Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der australischen Fußballnationalmannschaft der Frauen bei Weltmeisterschaften. Die australische Mannschaft konnte sich bisher siebenmal sportlich für die Endrunde qualifizieren und war 2023 als Co-Gastgeber automatisch qualifiziert. Nur bei der ersten Austragung fehlte die Mannschaft. Sie belegt in der ewigen Tabelle nach der WM 2023 Platz 10.
Die Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften Übersicht Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab, siehe , Seite 159 Trainer Bemerkungen und Besonderheiten 1991 Volksrepublik China nicht qualifiziert Bei der Fußball-Ozeanienmeisterschaft der Frauen 1991 an Neuseeland gescheitert. 1995 Schweden Vorrunde Dänemark China, USA12. Als Gruppenvierter ausgeschieden 1999 USA Vorrunde Ghana, Schweden, China 11. Greg BrownAls Gruppendritter ausgeschieden 2003 USA Vorrunde Russland, China, Ghana 13. Adrian Santrac Als Gruppenvierter ausgeschieden 2007 Volksrepublik China Viertelfinale Brasilien6. Erster Sieg in einem WM-Spiel 2011 Deutschland ViertelfinaleSchweden 8. 2015 Kanada Viertelfinale Japan 7. Alen Stajcic In der Gruppenphase traf die Mannschaft auf Nigeria, Schweden und die USA. Australien wurde mit je einem Sieg, einem Remis und einer Niederlage Gruppenzweiter und gewann im Achtelfinale gegen Brasilien erstmals ein K.-o.-Spiel bei der WM. Viertelfinalaus gegen den Titelverteidiger2019 Frankreich AchtelfinaleNorwegen 9. Ante Milicic Die Mannschaft qualifizierte sich als Vize-Asienmeister. Bei der WM trafen die Australierinnen in den Gruppenspielen auf Brasilien, Italien sowie Jamaika und qualifizierten sich als Gruppenzweiter für die K.-o.-Runde. Achtelfinalniederlage im Elfmeterschießen2023 Australien und NeuseelandSpiel um Platz 3Schweden Vierter qualifiziert als Co-Gastgeber2027 Brasilienqualifiziert qualifiziert als Halbfinalist der Asienmeisterschaft 2026
Statistik (Angaben inkl. 2023: Neun Weltmeisterschaften)
nicht teilgenommen: nie (0 %) nicht qualifiziert: einmal (11,1 %) qualifiziert: achtmal (88,9 %, davon einmal als Co-Gastgeber) Vorrunde: dreimal (33,3 %; 1995, 1999 und 2003) Achtelfinale: einmal (11,1 %; 2019) Viertelfinale: dreimal (33,3 %; 2007, 2011 und 2015) Spiel um Platz 3: einmal (11,1 %; 2023) Vierter: einmal (11,1 %; 2023)
Die Turniere WM 1991 in der Volksrepublik China Für die erste WM der Frauen in der Volksrepublik China konnten sich die Australierinnen nicht qualifizierten. Bei der Fußball-Ozeanienmeisterschaft der Frauen 1991, die als Qualifikation diente, wurde hinter Neuseeland und vor Papua-Neuguinea nur Platz 2 belegt. Dabei waren Neuseeland und Australien punktgleich, Neuseeland hatte aber gegen Papua-Neuguinea mehr Tore geschossen. Gegeneinander hatten beide je einmal mit 1:0 gewonnen. Neuseeland fuhr damit als Ozeanienmeister zur WM, Australien musste zuschauen.
WM 1995 in Schweden Vier Jahre später konnte Australien den Spieß umdrehen. Bei der Fußball-Ozeanienmeisterschaft der Frauen 1994 hatten sie mehr Tore gegen Papua-Neuguinea geschossen, gegeneinander hatten Australien und Neuseeland 1:0 und 1:2 gespielt.
Bei der WM in Schweden wurde Australien Dänemark, China und Titelverteidiger USA zugelost. Am 6. Juni 1995 in bestritten die Australierinnen in Västerås ihr erstes WM-Spiel und verloren mit 0:5 gegen Dänemark. Zwei Tage später folgte gegen China ein 2:4, bei dem Angela Iannotta in der 25. Minute mit dem ersten WM-Tor für Australien das zwischenzeitliche 1:1 erzielte. Nachdem China schon mit 3:1 geführt hatte, wurde es in den Schlussminuten noch einmal spannend. Zuerst erzielte Sunni Hughes in der 89. Minute den Anschlusstreffer, als Australien dann auf den Ausgleich drängte, gelang den Chinesinnen in der dritten Minute der Nachspielzeit mit dem Tor zum 4:2 die endgültige Entscheidung. Um noch als einer der besten Gruppendritten das Viertelfinale zu erreichen, war im letzten Gruppenspiel ein Sieg mit acht Toren Differenz gegen die USA notwendig. Dies erschien natürlich aussichtslos und das Ergebnis von 1:4 bestätigte dies auch. Ohne Punktgewinn schied Australien daher aus. Da die Australierinnen damit nicht zu den acht besten Mannschaften gehörten, verpassten sie auch die Qualifikation für das erste Fußballturnier der Frauen bei den Olympischen Spielen 1996.
