mini|Restaurant „Die Kirche“ in Magdeburg-Prester Die Liste entwidmeter Kirchen in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland führt Kirchengebäude der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) und ihrer Vorgängerkirchen auf, die geschlossen, entwidmet oder umgewidmet wurden. Die meisten davon wurden oder werden verkauft, umgebaut oder abgerissen.
Angaben zur Einordnung und zum Vergleich Die EKM hat im Jahr 2021 auf ihrem Territorium 3.890 Kirchen, davon 1.887 in Thüringen. 99 Prozent sind denkmalgeschützt. Für jedes zweite Gotteshaus besteht Sanierungsbedarf an Dächern, Fassaden und Türmen. Für 5 Prozent wurden Hausschwamm und/oder dringender Handlungsbedarf angezeigt.Thüringische Landeszeitung, 21. Juni 2021, Druckausgabe, S. 2 Der Anteil einsturzgefährdeter, baupolizeilich gesperrter und damit unbenutzbarer Kirchen in der EKM liegt nach eigenen Angaben unter einem Prozent (also < 39).Friederike Spengler: Pröpstin: „Uns sind Menschen wichtiger als Steine“, in Glaube und Heimat Nr. 26/2021, 27. Juni 2021, S. 3
2021 gab der Pressesprecher der EKM, Ralf-Uwe Beck, bekannt: „20 % aller Kirchen und Kapellen in Deutschland befinden sich auf unserem Gebiet, aber nur 3,5 % der Mitglieder. Im Durchschnitt gibt es in Deutschland 1.190 Kirchenmitglieder für eine Kirche. Bei uns sind es 190 Kirchenmitglieder pro Kirche. Damit wird klar, vor welcher Aufgabe wir stehen.“Carmen Fiedler: Warum Kirchen in Thüringen entwidmet werden. Mitteldeutscher Rundfunk, 15. Juli 2021, abgerufen am 4. Dezember 2021.
Liste Abberode, St.-Stephani-Kirche: Das 1769 errichtete Kirchenschiff stürzte in den 1980er Jahren ein und wurde nicht wieder aufgebaut. Aken (Elbe), St.-Marien-Kirche: Die 1983 wegen Dachschäden und Schwammbefall baupolizeilich gesperrte Kirche wurde 1992 von der Stadt Aken übernommen und wird seit der Wiederherstellung als Konzerthalle genutzt. Bad Frankenhausen, Oberkirche: 1962 entwidmethttps://www.ekmd.de/presse/pressemitteilungen/archivpressestelleerfurt/2011/13925.html Benndorf, romanische Kirche: 1955 wegen Braunkohletagebaues abgerissen Bernburg-Waldau, Neue Stephanuskirche: 1890–1893 erbaut, 1970 letzter Gottesdienst, seitdem Verfall und Notsicherung Billroda, St.-Martin-Kirche: in der DDR verfallen, 1988 abgerissen Bitterfeld, Bauermeister-Gedächtniskirche: 1905–07 erbaut, 2020 entwidmet, an privat verkauft Büden, St. Mauritius: romanische Kirche (13. Jh.), letzte Konfirmation 1968 Dedeleben, St.-Johannis-Kirche: 1952 letzter Gottesdienst, 1972 aufgegeben, heute RuineSt. Marien und St. Johannis in Dedeleben. kirchenkreis-halberstadt.de, abgerufen am 11. Oktober 2019. Dittichenrode, St.-Marien-und-Anna-Kirche: im 15. Jahrhundert erbaut, 1968 wegen Baufälligkeit entwidmet, 2008 nach Wiederaufbau neu eingeweiht Eisenach Dom St. Marien: Um 1300 errichtet, nach der Reformation verfallen und im 17. Jahrhundert abgebrochen Kreuzkirche: 1697 errichtet, bis 1867 als evangelisch-lutherische Kirche genutzt, später profaniert, Nachnutzung als Archiv der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen Frohse, St.