Simandre ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Cuiseaux und zum Gemeindeverband Terres de Bresse. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ), sie werden Simandrins, resp. Simandrines genannt.
Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans
Die Gemeinde liegt in der Landschaft Bresse im äußersten Südwesten des Arrondissement Louhans und wird in Nord-Süd-Richtung von der Departementsstraße D933 (Saint-Germain-du-Plain–Cuisery) durchzogen.
Die westliche Gemeindegrenze bildet die SaôneLa Saône, Länge 473,4 km, Zufluss zur Rhone, Quelle bei in Vioménil auf ca. 401 m, Mündung bei in Lyon auf ca. 161 m, La Saône auf sandre.eaufrance.fr über knapp drei Kilometer. Das Gemeindegebiet westlich der Route de Cuisery wird denn auch bereits zur Landschaft Vallée de la Saône gerechnet.
Das nördliche Gemeindegebiet entwässert der Bief du Moulin BernardBief du Moulin Bernard, Länge 7,3 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei in Simandre auf ca. 202 m, Mündung bei in Boyer auf ca. 169 m, Bief du Moulin Bernard auf sandre.eaufrance.fr. Er entwässert eine Kette von Étangs, die im Norden der Gemeinde liegen. Den südlichen Teil entwässert der Bief du Moulin RichyBief du Moulin Richy, Länge 8,3 km, Zufluss zum Bief du Moulin Bernard, Quelle bei in Cuisery auf ca. 193 m, Mündung bei in auf ca. m, Bief du Moulin Richy auf sandre.eaufrance.fr. Auf dem Gemeindegebiet liegen rund dreißig Étangs. Nur das östliche Gemeindegebiet ist bewaldet, die Flächen von Laubwald ziehen sich entlang der Grenze zu Loisy, Huilly-sur-Seille und La Frette.
Die Gemeinde ist stark zersiedelt und weist folgende Weiler und Fluren auf: l’Amont, les Bordes, les Brûlés, les Bruyères-d’Arcy, les Bruyères-de-Châtenay, les Bruyères-des-Cours-Pautets, la Cathenière, Châtenay, les Cours-Paintols, les Croses, Fontaine-Basin, les Fosses, la Genetière, les Gouilles, Grande-Chaux, Lettrey, les Levrats, Mare-Michelet, les Mares-Joly, le Molard, Moulin-de-la-Croix, Moulin-du-Roi, Rimboz, les Rippes, la Serrée, le Taillet, la Teppe, Trésoire, les Uchamps, la Vanoise, le Vernois.
Klima Das Klima in Simandre ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 12,0 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,1 °C, der kälteste der Januar mit 3,3 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1111 mm, dabei ist der November mit 118 mm der niederschlagsreichste, während März als trockenster Monat 77 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2754 Sonnenstunden gezählt.
Toponymie Simandre wird erstmals im Zusammenhang mit einem Poncianus de Cimandris 1136 erwähnt. Bleibt die Frage nach der Herkunft des Namens dieses Poncianus. Die Form lässt keinen Schluss auf einen gallo-römischen Besitz zu, wie wir ihn häufig in der Bresse kennen. Hingegen führt Littré Simandre auf, als Bezeichnung für eine Holzscheibe, die anstelle einer Glocke die Gläubigen zum Gottesdienst rief, indem mit einem Gegenstand darauf geschlagen wurde, ähnlich wie bei einem Gong. Die Bezeichnung geht zurück auf das griechische Wort für Signal und Zeichen geben. Dieses Gerät wurde häufig in arabischen Ländern verwendet, wo es den Christen untersagt war, Glocken läuten zu lassen. Spekulativ ist, ob dieser Begriff im Zusammenhang mit dem Ersten Kreuzzug nach Europa kam und eine Bezeichnung für einen Kreuzzugsteilnehmer wurde.
Geschichte Durch Simard zieht sich eine Römerstraße, die Chalon mit Cuisery und Louhans verband. Später führte der Pilgerweg nach Rom durch die Gemeinde, er heißt heute noch Route du Moulard. Im 15. und 16. Jahrhundert war Simandre im Besitz der Familie de Lugny, zusammen mit Ormes. Ein Teil der Pfarrei von Simandre gehörte zu Ormes, ein zweiter zur Kastellanei Cuisery. La Vanoise gehörte 1688 der Familie Potet und ging an die de Perrigny über. Trésoire gehörte den Herren von Loisy. La Serrée gehörte wohl zur Pfarrei Ormes, aber zur Gemeinde Simandre. Dort befand sich ein Schloss auf einer Anhöhe, umgeben von drei Wassergräben, das im 14. Jahrhundert den Herren von Serrée gehörte. Das Schloss lag aber schon früh in Ruinen, die Herrschaft gehörte den Familien de Lugny, de Ténarre, de la Palud, de Busseroles, de Drée, de Brancion, de Ganay, de Foix-Canolle, de Sennecey, sowie den Kastellanen von Cuisery, deren letzter 1783 der Herzog von Biron war.
