Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der chinesischen Fußballnationalmannschaft der Frauen bei Weltmeisterschaften. Die Volksrepublik China richtete zweimal die WM-Endrunde der Frauen aus und konnte sich zudem sechsmal für die Endrunde qualifizieren. Nur für die WM 2011 konnten sich die Chinesinnen nicht qualifizieren. 2023 schieden die Chinesinnen erstmals nach der Gruppenphase aus. Die Mannschaft belegt in der ewigen Tabelle als beste asiatische und beste Mannschaft mit nur acht Teilnahmen Platz 7 dank der besseren Tordifferenz vor den seit 2023 punktgleichen Japanerinnen, die immer teilnahmen. Die Chinesinnen haben als erste Mannschaft ein WM-Finale der Frauen durch ein Elfmeterschießen verloren und sind der erste Finalist, der sich nicht für alle Endrunden qualifizieren konnte.
Übersicht Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab, siehe , Seite 159 Trainer Bemerkungen und Besonderheiten 1991 Volksrepublik China Viertelfinale Schweden 5. Shang Ruihua 1995 Schweden Spiel um Platz 3 USA 4. Yuanan Ma 1999 USA Finale USA Vize-Weltmeister Yuanan Ma Niederlage im Elfmeterschießen 2003 USA Viertelfinale Kanada 6. Ma Liangxing 2007 Volksrepublik China Viertelfinale Norwegen 5. Höchste Niederlage eines Gastgebers 2011 Deutschland nicht qualifiziert Bei der Asienmeisterschaft 2010 am späteren Weltmeister Japan gescheitert 2015 Kanada Viertelfinale USA 8. Hao Wei In der Gruppenphase traf die Mannschaft auf Kanada, Neuseeland sowie die Niederlande und erreichte als Gruppenzweiter das Achtelfinale 2019 Frankreich AchtelfinaleItalien 14. Jia Xiuquan Als erste Mannschaft sportlich qualifiziertGruppengegner waren Deutschland, Spanien und Südafrika 2023 Australien und Neuseeland Vorrunde Dänemark, Haiti, England 23. Shui Qingxia Als Asienmeister 2022 qualifiziert 2027 Brasilien Vorrunde Als Halbfinalist der Asienmeisterschaft 2026 qualifiziert
Statistik (Angaben inkl. 2023: Neun Weltmeisterschaften; Prozentangaben sind gerundet)
nicht teilgenommen: nie (0 %) nicht qualifiziert: einmal (11,1 %) ohne Qualifikation qualifiziert (als Gastgeber): zweimal (22,2 %) sportlich qualifiziert: sechsmal (66,7 % bzw. 85,7 % der Versuche) Vorrunde: einmal (11,1 %, 2023) Achtelfinale: einmal (11,1 %, 2019) Viertelfinale: viermal (44,4 %; 1991, 2003, 2007 und 2015) Spiel um Platz 3: einmal (11,1 %; 1995) Vizeweltmeister: einmal (11,1 %; 1999)
Die Turniere WM 1991 in der Volksrepublik China Da die erste WM der Frauen in der VR China stattfand, mussten sich die Chinesinnen nicht qualifizieren. Dennoch nahm die Mannschaft an der Asienmeisterschaft 1991 teil, die den anderen asiatischen Mannschaften als Qualifikation diente. Die VR China gewann die Meisterschaft mit fünf Siegen und wäre somit auch sportlich qualifiziert gewesen.
Bei der Endrunde wurden der VR China die Mannschaften von Norwegen, Dänemark und Neuseeland zugelost. Am 16. November 1991 bestritten die VR China und Norwegen in Guangzhou das erste offizielle WM-Spiel der Frauen. Dabei erzielte Ma Li in der 22. Minute das erste WM-Tor. In der zweiten Halbzeit schossen die Chinesinnen dann drei weitere Tore und gewannen mit 4:0.China VR - Norwegen 4:0 (1:0) Im zweiten Spiel gegen Dänemark mussten sie sich nach 1:2-Rückstand mit einem 2:2 zufriedengeben, konnten aber das letzte Spiel gegen Neuseeland mit 4:1 gewinnen und wurden damit Gruppensieger. Im Viertelfinale trafen sie auf Schweden. Bereits in der 3. Spielminute gelang Pia Sundhage das 1:0 für die Skandinavierinnen, wobei es bis zum Ende blieb. Damit waren die Chinesinnen ausgeschieden.