-Laurentii-Kirche: 1979 entwidmet, danach als Bauhof genutzt, 2014 abgetrennter Altarraum wieder als Gotteshaus eingeweiht Gardelegen, Nikolaikirche: 1945 weitgehend zerstört, 1977 entwidmet, Nachnutzung für kulturelle Veranstaltungen Geiselröhlitz, romanische Kirche: nach Kriegszerstörung 1950 wieder aufgebaut, 1964 wegen Braunkohletagebaues abgerissen Gera, Stadtteil Pforten, St. Michael: 1939 erbaut, 1945 erneut geweiht, entwidmet am 16. Juli 2023. Greiz, Kirche Aubachtal: entwidmet im Juni 2021 Groß Börnecke, St.-Clemens-Kirche: Spätromanischer Turm, 1791–94 Kirchenschiff erbaut, kirchliche Nutzung beendet, Nachnutzung für kulturelle Zwecke Halle (Saale) St.-Stephanus-Kirche: 1891–93 erbaut, nach dem Zweiten Weltkrieg profaniert, von 1968 bis 2014 als Bibliotheksmagazin genutzt, das Land Sachsen-Anhalt hat im September 2022 eine Auktion zum Verkauf der Kirche gestartet Ulrichskirche: ab Mitte des 14. Jahrhunderts errichtet, bis 1971 kirchlich genutzt, seit 1976 als Konzerthalle genutzt Hettstedt Stadtteil Kupferberg, St.-Gangolf-Kirche: 1972 von der Kirchengemeinde aufgegeben, entwidmet, heute für kulturelle Veranstaltungen genutzt Stadtteil Molmeck, Heilandskirche: von 1897 bis 1899 erbaut, nicht mehr genutzt, Abriss 2003 genehmigtRoman Haeusgen: Molmecker Kirche: Bescheid für Abriss liegt vor Mitteldeutsche Zeitung, 10. Oktober 2003, abgerufen am 17. Januar 2024., aber bislang (Stand Januar 2024) nicht umgesetzt Kahla, St.-Nikolaus-Kapelle: um 1490 erbaut, 1986 an katholische Kirchengemeinde verkauft Kaltenmark, Dorfkirche: errichtet im 12. Jahrhundert, 1983 an eine Kunstschmiede verkauft Kleinkayna, Kirche: in den 1960er Jahren wegen Braunkohletagebaus abgerissen Kleinkorbetha, Dorfkirche: 1855 erbaut, Nutzung aufgegeben, leerstehend06688 Weißenfels-Kleinkorbetha: säkularis. Kirche (1855). kirchbau.de, abgerufen am 3. November 2023.Ev. Kirche Kleinkorbetha (bei Halle (Saale)). architektur-blicklicht.de, abgerufen am 4. November 2023. Klepzig, St.-Pankratius-Kirche: in der DDR aufgegeben, seit 1995 Wiederaufbau Kreuma, Kirche: 1989 Kirchenschiff eingestürzt, nicht wieder aufgebaut, Kirchturm erhaltenKirchturm Kreuma. kreuma.de, abgerufen am 14. August 2022. Langenstein, St.-Nikolai-Kirche: 1888 erbaut, 1977 auf Weisung der DDR-Behörden gesprengt Lauchhammer-Ost Friedensgedächtniskirche: 1916/17 als Werkskirche für das Eisenwerk Lauchhammer erbaut, bis 1996 durch die evangelische Kirchgemeinde Lauchhammer-Ost genutzt, heute dient es kulturellen Veranstaltungen.Chronik. Wequa GmbH, abgerufen am 9. Mai 2025. Gemeindehaus: 1954 in einer Baracke eingerichtet, nach der Entwidmung der Friedensgedächtniskirche bis zum 12. Januar 2025 für evangelische Gottesdienste genutzt, soll verkauft werden.Abschied vom Gemeindehaus in Lauchhammer-Ost. Kirchenkreis Bad Liebenwerda, 1. April 2025, abgerufen am 9. Mai 2025. Lutherstadt Wittenberg, Augusteum: 2012 entwidmet Magdeburg Heilig-Geist-Kirche: 30. März 1959 letzter Gottesdienst, Ende Mai 1959 gesprengt Liebfrauenkirche: 1977 profaniert, danach bis 2020 als Konzerthalle genutzt, seit 2022 Nutzung durch Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg St.