Die Glockenturm stammt aus dem 12. Jahrhundert, die Apsis aus dem 16. Jahrhundert. Die Kirche wurde 1870 vergrößert. die Kollatur lag beim Bischof. Die Mühle wird seit 1350 erwähnt und erhält mit dem Tod von Karl dem Kühnen ihre Bezeichnung Moulin du Roi. Sie lieferte dem Kastellan von Cuisery den Fisch und war bis 1970 in Betrieb. Entlang der D933 bestanden ehemals etliche Sägereien und Stuhlfabriken, drei Mühlen und 1988 noch 54 Landwirtschaftsbetriebe. Die Herren von Simandre Kirche und Teile der Pfarrei Simandre waren Teil der Kastellanei von Cuisery und bildete mit dieser eine Einheit. La Vanoise war Teil von Bantanges Tressoire gehörte zu den Herren von Loisy La Serrée gehörte zu den Herren von Ormes
Bevölkerung mini|Kirche von Simandre – geweiht Saint-Jean Baptiste (Johannes der Täufer) mini|Gemeindeverwaltung von Simandre
+ Bevölkerungs- und Wohnstruktur Bevölkerungsstruktur Anzahl Einwohner männlich weiblich davon Ausländer Anteil %1744890854271,5
Die Bevölkerungsstruktur zwischen Männern und Frauen ist ausgeglichen. Dabei sind 51 % der Bevölkerung jünger als 45 Jahre. Die Gruppe der unter 15-Jährigen bildet die stärkste Bevölkerungsgruppe und macht 18,9 % aus. Demgegenüber sind 29 % der Einwohner älter als 60 Jahre und damit im Rentenalter. Diese Struktur dürfte auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass seit 1999 dank einer regen Bautätigkeit die Wohneinheiten um 28 % zugenommen haben. Dadurch dürfte ein Zuzug von jungen Familien mit Kindern erfolgt sein. Wohnstruktur Anzahl Wohneinheiten davon Häuser Wohnungen Sonstige Zu-/Abnahme seit 1999865796654+32,3 % = 211 WE davon Hauptwohnsitz 747Zweit- oder Ferienwohnsitz42vakant75
Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen, Betriebe, Ladengeschäfte und Einrichtungen
In der Gemeinde gibt es nebst Kirche und Mairie (Gemeindehaus) folgende Unternehmen nach Branchen: +Wirtschaftlich aktive Betriebe in der Gemeinde nach Branchen (31.12.2023) Branche Anzahl BetriebeIndustrie und verarbeitendes Gewerbe17Baugewerbe21Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie26Information und KommunikationFinanz- und Versicherungsdienstleistungen2Grundstücks- und Wohnungswesen6Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen10Öffentliche Verwaltung, Unterricht, Gesundheits- und Sozialwesen15Sonstige Dienstleistungen12Land- und Forstwirtschaftsbetriebe8 In der Gemeinde befinden sich zwei Bäckereien, eine Metzgerei, ein Gemischtwarenladen, ein Blumenladen, drei Coiffeur- und ein Schönheitssalon, eine Papeterie und eine Immobilienagentur, ferner drei Autogaragen, ein Elektrogeräteladen, fünf Bauhandwerksbetriebe, drei Schreinerei-/Zimmereien, ein Elektriker, zwei Maler/Gipser und zwei Installateurbetriebe. Im Ort befinden sich ein Tennis-, ein Fußball- und ein Pétanqueplatz, eine Turn- und Sporthalle und ein Skatepark, eine Arztpraxis, zwei Physiotherapeuten, eine Podologiepraxis, eine Apotheke, eine Hebamme und zwei Krankenschwestern, ein Mehrzwecksaal, ein Taxiunternehmen, ein Hotel (6 Zimmer), vier Restaurants, eine Gîte, eine Bibliothek und eine Post. Mit den weiteren Gütern des täglichen Bedarfs versorgen sich die Einwohner in Cuisery und in Tournus.
Geschützte Produkte in der Gemeinde Als AOC-Produkte sind in Simandre Crème et beurre de Bresse zugelassen, ferner Volaille de Bresse und Dinde de Bresse.
Bildungseinrichtungen In der Gemeinde besteht eine École primaire (École maternelle und École élémentaire), die der Académie de Dijon untersteht und von 168 Schülern in sieben Klassen besucht wird (Schuljahr 2024–2025). Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A.
Öffentlicher Verkehr Es besteht keinerlei Anbindung an den Öffentlichen Verkehr in der Gemeinde.
Sehenswürdigkeiten Kirche Saint-Jean-Baptiste (Johannes der Täufer) aus dem 12. Jahrhundert
Persönlichkeiten
Hector-Irénée Sévin (1852–1916), römisch-katholischer Geistlicher, Erzbischof von Lyon 1912–1916
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Bourgogne-Franche-Comté Kategorie:Ort an der Saône