mini|Der Sitz und der Betriebshof der Mainzer Mobilität in der Mozartstraße in Mainz-Neustadt mini|Der Sitz und der Betriebshof der Mainzer Verkehrsgesellschaft in der Rheinallee in Mainz-Neustadt

Die Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) mbH ist eine im Januar 2001 ausgegründete hundertprozentige Tochtergesellschaft der Mainzer Stadtwerke AG. Sie ist als integriertes Verkehrsunternehmen Inhaberin der Konzession für den öffentlichen Personennahverkehr in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz. In den ehemaligen rechtsrheinischen Stadtteilen, die heute zur hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden gehören und in einigen angrenzenden Gemeinden in den Landkreisen Groß-Gerau und Mainz-Bingen bestehen Gemeinschaftskonzessionen mit anderen Verkehrsunternehmen, im hessischen Bereich sind zudem auch die Vorgaben der lokalen Nahverkehrsgesellschaften zu beachten.

Seit November 2017 führt das Unternehmen den Betrieb unter der Marke Mainzer Mobilität, ohne dass hierfür aber die Gesellschaftsbezeichnung geändert wurde. Formal handelt es sich daher noch immer um die Mainzer Verkehrsgesellschaft mbH. Sie befördert an Werktagen über 180.000 Fahrgäste, im Jahr mehr als 51 Millionen.www.mainzer-mobilitaet.de alt=Logo der Mainzer Verkehrsgesellschaft mbH (MVG) seit 2016|mini|Logo der Mainzer Verkehrsgesellschaft mbH (MVG) seit 2016

Geschichte des Nahverkehrs in Mainz Der öffentliche Nahverkehr in Mainz hat eine lange Tradition. Von der Pferdebahn ab 1883 über die Dampfbahn bis hinzu den heutigen Verkehrsträgern Omnibus und Straßenbahn haben die Mainzer Straßen schon einige Verkehrsmittel erlebt. Im Omnibusbereich gab es sogar über zwei Jahrzehnte sogenannte O-Busse (Oberleitungsbusse) mit elektrischem Antrieb. In seiner größten Ausdehnung hatte das Straßenbahnnetz im Jahr 1927 39 km Streckenlänge. Heute sind es noch 29,7 km. Mittlerweile trägt der Bus mit ca. 80 % der Fahrgäste die Hauptlast. Er hat damit der Straßenbahn seit den 1950er-Jahren als Verkehrsträger Nr. 1 den Rang abgelaufen. Seit April 2012 kommt als dritter Betriebszweig das Fahrrad unter dem Produktnamen „MVGmeinRad“ dazu, der mittlerweile in eine Tochtergesellschaft, der MVGmeinRad GmbH, ausgegliedert ist.

Verkehrsverbund Mainz-Wiesbaden und Kooperation mit RMV und RNN Die Mainzer Verkehrsgesellschaft und die ESWE Verkehrsgesellschaft fahren unter dem Dach des Verkehrsverbundes Mainz-Wiesbaden (VMW). Der VMW besteht bereits seit 1974 und unterstützt die engen verkehrlichen Verflechtungen zwischen den beiden Landeshauptstädten. Dafür bestehen seit vielen Jahren Gemeinschaftslinien beider Unternehmen im Busverkehr, die Mainz und Wiesbaden neben den Bahnverbindungen und der S-Bahn verbinden.

Die Stadt Mainz als mittelbarer Eigentümer der Mainzer Verkehrsgesellschaft ist aufgrund ihrer Lage mit dem Verkehrsgebiet in den Ländern Rheinland-Pfalz und Hessen weder vollwertiges Mitglied im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) noch im rheinland-pfälzischen Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbund (RNN). Mit beiden Verbünden besteht ein Kooperationsvertrag des VMW. Innerhalb des VMW gilt eine gesonderte Preisstufe des RMV. Der Tarif des RNN gilt nur für Verkehre zwischen dem VMW-Gebiet und dem RNN-Verbundgebiet. Zur besseren verkehrlichen Verbindung mit dem rheinhessischen Umland wurden im Dezember 2002 insgesamt fünf Stadt-Umland-Linien als Gemeinschaftslinien mit dem Verkehrsunternehmen Omnibusverkehr Rhein-Nahe (ORN) eingeführt.