WM 1999 in den USA Für die dritte Weltmeisterschaft hatten sich schon sechs ozeanische Mannschaften beworben, so dass bei der Fußball-Ozeanienmeisterschaft der Frauen 1998, die als Qualifikation diente zunächst in zwei Dreiergruppen gegeneinander gespielt wurde. Den Australierinnen gelang dabei im ersten Spiel gegen Amerikanisch-Samoa mit 21:0 der höchste Sieg ihrer Länderspielgeschichte. Im zweiten Spiel wurde dann mit einem 8:0 Papua-Neuguinea geschlagen und das Halbfinale erreicht. Hier wurde Fidschi mit 17:0 deklassiert, so dass es zum Finale gegen Neuseeland kam. Dieses gewann Australien mit 3:1 und qualifizierte sich damit für die WM.
In den USA gelang im Auftaktspiel gegen WM-Neuling Ghana ein 1:1 und damit der erste Punktgewinn bei einer WM-Endrunde. Gegen Schweden und China wurde dann aber mit jeweils 1:3 verloren. Als Gruppendritter schied Australien damit wieder aus.
WM 2003 in den USA Eigentlich sollte die WM 2003 dann wieder in der Volksrepublik China stattfinden. Wegen der SARS-Epidemie wurde das Turnier kurzfristig in die USA verlegt. Damit fand die Weltmeisterschaft zum zweiten Mal in den USA statt. Da sich zur Fußball-Ozeanienmeisterschaft der Frauen 2003 nur fünf Mannschaften aus Ozeanien gemeldet hatten, wurde die Meisterschaft in einer Gruppe im Jeder-gegen-Jeden-Modus ausgetragen. Australien gewann die ersten drei Spiele gegen Papua-Neuguinea (13:0), Samoa (19:0) und die Cookinseln (11:0) und traf im letzten Spiel auf Neuseeland, das gegen die drei anderen ebenfalls dreimal gewonnen hatte. Mit 2:0 setzte sich Australien erneut durch und fuhr wieder in die USA.
In den USA trafen sie im ersten Gruppenspiel auf Russland und verloren mit 1:2. Gegen China folgte dann ein 1:1 und gegen Ghana ein 1:2. Damit war die WM für Australien wieder als Gruppenletzter beendet.
WM 2007 in der Volksrepublik China Vier Jahre später fand dann die WM doch zum zweiten Mal in der Volksrepublik China statt, womit sich China nicht qualifizieren musste. Australien war – insbesondere um der Nationalmannschaft der Männer bessere Chancen auf eine WM-Qualifikation zu bieten – in den asiatischen Verband gewechselt. Die Australierinnen mussten sich daher erstmals bei der Fußball-Asienmeisterschaft der Frauen 2006 für die WM qualifizieren, also gegen potentiell stärkere Gegner. Allerdings standen den AFC-Mannschaften vier Startplätze zu, von denen einer an Gastgeber China ging. Australien hatte allerdings den Vorteil, dass es diese Asienmeisterschaft ausrichten durfte. In der Gruppenphase gelangen dann auch drei Siege gegen Südkorea (4:0), Myanmar (2:0) und Thailand (5:0), nur gegen Nordkorea wurden bei einem torlosen Remis die Punkte geteilt. Damit wurde das Halbfinale erreicht und da auch China unter den vier Halbfinalisten war, hatte sich Australien schon für die WM qualifiziert. Im Halbfinale wurde dann Japan mit 2:0 besiegt, im Finale konnte China – nachdem zweimal in Folge Nordkorea besser war – zum achten und bis heute letzten Mal den Titel gewinnen und stellte damit einen Rekord für offizielle Kontinentalmeisterschaften auf, der erst 2013 von Deutschland eingestellt wurde.Nigeria hat insgesamt neun Afrikameisterschaften gewonnen, davon aber zwei inoffizielle. Allerdings benötigte China dafür das Elfmeterschießen, da es nach 120 Minuten 2:2 stand.