WM 1995 in Schweden Vier Jahre später mussten sich die Chinesinnen dann tatsächlich qualifizieren. Als Qualifikation dienten die Asienspiele 1994 in Hiroshima. Dabei trafen in einer Vierergruppe zunächst Japan, die Republik China, die VR China und Südkorea aufeinander. Nach einem 1:1 gegen Japan, gewannen beide gegen die beiden anderen Mannschaften und trafen dann im Finale erneut aufeinander, das die Chinesinnen mit 2:0 gewannen. Beide Finalisten fuhren zur WM, die zum ersten Mal auf europäischem Boden stattfand.
Bei der WM in Schweden wurden ihnen Titelverteidiger USA, Australien und wieder Dänemark zugelost. Mit einem 3:3 gegen die USA nach 0:2- und 1:3-Rückstand begannen sie die Gruppenspiele. Gegen Australien folgte ein 4:2 und gegen Dänemark ein 3:1. Punktgleich mit den USA wurden sie dann aufgrund der schlechteren Tordifferenz Gruppenzweite. Im Viertelfinale trafen sie auf den Gastgeber und damit wie vier Jahre zuvor auf Schweden. Die Chinesinnen gingen in der 29. Minute mit 1:0 in Führung und dabei blieb es bis zur 90. Minute. In der dritten Minute der Nachspielzeit gelang dann Ulrika Kalte noch der Ausgleich für die Schwedinnen. Da in der anschließenden Verlängerung keine Mannschaft ein Tor erzielen konnte, gab es das erste Elfmeterschießen bei einer WM der Frauen. Hier hatten die Chinesinnen die etwas besseren Torschützinnen und kamen durch ein 4:3 erstmals ins Halbfinale.Schweden - China VR 1:1 n. V. (1:1, 0:1) 3:4 i. E. Die Chinesinnen verloren dann aber im Halbfinale gegen Europameister Deutschland durch ein von Bettina Wiegmann in der 88. Minute erzieltes Tor mit 0:1 und auch das kleine Finale gegen die USA mit 0:2. Mit dem vierten Platz hatten sich die Chinesinnen aber für das erste Fußballturnier der Frauen bei den Olympischen Spielen 1996 qualifiziert, an dem nur die acht besten Mannschaften der WM teilnehmen konnten. Weil allerdings England als siebtbeste Mannschaft bei den Olympischen Spielen nicht startberechtigt war, konnte Brasilien als neuntbeste Mannschaft auch teilnehmen.
WM 1999 in den USA Für die dritte Weltmeisterschaft qualifizierten sich die Chinesinnen als Sieger der Fußball-Asienmeisterschaft der Frauen 1997. Nach drei Vorrundensiegen gegen Nordkorea, Usbekistan und die Philippinen wurde dann im Halbfinale mit 10:0 gegen die Republik China gewonnen und damit das WM-Ticket gebucht. Im Finale wurde dann Nordkorea nochmals besiegt, das sich aber durch den Finaleinzug ebenfalls qualifiziert hatte.
In den USA gewannen sie das Auftaktspiel gegen die Schwedinnen mit 2:1, mit einem 7:0 gegen WM-Neuling Ghana, bei dem Sun Wen drei Tore erzielte und einem 3:1 gegen Ozeanienmeister Australien wurde die Gruppe gewonnen. Im Viertelfinale trafen sie auf den Nachbarn Russland und gewannen mit 2:0. Im Halbfinale folgte ein 5:0 gegen Titelverteidiger Norwegen, womit der höchste Sieg gegen einen Titelverteidiger bei einer WM gelang. Im Finale vor der Rekordkulisse von 90.185 Zuschauern trafen sie dann auf den Gastgeber USA. Bei keinem von der FIFA anerkannten Frauenfußballspiel gab es mehr Zuschauer.Das Finale der 2. inoffiziellen Weltmeisterschaft 1971 in Mexiko zwischen Dänemark und Mexiko fand vor 110.000 Zuschauern im Aztekenstadion statt, siehe Mundial (Women) 1971 Nach torlosen 120 Minuten musste erstmals bei einer WM der Frauen das Elfmeterschießen entscheiden. Während alle fünf US-Girls verwandeln konnten, scheiterte Liu Ying an Briana Scurry. Mit der Vizemeisterschaft errangen die Chinesinnen aber die bis heute beste Platzierung. Danach konnte nicht mehr an die Leistungen von 1999 angeknüpft werden. Sun Wen und die Brasilianerin Sissi wurden mit je sieben Toren gemeinsame Torschützenköniginnen. Sun Wen wurde ferner mit dem Goldenen Ball als beste Spielerin des Turniers ausgezeichnet. Zudem erhielt die VR China den Fairplaypreis.