Neustrukturierungen des Liniennetzes 2000 Zum Fahrplanwechsel am 28. Mai 2000 wurde das Liniennetz grundlegend geändert. Mit dem Ziel der Optimierung des ÖPNV in Mainz und damit verbundenen Betriebskosteneinsparungen wurden die Linienäste neu geordnet.Mainzer Verkehrsgesellschaft mbH: Fahrplan 2000plus. Aufgerufen: 4. April 2009. Gleichzeitig wurden auch die Liniennummern geändert, da diese innerhalb des VMW auf Druck von RMV und RNN neu geordnet werden mussten. So wurde für Mainz der Nummernbereich 50 bis 99 vergeben. An Wiesbaden ging der Nummernbereich 1 bis 49. Zu den Ausnahmen zählen die Gemeinschaftslinien mit ESWE Verkehr: 6, 9, 28, 33 sowie nach der später erfolgten Verlängerung der Linien auf Mainzer Stadtgebiet zwischenzeitlich auch die Linien 45 und 47. alt=Ehemaliges Logo der Mainzer Verkehrsgesellschaft mbH mindestens ab 2008|mini|Ehemaliges Logo der Mainzer Verkehrsgesellschaft mbH mindestens ab 2008 Bedingt durch die Optimierung wurde auch ein einheitlicher Takt an den Werktagen eingeführt. Dies hatte erhebliche Kürzungen des Fahrplanangebotes zur Folge. Trotz Protesten aus der Bevölkerung wurde bis heute an den meisten Änderungen festgehalten. Durch Linienbündelungen z. B. 62 und 63 ergibt sich ein Takt von 10 bzw. 15 Minuten auf wichtigen, gemeinsam befahrenen Strecken innerhalb des Stadtgebiets, wobei das Grundnetz weitestgehend aus den geraden Liniennummern besteht. Die Tageslinien, d. h. alle ungeraden Liniennummern (z. B. 63), verkehrten dementsprechend verstärkend, in der Regel nur bis 20 Uhr im 20- bzw. 30-Minuten-Takt.

2016 alt=Ehemaliges E-Ticket von der Mainzer Verkehrsgesellschaft mbH, mindestens seit 2011|mini|Ehemaliges RMV E-Ticket von der Mainzer Verkehrsgesellschaft mbH, mindestens seit 2011 Bedingt durch die Neueröffnung der Mainzelbahn-Strecke kam es mit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2016 erneut zu teils grundlegenden Änderungen im Liniennetz. Um Parallelverkehr zu den Straßenbahnlinien 51, 53 und 59, die seitdem in Richtung Universität, Bretzenheim und dem Lerchenberg verkehren, zu vermeiden, kam es zu einer Neuordnung der Linienäste und zum Wegfall der Buslinien 58, 69 und 79, die ganz oder in Teilen von anderen Buslinien befahren werden. Im Zuge des Fahrplanwechsels wurden auch die gemeinsam mit der ESWE Verkehr betriebenen Gemeinschaftslinien 45 und 47 auf Mainzer Seite eingestellt und durch die Linien 76 und 78 teilweise oder komplett ersetzt, da seit der Sperrung der Schiersteiner Brücke am 10. Februar 2015 ein gemeinschaftlicher Busbetrieb zwischen ESWE Verkehr und der Mainzer Verkehrsgesellschaft über die Schiersteiner Brücke nicht mehr möglich war.

2020 Unter dem Titel „Fahrplan 2020“mainzer-mobilitaet.de wurde das Liniennetz zum Fahrplanwechsel im Dezember erneut gravierend verändert. Gleichzeitig wurde der Grundtakt der Linien fest auf einen Halbstundentakt fixiert. Daraus resultierte, vorwiegend in den Bereichen, die nur von einer Linie bedient werden, eine teilweise erhebliche Einschränkung der angebotenen Verkehrsleistungen, während die beworbenen Verbesserungen nur auf relativ wenigen Streckenabschnitten tatsächlich eintraten. Insbesondere in Kostheim führte die Linienänderung zu deutlichen Protesten.

