Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der nigerianischen Fußballnationalmannschaft der Frauen bei Weltmeisterschaften. Nigeria konnte sich als einzige afrikanische Mannschaft für alle WM-Endrunden der Frauen qualifizieren und belegt in der ewigen Tabelle als beste afrikanische aber schlechteste Mannschaft mit neun Teilnahmen und Mannschaft mit den meisten Gegentoren Platz 14. Die Nigerianerinnen überstanden nur dreimal die Gruppenphase und konnten noch kein K.-o.-Spiel gewinnen, so dass sie bisher nicht an die Erfolge ihrer U-20-Mannschaft anknüpfen konnten, die zweimal das Finale der U-20-Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen erreicht hat.

Die Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften Übersicht Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab, siehe , Seite 159 Trainer Bemerkungen und Besonderheiten 1991 Volksrepublik China Vorrunde Deutschland, Italien, Rep. China 10. Ohne Punkt und Tor als Gruppenletzter ausgeschieden 1995 Schweden Vorrunde Norwegen, Kanada, England 11. Paul Hamilton Erster Punktgewinn in der Vorrunde aber Olympiaqualifikation verpasst 1999 USA Viertelfinale Brasilien 7. Mabo Ismaila Niederlage durch Golden Goal im Viertelfinale, erster Sieg in einem WM-Spiel in der Vorrunde 2003 USA Vorrunde Nordkorea, USA, Schweden 15. Samuel Okpodu Ohne Punkt und Tor als Gruppenletzter ausgeschieden 2007 Volksrepublik China Vorrunde Schweden, Nordkorea, USA 13. Ntiero Effiom 2011 Deutschland Vorrunde Frankreich, Deutschland, Kanada 9. Ngozi Uche Erster Sieg einer afrikanischen Mannschaft gegen eine CONCACAF-Mannschaft (1:0 gegen Kanada) 2015 Kanada Vorrunde Schweden, Australien, USA 21. Edwin Okon Nach einem Remis und zwei Niederlagen als Gruppenletzter ausgeschieden. 2019 Frankreich Achtelfinale Deutschland 16. Als erster Finalist des Afrika-Cup der Frauen 2018 konnte sich Nigeria qualifizieren. 2023 Australien/Neuseeland AchtelfinaleEngland 10. Durch Erreichen des Halbfinales des Afrika-Cup der Frauen 2022 qualifiziert. Achtelfinalniederlage im Elfmeterschießen 2027 Brasilien nicht qualifiziert Im Afrika-Cup 2026 im Viertelfinale an Kamerun gescheitert und nach der Niederlage gegen Südafrika die Play-offs verpasst.

Statistik (Angaben inkl. 2023: Neun Weltmeisterschaften)

nicht teilgenommen: nie (0 %) nicht qualifiziert: einmal (10 %) qualifiziert: neunmal (90 %) Vorrunde: sechsmal (66,7 %; 1991, 1995, 2003, 2007, 2011 und 2015) Achtelfinale: zweimal (22,2 %; 2019 und 2023) Viertelfinale: einmal (11,1 %; 1999)

Die Turniere WM 1991 in der Volksrepublik China

Für die erste WM der Frauen qualifizierten sich die Nigerianerinnen als Afrikameister. Dafür mussten sie in zwei Spielen zunächst gegen Ghana antreten, die sie mit 5:1 und 2:1 gewannen. Im Halbfinale war dann Guinea der Gegner und Nigeria gewannen auch hier beide Spiele (3:0 und 4:0). Im Finale war dann der Nachbar Kamerun der Gegner, der nach dem Rückzug von mehreren Mannschaften kampflos das Finale erreicht hatte. Mit 2:0 und 4:0 gewann Nigeria auch diese Spiele.

In der Volksrepublik China wurde Nigeria in die Gruppe mit Europameister Deutschland, Italien und der Republik China (Taiwan) gelost. Am 17. November 1991 bestritten sie in Jiangmen ihr erstes WM-Spiel und verloren gegen Deutschland mit 0:4. Im zweiten Spiel folgte dann ein 0:1 gegen Italien und nach einem 0:2 gegen die Republik China im letzten Gruppenspiel schied Nigeria als Gruppenletzter ohne Punkt und Tor aus.

WM 1995 in Schweden Vier Jahre später setzten sich die Nigerianerinnen wieder in sechs Spielen bei der Afrikameisterschaft durch. Zunächst wurde Sierra Leone mit 9:0 und 2:0 bezwungen. Das 9:0 ist einer der beiden höchsten Siege der Nigerianerinnen. Im Halbfinale war dann Ghana der Gegner und auch hier musste bei den 3:0- und 2:0-Siegen kein Gegentor hingenommen werden, in den Finalspielen gegen Südafrika war dies dann anders, aber mit 4:1 und 7:1 war das Ergebnis dennoch eindeutig.