Zur WM trat Australien dann wieder mit dem schottischen Trainer Tom Sermanni an, der bereits 1995 die Australierinnen bei der WM betreut hatte. Bei der Endrunde wurde Australien zum dritten Mal in eine Gruppe mit Ghana gelost, hinzu kamen Norwegen und Kanada. Am 12. September 2007 gelang in Hangzhou mit einem 4:1 gegen Ghana der erste Sieg in einem WM-Spiel. Gegen Ex-Weltmeister Norwegen gelang dann noch ein 1:1 und nachdem auch gegen Kanada ein Remis (2:2) gelang, hatte Australien zum ersten Mal die Vorrunde ohne Niederlage überstanden. Als Gruppenzweiter trafen sie im Viertelfinale auf Brasilien. Nach einem 0:2-Rückstand konnte zwar noch zum 2:2 ausgeglichen werden, 15 Minuten vor dem Ende musste aber das 2:3 hingenommen werden. Brasilien erreichte dann mit einem 4:0-Sieg gegen die USA erstmals das Finale, unterlag da aber Titelverteidiger Deutschland mit 0:2.
WM 2011 in Deutschland Für die WM in Deutschland konnte sich Australien dann erstmals als Asienmeister qualifizieren. Bei der Meisterschaft, die in der Volksrepublik China stattfand, konnte Australien in der Gruppenphase zunächst Vietnam und Südkorea mit 2:0 bzw. 3:1 besiegen und dann gegen den Gastgeber ein 0:1 verkraften. Als Gruppenzweiter wurde im Halbfinale Japan mit 1:0 besiegt und damit das WM-Ticket gebucht. Im Finale gegen Nordkorea entschied dann das Elfmeterschießen über den Sieger und die Australierinnen hatten die etwas besseren Schützinnen. Da China das Spiel um Platz 3 mit 0:2 gegen Japan verlor, fand erstmals eine WM der Frauen ohne China statt. Stattdessen mussten die Chinesinnen aus der Ferne zusehen wie Japan als erste asiatische Mannschaft Weltmeister wurde.
Bei der Endrunde in Deutschland traf Australien im ersten Spiel auf Vizeweltmeister Brasilien und verlor mit 0:1. Nach einem hart erkämpften 3:2 gegen WM-Neuling Äquatorialguinea kam es im letzten Spiel gegen Norwegen zum Finale um Platz 2. Norwegen ging zwar in der 56. Minute mit 1:0 in Führung, Australien gelang aber postwendend der Ausgleich durch Kyah Simon. Da die Australierinnen die bessere Tordifferenz hatten, reichte ihnen dieses Remis um ins Viertelfinale einzuziehen, daher drängte Norwegen auf den Siegtreffer, in der 87. Minute gelang aber Kyah Simon auch das 2:1, das Norwegen nicht mehr ausgleichen konnte. Damit schied Norwegen erstmals in der Vorrunde aus. Australien traf dafür im Viertelfinale auf Schweden, schied aber mit 1:3 ebenso wie Gruppensieger Brasilien (im Elfmeterschießen gegen die USA) aus.
WM 2015 in Kanada mini|Szene aus dem Viertelfinalspiel gegen Japan In der Qualifikation für die WM in Kanada, für die den Asiatinnen nach der Aufstockung des Teilnehmerfeldes nun fünf Startplätze zugestanden wurden, setzte sich Australien bei der Fußball-Asienmeisterschaft der Frauen 2014 als Zweiter durch. Nach einem 2:2 gegen Weltmeister Japan folgten zwei Siege gegen Jordanien (3:1) und gegen Vietnam (2:0), so dass als Gruppenzweiter das Halbfinale erreicht wurde und damit die WM in Kanada. Das Halbfinale wurde gegen Südkorea mit 2:1 gewonnen, so dass Australien zum dritten Mal in Folge im Finale der Asienmeisterschaft stand. Dieses wurde aber mit 0:1 gegen Japan verloren, das damit erstmals Asienmeister wurde. Im Spiel um Platz 3 gelang China ein 2:1 gegen Südkorea. Neben den vier Halbfinalisten qualifizierte sich noch erstmals Thailand als Fünfter.
Bei der Auslosung der Gruppen war Australien nicht gesetzt und wurde der Gruppe D mit Mittel- und Nordamerikameister USA zugelost.framba.de:
Zudem traf die Mannschaft auf Schweden und erstmals auf Afrikameister Nigeria.