mini|180px|Kardinal Giovanni Maria Vitelleschi (Gemälde von Cristofano dell'Altissimo, um 1560) Giovanni Maria Vitelleschi (* 1390 in Corneto (heute Tarquinia); † 2. April 1440 in Rom) war ein italienischer Condottiere, der von Papst Eugen IV. zum Kardinal gemacht wurde.

Leben Vitelleschi hatte seine militärische Ausbildung als Jugendlicher in der banda Tartaglias erhalten und seine Erziehung unter Vormundschaft des Papstes Martin V. vervollständigt, der ihn zum Apostolischen Protonotar machte.

Er war seit 1431 Bischof von Recanati und Kommandeur der päpstlichen Armeen, als die Colonna-Fraktion, die um ihre Einkünfte fürchtete, in Rom einen Aufstand schürte. In der Stadt wurde zeitweise eine Republik errichtet, die Papst Eugen IV. am 4. Juni 1434 ins Exil nach Florenz zwang. Mit wilder Grausamkeit wurde die Stadt von Giovanni Vitelleschi im folgenden Oktober unterworfen. Er hob alle Rechte der Römer auf und wies den Senat an, ihn tertius pater patriae post Romulum (dritter Vater des Vaterlandes seit Romulus) zu nennen. Er kommandierte die päpstlichen Truppen gegen René von Anjou, der den Thron von Neapel für sich beanspruchte, belagerte und eroberte 1439 Foligno. mini|150px|Filippo Lippi: Madonna Tarquinia; Auftragsarbeit für Giovanni Vitelleschi

Sein Erfolg bei der Unterdrückung der Republikaner Roms brachte ihm den Ehrentitel Lateinischer Patriarch von Alexandria ein und den des Erzbischofs von Florenz. Am 9. August 1437 wurde er von Eugen IV. zum Kardinalpriester erhoben (Titelkirche: San Lorenzo in Lucina), genannt „Kardinal von Florenz“, wo man ihm mit tiefstem Misstrauen begegnete.

Die florentinischen Spione hatten ein wachsames Auge auf seine Post und fingen bald Briefe des Patriarchen an Niccolò Piccinino ab, der gerade die Toskana mit seinen Leuten verwüstete. Die Korrespondenz war verschlüsselt und voller Umschreibungen, wurde aber als für den Papst selbst gefährlich interpretiert. Eugen entschied, den Patriarchen einzukerkern. Die Art und Weise, wie er am Castel Sant’Angelo, der Engelsburg in Rom, durch den Kastellan Antonio Rido aus Padua gefangen genommen wurde, wird von Machiavelli berichtet.

Einige Zeit nach seinem Tod, am 1. März 1441, verkündete Eugen IV. in einer Bulle, dass er seinem Feind vergeben habe und beteuerte, der Tod des Kardinals Vitelleschi sei die natürliche Folge seiner Wunden und nicht das Ergebnis eines Giftanschlags gewesen. Im Jahr 1450 erlaubte Papst Nikolaus V. die Überführung der Gebeine Vitelleschis in die Kathedrale von Corneto.

Nachfahren Die Familie Vitelleschi behielt beträchtliches Gewicht in Zentralitalien. Vitelleschis Neffe, Bartolomeo Vitelleschi († 13. Dezember 1463), Bischof von Corneto und Montefiascone, wurde am 6. April 1444 zum Kardinal ernannt.

Literatur

Niccolò Machiavelli: Geschichte von Florenz. Kapitel 35 und 36 (englisch)

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