Bei der WM wurden Vizeweltmeister Norwegen, Kanada und England zugelost. Wieder startete Nigeria mit einer Niederlage, aber das 0:8 gegen Norwegen ist eine der beiden höchsten Niederlagen der Nigerianerinnen überhaupt. Beim 3:3 gegen Kanada nach zwischenzeitlichen 0:2- und 1:3-Rückständen gelang dann endlich der erste Punktgewinn und Rita Nwadike erzielte das erste WM-Tor für Nigeria zum 1:2-Zwischenstand.Nigeria - Kanada 3:3 (2:1 (sic)) Nach einer 2:3-Niederlage gegen England belegte Nigeria wieder nur den letzten Gruppenplatz und schied damit ebenso wie der Gruppendritte Kanada aus. Da beide damit nicht zu den acht besten Mannschaften gehörten, verpassten sie auch die Qualifikation für das erste Fußballturnier der Frauen bei den Olympischen Spielen 1996.

WM 1999 in den USA Für die dritte Weltmeisterschaft, für die die Afrikaner nach der Aufstockung des Teilnehmerfeldes auf 16 Mannschaften einen weiteren Startplatz erhielten, qualifizierte sich Nigeria über die als Qualifikation dienende Afrikameisterschaft 1998, die nun in Turnierform in Nigeria ausgetragen wurde. Dabei wurden in der Vorrunde Marokko mit 8:0 und die Demokratische Republik Kongo sowie Ägypten mit 6:0 besiegt, im Halbfinale dann Kamerun auch mit 6:0 – womit die WM-Qualifikation schon erreicht war. Im Finale wurde dann Ghana mit 2:0 besiegt. Finalist Ghana war durch den Halbfinalsieg gegen die Demokratische Republik Kongo ebenfalls für die WM qualifiziert.

In den USA war Nordkorea der Auftaktgegner und am 20. Juni 1999 gelang Nigeria in Pasadena mit dem 2:1 der erste Sieg in einem WM-Spiel. Danach folgte aber eine 1:7-Niederlage gegen den Gastgeber USA. Mit einem 2:0 im letzten Gruppenspiel gegen Dänemark wurde Nigeria aber erstmals Gruppenzweiter und erreichte das Viertelfinale gegen Südamerikameister Brasilien. Nach 35 Minuten stand es 3:0 für Brasilien, da die Nigerianerinnen aber in der zweiten Halbzeit auch drei Tore schossen, gab es eine Verlängerung. In dieser gelang Sissi dann das erste Golden Goal bei einer WM der Frauen zum 4:3 für die Südamerikaner. Als siebtbeste Mannschaft war Nigeria aber für das Fußballturnier der Frauen bei den Olympischen Spielen 2000 qualifiziert. Brasilien scheiterte dann im Halbfinale gegen den Gastgeber USA, konnte aber im kleinen Finale den entthronten Titelverteidiger Norwegen durch einen Sieg im Elfmeterschießen besiegen.

WM 2003 in den USA Eigentlich sollte die WM 2003 wieder in der Volksrepublik China stattfinden. Wegen der SARS-Epidemie wurde das Turnier kurzfristig in die USA verlegt. Damit fand die Weltmeisterschaft zum zweiten Mal in den USA statt. In der Qualifikation, für die wieder die Fußball-Afrikameisterschaft der Frauen 2002 diente und die erneut in Nigeria stattfand, war Nigeria als Gastgeber automatisch für die Endrunde qualifiziert. In der Gruppenphase verlor Nigeria nach einem 3:0-Sieg gegen Äthiopien aber erstmals ein Spiel bei einer Afrikameisterschaft. Ghana sorgte mit dem 1:0 gegen den Gastgeber für die Überraschung. Mit einem 5:1 gegen Mali erreichte Nigeria aber dennoch das Halbfinale und gewann dort mit 5:0 gegen Südafrika. Im Finale konnte sich die Mannschaft dann für die Vorrundenniederlage revanchieren und mit 2:0 gegen Ghana wieder Afrikameister werden. Ghana durfte ebenfalls wieder zur WM fahren.

In den USA trafen sie im ersten Gruppenspiel wie vier Jahre zuvor auf Nordkorea, verloren diesmal aber mit 0:3. Gegen Gastgeber USA folgte dann ein 0:5 und gegen Schweden ein 0:3. Damit schied Nigeria zum zweiten Mal punkt- und torlos aus.