2022 Am 1. April 2022 wurde das Busnetz nochmals zum Teil umstrukturiert. Dabei werden nun vor allem die umliegenden Ortschaften im Landkreis Mainz-Bingen wie z. B. Budenheim, Ingelheim, Heidesheim oder die Verbandsgemeinde Bodenheim besser ans Liniennetz angebunden. Es entstanden mit den neuen Linien 80 und 81 zum ersten Mal Linien im 80er-Nummernbereich, diese ersetzen die 61. Zudem bedient die Linie 54 mit der neuen Start- und Endhaltestelle „Haagweg“ nun die Gustavsburger Gewerbe- und Industriegebiete.

In einem zweiten Schritt wurde am 17. Oktober 2022 das Liniennetz im Landkreis Mainz-Bingen neu gegliedert, weshalb es zu weiteren Veränderungen kam. So wurden u. a. die damalige ORN-/MVG-Gemeinschaftslinie 75 und die ORN-Linie 650 zur nunmehr von der KRN betriebenen Buslinie 630 zusammengelegt und die Linien 653, 654 und 656 neu eingeführt. Alle Regionalbuslinien werden nun von der KRN mit teils dichterem Takt betrieben.Fahrplan in Mainz-Bingen abgerufen am 16. Oktober 2022. Des Weiteren verkehrt die Linie 55 nur noch bis nach Lerchenberg; der Abschnitt Lerchenberg – Nieder-Olm wurde durch die Linie 656 ersetzt.

Ausgliederungen Im Rahmen der rechtlichen Vorgaben ist in den letzten Jahren der Druck gewachsen, die traditionellen Defizite im öffentlichen Personennahverkehr zu vermindern. Die MVG hat zu diesem Zweck die beiden Tochtergesellschaften City-Bus Mainz GmbH (CBM) und Mainzer Verkehrs-Service GmbH (MVS) gegründet, bei denen andere Tarifverträge gelten, was sich bei den Personalkosten nachhaltig auswirkt. Die CBM stellt dabei einen Großteil des Fahrpersonals, während die MVS sich hauptsächlich mit dem Bereich Fahrscheinkontrolle beschäftigt. Neueinstellungen bei der Mainzer Verkehrsgesellschaft selbst gibt es nur in den Bereichen der Verwaltung und der Werkstätten.

Am 1. Januar 2018 wurde die CBM in die MVG integriert.

Beteiligungen Die Mainzer Verkehrsgesellschaft ist mit 2,53 % an der VDV eTicket Service GmbH & Co. KG (Köln) beteiligt. Darüber hinaus ist die MVG mit 100 % an der MVGmeinRad GmbH und mit 50 % an der Verkehrs-Verbund Mainz-Wiesbaden GmbH (VMW) beteiligt.

Liniennetz Straßenbahnlinien mini|Straßenbahn des Typs GT6M am Mainzer Hauptbahnhof

Linie Linienweg Hechtsheim Bürgerhaus – Mühldreieck – Pariser Tor – Schillerplatz – Mainz Hauptbahnhof – Bismarckplatz – Kapellenstraße – Finthen Römerquelle Lerchenberg Hindemithstraße – Hochschule Mainz – Universität – Mainz Hauptbahnhof – Bismarckplatz – Kapellenstraße – Finthen Poststraße Hechtsheim Am Schinnergraben – Pariser Tor – Schillerplatz – Mainz Hauptbahnhof – Bretzenheim Bahnstraße Lerchenberg Hindemithstraße – Hochschule Mainz – Universität – Mainz Hauptbahnhof – Schillerplatz – Pariser Tor – Mühldreieck – Hechtsheim Bürgerhaus Hochschule Mainz – Universität – Mainz Hauptbahnhof – Bismarckplatz – Zollhafen

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