabhängige Bürger/Ökologisch-Demokratische Partei 3,38 2 4,34 2 1,60 1 – – – – – – – – – – FDP Freie Demokratische Partei 2,80 1 8,29 4 4,80 2 9,6 4 6,0 3 4,6 2 6,5 3 10,1 5 LISA Links-Sozial-Anders 1,51 1 1,31 1 – – – – – – – – – – – – PARTEI Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative 0,52 – – – – – – – – – – – – – – – WG* Wählervereinigungen – – – – – – – – 25,2 13 23,9 12 22,9 11 18,7 9 Sonst. Sonstige – – – – – – – – – – – – 0,6 – – –Gesamt 100 53 100 53 100 52 100 48 100 52 100 49 100 48 100 49Wahlbeteiligung64,93 %62,07 %51,55 %53,5 %54,7 %55,1 %68,1 %64,1 % * Wählervereinigungen von 1989 bis 2004 nicht auf einzelne Wählergruppen aufgeschlüsselt

Landrat Der Landrat wird vom Kreistag auf fünf Jahre gewählt. Er ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises. Zu seinem Aufgabengebiet zählen die Vorbereitung der Kreistagssitzungen sowie seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet diese und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. In den Gremien hat er kein Stimmrecht. Sein Stellvertreter ist der Erste Landesbeamte.

Die Oberamtmänner bzw. Landräte des Bezirksamts bzw. Landkreises Emmendingen seit 1810

Amtszeit Amtsinhaber Bemerkung 1810–1816 Friedrich August Roth 1816–1818 Karl Ludwig Barck 1819–1823 Carl Deimling 1823–1834 Karl von Stößer 1834–1842 Conrad Ludwig Rettig 1842–1847 Philipp Pfeiffer 1847–1849 Ignaz Fränzinger 1849 Georg Wolf provisorisch 1850–1874 Gustav Adolph Fingado 1874–1884 Leopold Otto 1884–1890 Ludwig von Theobald 1890–1908 Ludwig Salzer 1908–1913 Hermann Kiefer 1913–1926 Karl Baur 1926 Alexander Schaible 1927–1930 Ernst Frech 1931–1945 Alfred Hagenunger 1945 Wolfgang Bechtoldkurzzeitig kommissarisch unter NS-Regime 1945–1946 Hubert Schnekenburgeram 23. Mai 1945 durch frz. Militärregierung eingesetztMichael Ruck: Schnekenburger, Hubert Georg Wilhelm. In: 1946 Ludwig Seiterichkommissarisch 1946–1948 Viktor Huber von Gleichenstein 1948 Walther FürstAmtsverweser 1949–1953 Alfons Oswald 1953–1970 Kurt Wehrle 1970–1983 Lothar Mayer 1983–2003 Volker Watzka seit 2003 Hanno Hurth

Wappen und Flagge Das Wappen des Landkreises Emmendingen zeigt in gespaltenem und halb geteiltem Schild vorn in Gold einen roten Schrägbalken; hinten oben in Silber einen schwarzen Sechsberg, unten in Blau einen silbernen Flug. Das Wappen wurde am 5. November 1956 vom Innenministerium Baden-Württemberg verliehen.

Das Wappen symbolisiert die Herrschaften, die sich das Kreisgebiet in früheren Jahrhunderten teilten, Baden-Hachberg (Schrägbalken), die Herren von Schwarzenberg („Schwarzer Berg“) und die Herren von Üsenberg (Flug).

Die Flaggenfarben des Landkreises Emmendingen sind Rot-Gelb und wurden am 23. Januar 1989 vom Regierungspräsidium Freiburg verliehen, es werden aber auch Flaggen mit der Farbfolge Gelb-Rot genutzt.

Partnerschaft Erzgebirgskreis in Deutschland

Wirtschaft und Infrastruktur