WM 2007 in der Volksrepublik China Vier Jahre später fand dann die WM doch zum zweiten Mal in der Volksrepublik China statt. In der Fußball-Afrikameisterschaft der Frauen 2006, die wieder als Qualifikation diente und erneut in Nigeria stattfand – da Gabun als Gastgeber zurückzog, setzte sich Nigeria in der Gruppenphase mit drei Siegen gegen Äquatorialguinea (4:2), Algerien (6:0) und Südafrika (2:0) durch und erreichte das Halbfinale. Hier stellte auch Kamerun beim 5:0-Sieg keinen Stolperstein dar und so kam es erneut zum Finale gegen Ghana, das Nigeria mit 1:0 gewann. Beide fuhren damit wieder zur WM.

Bei der Endrunde waren wie vier Jahre zuvor Nordkorea, die USA und Schweden die Gegner. Zwar wurde gegen Nordkorea (0:2) und die USA (0:1) wieder verloren, allerdings nicht so hoch wie vier Jahre zuvor. Gegen Schweden reichte es im ersten Spiel sogar zu einem 1:1, wodurch die Schwedinnen als Gruppendritter ausschieden und damit erstmals die Vorrunde nicht überstanden.

WM 2011 in Deutschland Für die WM in Deutschland qualifizierten sich die Nigerianerinnen wieder als Afrikameister, nachdem sie bei der Meisterschaft 2008 erstmals nicht den Titel gewinnen konnten. Mit zwei Siegen (2:1 und 3:1) gegen die Elfenbeinküste hatte sich Nigeria für die Meisterschaft in Südafrika qualifiziert. Mit drei Siegen wurden dann in der Vorrunde zunächst Mali (5:0), Südafrika (2:1) und Tansania (3:0) distanziert. Im Halbfinale gelang dann ein 5:1-Sieg gegen Kamerun und im Finale konnte sich Nigeria für die Halbfinalniederlage gegen Äquatorialguinea zwei Jahre zuvor revanchieren und mit 4:2 den Titel zurückgewinnen. Durch die Finalteilnahme hatte sich Äquatorialguinea aber auch erstmals für die WM qualifiziert.

In Deutschland wurde Nigeria in die Gruppe mit WM-Gastgeber Deutschland, Frankreich und Kanada gelost. Gegen die Französinnen bestritt Nigeria einige Stunden vor dem offiziellen Eröffnungsspiel das erste Spiel der WM und verlor mit 0:1. Auch gegen den Gastgeber gab es im zweiten Spiel eine 0:1-Niederlage. Nach einem 1:0 gegen Kanada im letzten Spiel wurde aber noch Platz 3 belegt. Dennoch schieden die Nigerianerinnen wieder aus.

WM 2015 in Kanada In der Qualifikation setzten sich die Nigerianerinnen wieder als Sieger der Afrikameisterschaft 2014 durch. Dafür mussten sie sich zunächst durch Spiele gegen Sierra Leone qualifizieren, da Sierra Leone aber zurückzog, gab es nur zwei Spiele in der 2. Qualifikationsrunde gegen Ruanda, die mit 4:1 und 8:0 gewonnen wurden. In Namibia trafen sie in der Vorrunde zunächst auf die Elfenbeinküste und gewannen mit 4:2. Mit einem 6:0 gegen Sambia und einem 2:0 gegen Gastgeber Namibia wurde das Halbfinale erreicht. Hier wurde Südafrika knapp mit 2:1 besiegt, womit das WM-Ticket gebucht wurde. Im Finale konnte dann Kamerun mit 2:0 besiegt werden. Die Kameruner hatten sich mit einem 2:1 nach Verlängerung gegen die Elfenbeinküste auch erstmals für die WM qualifiziert. Durch die Aufstockung des Teilnehmerfeldes auf 24 Mannschaften, hatten die Afrikaner aber noch einen weiteren Startplatz erhalten. Diesen sicherte sich die Elfenbeinküste durch ein 1:0 gegen Südafrika im Spiel um Platz 3 und nahm damit auch erstmals teil.

Bei der Auslosung der WM-Gruppen waren die Nigerianerinnen nicht gesetzt und wurden der Gruppe D mit Mittel- und Nordamerikameister USA zugelost. Weitere Gruppengegner waren erstmals Australien und zum dritten Mal Schweden. Die Gruppe galt als die ausgeglichenste der WM; es war die einzige mit vier Mannschaften, die bei ihren letzten kontinentalen Titelkämpfen mindestens das Halbfinale erreicht hatten. Nigeria konnte nur beim 3:3 im Auftaktspiel gegen Schweden einen Punkt gewinnen, verlor dann mit 0:2 gegen Australien und 0:1 gegen den späteren Weltmeister USA. Damit schieden sie als Gruppenletzte aus.

WM 2019 in Frankreich