-Johannis-Kirche: 1961 teilweise von der Baupolizei gesperrt, 1968 von der Kirche an die Stadt verschenkt, heute als Festsaal und Konzerthalle der Stadt genutzt Merseburg Christuskirche: 1961 eingeweiht, letzter Gottesdienst am 31. Dezember 2013Diana Dünschel: Kirchenschließung in Merseburg: Abschied von der Christuskirche. Mitteldeutsche Zeitung, 26. Dezember 2013, abgerufen am 17. Februar 2023., verkauft und zu Wohnhaus umgebautMareike Elsner: Familie aus Merseburg macht ehemalige Kirche zu ihrem neuen Zuhause. Mitteldeutsche Zeitung, 16. Februar 2023, abgerufen am 17. Februar 2023. Stadtteil Freiimfelde: Kreuzkapelle, 1932 erbaut, 1954 um Turm erweitert, am 4. Januar 2025 entwidmet.Bewegender Abschied von der Kreuzkapelle in Freiimfelde. Mitteldeutsche Zeitung, 7. Januar 2025.Kirchliche Nachrichten Merseburg | Schkopau | Unteres Geiseltal Dezember 2024 / Januar 2025, S. 8f. Möckerling, Kirche: in den 1960er Jahren wegen Braunkohletagebaus abgerissen Mücheln, St. Marien: die 1780 errichtete barocke Dorfkirche verfiel im 20. Jahrhundert und wurde von 2002 bis 2012 zu einer Galerie mit Café umgebaut.Picknick am Wegesrand. Mühlberg/Elbe, Klosterkirche Marienstern: Nach Aufhebung des Klosters ab 1565 evangelische Pfarrkirche, in den 1960er Jahren von der evangelischen Kirchengemeinde aufgegeben. Mühlhausen Allerheiligenkirche: heute als Museumsgalerie genutzt St.-Crucis-Kirche (Kornmarktkirche): 1802 profaniert, heute als Museum genutzt Jakobikirche: 1832 profaniert, heute als Stadtbibliothek genutzt St.-Kiliani-Kirche: 1250 erstmals schriftlich erwähnt, in den 1960er Jahren profaniert, zeitweise als Lager einer Autowerkstatt genutzt, 2002 von einer Bürgerstiftung gekauft, heute Spielstätte eines Theaters Marienkirche: 1975 säkularisiert, seitdem als Museum genutzt Naumburg (Saale), Othmarskirche: 1970er Bibliothek und Archiv der Evangelischen Kirche. Naundorf, Kirche: 1956 wegen Braunkohletagebaues abgerissen Neubiendorf, Kirche: Die 1928/29 erbaute Kirche wurde 1976 entwidmet, das seit 1995 leerstehende Gebäude verfällt und wurde zum Verkauf angeboten.06249 Mücheln (Geiseltal)-Neubiendorf: säkularis. evang. Kirche. kirchbau.de, abgerufen am 16. März 2023. Neustadt am Rennsteig, Gedächtniskirche: 1887 eingeweiht, 2005 entwidmet, 2016 abgerissen Niedergörne, Kirche: im 12. Jahrhundert erbaut, am 17. August 1975 letzter Gottesdienst, im Januar 1976 für den Bau des Kernkraftwerks Stendal gesprengt und abgerissenSichtung und Digitalisierung von Dokumenten aus den Archiven des Kernkraftwerks Stendal – Das Dorf Niedergörne und das DDR KKW III / KKW Stendal, abgerufen am 1. April 2022.Doreen Schulze: Als in Niedergörne die Kirche fiel. Volksstimme, 4. September 2016, abgerufen am 