WM 2003 in den USA Eigentlich sollte die WM 2003 dann wieder in der VR China stattfinden. Wegen der SARS-Epidemie wurde das Turnier kurzfristig in die USA verlegt. Damit fand die WM zum zweiten Mal in den USA statt. Die Chinesinnen mussten sich daher erneut qualifizieren, wozu wieder die Asienmeisterschaft diente. In der Gruppenphase setzten sich die Chinesinnen mit drei Siegen gegen die Nachbarn Vietnam (6:0) und Indien (12:0) sowie Usbekistan (11:0) durch, womit bereits die WM-Qualifikation perfekt war. Im Halbfinale folgte ein 3:1 gegen Südkorea, das Finale wurde dann mit 1:2 durch Golden Goal gegen Nordkorea verloren.
In den USA trafen sie im ersten Gruppenspiel auf Ghana und gewannen mit 1:0. Gegen Ozeanienmeister Australien folgte dann ein 1:1. Mit einem 1:0 gegen Russland, das bereits für das Viertelfinale qualifiziert war, wurde die Gruppe dann aber noch als Sieger abgeschlossen und ebenfalls das Viertelfinale erreicht. Hier war Kanada der Gegner und nach einem 0:1 war die WM für die Chinesinnen beendet.
WM 2007 in der Volksrepublik China Vier Jahre später fand dann die WM doch zum zweiten Mal in der VR China statt, womit sich die Chinesinnen nicht qualifizieren mussten. Dennoch nahmen sie an der Asienmeisterschaft 2006 teil, die als Qualifikation für die anderen Mannschaften des AFC diente. Die VR China konnte, nachdem zweimal in Folge Nordkorea besser war, zum achten und bis heute letzten Mal den Titel gewinnen und stellte damit einen Rekord für offizielle Kontinentalmeisterschaften auf, der erst 2013 von Deutschland eingestellt wurde. Nigeria hat insgesamt neun Afrikameisterschaften gewonnen, davon aber zwei inoffizielle.
Zur WM traten die Chinesinnen dann erstmals mit einer ausländischen Trainerin, der Schwedin Marika Domanski Lyfors an, die bereits 1999 und 2003 Schweden bei der WM betreut hatte. Bei der Endrunde war die VR China neben Titelverteidiger Deutschland, Rekordweltmeister USA und Norwegen gesetzt. Zugelost wurden den Chinesinnen Ozeanienmeister Neuseeland, Brasilien und wie schon zweimal zuvor Dänemark. Gegen die Däninnen bestritten sie dann das Auftaktspiel. Nach 2:0-Führung mussten sie zwar noch den 2:2-Ausgleich hinnehmen, konnten aber durch das dritte Tor eine Minute nach dem Ausgleich letztlich mit 3:2 gewinnen. Im Spiel gegen Brasilien wurde dann mit 0:4 verloren, der höchsten Niederlage eines Gastgebers einer WM der Frauen. Mit einem 2:0 gegen Neuseeland wurde aber noch als Gruppenzweiter das Viertelfinale erreicht. Hier war aber nach einem 0:1 gegen Norwegen Endstation und für acht Jahre verabschiedeten sich die Chinesinnen von der WM-Bühne.
WM 2011 in Deutschland Für die WM in Deutschland konnte sich die VR China erstmals nicht qualifizieren. Bei der Asienmeisterschaft 2010, die in der VR China stattfand, konnten die Chinesinnen den Heimvorteil nicht nutzen und wurden nur Vierter. Zwar wurden nach einem torlosen Start gegen Südkorea noch zwei Siege gegen Vietnam (5:0) und Australien (1:0) erreicht, womit die Qualifikation für das Halbfinale gelang, in diesem wurde aber gegen Nordkorea mit 0:1 verloren. Da auch das Spiel um Platz 3 mit 0:2 gegen Japan verloren wurde, fand erstmals eine WM der Frauen ohne die VR China statt. Stattdessen mussten die Chinesinnen aus der Ferne zusehen wie Japan als erste asiatische Mannschaft Weltmeister wurde.
WM 2015 in Kanada In der Qualifikation für die WM in Kanada, für die den Asiatinnen nach der Aufstockung des Teilnehmerfeldes nun fünf Startplätze zugestanden wurden, setzten sich die Chinesinnen bei der Asienmeisterschaft 2014 als Dritter durch. Nach einem 7:0 gegen Thailand zum Auftakt der Gruppenphase folgte ein 3:0 gegen Myanmar, so dass ein 0:0 gegen Südkorea reichte um als Gruppenzweiter das Halbfinale zu erreichen und damit die WM in Kanada. Das Halbfinale wurde aber gegen Weltmeister Japan mit 1:2 verloren. Im Spiel um Platz 3 gelang dann ein 2:1 gegen Südkorea. Neben dem neuen Asienmeister und den Chinesinnen qualifizierten sich noch Australien als Zweiter, Südkorea als Vierter und erstmals Thailand als Fünfter.