1. April 2022. Niemegk, Kirche: um 1978 wegen Braunkohletagebaus abgerissen Nottleben, Kirche: in der DDR-Zeit Kirchenschiff zur Ruine verfallen, 1985/86 Dach abgetragen, Turm ist erhalten, Wiederaufbau des Schiffes im Gang Oberthau, St. Jacobus: 1996 bei Brand beschädigt, Dach abgenommen, später Ruine an privat verkauft, 2024 wiederaufgebautSusanne Christmann: Nichts geht mehr zu Herzen als dieser Grund, eine alte Kirche zu retten. Mitteldeutsche Zeitung, 6. Dezember 2024, abgerufen am 18. September 2025. Oebisfelde, Nicolaikirche: 1896 erbaut, bis 1977 kirchlich genutzt, heute für kulturelle Veranstaltungen genutzt Polleben, St.-Stephanus-Kirche: 1899–1901 erbaut, 1972 behördlich geschlossen, seit 1994 durch Förderverein in Renovierung Prester, Immanuelkirche: 1832 errichtet, bis 1983 kirchlich genutzt, heute als Restaurant „Die Kirche“ genutzt Quetz, Kirche: auf das 12. Jahrhundert zurückgehend, bis 1968 genutzt, 1988 gesprengt, Altarbereich als Ruine erhalten Reinhardsbrunn, Johanneskirche: 2001 erbaut, am 24. Juni 2001 (Johannistag) geweiht, 2010 an privat verkauft, im Juni 2020 letzter Gottesdienst und Profanierung, zur Ferienwohnung umgebautCarmen Fiedler: Warum Kirchen in Thüringen entwidmet werden. MDR, 15. Juli 2021, abgerufen am 4. Dezember 2021. Salzwedel, Mönchskirche: Klosterkirche des ehemaligen Franziskanerklosters, bis 1964 von der protestantischen Kirche genutzt, von 1984 bis 1986 zur Konzerthalle umgebaut. Stöbnitz, Kirche: an privat verkauftDiana Dünschel: Arzt kauft Kirche in Stöbnitz: Welche Pläne der neue Besitzer hat Mitteldeutsche Zeitung, 13. April 2019, abgerufen am 25. Juni 2021 Torgau Alltagskirche: Klosterkirche des ehemaligen Franziskanerklosters, jetzt als Aula genutzt Nikolaikirche: heute im Innenhof des Rathauses, Chor abgebrochen Wehlitz, Gemeindehaus: 1911 gestiftet, 2021 entwidmet; Eigentum der Franz-Herrfurth-Stiftung, 2022 Verkauf im ErbbaurechtGemeindehaus in Wehlitz (abgerufen am 9. Mai 2022) Welle, Gutskirche: im 12. Jahrhundert erbaut, in der DDR Nutzung als Kirche aufgegeben, Anfang des 21. Jahrhunderts an privat verkauft Wernigerode Liebfrauenkirche: 1756 und 1762 nach Zerstörung neu errichtet, 2018 verkauft und am 3. Februar 2019 entwidmet. Seit 2022 als Konzerthaus genutzt. Stadtteil Hasserode, Konkordienkirche: 1847 erbaut, seit 1937 als Kindergarten genutzt Zeitz, St.-Nicolai-Kirche: 1891 eingeweiht, in den 1950er Jahren noch genutzt, heute Ruine Zorbau, Kirche: zwischen 1965 und 1975 wegen Braunkohletagebaus abgerissen
Siehe auch Kirchenschließung Liste von Sakralbauten in Deutschland
Literatur Jürgen Willinghöfer (Hrsg., im Auftrag der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und des EKD-Instituts für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart an der Philipps-Universität Marburg und in Kooperation mit der IBA Thüringen): Ein neuer Typus Kirche. Hybride öffentliche Räume. jovis Verlag, 2021, ISBN 978-3-86859-699-1.
Einzelnachweise
Mitteldeutschland ! entwidmet !